18.01.2019

Keine Vergütung darunter

  • Geld hat man in der Ausbildung nicht immer so locker sitzen.

Endlich soll Schluss sein mit extrem niedrigen Vergütungen in der Ausbildung. Die große Koalition will eine untere Grenze gesetzlich verankern. Ähnlich dem Mindestlohn bei abhängigen Beschäftigungen. Davon könnten 162.000 junge Menschen profitieren.

Lange haben wir dafür gestritten. Jetzt will die Bundesregierung sie endlich einführen: Die Mindestausbildungsvergütung (MiAV). Sie soll verhindern, dass Auszubildende mit sehr niedrigen Vergütungen abgespeist werden und dann vielleicht auch ihre Ausbildung abbrechen.

Denn gerade in den Branchen mit sehr niedrigen Vergütungen wie zum Beispiel im Friseurhandwerk, in fleischverarbeitenden Betrieben oder bei Hotelkaufleuten brechen rund 30 Prozent aller Auszubildenden ab – ohne Abschluss. Das wollen wir ändern. Darum treten wir für eine MiAV ein, die 80 Prozent der durchschnittlichen tariflichen Ausbildungsvergütung aller Berufe im jeweiligen Ausbildungsjahr entspricht. Bezogen auf die Vergütungen 2018, sind das 660 Euro im ersten Ausbildungsjahr, 720 Euro im zweiten, 795 Euro im dritten und im vierten Ausbildungsjahr 825 Euro.

Die Höhe ist entscheidend
Doch natürlich sollten diese Beträge in Zukunft auch weiter steigen. Wir fordern daher eine regelmäßige Anpassung der MiAV analog zur durchschnittlichen tariflichen Entgeltentwicklung. Bundesbildungsministerin Anja Karliczek will die MiAV dagegen mit nur 504 Euro einführen und sie dort auch vorerst einfrieren.

Doch das wäre zu niedrig. Und das sehen Arbeitsgerichte bisher sehr ähnlich. Für die rund 1,34 Millionen Auszubildenden ist heute schon die branchenübliche tarifliche Ausbildungsvergütung maßgeblich. Betriebe dürfen diese nach der geltenden Rechtsprechung eigentlich nicht um mehr als 20 Prozent unterschreiten. Die Richter beziehen sich dabei auf den Paragraph 17(1) im Berufsbildungsgesetz. Dieser schreibt vor, dass eine angemessene Ausbildungsvergütung gezahlt werden muss. Wenn der Vorschlag von Bundesministerin Karlizcek diese Regelung ersetzen würde, wäre dies eine massive Verschlechterung für Auszubildende die nicht unter einen Tarifvertrag fallen. Also genau das Gegenteil, was wir mit der MiAV erreichen wollen.

BBIG-Reform – ein Update für die Ausbildung
Wir setzen uns gemeinsam mit der DGB-Jugend für eine Reform des Berufsbildungsgesetzes ein. Hierzu gehört neben der Mindestausbildungsvergütung auch die Ausweitung des Geltungsbereiches auf dual Studierende, sowie für betrieblich-schulische Ausbildungen in Gesundheits-, Sozial und Erziehungsberufen. Denn nur ein einheitliches bundesweites Gesetz das für alle gilt, kann den hohen Standard in der dualen Berufsausbildung weiter gewährleisten

Mehr zu den konkreten Anforderungen könnt ihr im gemeinsamen Positionspapier der DGB-Jugend nachlesen. Die Bundesregierung will das Gesetz 2019 reformieren und zum 1.1. 2020 in Kraft treten lassen.

17.01.2019

Überstunden gehören nicht zur Ausbildung

  • Megafone mit Schriftzug KNOW YOUR RIGHTS!

Kenne deine Rechte!

Überstunden gehören nicht zur Ausbildung, auch wenn die Realität für viele Azubis anders aussieht. Das muss aber nicht sein – Gesetz und Gewerkschaft sind auf deiner Seite!

Überstunden sind in vielen Branchen üblich. In der Gastronomie und Hotellerie gelten sie sogar als „ungeschriebenes Gesetz“ – häufig auch noch ohne jeden Ausgleich. Das zeigte 2017 auch wieder der DGB-Ausbildungsreport.

Trotz klarer gesetzlicher Vorgaben bekommen viele Auszubildende weder einen Freizeitausgleich noch eine entsprechende Vergütung für geleistete Überstunden. Das ist nicht legal und du kannst dich dagegen wehren – es ist dein gutes Recht!

Zeit zum Lernen
Grundsätzlich sind für Auszubildende keine Überstunden vorgesehen. Du bist im Betrieb, um einen Beruf zu erlernen, und dazu sollte die vertraglich festgelegte Ausbildungszeit auch ausreichen.

Im Gegensatz zu den meisten anderen Beschäftigten dürfen Auszubildende lediglich freiwillig und auch nur solche Überstunden leisten, die tatsächlich ihrer Ausbildung dienen. Eine ausbildungsbeauftragte Person muss gleichzeitig anwesend sein.

Gesetz hat Vorfahrt!
Überstunden sind gesetzlich geregelt – für unter 18-Jährige im Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG) und für Volljährige im Arbeitszeitgesetz (ArbZG).

Für viele Ausbildungsberufe gelten zusätzliche Tarifverträge mit eigenen Regelungen zur Ausbildungszeit.

