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  • Abmahnung

    Leider sind Abmahnungen gar nicht so selten. Sie sind sozusagen die „gelbe Karte“ in der Ausbildung, die der Arbeitgeber oder die Arbeitgeberin zückt, wenn er oder sie mit deinem Verhalten ganz und gar nicht einverstanden ist. Nicht selten wird eine Abmahnung benutzt, um eine Kündigung vorzubereiten. Damit kommt der Abmahnung eine wichtige Bedeutung zu. Eine Abmahnung in deiner Personalakte kann beispielsweise deine Übernahme nach der Ausbildung gefährden.

    Du findest deine Abmahnung ungerecht? Dann wende dich an deine JAV, deinen Betriebs- oder Personalrat. Du kannst eine schriftliche Gegendarstellung abgeben, die in deine Personalakte aufgenommen werden muss. Du hast auch das Recht, eine ungerechtfertigte Abmahnung aus deiner Personalakte entfernen zu lassen – und dieses Recht kannst du zur Not gerichtlich durchsetzen. Die ver.di Jugend unterstützt dich dabei.

  • Abschlussprämie

    Die Abschlussprämie ist der „Ersatz“ für Kürzungen beim Urlaubs- und Weihnachtsgeld für die Auszubildenden in öffentlichen Krankenhäusern und Altenheimen. Sie wurde durch ver.di in den Tarifverhandlungen erkämpft.

    Diese Prämie von 400 Euro bekommst du, wenn du deine Prüfung im ersten Versuch erfolgreich bestehst (unabhängig von den Noten). Diese Zahlung gibt es allerdings nur im öffentlichen Dienst.

  • Altenpflegegesetz

    Das bundeseinheitliche Gesetz über die Berufe in der Altenpflege (Altenpflegegesetz) trat am 01.08.2003 in Kraft. Dem war ein jahrelanger Streit zwischen Bund und Ländern vorausgegangen, der schließlich durch das Bundesverfassungsgericht entschieden wurde.
    Strittig war, ob Altenpflege ein Heilberuf sei und es deshalb ein bundeseinheitliches Gesetz geben dürfe. Vor 2003 gab es in Deutschland 17 verschiedene Landesregelungen.
    Im Altenpflegegesetz sind die wichtigsten Grundsätze zur Berufsbezeichnung und zur Ausbildung geregelt.
    So zum Beispiel die Zugangsvoraussetzungen, die Dauer und Struktur der Ausbildung, Eignungsvoraussetzungen für Altenpflegeschulen, Regelungen zur Gestaltung des Ausbildungsverhältnisses, zur Ausbildungsvergütung, zum Ende der Ausbildung und zu Kündigungsmöglichkeiten.
    Dazu gehört auch eine Ausbildungs- und Prüfungsverordnung, die weitere Einzelheiten zur Gestaltung der Ausbildung und zum Prüfungsverfahren vorschreibt.
    Die weitere Ausgestaltung der Ausbildung und der Lehrpläne bleibt Sache der Länder, zum Beispiel auch an welchen Schulen die Ausbildung stattfindet.
  • Anwärterbezüge

    Während deines Vorbereitungsdienstes erhältst du keine Ausbildungsvergütung, sondern sogenannte Anwärterbezüge. Der Anwärtergrundbetrag orientiert sich an der Besoldungsgruppe, die dem Eingangsamt deiner Laufbahn zugeordnet ist. Darüber hinaus gibt es noch einen Familienzuschlag.

    Was genau du verdienst, kannst du dem für dich geltenden Besoldungsgesetz entnehmen, je nachdem, ob du auf Bundes-, Landes- oder Kommunalebene verbeamtet bist. Oder du fragst einfach bei deiner JAV oder deinem Personalrat nach.

  • Arbeitskleidung

    In manchen Berufen braucht man spezielle Schutzkleidung: Handschuhe, Sicherheitsschuhe und Ähnliches. Die muss dein Betrieb oder deine Dienststelle voll bezahlen – und ggf. auch ihre Reinigung. Das ist gesetzlich vorgeschrieben.

    Andere Arbeitskleidung musst du selbst bezahlen, es sei denn, dass es bei euch eine Vereinbarung gibt, die das anders regelt. Informiere dich dazu bei deiner JAV!

