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29.07.2016

NEIN zu Rassismus, Diskriminierung und Mobbing!

  • Jugendliche mobben eine Schulkameradin

Gemeinsam stark für Gleichbehandlung

Gerade Jugendliche und junge Erwachsene werden immer wieder zur Zielscheibe: Im Betrieb und auch in der Schule wird beleidigt, schikaniert und ausgegrenzt. Doch es gibt ein Recht auf Gleichbehandlung – niemand muss diskriminierendes Verhalten ertragen!

Hinter mieser „Disserei“ steht oft der Wunsch, persönlich stärker, klüger oder mächtiger dazustehen. Durch die Abwertung anderer wollen sich Täter_innen selbst höher positionieren.

Scheinbare Gründe, jemanden abzuwerten, sind schnell gefunden, wenn man nur danach sucht. Bist du selber betroffen von Diskriminierung oder bekommst mit, dass jemand anderes gemobbt wird? Dann nimm es nicht hin! Du kannst dich wehren und auch anderen helfen – wir lassen dich dabei nicht allein!

Was genau bedeuten Rassismus und Diskriminierung?
Benachteiligung und Beleidigung bis hin zu verbalen oder tätlichen Angriffen – das meint der Begriff Diskriminierung. Zum Opfer von Diskriminierung kann man aufgrund des Geschlechts werden, wegen der eigenen Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, seines Alter oder seiner sexuellen Identität.

Wird jemand wegen seiner Hautfarbe oder ethnischen Herkunft diskriminiert, spricht man von Rassismus.

Doch es gibt ein Recht auf Gleichbehandlung: Das ist im Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) festgeschrieben und gibt handfeste rechtliche Handhabe, um gegen Diskriminierung vorzugehen!

Mobbing im Betrieb oder in der Schule
Schikanieren, tyrannisieren oder ausgrenzen in festen Gruppen wie im Betrieb oder in der Schule nennt man Mobbing. Nach dem Motto „nach oben buckeln, nach unten treten“ mobben zum Beispiel Arbeitgeber ihre Weisungsbefugten. Aber auch Kolleginnen und Kollegen können sich untereinander mobben.

Arbeit oder Schule kann zur Hölle werden, wenn die Anfeindungen von Vorgesetzten, Kolleginnen oder Kollegen übermächtig erscheinen. Fast 90 Prozent aller Mobbing-Opfer bekommen körperliche oder seelische Probleme bis hin zur Arbeitsunfähigkeit.

Die Schikanen enden meist erst, indem das Arbeits- oder Ausbildungsverhältnis beendet wird. Häufig kündigen die Betroffenen selbst, weil sie die Situation nicht mehr aushalten. Manchmal wird ihnen aber auch gekündigt – dann meist unter einem Vorwand.

Besser in die Ausbildung ohne Migrationshintergrund?
Rund ein Viertel der Jugendlichen mit Migrationshintergrund wird bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz diskriminiert, so die Ergebnisse des DGB-Ausbildungsreports 2015. Und das nicht, weil sie schlechtere Noten haben als ihre Konkurrenz ohne Migrationshintergrund.

Ausbildende Betriebe sitzen Vorurteilen auf und fürchten Sprachbarrieren oder kulturelle Unterschiede – mit diskriminierenden Folgen für die betroffenen Jugendlichen.

Besser nicht als Frau auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt?
Das Geschlecht hat in Deutschland nach wie vor Einfluss auf den Job und damit auf den Arbeitsmarkt: Trotz besserer Noten und vermehrt höheren Abschlüssen der jungen Frauen finden junge Männer viel leichter einen Ausbildungsplatz im Betrieb.

Laut Ausbildungsreport der DGB Jugend werden junge Frauen zudem vor allem in Berufen mit niedrigeren Vergütungen und schlechteren Ausbildungsbedingungen ausgebildet. In manchen Dienstleistungsbranchen sind über 80 Prozent der Auszubildenden weiblich – und arbeiten als schlecht bezahlte Friseurinnen, zahnmedizinische Fachangestellte oder Kauffrauen für Bürokommunikation.

Belastende Arbeitsbedingungen und weniger Perspektiven im Job lassen die jungen Frauen nur aufgrund ihres Geschlechts weiter ins Hintertreffen geraten, so der Report des DGB.

Und damit nicht genug: Frauen verdienen laut Deutschem Frauenrat auch noch durchschnittlich 22 Prozent weniger als Männer in vergleichbaren Positionen.

Was zählt als Diskriminierung und Mobbing?
Viele Verhaltensweisen und Situationen werden als Diskriminierung, Rassismus oder Mobbing bezeichnet und bewertet. Am weitesten verbreitet sind:

  • Zuweisung unsinniger oder niveauloser Arbeiten
  • Vorführen vor Anderen, Verbreitung von Gerüchten, Ausgrenzung
  • Sexuelle Anspielungen, körperliche und verbale Belästigung und Beleidigung, Einschüchterung
  • Verweigerung der Zusammenarbeit und Ignoranz bzw. Abwertung des kulturellen Hintergrunds
  • Diskriminierende Witze und Rassismen, Tragen rassistischer Symbole, Verbreitung rassistischer oder faschistischer Ideologien

Diskriminierung kann auch unterschwellig stattfinden und für Betroffene schwer einzuordnen oder zu verarbeiten sein. Sprich mit Vertrauten oder deiner JAV, wenn dir etwas komisch vorkommt!

Wer hilft im Fall der Fälle?
Gewerkschaften, JAVen, Betriebs- und Personalräte haben eine gesetzlich legitimierte Funktion, wenn es darum geht, ein Mobbing-freies Arbeitsumfeld zu schaffen und Diskriminierungen gegebenenfalls zu bekämpfen.

Sobald Betroffene sich in ihrem Recht auf Gleichbehandlung verletzt fühlen, sollten sie das deutlich ansprechen. Dabei sind sie nicht allein – wir helfen!

Bist du selbst betroffen oder hast Mobbing oder Diskriminierung beobachtet, kannst du als Erstes mit anderen Beschäftigten oder mit Vorgesetzten sprechen, denen du vertraust. Vielleicht löst sich dabei schon das Problem oder das ungute Gefühl in Wohlgefallen auf.

Gibt es solche Vertrauenspersonen nicht, kommst du am besten direkt zu uns, das heißt zu deiner JAV. Wir sichern die Interessen der Jugendlichen und Auszubildenden im Betrieb.

Alternativ kannst du dich auch an deine ver.di Jugend vor Ort oder an deinen Betriebsrat wenden, um Infos zu weiteren Handlungsmöglichkeiten oder zu nächsten Schritten bekommen.

In jedem Fall: Wehr dich gegen Mobbing und Diskriminierung  wir unterstützen dich dabei!

Dafür stehen wir als Gewerkschaft:

  • Wir lassen uns nicht von Hass und Vorurteilen einschüchtern und verteidigen eine offene Gesellschaft.
  • Wir schützen alle (potentiellen) Opfer von Diskriminierung, rassistischer Hetze und Angriffen.
  • Wir entwickeln und realisieren wirksame Schutzkonzepte für Frauen, Kinder, Schwule, Lesben und Transsexuelle.
  • Wir unterstützen alle, die haupt- oder ehrenamtlich helfen.

Selbst aktiv werden
Du willst an Aktionen vor Ort teilnehmen und dich mit anderen Aktiven austauschen? Bei der ver.di Jugend kannst du ein Zeichen setzen gegen Rassismus, Diskriminierung oder Mobbing im Betrieb!

Du brauchst Unterstützung oder weitere Infos? Dann melde dich bei deinen Jugensekretär_innen vor Ort!