Überstunden nur mit Ausgleich!
Diese Grenzen für Minder- und Volljährige dürfen grundsätzlich nicht überschritten werden bzw. nur in absoluten Notfällen. Solche Ausnahmen sind beispielsweise ein Brand oder eine erhebliche Störung einer Betriebsanlage – Personalknappheit gehört allerdings nicht dazu!

Und selbst im Notfall müssen zuerst die ausgelernten Beschäftigten anpacken. Auszubildende – insbesondere minderjährige – dürfen erst ganz zum Schluss herangezogen werden.

Im Gegenzug wird entweder ein entsprechender Zuschlag fällig, besser ist aber, wenn die Überstunden zur Erholung „abgefeiert“ werden. In diesem Fall wird das eigene Überstundenkontingent gegen zusätzliche Freizeit eingetauscht – ein genaues Überstundenprotokoll ist also sehr empfehlenswert!

Berufsschulzeit gleich Arbeitszeit
Dein Ausbildungsbetrieb muss dich für die Berufsschule freistellen und dir außerdem diese Unterrichtszeit auf deine Arbeitszeit anrechnen. Berufsschulzeit zählt also wie reguläre Arbeitszeit.

Minderjährige Auszubildende dürfen nach dem Unterricht nur dann noch im Betrieb beschäftigt werden, falls sie am jeweiligen Tag noch keine fünf Berufsschulstunden von jeweils mindestens 45 Minuten hinter sich haben.

Bei Blockunterricht von mindestens 25 Berufsschulstunden an fünf Tagen dürfen minderjährige Auszubildende zu maximal zwei weiteren betrieblichen Ausbildungsveranstaltungen in den Ausbildungsbetrieb.

Für volljährige Auszubildende geht es im Anschluss an den Unterricht auch nur dann noch im Betrieb weiter, falls noch mindestens 30 Minuten Ausbildungszeit möglich sind.

Oft gibt es betriebliche Regelungen, die die Freistellung an Berufsschultagen grundsätzlich regeln.

Den Rücken stärken
Falls dein Betrieb gegen die gesetzlichen Vorgaben verstößt oder dich unter Druck setzt, darfst du ihn bei der Gewerbeaufsicht anzeigen. Du musst dann zwar mit deinem Ausbildungsbetrieb in die Auseinandersetzung gehen, die Alternative wäre allerdings, dass du alles hinnimmst und auf deine Rechte verzichtest.

Lass dich auf keinen Fall einschüchtern, sondern hol dir unbedingt Unterstützung – deine Interessenvertretung kämpft an deiner Seite für dein gutes Recht in der Ausbildung!

Hier gibt es weitere Informationen zur Arbeitszeitregelung während der Ausbildung.

17.12.18

Das ändert sich 2019

  • Ein Auto überfährt die Grenze zwischen den Jahren

Neues Jahr, neues Glück, neue Gesetze. Was sich 2019 für Auszubildende und junge Beschäftigte alles ändern wird, können wir nicht vorhersagen. Aber wir haben mal die relevantesten gesetzlichen Änderungen aufgelistet. Und eines ist klar: wir werden auch 2019 alles für bessere Arbeits- und Lebensbedingungen unserer Mitglieder geben.

Arbeitslosenversicherung wird günstiger
Der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung sinkt 2019 auf 2,6 Prozent.

Brückenteilzeit mit Rückkehrrecht
Ab 1. Januar 2019 können Beschäftigte ihre Arbeitszeit für eine bestimmte Zeit verkürzen und haben ein Rückkehrrecht von Teilzeit in Vollzeit. Dies ermöglicht die sogenannte "Brückenteilzeit". Die Regelung gilt jedoch nur in Unternehmen mit mehr als 45 Beschäftigten. Die ver.di Jugend setzt sich weiterhin für mehr Arbeitszeitsouveränität für alle Beschäftigten ein.

Brückentage in 2019
Liegen gesetzliche Feiertage auf einem Donnerstag oder Dienstag, können sich Beschäftigte mit nur einem Urlaubstag ein langes Wochenende von vier Tagen sichern. Wir zeigen, für welche Brückentage ihr im Jahr 2019 eure Urlaubstage beantragen solltet.

Hartz IV steigt um 8 Euro
Der Regelsatz für Sozialhilfe oder Arbeitslosengeld II steigt für Alleinstehende von 416 Euro auf 424 Euro pro Monat.

Gesetzliche Krankenversicherung wieder gerechter
Die Zusatzbeiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung werden ab 1. Januar 2019 wieder zu gleichen Teilen von Beschäftigten und Arbeitgebern getragen. Ein Erfolg, denn dies hatte der DGB bereits 2017 mit der Kampagne "Hey Boss, wo bleibt deine Hälfte?" gefordert. Außerdem werden Kleinselbstständige künftig entlastet, der monatliche Mindestbeitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung für Selbstständige wird ab 1. Januar 2019 auf 171 Euro halbiert.

Mindestlohn steigt
Der gesetzliche Mindestlohn beträgt seit dem 1.1.2017 8,84 Euro pro Stunde. Laut Mindestlohngesetz wird der gesetzliche Mindestlohn alle zwei Jahre neu festgelegt. Im Juni 2018 hat die Mindestlohn-Kommission empfohlen, den gesetzlichen Mindestlohn in zwei Schritten zu erhöhen. Wenn die Bundesregierung diesem Vorschlag folgt, steigt der gesetzliche Mindestlohn zum 1. Januar 2019 auf 9,19 Euro und zum 1. Januar 2020 auf 9,35 Euro. 