    Unter Umständen kannst du deine Arbeitskleidung auch von der Steuer absetzen.

    Hinweise zur Beamtenlaufbahn:
    Arbeitskleidungsstücke wie Kittel oder Schürzen sollen die Kleidung der Beschäftigten schützen, zum Beispiel vor Verschmutzung. Ausreichende (!) Schutzkleidung muss bei Tätigkeiten getragen werden, bei denen du gesundheitlichen Gefahren, außergewöhnlicher Verschmutzung oder Witterungseinflüssen ausgesetzt bist.

    Dienstkleidung kennzeichnet die berufliche Funktion während der Arbeitszeit – wie etwa eine Polizeiuniform oder Richterrobe.

    Hinweise für Pflegeberufe und Hebammen:
    Schutzkleidung umfasst neben (Schutz-)Kitteln je nach Einsatzort z. B. auch Bleischürzen im Röntgenbereich oder spezielle Schuhe im OP.
  • Arbeitsschutz

    In der Arbeitswelt gibt es eine erhebliche Anzahl von Vorschriften zum Gesundheitsschutz, durch die die körperliche und geistige Gesundheit der Beschäftigten geschützt werden soll.
    Das Arbeitsschutzgesetz ist dabei das umfassendste Regelwerk in diesem Bereich.
    Darüber hinaus gibt es aber noch weitere Gesetze, Verordnungen und Unfallverhütungsvorschriften zum Schutz deiner Gesundheit.
    Unternehmen sind gesetzlich dazu verpflichtet, alle Beschäftigten über gesundheitliche Risiken und Gefahren am Arbeitsplatz aufzuklären und diese so weit wie möglich von der Belegschaft abzuwenden.
    Umgekehrt haben Arbeitnehmer_innen die Pflicht, alle erlassenen elementaren Schutzvorschriften strikt einzuhalten – sonst kann sogar fristlos gekündigt werden! Besonders strenge Arbeitsschutzvorschriften gelten für Schwangere (siehe Mutterschutz).
    Falls dennoch ein Arbeitsunfall passiert oder eine Erkrankung aufgrund der Arbeitsbedingungen eintritt, trägt die gesetzliche Unfallversicherung die Kosten für Behandlung, Hilfsmittel und Rehabilitation.
    Auf den Seiten der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin findest du eine umfangreiche Sammlung von Arbeitsschutzrichtlinien und Tipps! Spezielle Fragen zum Arbeitsschutz beantworten dir außerdem dein Personal- oder Betriebsrat, deine Gewerkschaft oder das Gewerbeaufsichtsamt!

    Hinweise für Pflegeberufe und Hebammen 
    Dein Arbeitgeber sollte alle Auszubildenden mindestens einmal jährlich (bei Jugendlichen ist es eine Pflicht) über die Unfall- und Gesundheitsgefahren am Arbeitsplatz aufklären.
    Für Auszubildende im Gesundheitswesen bedeutet Arbeitsschutz konkret:
    • Unterrichtung über Unfallgefahren am Arbeitsplatz (z. B. im Unterricht und in der Praxis)
    • Arbeitsmedizinische Vorsorgemaßnahmen (z. B. betriebsärztliche Untersuchungen, Hepatitis-B-Impfung, Untersuchung nach Kanülenstichverletzung etc.)
    • Spezielle Anforderungen an Arbeits- und Betriebseinrichtungen (z. B. keine scharfen Kanten, keine Türschwellen, Bleischürzen im Röntgenbereich, Abzugshauben bei Zytostatikazubereitung, sichere Entsorgung von Kanülen und Infektionsmüll)
    • Die Bestellung und Aufgabenbestimmung von Fachkräften für Arbeitssicherheit (Sicherheitsbeauftragte)
    • Die Einhaltung der Arbeitszeiten und Pausen
    • Sicherheitstechnische Vorsorgemaßnahmen (z. B. Bereitstellung von Handschuhen, Desinfektionsmitteln, Schutzkleidung).
  • Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung

    siehe Krankmeldung

  • Arbeitszeit

    Deine Arbeitszeit ist die Zeit, die du täglich am Arbeits- bzw. Ausbildungsplatz verbringst. Offizielle Pausen werden nicht hinzugerechnet. Während deiner Ausbildung zählt jedoch auch die Berufsschulzeit mit bzw. analog während deines Vorbereitungsdienstes auch die Unterrichtszeiten in Fachhochschule, Studieninstitut oder einer sonstigen schulischen Einrichtung.

