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02.01.2018

Rechtssicher ins neue Jahr

  • Junge Frau ruft: Das ändert sich 2018!

Gesetzliche Änderungen für 2018 im Überblick

Was das neue Jahr wohl bringt? Wir werden auf jeden Fall weiter unsere volle Kraft darauf verwenden, damit 2018 gerade für Auszubildende und junge Beschäftigte ein gutes Jahr wird! Sicher sind schon jetzt viele neue Regelungen und Gesetze, von denen wir hier die für euch relevantesten zusammengestellt haben.

Höhere Branchen-Mindestlöhne
Der branchenunabhängige, gesetzliche Mindestlohn wird nur alle zwei Jahre neu verhandelt und liegt deshalb auch 2018 weiterhin bei 8,84 Euro pro Stunde.

Dafür steigen aber zum 1. Januar 2018 schon mal einige tarifliche Branchen-Mindestlöhne, u.a. für die berufliche Aus- und Weiterbildung auf 15,26 Euro (vorher 14,60 Euro) und in der Pflegebranche auf 10,55 Euro (West inkl. Berlin / vorher 10,20 Euro) bzw. 10,05 Euro (Ost / vorher 9,50 Euro).

Auch für Geld- und Wertdienste gibt es mehr Geld, hier gelten unterschiedliche Regelungen nach Bundesland. Eine Tabelle mit den Mindestlöhnen aller Bundesländer gibt es als PDF zum Download.

Mehr dazu vom DGB

Höhere Freibeträge
Der steuerliche Grundfreibetrag erhöht sich ab 2018 auf 9.000 Euro (180 Euro mehr), erst ab dieser Summe musst du als lediger Erwachsener dein Einkommen versteuern. Bei Ehepaaren und eingetragenen Lebenspartnerschaften verdoppelt sich der Betrag auf 18.000 Euro.

Obendrauf kommt ggf. der Kinderfreibetrag, der zum Jahreswechsel um 72 Euro auf insgesamt 4.788 Euro steigt. Bei Eltern bleibt dieser Betrag pro Kind und Jahr ebenfalls steuerfrei.

Mehr dazu vom Bundesfinanzministerium

Mehr Entgelttransparenz
Ab sofort kannst du in deinem Betrieb nachfragen und musst eine ehrliche Antwort erhalten, wie deine Kolleginnen und Kollegen bei gleichartiger Tätigkeit bezahlt werden. Das soll Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern transparenter machen.

Leider führt das nicht automatisch zu „equal pay“, denn die Regelung gilt erst für Betriebe ab 200 Beschäftigten. „Lohndiskriminierung gibt es besonders häufig in kleinen Betrieben, die aber vom neuen Gesetz gar nicht erst erfasst werden", so die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack.

Mehr dazu vom Bundesfamilienministerium

Mehr Schutz für werdende Mütter
Ab 1. Januar 2018 verhilft das neue Mutterschutzgesetz (MuSchG) werdenden Müttern zu mehr Flexibilität – auch als Studentin, Schülerin oder Auszubildende.

Die Mutterschutzzeit erhöht sich dabei von acht auf zwölf Wochen. Und dank des verbesserten Kündigungsschutzes muss dein Arbeitgeber ab sofort deinen Arbeitsplatz und deine Arbeitsbedingungen so gestalten, dass niemand mehr wegen einer Schwangerschaft sofort seine Berufstätigkeit an den Nagel hängen muss.

Eine Schwachstelle gibt es allerdings noch: Nachtarbeit ist für Schwangere nicht mehr generell verboten. Als Gewerkschaft ver.di befürchten wir hier eine Gefahr für die Gesundheit werdender Mütter und ihrer Kinder.

Mehr dazu vom Bundesfamilienministerium

Mehr Kindergeld und kürzere Antragsfristen
Das monatliche Kindergeld wird nochmal um zwei Euro angehoben. Für die ersten beiden Kinder gibt es nun jeweils 194 Euro pro Monat, beim dritten Kind sind es 200 Euro und bei jedem weiteren Kind sogar 225 Euro. Keine gigantischen Sprünge, aber Kleinvieh macht bekanntlich auch Mist.

Wer noch keinen Antrag gestellt hat, muss sich jetzt beeilen: Ab 1. Januar gibt es Kindergeld nur noch sechs Monate rückwirkend, also höchstens bis Juli 2017. Die Gesetzesänderung soll Betrug und Missbrauch verhindern.

Mehr dazu vom Bundesfinanzministerium

Mehr Hartz IV
Der Regelsatz für Sozialhilfe oder Arbeitslosengeld II steigt für Alleinstehende auf 416 Euro pro Monat (7 Euro mehr), Paare erhalten pro Partner und Monat 374 Euro (6 Euro mehr). Die Grundsicherung für Kinder und Jugendliche bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres erhöht sich um drei bis fünf Euro.

Mehr dazu von der Bundesregierung

Und dann noch...

  • auf zwei Rädern

Wer mit einem Fahrradanhänger über 60 cm Breite unterwegs ist, braucht ab 2018 zwei weiße Reflektoren vorne und zwei rote „Kategorie Z“-Reflektoren hinten.

Fast alle Anhänger verdecken außerdem das halbe Fahrradrücklicht, in diesem Fall ist ab sofort eine zusätzliche rote Rückleuchte Pflicht. Und mit Fahrradanhängern über 100 cm Breite muss es auch noch vorne leuchten, und zwar über eine Frontleuchte an der vorderen linken Ecke.

Wem dadurch erstmal ein paar Leuchten am Fahrrad fehlen, kann ab sofort mit dem Drahtesel auch auf die Schiene umsteigen: Mit dem neuen ICE-4 gibt es jetzt auch Fahrradstellplätze in ICEs (bisher nur in Intercity-Zügen). Die neu eingeführte ICE-Serie startet mit zunächst acht Fahrradplätzen pro Zug.

Mehr dazu von berlin.de

  • auf vier Rädern

Tief durchatmen („Dieselgate“ sei dank)… Ab 2018 wird bei der Abgasuntersuchung (AU) die sogenannte Endrohrmessung Plicht, das Auslesen der Onboard-Diagnose alleine reicht nicht mehr aus.

Mehr dazu von chip.de

  • auf Kreditkarte

Eine neue Richtlinie für EU-Zahlungsdienste sorgt dafür, dass für Einkäufe bzw. Buchungen im Netz keine Sondergebühren für Kreditkartenzahlungen mehr verlangt werden dürfen.

Dasselbe gilt beim „Offline-Shopping“ im stationären Handel mit Karte, auch hierfür darf kein Aufschlag berechnet werden. Ebenso untersagt sind Zusatzgebühren für Überweisungen und SEPA-Lastschriften.

 

Also: Sieht doch gar nicht mal so übel aus zum Jahresbeginn! So oder so wünschen wir dir ein tolles 2018, tragen auf jeden Fall unseren Teil dazu bei und laden dich herzlich zum Mitmachen ein: Schließlich gibt es viel zu tun, also packen wir’s an!