Midijobs werden ausgeweitet
Die sogenannte Gleitzone zwischen einem Mini- und Midijob wird 2019 ausgeweitet. Midijobber dürfen künftig zwischen 450 Euro und 1.300 Euro (bisher waren es 850 Euro) verdienen und zahlen dabei reduzierte Sozialversicherungsbeiträge. Dadurch sollen Midijobber künftig die gleichen Rentenansprüche erwerben, als hätten sie den vollen Arbeitnehmeranteil in die Rentenversicherung einbezahlt.

Das sehen wir und unser Dachverband kritisch: "Allerdings hält der DGB die Ausweitung der Gleitzone (neu: Einstiegsbereich) für kein probates Mittel, zumal hier Fehlanreize im Arbeitsmarkt in Richtung auf den Niedriglohnbereich nicht auszuschließen sind."

Minijobs häufiger beitragsfrei
Als Minijobs gelten geringfügige Beschäftigungen, die regelmäßig mit nicht mehr als 450 Euro und maximal 5.400 Euro im Jahr entlohnt werden. Wird die Beschäftigung kurzfristig und innerhalb einer bestimmten Zeitgrenze ausgeübt, ist die Regelung nach Verdienst hinfällig. Diese Zeitgrenze wird, wie schon vor dem Jahr 2015, ab 2019 wieder angehoben. Innerhalb der Zeitgrenzen ist der Minijob damit vollständig beitragsfrei, auch für den Arbeitgeber.

Keine Option für uns: Denn wer arbeitet, soll von seinem Einkommen auch leben können. Ein Minijob reicht zur eigenständigen Existenzsicherung nicht aus – weder im Jetzt noch im Alter. Deshalb spricht sich der DGB konsequent gegen die Ausweitung des Minijobsektors durch die Anhebung der Geringfügigkeitsgrenze aus. Statt mehr Minijobs braucht es mehr gute und existenzsichernde Arbeitsplätze sowie bessere Übergänge in solche.

 

 

23.11.2018

Weihnachtsgeld

  • Beim Weihnachtsgeld schlagen sogar die Weihnachtsmänner Purzelbäume

Das Jahr neigt sich dem Ende, einige Geschenke für Verwandte und Freund*innen sind schon besorgt, andere müssen noch gekauft werden. Das Weihnachtsgeld ist da bei vielen fest eingeplant. Aber gibt es eigentlich Anspruch auf Weihnachtsgeld? Kann mir mein*e Chef*in einfach so das Weihnachtsgeld streichen oder kürzen und welche Auswirkungen haben andere Bestimmungen wie z. B. der gesetzliche Mindestlohn auf mein Weihnachtsgeld?

Mein Weihnachtsgeld - Wann habe ich Anspruch?
Das Weihnachtsgeld ist eine freiwillige Sonderzahlung des Arbeitgebers. Leider gibt es keinen gesetzlichen Anspruch auf Weihnachtsgeld. Daher gehen viele Auszubildende beim Weihnachtsgeld leer aus oder sind vom Wohlwollen ihres Ausbildungsbetriebes abhängig. Anders sieht es aus, wenn ein Tarifvertrag gilt. Hier kann das Weihnachtsgeld geregelt sein.

Anspruch bei Tarifvertrag
Das in Tarifverträgen festgeschriebene Weihnachtsgeld darf nicht vom Arbeitgeber gekürzt werden. Zahlt der Arbeitgeber tarifgebundenen Auszubildenden oder Beschäftigten weniger als tarifvertraglich vorgeschrieben, so verstößt er gegen den Tarifvertrag. Auszubildende oder Beschäftigte sollten sich dann vom Betriebs- oder Personalrat oder von ver.di beraten lassen.

Auch ein gekündigter Tarifvertrag zum Weihnachtsgeld entbindet nicht von der Zahlung, solange er nachwirkt. Wird kein oder weniger Weihnachtsgeld als in den Jahren zuvor gezahlt, sollte das gegenüber dem oder der Arbeitgeber*in schriftlich eingefordert und vor dem Arbeitsgericht ein- geklagt werden.

Wichtig
Gewerkschaftsmitglieder erhalten mit 65 Prozent deutlich öfter Weihnachtsgeld als Nichtmitglieder (Zahlen von 2017). Und nur ver.di-Mitglieder haben Anspruch auf Weihnachtsgeld nach einem Tarifvertrag! Du bist noch kein Gewerkschaftsmitglied? Dann jetzt hier noch schnell Mitglied werden, um alle Vorteile zu sichern.

Wer bekommt eigentlich Weihnachtsgeld?
Mit 55 Prozent erhalten etwas mehr als die Hälfte aller Beschäftigten in Deutschland diese Jahressonderzahlung. Das ist das Ergebnis einer Online-Erhebung von 2018 mit mehr als 90.000 Beschäftigten des Internetportals www.lohnspiegel.de, das vom WSI- Tarifarchiv der Hans-Böckler-Stiftung betreut wird.

Der Tarifvertrag als Garant für Weihnachtsgeld
Die Chancen Weihnachtsgeld zu erhalten, sind zwischen den Beschäftigtengruppen sehr ungleich verteilt. Den größten Unterschied macht es, ob ein Unternehmen tarifgebunden ist oder nicht. Während 77 Prozent aller Beschäftigten in Betrieben, in denen die Gewerkschaften einen Tarifvertrag ausgehandelt haben, Weihnachtsgeld erhalten, sind es in Betrieben ohne Tarifvertrag nur 42 Prozent. Erfreulich: Dort, wo in diesem Jahr Tarifabschlüsse Lohnerhöhungen gebracht haben, sind auch die tariflichen Weihnachtsgelder entsprechend gestiegen.