    Dein Arbeits- bzw. Ausbildungsvertrag enthält genaue Angaben zur Arbeitszeit. Doch dein Betrieb oder deine Dienststelle kann nicht einfach selbst bestimmen, wie lange du arbeiten musst: Diese Frage wird durch Tarifverträge geregelt.

    Gilt bei euch kein Tarifvertrag oder hast du keinen Anspruch auf tarifliche Leistungen, weil du nicht in der Gewerkschaft bist, kommen die ungünstigeren Regelungen des Arbeitszeitgesetzes zum Tragen: An Werktagen darf deine Arbeitszeit acht Stunden nicht überschreiten. Werktage sind alle Kalendertage außer Sonn- und Feiertagen.

    Die Arbeitszeit kann allerdings auf bis zu zehn Stunden verlängert werden – vorausgesetzt, dass sich in sechs Monaten ein Schnitt von nicht mehr als 48 Stunden pro Woche ergibt.

    Beamtinnen, Beamten und Anwärter_innen finden genaue Angaben zu ihrer Arbeitszeit in der für sie gültigen Arbeitszeitverordnung. Diese kann sich in der Beamtenlaufbahn gegenüber der Arbeitszeit von Tarifbeschäftigten unterscheiden.

    Falls du unter 18 bist, gilt für dich das JArbSchG und deine tägliche Arbeitszeit von acht Stunden pro Tag bzw. 40 Stunden pro Woche darf nur unter bestimmten Voraussetzungen überschritten werden.

  • Arbeitszeugnis

    siehe Zeugnis

  • Arten des Beamtenverhältnisses

    „Der Beamte bzw. die Beamtin auf Lebenszeit“ bildet den Regeltypus, d.h. du bleibst auch nach der Pensionierung Beamtin bzw. Beamter. Daneben gibt es „Beamte bzw. Beamtinnen auf Zeit“, wenn die Aufgabe nur für einen begrenzten Zeitraum ausgeführt werden soll.

    Während deiner Ausbildung bist du „Beamter bzw. Beamtin auf Widerruf“. Dies bleibst du auch bis zum Bestehen deiner Laufbahnprüfung (Stichwort Prüfung).

    „Beamtin bzw. Beamter auf Probe“ bist du während der Probezeit nach deiner Ausbildung – wenn du übernommen wirst.

  • Aufhebungsvertrag

    Ein sogenannter Aufhebungs- oder Auflösungsvertrag wird zwischen dir und Betrieb oder Dienststelle geschlossen und regelt, dass dein Ausbildungsverhältnis vorzeitig abgebrochen bzw. beendet wird.

    Da ein Ausbildungsverhältnis nicht so einfach beendet werden kann, bekommen Auszubildende häufig Aufhebungsverträge angeboten, wenn Betrieb oder Dienststelle sie loswerden möchte. Die Gefahr bei einem solchen Vertrag besteht nicht nur darin, dass du deine Ausbildung ggf. nicht beenden kannst, sondern du bekommst womöglich für die ersten zwölf Wochen deiner Arbeitslosigkeit auch kein Arbeitslosengeld, denn hier gilt eine Sperrzeit!

    Bevor du also einen Aufhebungsvertrag unterschreibst, lass dich erst mal von deiner JAV, vom Betriebs- oder Personalrat oder von deiner ver.di Jugend vor Ort beraten.

  • Ausbilder_in

    Während der Ausbildung oder deines Vorbereitungsdienstes ist dein Ausbilder oder deine Ausbilderin nicht nur deine erste Anlaufstelle, sondern auch betriebs- bzw. dienststellenintern für alle Dinge rund um die Ausbildung verantwortlich.

    Ausbildungskräfte unterweisen die Auszubildenden, Anwärterinnen und Anwärter, beurteilen sie, treffen viele Entscheidungen und sind eine wichtige Informationsquelle für die Lernenden. Gleichzeitig organisieren und moderieren sie in konkreten Lernprozessen und beraten Auszubildende beim Lernen. Ausbildungskräfte unterstützen aber nicht nur die Entwicklung von fachlichem und methodischem Wissen, sondern auch von Persönlichkeit und sozialer Kompetenz der Auszubildenden, Anwärterinnen und Anwärter.

    Ausbilderinnen und Ausbilder müssen für ihre Aufgaben persönlich geeignet sein. Das BBiG und die HwO sprechen diese Eignung nur ab, wenn eine Ausbildungskraft Kinder und Jugendliche grundsätzlich nicht beschäftigen darf oder wenn wiederholte oder schwere Verstöße gegen BBiG bzw. HwO oder gegen darauf basierende Vorschriften und Bestimmungen vorliegen.

    In Betrieben und Dienststellen, die nach dualem System ausbilden (siehe Duales Ausbildungssystem), müssen alle Ausbildungskräfte berufs- und arbeitspädagogische Wissensstände und Fähigkeiten nachweisen. Dies geschieht in der Regel durch eine Fortbildungsprüfung (auch „AdA-Schein“ von „Ausbildung der Ausbilder“ genannt) nach der Ausbilder-Eignungsverordnung (AEVO).

    Wenn du den Eindruck hast, dass dein Ausbilder oder deine Ausbilderin persönlich oder fachlich nicht geeignet ist, melde dich bei deiner JAV, deinem Betriebs- oder Personalrat oder direkt bei deiner ver.di Jugend vor Ort!

  • Ausbildung beenden

    Als befristetes Vertragsverhältnis endet deine Ausbildung automatisch zum vertraglich festgehaltenen Datum, du musst also nicht explizit gekündigt werden. Die meisten Ausbildungsverhältnisse sind allerdings schon vorher beendet, nämlich mit Bestehen der Abschluss- bzw. Laufbahnprüfung (Stichwort Prüfung) oder ihrem endgültigen Nichtbestehen. Maßgeblich ist das Datum der Ergebnisbekanntgabe. 

    Bestanden hast du, wenn der Prüfungsausschuss deine Leistungen positiv bewertet und das Ergebnis bekanntgegeben hat.

    Hinweise zur Beamtenlaufbahn: Wie oft und unter welchen Voraussetzungen du ggf. deine nicht bestandene Laufbahnprüfung wiederholen kannst, legt die für dich geltende Ausbildungs- und Prüfungsordnung fest.

  • Ausbildung verkürzen

    Wenn du ein paar Voraussetzungen erfüllst, kannst du deine Ausbildung verkürzen. Mehr Informationen dazu findest du unter den Stichwörtern Prüfungen und Ausbildungsdauer.

  • Ausbildung verlängern

    Eine Verlängerung der Berufsausbildung kommt vor allem bei Nichtbestehen der Abschlussprüfung (Stichwort Prüfung) in Betracht.

    Du hast Recht auf Verlängerung bis zur nächstmöglichen Wiederholungsprüfung – höchstens um ein Jahr. In Ausnahmefällen kann die Ausbildung auch verlängert werden, wenn dies zum Erreichen des Ausbildungsziels erforderlich ist. Als Ausnahmefall gilt zum Beispiel, wenn du längere krankheitsbedingte Ausfallzeiten hast.

    Die Verlängerung der Ausbildung musst du beantragen und die zuständige Stelle (meist IHK) informieren bzw. beteiligen. Bei Inanspruchnahme von Elternzeit verlängert sich das Ausbildungsverhältnis entsprechend.

  • Ausbildung von A-Z als App

    Unser komplettes Ausbildungsglossar gibt es auch als App für dein Smart- oder iPhone: mit allen wichtigen Begriffen, die du in der Ausbildung kennen solltest! Zum Beispiel, was in deinem Ausbildungsvertrag stehen muss. Oder welche Regelungen es zur Probezeit gibt.

    Außerdem bekommst du mit unserer App aktuelle News und einen Überblick der ver.di-Serviceangebote rund um Ausbildung und Berufseinstieg. Alles kompakt und mobil für unterwegs!