Fakt ist: Nur mit starken Gewerkschaften gibt es auch gutes Weihnachtsgeld!

18.10.2018

8 Tipps zum Studium

  • Studierende auf dem Campus

Was ihr zum Start ins Wintersemester 2018/19 beachten müsst

Studium. Bäm. Ab jetzt geht es los. Das Wintersemester 2018/19 hat in den meisten Unis und Fachhochschulen am 1. Oktober begonnen. Für viele ist jetzt erst einmal alles ziemlich neu und unübersichtlich. Damit der Einstieg ins Studium so geschmeidig wie möglich abläuft, haben wir euch hier die wichtigsten Dinge aufgelistet.

1.    Einstiegsveranstaltung besuchen
Für alle „Frischlinge“ gibt es zum Studienbeginn meistens „Erstsemester-Info-Abende“ oder ähnliche Begrüßungsveranstaltungen, die zum Beispiel per Aushang in deinem Fachbereich angekündigt werden. Hier bekommst du nicht nur die wichtigsten Infos ganz speziell für deinen Studiengang, es ist auch meist eine perfekte Gelegenheit, erste Kontakte zu knüpfen.

2.    Stundenplan zusammenstellen
In manchen Bachelorstudiengängen ist der Stundenplan bereits relativ klar vorgegeben. In allen anderen Studiengängen ist viel Eigenmotivation und Selbstständigkeit gefragt. Hier musst du dir zu Beginn jedes Semesters deinen Stundenplan selbst zusammenstellen. Dazu wählst du aus dem Vorlesungsverzeichnis die Veranstaltungen aus, die du laut deiner Studienordnung benötigst und die dich interessieren. Hilfe findest du bei älteren Semestern, deiner Fachschaft oder in einem Tutorium.

3.    Prüfungsordnung verstehen
Das ist oft leichter gesagt, als getan. Aber entscheidend in deinem Studium ist und bleibt die Prüfungsordnung für deinen Studiengang an deinem Institut. Da steht drin, welche Seminare, Vorlesungen und sonstigen Leistungen du bis wann abgeschlossen haben musst. Und wie oft und wie lange du Prüfungen wiederholen kannst. Beratung dazu bekommst du von der Studienberatung deiner Uni oder speziell an deinem Institut oder von deiner Fachschaft.

4.    Ausweise und Zugänge besorgen
Für verschiedene Einrichtungen benötigst du Benutzerausweise oder Zugangsdaten. So zum Beispiel für die Uni-Bibliothek, euer Labor oder das Intranet. Welche das in deinem Fall sind und wo du sie beantragen kannst, erfährst du in der Regel bei deiner Fachschaft oder der Studienberatung in deinem Institut.

5.    Uni-Bibliothek auschecken
Du wirst in deinem Studium viel mit Fachliteratur zu tun haben, die nur bedingt im Netz zu finden ist. Du kommst daher um die gut sortierte ganz analoge Bibliothek nicht herum. Wie du dort das findest, was du suchst und wie die Ausleihe funktioniert, erfährst du am besten bei einer Führung. Zum Semesterbeginn gibt es meist mehrere solcher Bibliotheksführungen.

6.    Fachschaft kennenlernen
Die Fachschaft ist die Interessenvertretung der Studierenden an deinem Institut. Hier findest du Beratung durch ältere Studierende, neue Kontakte und Möglichkeiten, dich für Studierende zu engagieren. Mehr zur Interessenvertretung im Studium


7.    Kontakte knüpfen
Wie im späteren Arbeitsleben geht vieles auch an der Uni besser, wenn du gut vernetzt bist. Nutze daher vor allem die Angebote für Erstsemester wie Tutorien oder Lerngruppen oder gründe selber welche. Auch in der Fachschaft findest du meist gute Kontakte für deinen Studiengang.

8.    Finanzen aufbessern
Deine grundlegende Finanzierung solltest du jetzt bereits geklärt haben. Aber eventuell ist doch ein Nebenjob nötig. Beim Studentenwerk gibt es oft eine Jobbörse speziell für Studierende. Das Studentenwerk berät dich auch in Sachen BAföG, Studentenwohnheime und Mensa. Mehr Infos zum Studium 

Viel Spaß und vor allem viel Erfolg bei deinem neuen Lebensabschnitt wünscht dir deine ver.di Jugend!

26.09.2018

Kleine Fehler mit großem Schaden

  • Blechschaden nach einem Unfall kann teuer werden

Unterstützung für Gewerkschaftsmitglieder

Irren ist menschlich, doch im Ausbildungs- und Berufskontext können Fehler unter Umständen ganz schön teuer werden. Verlierst du zum Beispiel den Dienstschlüssel und in eurem Unternehmen muss die gesamte Schließanlage ausgewechselt werden, kommen schnell hohe Summen zusammen.

Bei Unfällen mit Kraftfahrzeugen entstehen noch ganz andere Schäden. Auch wenn der Arbeitgeber für solche Fälle meist versichert ist, fordert er meist einen Teil als Schadenersatz von der verursachenden Person ein.

Michael Hausmann* fuhr zum Beispiel mit dem Abfallsammelfahrzeug auf einen Hof. Durch Unachtsamkeit wurde die Fahrerkabine erheblich beschädigt. Der Schaden betrug über 10.000 Euro. Hausmann wurde mit 1.000 Euro in Regress genommen. Die GUV / Fakulta unterstützte den Kollegen mit 960 Euro Schadenersatzbeihilfe.