    Ausbildung von A bis Z als App für Android (Google Playstore)
    Ausbildung von A bis Z als App für iOS (iTunes Store)

  • Ausbildungsbegleitende Hilfen

    Du hast Schwierigkeiten in der Schule oder deinem erfolgreichen Ausbildungsabschluss stehen andere Hindernisse im Weg? Sogenannte ausbildungsbegleitende Hilfen (abH) können dir die (Wieder-)Aufnahme, Fortsetzung und den erfolgreichen Abschluss einer Berufsausbildung ermöglichen. Dabei bekommst du ein- bis zweimal wöchentlich (mindestens drei Stunden pro Woche) die persönliche Unterstützung, die du brauchst.

    In kleinen Arbeitsgruppen oder im Einzelgespräch wiederholst und vertiefst du unter Anleitung der Lehrbeauftragten den Berufsschulstoff, bereitest dich auf Klassenarbeiten oder Prüfungen vor und besprichst deine Hausaufgaben. Und du kannst dich zu bestimmten Fragen beraten lassen.

    In der Regel finden abH in der Freizeit statt oder in Ausnahmefällen über eine Freistellung in deiner Arbeitszeit. Für dich und Betrieb oder Dienststelle entstehen keine Kosten, die Maßnahme zahlt die Agentur für Arbeit.

  • Ausbildungsdauer

    Deine Ausbildungsdauer richtet sich nach dem angestrebten Beruf muss im Ausbildungsvertrag vermerkt sein. Wenn du vor der Ausbildung eine Berufsfachschule oder ein Berufsgrundbildungsjahr absolviert hast, kannst du vor Ausbildungsbeginn unter gewissen Umständen die Dauer deiner Ausbildung verkürzen. In diesem Fall zählt „der gekürzte“ Zeitraum als bereits abgeleistet, das bedeutet: Du bekommst früher oder sogar direkt ab Ausbildungsstart die Vergütung des zweiten Ausbildungsjahres ausbezahlt!

    Bei überdurchschnittlichen Leistungen ist es auch während der Ausbildung möglich, die Ausbildung zu verkürzen und die Prüfung vorzuziehen. In diesem Fall endet dein Ausbildungsverhältnis mit bestandener Abschlussprüfung. Rasselst du bei der Abschlussprüfung durch, kannst du deine Ausbildung auf Antrag bis zur Wiederholungsprüfung verlängern (Stichwort Ausbildung verlängern).

    Hinweise zur Beamtenlaufbahn: Deine Ausbildungsdauer richtet sich nach der angestrebten Laufbahn. Dein Vorbereitungsdienst wird im „Beamtenverhältnis auf Widerruf“ geleistet und dauert im einfachen Dienst sechs Monate, im mittleren Dienst zwei Jahre, im höheren Dienst mindestens zwei Jahre und im gehobenen Dienst drei Jahre.

    Wenn du vor der Ausbildung eine Berufsfachschule oder ein Berufsgrundbildungsjahr absolviert hast, kannst du unter gewissen Umständen deine Ausbildung verkürzen. Alle Einzelheiten erfährst du bei deiner JAV, deinem Personalrat oder direkt aus der Ausbildungs- und Prüfungsordnung deiner jeweiligen Laufbahn.

    Hinweise zu Pflegeberufen: Die Dauer der Ausbildung ist in den Berufsgesetzen festgeschrieben. Danach dauert die Ausbildung unabhängig vom Zeitpunkt der Prüfung in der Altenpflege, der Gesundheits- und Krankenpflege und bei Hebammen drei Jahre. 

    Die Ausbildungsdauer kann nach dem Altenpflegegesetz und dem Krankenpflegegesetz auch bis zu fünf Jahre betragen, wenn sie in Teilzeitform durchgeführt wird.