Oder der Fall von Ullrich Rheinhard*: Er fuhr mit seinem Dienstwagen zu einem Kundengespräch. Um die Autotür aufzuschließen, legte er seinen Laptop auf dem Autodach ab. Rheinhard war im Zeitdruck und fuhr los. Er ließ das Gerät dabei auf dem Autodach liegen und das fiel beim Anfahren natürlich runter. Der Rechner wurde schwer beschädigt und war nicht mehr zu gebrauchen. Der Arbeitgeber nahm ihn mit 1.600 Euro in Regress. Der Kollege wehrte sich und musste nach einem Vergleich 700 Euro zahlen. Wir übernahmen den Rechtsschutz. Die GUV/FAKULTA unterstützte ihn mit 672 Euro.

Die GUV/Fakulta ist dabei keine Versicherung. Sie ist eine Einrichtung der DGB-Gewerkschaften, in der sich Gewerkschaftsmitglieder zusammenschließen. Im Falle eines Haftungsschadens aufgrund einer beruflichen oder dienstlichen Tätigkeit unterstützen sich ihre Mitglieder über die GUV/Fakulta. Der Beitrag beläuft sich auf 21 Euro im Jahr und zahlt sich schnell aus, wenn man wirklich mal Mist gebaut hat.

Bis 31.12.2018 läuft noch eine Sonderaktion. Alle Auszubildenden, dual Studierenden, Beamtenanwärterinnen und -anwärter, die bis dahin bei der GUV/Fakulta Mitglied werden, sparen sich den Mitgliedsbeitrag für 2018 und 2019. Einfach im Mitgliedsformular diesen Media-Code eingeben: 18/353 H

Viel Erfolg bei eurer Ausbildung und viel Glück, dass ihr die GUV/Fakulta niemals benötigt.

Achtung: Im Rahmen der Sonderaktion kann die Mitgliedschaft in der GUV/FAKULTA frühestens zum 31.12.2020 gekündigt werden.

*Alle Namen wurden von der Redaktion geändert.

13.09.2018

Auf die Plätze – fertig – los!

  • Shirt mit der Aufschrift JETZT GEHTS LOS

Wichtige Infos zum Ausbildungsstart

Es ist wieder soweit: Mit der Ausbildung beginnt für viele auch ein neuer Lebensabschnitt! Klar, dass da ein paar Fragen auftauchen. Deshalb hat die ver.di Jugend als Interessenvertretung für junge Menschen hier die besten Tipps rund ums Thema Ausbildungsstart zusammengestellt. Jetzt kann’s losgehen!

Wir von der ver.di Jugend gratulieren erst mal zum Ausbildungsbeginn und wünschen euch allen einen guten Start in diese Lebensphase – eine neue, spannende und manchmal auch anstrengende Zeit! Gut zu wissen, dass es Unterstützung gibt: Als Gewerkschaftsjugend von ver.di haben wir das richtige Fachwissen rund um Ausbildung und Berufseinstieg.

In den ersten Tagen lernen die neuen Auszubildenden im besten Fall auch gleich ihre Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV) kennen. Die JAV sorgt dafür, dass die Auszubildenden im Betrieb mitreden können – z. B. bei Fragen zum Ausbildungsablauf oder zur Festlegung des Urlaubs. Als Ansprechpartnerin nimmt sich die JAV der Probleme der Auszubildenden an, beispielsweise auch über spezielle Veranstaltungen (z. B. den sogenannten Jugend- und Auszubildendenversammlungen).

Fragen? Herausforderungen? Die ver.di Jugend ist am Start!
Manchmal kann es stressig werden: Prüfungen im Nacken, Ärger mit den Vorgesetzten oder vielleicht der Wunsch, die Ausbildung zu wechseln. Egal, wo in der Ausbildung der Schuh drückt: Von der ver.di Jugend gibt es Hilfe und nützliche Tipps. Zum Beispiel auf unserem Ausbildungsportal ausbildung.info. Die Website bietet viele passende Antworten und Lösungen für den Ausbildungsalltag.

In den meisten Betrieben und Unternehmen gibt es auch einen Betriebsrat bzw. in Dienststellen den sogenannten Personalrat. Vielleicht auch eine außerbetriebliche Interessenvertretung. Auch diese Gremien kümmern sich um die Probleme aller Beschäftigten und Auszubildenden. Hilfe ist also nie weit entfernt.

Tipps für eine entspannte Ausbildung
In den ersten Tagen eurer Ausbildung überrollt euch eine wahre Informationsflut. Außerdem lernt ihr die neuen Kolleginnen und Kollegen kennen und natürlich auch euren Arbeitsplatz der nächsten Jahre. Das kann alles ganz schön aufregend sein. Doch keine Sorge! Niemand erwartet, dass ihr alles sofort auf dem Schirm habt. Ein einfacher Tipp hilft da schon weiter: Wichtige Infos sofort mitschreiben, dadurch lassen sie sich nicht nur besser merken, sondern ihr könnt euch die einzelnen Fakten und Themen auch noch mal in Ruhe anschauen.

Außerdem solltet ihr ein paar wichtige Aspekte unbedingt beachten. Anhand der folgenden Liste könnt ihr ganz einfach gegenchecken, ob alles erledigt ist.