    Solltest du das Examen nicht bestehen, so kann deine Ausbildung bis zur Wiederholungsprüfung – maximal um ein Jahr – verlängert werden. Dafür musst du einen schriftlichen Antrag stellen. Das gilt auch, wenn du deine Prüfung ohne eigenes Verschulden nicht antreten kannst. Ansonsten hast du kein Anrecht auf eine Weiterbeschäftigung.
  • Ausbildungsfinanzierung

    Durch die Umstellung der Krankenhausfinanzierung auf das DRG-System ist auch eine Änderung bei der Finanzierung der Ausbildungsstätten an Krankenhäusern notwendig geworden. Waren die Ausbildungskosten bis dahin in den Pflegesätzen enthalten, musste mit der Einführung der Fallpauschalen ein neuer Finanzierungsweg gefunden werden. 
    Da es nicht sinnvoll schien, die Kosten jeweils anteilig bei den Fallpauschalen zu berücksichtigen, hat der Gesetzgeber vorgeschrieben, dass spezielle Ausbildungsbudgets bei den ausbildenden Krankenhäusern eingerichtet werden.
    Daraus werden die Kosten der Ausbildungsstätten (Raum- und Betriebskosten, Personalkosten des Verwaltungs- und Lehrpersonals) und die „Mehrkosten der Ausbildungsvergütungen“ finanziert.
    Mehrkosten sind die über die im Verhältnis 9,5:1 anzurechnende Stelle einer voll ausgebildeten Pflegekraft hinausgehenden Kosten. Die Summe der Ausbildungsvergütungskosten für neuneinhalb Auszubildendenstellen liegt deutlich über den Personalkosten einer Pflegekraft.
    Nach der Rechnung des Gesetzgebers erbringen neuneinhalb Auszubildende eine Krankenschwester bzw. einen Krankenpfleger. Die Kosten der Pflegekraft verbleiben im Personalbudget und werden über die Fallpauschalen refinanziert, die Mehrkosten der Ausbildungsvergütungen werden über das Ausbildungsbudget refinanziert.
    Die Finanzierung insgesamt ist also gesichert.
    Für Hebammen gibt es keine Anrechnung auf Stellenpläne. 
    Die durch das neue Krankenpflegegesetz entstehenden zusätzlichen Kosten, zum Beispiel für Praxisanleiter_innen oder mehr Lehrkräfte, werden zusätzlich berücksichtigt. 
    Es gibt also keinen Grund, Ausbildungsplätze abzubauen oder Ausbildungsvergütungen zu reduzieren, weil die Kosten vollständig von den Krankenkassen refinanziert werden.
    Um ausbildende Krankenhäuser im Wettbewerb mit nichtausbildenden Krankenhäusern nicht zu benachteiligen, werden Ausgleichsfonds gebildet, in die alle Krankenhäuser Zuschläge pro Behandlungsfall einzahlen müssen. Die Fonds werden von den Landeskrankenhausgesellschaften verwaltet. Aus den Fonds werden dann die Kosten der Ausbildungsstätten und die Mehrkosten der Ausbildungsvergütungen bestritten. Damit erfolgt ein gerechter Ausgleich.
    Diese Finanzierungsregelung stellt einen großen Fortschritt dar, der in anderen Ausbildungsbereichen längst noch nicht erreicht ist. 
    Für die Ausbildung in der Altenpflege gilt eine andere Finanzierungsregelung. Hier werden die Ausbildungskosten über die Entgelte der Einrichtungen refinanziert, die Träger der praktischen Ausbildung sind. Auch hier hat der Gesetzgeber ein Ausgleichsverfahren zwischen ausbildenden Betrieben und nichtausbildenden vorgesehen. 
    Es ist aber Sache des jeweiligen Bundeslandes, darüber zu entscheiden, ob ein Ausgleichsverfahren eingeführt wird oder nicht. Die Ausbildungsplatzentwicklung der letzten Jahre spricht dafür.
  • Ausbildungsfremde Tätigkeiten

    Du musst in deiner Ausbildung immer dieselben Arbeiten verrichten, obwohl du dabei gar nichts lernst? Bist du nur mit kopieren, Kaffee kochen und Botengängen beschäftigt? Dann läuft etwas schief, schließlich sollst du ja fachliche Erfahrungen sammeln und gezielt unterschiedliche Fähigkeiten erlernen.

    Tätigkeiten, die nicht dem Ausbildungszweck dienen, sind nach BBiG sogar verboten. Grund genug also, dich an die JAV oder den Betriebs- bzw. Personalrat zu wenden. Oder an ver.di, die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft. Tätigkeiten, die körperlich zu anstrengend für dich sind, dürfen dir ebenfalls nicht übertragen werden.

  • Ausbildungsmittel

    Ausbildungsmittel sind Materialien, Werkzeuge oder auch Arbeitskleidung, die du brauchst, um vernünftig ausgebildet zu werden und die Prüfung zu bestehen. Die Kosten dafür muss laut BBIG dein Betrieb oder die Dienststelle tragen.

    Leider gehören Materialien, die du nur für die Berufsschule benötigst, nicht dazu. Ob in deinem Betrieb oder deiner Dienststelle andere Vereinbarungen gelten, erfährst du von eurer JAV, vom Betriebs- oder Personalrat.

  • Ausbildungsnachweis

    siehe Berichtsheft

  • Ausbildungsordnung / Ausbildungsrahmenplan

    Wenn du nach BBiG ausgebildet wirst, gilt für dich eine Ausbildungsordnung. Sie legt fest, wie lange deine Ausbildung dauert und was du dabei lernen sollst. Sie ist auch Grundlage für deinen Ausbildungsplan.

    Die Ausbildungsordnung für deine Ausbildung findest du bei Interesse unter www.bibb.de.

  • Ausbildungsplan

    Vor Beginn deiner Ausbildung erstellt dein Betrieb oder die Dienststelle einen betrieblichen Ausbildungsplan. Er leitet sich aus dem Ausbildungsrahmenplan ab. Im Ausbildungsplan sind die betriebsspezifischen und branchentypischen Besonderheiten berücksichtigt.

    Einen persönlichen Ausbildungsplan erhältst du spätestens zu Beginn deiner Ausbildung. In diesem steht, von wann bis wann du an welchen Stellen im Betrieb oder in der Dienststelle arbeiten und was du dabei lernen sollst.

    Mit dem Ausbildungsplan kannst du also überprüfen, ob du auch wirklich alles lernst, was zu deiner Ausbildung gehört. Wenn deine Ausbildung nicht mit dem Plan übereinstimmt, wende dich an die JAV oder den Betriebs- bzw. Personalrat.

  • Ausbildungsplatzentwicklung

    Bei den Pflegeberufen sind in den letzten Jahren viele Ausbildungsplätze abgebaut worden:
    • In der Gesundheits- und Krankenpflege gab es einen Rückgang von über zehn Prozent.
    • In der Altenpflege waren die Zahlen seit der Neuregelung der Ausbildung 2003 rückläufig. Das liegt an geänderten Förderungsbestimmungen bei der Umschulung, aber auch daran, dass Altenheimträger einen Teil der Ausbildung aus ihren Pflegesätzen finanzieren sollen und dadurch einen Wettbewerbsnachteil befürchten.
    • Auch in der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege und bei der Ausbildung für den Beruf der Hebamme sind seit 2004 Einbrüche zu vermerken.
    • Die Ausbildungsplätze im Bereich der Krankenpflegehilfe steigen seit 2005 wieder an.
    Es hat sich gezeigt, dass sich die Zahl der Ausbildungsplätze in den Pflegeberufen mit der neu geregelten Ausbildungsfinanzierung wieder erhöht.
  • Ausbildungsqualität

    Seit Jahren spricht die Öffentlichkeit davon, dass in der Pflege ein Fachkräftemangel bevorsteht. Ein wesentlicher Grund ist, dass unsere Gesellschaft in den kommenden Jahrzehnten einen höheren Anteil Pflegebedürftiger haben und dafür mehr Pflegende benötigen wird.

    Deshalb gilt es, die Arbeitsbedingungen in der Pflege so zu gestalten, dass viele junge Menschen in den Pflegeberufen eine Perspektive für sich sehen und dafür gewonnen werden können. Doch vorher muss bereits die Ausbildung attraktiv und ihre Qualität hoch sein, um junge Menschen für eine Pflegeausbildung begeistern zu können.