Ausbildungsqualität – von Anfang an ist wesentlich, dass Auszubildende in ihrer Ausbildung die richtigen Qualifikationen erlernen und zwar zu fairen Bedingungen.

Finanzen – damit die wohlverdiente Ausbildungsvergütung auch ankommt.

  • Ist eine elektronische Lohnsteuerkarte vorhanden?
  • Ist ein Sozialversicherungsausweis vorhanden?
  • Ist ein Girokonto eingerichtet und wurde dem Arbeitgeber die Bankverbindung mitgeteilt?
  • Besteht vielleicht Anspruch auf finanzielle Unterstützungen, konkret auf Berufsausbildungsbeihilfe oder Wohngeld?

Versicherungen – alte wechseln oder neue abschließen?

  • Krankenversicherung: Lohnt sich ein Versicherungswechsel?
  • Berufsunfähigkeitsversicherung: Macht es Sinn, eine abzuschließen?
  • Haftpflichtversicherung: Ist sie vielleicht schon über die Eltern vorhanden?

Fahrtweg – wo geht es überhaupt hin?

  • Welches Verkehrsmittel fährt am schnellsten zum Ausbildungsbetrieb?
  • Wie genau verläuft die Strecke, wo muss ich umsteigen o. ä.?
  • Lieber ein paar Minuten mehr einplanen und im Zweifel vorher den Weg abfahren!

Umgangston – Frechheit siegt… nicht immer!

  • Am Anfang erst mal die Kolleg_innen beobachten und auf versteckte Hierarchien achten!
  • Die sicherste Variante ist ein freundliches, offenes, aber auch zurückhaltendes Verhalten.

Kleidung – best dressed for the moment!

  • Gab es evtl. schon während der Bewerbungsphase oder im Vorstellungsgespräch Hinweise auf eine Kleiderordnung?
  • Im Zweifelsfall lieber erst mal „overdressed“ auftauchen und am zweiten Tag ggf. nachkorrigieren.

Und bei allem Trubel immer dran denken: Bei der JAV oder der ver.di Jugend gibt es immer kompetente Ansprechpartner_innen für alle Fragen rund um das Thema Ausbildung.

Auf ausbildung.info gibt es weitere nützliche Tipps zum Ausbildungsstart!

Schnelle Antworten rund um das Thema Ausbildung liefert außerdem unser umfassendes Glossar für Auszubildende – jetzt auch als App „Ausbildung von A bis Z“ für dein Smartphone:

Wir wünschen euch einen gelungen Start, viel Spaß und eine erfolgreiche Ausbildung!

07.09.2018

Ausbildungsreport 2018

  • Ausbildungsqualität: ungenügend!

So unzufrieden wie noch nie

Jedes Jahr fragt die DGB Jugend über 10.000 Auszubildende, wie es in ihrer Ausbildung läuft. Denn niemand kann die Qualität der dualen Ausbildung besser einschätzen als ihr – die Auszubildenden.

Was ihr jeden Tag im Betrieb und in der Berufsschule erlebt, spiegelt den Stand der dualen Berufsbildung wider. Es ist also kein gutes Zeichen, dass ihr so unzufrieden seid wie noch nie zuvor. Ein genauer Blick auf die Studie zeigt, wo der Schuh drückt…

Die Arbeitszeit
In diesem Jahr hat der Bericht einen besonderen Blick auf die Arbeitszeiten von Auszubildenden geworfen. Die Untersuchung zeigt, dass viele von euch regelmäßig Überstunden machen müssen (36,3 Prozent) und nur 13 Prozent dafür einen Freizeitausgleich bekommen. Das ist nicht fair! Jeder Mensch braucht Zeit um sich von der Arbeit zu erholen.

Regelmäßige Überstunden können außerdem ein Anzeichen dafür sein, dass Auszubildende eher als „billige“ Arbeitskräfte missbraucht werden, als dass sie einen Beruf erlernen. Zudem müssen immerhin zehn Prozent der minderjährigen Auszubildenden über 40 Stunden die Woche arbeiten, obwohl das verboten ist. Hier muss sich schnellstens etwas ändern, denn junge Menschen brauchen noch viel dringender als Erwachsene Zeit für Erholung!

Passenderweise berichtet über ein Viertel (25,8 %) davon, dass es „häufig“ oder „immer“ ein Problem ist, sich in der Freizeit zu erholen. Hierbei spielen neue Technologien eine erhebliche Rolle, denn über die Hälfte (54 Prozent) von euch müssen auch in ihrer Freizeit für den Ausbilder oder die Ausbilderin erreichbar sein – 60 Prozent von euch bekommen dafür nicht mal einen Ausgleich.

Wie soll man denn am Wochenende entspannen, wenn dauernd der Chef durchklingelt?! Hier braucht es dringend bessere gesetzliche Regelungen, um Auszubildende und junge Beschäftigte vor unnötigem Stress zu schützen!

Ausbildungsplan
Eine gute Ausbildung zeichnet sich auch dadurch aus, dass ihr alle wichtigen Fähigkeiten für euren zukünftigen Beruf erlernt und dabei fachliche Anleitung von eurer Ausbilderkraft erhaltet. Eine Hilfe ist dabei der betriebliche Ausbildungsplan. Dieser legt fest, was ihr wann während eurer Ausbildungszeit lernt – er ist gesetzlicher Teil des Ausbildungsvertrags.

Der aktuelle Ausbildungsreport zeigt jedoch, dass ein Drittel der Auszubildenden keinen betrieblichen Ausbildungsplan hat, obwohl er vorgeschrieben ist.