    Um die Qualität messbar zu machen und Verbesserungen sowohl in der Politik, als auch tariflich auf betrieblicher Ebene anzustoßen, befragt die ver.di Jugend Auszubildende in Pflegeberufen regelmäßig zur Qualität ihrer Ausbildung. Bei den Fragen zur Ausbildungsqualität geht es um die vier Kernpunkte in der Ausbildung:

    Je mehr an der regelmäßigen Befragung teilnehmen, desto aussagekräftiger ist sie. An den Ergebnissen zur Ausbildungsqualität in den Pflegeberufen sind Gewerkschaften, Arbeitgeber und Berufsverbände stets sehr interessiert, da sie direkt die Meinung der Auszubildenden über die Qualität ihrer Ausbildung spiegeln und Verbesserungspotenziale aufzeigen.

  • Ausbildungsvergütung

    Dein Gehalt während der Ausbildung ist die Ausbildungsvergütung. Ihre Höhe wird in der Regel in Tarifverhandlungen zwischen ver.di, Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern immer wieder neu erkämpft.

    Wie hoch deine Ausbildungsvergütung ist, steht in deinem Ausbildungsvertrag. Sie muss sich in jedem Ausbildungsjahr erhöhen. Welche Vergütung dir in deinem Ausbildungsberuf zusteht, kannst du bei ver.di erfahren.

    Gilt bei euch kein Tarifvertrag oder hast du keinen Anspruch auf tarifliche Leistungen, weil du nicht in der Gewerkschaft bist, kommen für dich die ungünstigeren Regelungen zum Tragen. Wenn du also lieber zum besseren Tarif arbeiten und dich für zukünftige Verbesserungen engagieren willst, werde doch einfach Mitglied bei ver.di!

  • Ausbildungsverordnung / Prüfungsverordnung

    In den Ausbildungs- und Prüfungsverordnungen für die Pflegeberufe und Hebammen sind bundeseinheitlich geltende Vorschriften zur Gliederung der Ausbildung, zu Ausbildungsinhalten und zum Prüfungsverfahren festgelegt.
    Im Einzelnen gelten die Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für den Beruf der Altenpflegerin und des Altenpflegers (AltPflAPrV), die Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Hebammen und Entbindungspfleger (HebAPrV) und die Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für die Berufe in der Krankenpflege (KrPflAPrV).
    Der Wortlaut der Ausbildungs- und Prüfungsvorschriften kann unter www.bundesrecht.juris.de heruntergeladen werden.
  • Ausbildungsvertrag

    Bevor es losgeht mit deiner Ausbildung, schließt du einen schriftlichen Ausbildungsvertrag ab. Das schreibt das BBiG vor. Der Vertrag regelt Beginn, Dauer, Art und Ziel der Ausbildung. Er legt außerdem die Dauer der Probezeit und der täglichen Arbeitszeit fest, die Ausbildungsorte, die Höhe der Ausbildungsvergütung und deinen Urlaubsanspruch.

    Achte außerdem auf einen bei euch geltenden Tarifvertrag und auf Betriebs- bzw. Dienstvereinbarungen, die deine Ausbildung betreffen. Falls du in deinem Ausbildungsvertrag keine Hinweise darauf findest, frag einfach bei ver.di nach. Als ver.di-Mitglied hast du Anspruch auf die besseren tariflichen Regelungen. 

    Als Anhang zu deinem Ausbildungsvertrag muss der gültige Ausbildungsplan beigefügt sein.

    Nachträgliche Vertragsergänzungen und -änderungen müssen schriftlich festgehalten werden. Vereinbarungen, die gesetzlichen Vorschriften widersprechen, sind ungültig – auch wenn du den Vertrag schon unterschrieben hast.

  • Ausbildungszeugnis

    siehe Zeugnis

  • Auslandsaufenthalt

    Nach dem BBiG hast du die Möglichkeit, einen Teil deiner Ausbildung im Ausland zu absolvieren. Sofern es dem Ausbildungsziel dient, wird der Auslandsaufenthalt als Teil der Berufsausbildung angesehen. Die Gesamtdauer soll ein Viertel der Ausbildungsdauer nicht überschreiten. Bei einer dreijährigen Berufsausbildung ist danach ein bis zu neunmonatiger Auslandsaufenthalt möglich.

    Ob man so etwas bei dir im Unternehmen oder der Dienststelle organisieren könnte, weiß die JAV oder der Betriebs- bzw. Personalrat.

  • Auszubildendenversammlung