Dazu passt, dass auch in diesem Jahr viele von euch „häufig“ oder „immer“ ausbildungsfremde Tätigkeiten verrichten mussten. Das ist sehr ärgerlich, denn beim Kaffeekochen oder Abspülen lernt ihr nichts. Kein Wunder, dass in solchen Fällen viele Auszubildende das Handtuch werfen.

Ausbildungsvergütung
Wie zufrieden man ist, hängt auch von der Wertschätzung ab, die man in der Ausbildung erfährt. Dabei spielt die Ausbildungsvergütung keine unerhebliche Rolle. Wer für die eigenen Anstrengungen und Lernerfolge angemessen entlohnt wird, kann besser schlafen.

Unsere Befragung hat ergeben, dass Auszubildende bis zum dritten Lehrjahr aktuell 766 Euro durchschnittlich erhalten. Nicht nur, dass dieser Betrag weit unter dem tariflichen Vergütungsdurchschnitt von 876 Euro liegt, es gibt auch noch erhebliche Abweichungen je nach Branche. So verdienen Bankkaufleute im dritten Lehrjahr 1.028 Euro brutto, während es im Friseurhandwerk nur 578 Euro Vergütung gibt.

Wir als Gewerkschaft sagen: Das geht so nicht! Alle Auszubildenden sollte von der Vergütung für die eigene Arbeit leben können. Wir fordern daher eine Mindestausbildungsvergütung für alle!

Höhere Zufriedenheit bei Gewerkschaftsmitgliedern
Ein positives Ergebnis hat der Ausbildungsreport für Auszubildende mit Interessenvertretung: 78,4 Prozent der befragten Auszubildenden gaben an, dass sie mit ihrer Ausbildung "zufrieden" oder "sehr zufrieden" sind – wenn sie auf eine betriebliche Interessenvertretung zurückgreifen konnten. Ähnlich hoch war der Wert bei Gewerkschaftsmitgliedern mit 76,3 Prozent.

„Unzufrieden“ oder „sehr unzufrieden“ sind unter den Gewerkschaftmitgliedern sogar nur sechs Prozent, bei Nicht-Mitliedern liegt der Anteil bei 8,2 Prozent.

17.08.2018

Ausbildung 4.0

  • Ein Tablet mit der Aufschrift

Wie reagieren Gewerkschaften auf die Digitalisierung in der Ausbildung?

Ausbildung 4.0, Industrie 4.0, Arbeit 4.0: Längst übernehmen Systeme und Programme die Aufgaben von Menschen, die geglaubt haben, ihre Arbeit sei von der Digitalisierung nicht betroffen, weil eine Maschine nie einen Menschen ersetzen kann.

Aber viele von uns erledigen ihre Überweisungen nicht mehr am Bankschalter, sondern ganz bequem von zu Hause, online. Im Call- und Service-Center-Sektor wird immer mehr auf computerisierte Sprachberatung gesetzt. Selbstfahrender Nahverkehr und auch die Postzustellung via Drohne, selbst automatisierte Medikamentenabgaben sind ebenfalls keine Zukunftsvisionen mehr.

Dies sind nur wenige Beispiele aus dem Dienstleistungssektor, und natürlich ist davon auch massiv die Ausbildung betroffen. Viele Ausbildungsberufe sind nicht zukunftsorientiert: Wenn man nach den Ausbildungsordnungen geht, sind zwar Inhalte beschrieben, die eine zukunftsorientierte Ausbildung ermöglichen, in der Praxis wird jedoch für das Heute und nicht für das Morgen ausgebildet.

Dadurch besteht massiv die Gefahr, dass ein Auszubildender, der diesen Sommer seine Abschlussprüfung absolviert hat, bereits in zehn Jahren wenig bis gar keine Inhalte seiner Ausbildung mehr brauchen kann und sich neu orientieren muss. Wer da nicht den richtigen Riecher hat und flexibel ist, wird große Probleme bekommen.

Viele Betriebe sehen die Auszubildenden als günstige Arbeitskraft und interessieren sich nicht für deren Zukunft. Es gibt zwar in großen Betrieben Interessenvertretungen und Regelungen, die den Fokus auf Zukunftstrends richten, aber eigentlich müsste dies umfassender geschehen. Der Konkurrenzdruck auf dem Arbeitsmarkt wird in den nächsten Jahren massiv wachsen, und die Jugend von heute wird am härtesten davon betroffen sein.

Aber: Lernen und Arbeiten in der digitalen Arbeitswelt bietet auch unglaubliche Möglichkeiten. Es ist einfacher als je zuvor, global vernetzt zu sein, miteinander zu arbeiten und zu kommunizieren.

Auch bei der Qualifizierung und Weiterbildung eröffnen sich neue Optionen. Für eine Vorlesung muss man nicht am Veranstaltungsort sein; sogar Fragen können live via Stream gestellt bzw. beantwortet werden. Und dort, wo du früher kiloschwere Bücher geschleppt hast, reicht heute ein Notebook oder Tablet. Dokumente können direkt geteilt und von mehreren Personen zeitgleich bearbeitet werden.

Archivierung ist kein Thema mehr. Gut denkbar, dass es in den nächsten Jahren eine Vielzahl von neuen Ausbildungsberufen gibt, an die wir jetzt noch gar nicht denken.

Und: Ausbildung 4.0 heißt auch Gewerkschaft 4.0. In einer digitalen Arbeits- und Ausbildungswelt wird uns vor allem die Einhaltung von Regelungen interessieren, die wir auf gesetzlicher, betrieblicher und tariflicher Ebene erstritten haben. Wie soll man den Jugendschutz überwachen, wenn die Menschen nicht mehr an einem Ort greifbar sind?

In einer Welt, in der viele von zu Hause arbeiten, müssen wir uns auch neue Strategien zur Mitgliederwerbung überlegen. Sowohl die Mitgliederansprache als auch Maßnahmen im Arbeitskampf müssen überdacht werden: Wie treten wir in Zukunft als Gewerkschaft auf und wie bleiben wir mit unseren Mitgliedern vernetzt?

Das werden vor allem die Themen der Gewerkschaftsjugenden werden. Solidarität ist gefragt und eine gute Vernetzung innerhalb des DGB. Voneinander und miteinander lernen und sich gemeinsam auf die Zukunft vorbereiten, lautet unsere Agenda.

ver.di-Mitglied Oskar Michel war lange JAV-Vorsitzender und ist jetzt Betriebsratsmitglied.

26.07.2018

Sommer, Sonne, Ferienjob

  • Teenager mit Geldscheinen

Arbeitsschutz für junge Beschäftigte

Im Sommer wollen viele ihre persönliche Kasse durch einen Ferienjob aufbessern. Für junge Menschen gelten beim Arbeiten allerdings besondere Schutzrichtlinien. Was dabei erlaubt ist und was nicht, haben wir hier zusammengefasst.

Das Wichtigste zuerst
Das Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG) regelt alle wichtigen Details zum Nebenverdienst für alle unter 18. So steht im JArbSchG zum Beispiel, dass Jugendliche nur leichte Arbeiten übernehmen dürfen wie beispielsweise Eis verkaufen oder Zeitungen austragen.

Nichtsdestotrotz hast du vielleicht Pech und ziehst dir am Arbeitsplatz eine Verletzung zu. Eine Sorge weniger: In solchen Fällen greift die Unfallversicherung deines Arbeitgebers, sie deckt alle Unfälle während der Arbeitszeit und auf dem Hin- und Rückweg zur Arbeit.

Hä? Ich dachte Kinder- und Jugendarbeit ist verboten?
Ist sie auch. Bis zum einschließlich 14. Lebensjahr ist arbeiten grundsätzlich illegal. Ausnahmen bestätigen aber die Regel:

  • Wenn die Eltern zustimmen, darf ab ab 13 Jahren bis zu zwei, in der Landwirtschaft bis zu drei Stunden täglich zwischen 8 und 18 Uhr gearbeitet werden.
  • Ab 15 giltst du als Jugendlicher und unterliegst dadurch weniger Einschränkungen für die Ferienarbeit. Dann darfst du also zwischen 6 und 20 Uhr bis zu 40 Stunden pro Woche arbeiten.
  • Wer 16 ist, darf z.B. in der Gastronomie montags bis freitags auch bis 22 Uhr tätig sein.
  • Damit genügend Zeit zur Erholung bleibt, ist die Arbeitszeit für Schulpflichtige in den Ferien auf vier Wochen beschränkt.

Im Allgemeinen gilt für Jugendliche auch ein Arbeitsverbot am Wochenende, doch auch hier gibt es Ausnahmen wie etwa Sportveranstaltungen, die Arbeit in Krankenhäusern oder in der Landwirtschaft (vgl. JArbSchG §16, §17)

Das JArbSchG regelt außerdem die Pausenzeiten: Wer viereinhalb bis sechs Stunden pro Tag arbeitet, hat Anspruch auf 30 Minuten Pause (bei über sechs Stunden Arbeitszeit auf eine volle Stunde).

Und was ist mit dem Lohn?
Für alle Volljährigen gilt das Mindestlohngesetz, d.h. sie müssen nach aktuellem Stand wenigstens 8,84 Euro pro Stunde verdienen – auch für einen Ferienjob.

Der Mindestlohn gilt auch für geringfügig Beschäftigte (bis 450 Euro im Monat), allerdings leider nicht für alle unter 18 Jahren bzw. ohne abgeschlossene Ausbildung. In diesem Fall hast du leider keinen gesetzlichen Anspruch auf faire Entlohnung.

Trotzdem solltest du dich nicht über den Tisch ziehen lassen und eine angemessene Bezahlung fordern. Wichtig dabei: Du musst zwar keine Sozialversicherungsbeiträge abgeben, aber ab einem Bruttolohn über 750 Euro werden Steuern fällig. Immerhin kannst du dir diese gezahlten Steuern normalerweise am Ende des Jahres zurückholen.

Fragen dazu? Lohnsteuerberatung gibt’s für ver.di-Mitglieder kostenlos!

Brauche ich das schriftlich?
Auch wenn es sich „nur“ um einen Ferienjob handelt, solltest du auf einen Arbeitsvertrag bestehen. Der beschreibt genau, was du zu tun hast, wie viel Geld du dafür bekommst und von wann bis wann du das erledigst.

Falls Probleme auftauchen, vielleicht bei der Einhaltung der Arbeitszeiten, kannst du zusammen mit deinen Eltern dagegen vorgehen. Wendet euch am besten ans lokale Gewerbeamt.

Kostenlose Unterstützung bekommst du als ver.di-Mitglied natürlich auch von deiner ver.di Jugend vor Ort!

Wir wünschen dir spannende Arbeitstage und trotzdem erholsame Ferien!

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