23.05.2018

Arbeiten in der Hitze

  • Glas mit eiskaltem Wasser, Aufdruck: Che Guevara / ver.di Jugend Logo

Coole Tipps für kühle Köpfe

Bei Temperaturen jenseits der 30 Grad arbeiten zu müssen, kann ganz schön herausfordernd sein. Hitzefrei wie in der Schule gibt’s nicht. Was tun? Für kühle Köpfe präsentiert ver.di Jugend hier einige erfrischende Tipps.

Bei so extremer Hitze reagiert der Körper mit erhöhter Schweißproduktion (was den Verlust von Flüssigkeit und Mineralstoffen bedeutet) und sinkendem Blutdruck. Die Folgen: Kopfschmerzen, Unwohlsein und Schwindel. Deshalb verweist die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin aktuell auf die Leitlinien aus dem Arbeitsschutzgesetz. Besonders Menschen, die im Freien arbeiten, müssen vor direkter Sonne geschützt werden.

Maßnahmen, die der Arbeitgeber ergreifen kann:

  • Sonnensegel aufspannen
  • Schutzkleidung bereitstellen
  • Sonnencreme zur Verfügung stellen
  • Ausreichend kostenlose Getränke bereithalten

Wenn das Thermometer über 30 Grad klettert, sollten Arbeitgeber die Arbeitszeiten flexibler gestalten. Gemeinsam mit dem Betriebs- bzw. Personalrat kann eine Betriebs- bzw. Dienstvereinbarung zur Sommergleitzeit abgeschlossen werden. Wichtig: Genügend und längere Pausen als sonst! Mittagspausen müssen bei Hitze länger als eine halbe Stunde dauern.

Sofortmaßnahmen: Jalousien und Markisen
Auch in geschlossenen Räumen macht die Hitze zu schaffen. Arbeitnehmer_innen haben zwar nach wie vor keinen rechtlichen Anspruch auf ein klimatisiertes Büro. Doch laut Arbeitsstättenregel müssen Arbeitgeber ihren schwitzenden Beschäftigten schon ab einer Raumtemperatur von 26 Grad Linderung verschaffen – beispielsweise mit geeignetem Sonnenschutz wie Jalousien oder Markisen.

Wenn es über 30 Grad werden sollten, empfiehlt sich kräftiges Durchlüften schon am Morgen – beispielsweise durch den oder die Hausmeister_in – damit die Beschäftigten bei Dienstantritt nicht von einer Hitzewand erschlagen werden. Auch in Büros tun Chefinnen und Chefs gut daran, ihren Angestellten zusätzliche Getränke bereitzustellen, im Zweifel auch die Bekleidungsregelungen zu lockern sowie für Gleitzeitregelungen und ausreichende Pausen zu sorgen. Oder mal ein Eis auszugeben.

Auch wenn jetzt schon der Schweiß rinnt: Ein Mindestmaß an Bewegung ist wichtig, um den Kreislauf in Gang zu halten und die Sauerstoffzufuhr zu gewährleisten. Das können schon ein paar simple, wenig anstrengende Dehnübungen sein.

Cooler Tipp: Kaltes Wasser über die Handgelenke und Arme laufen lassen oder sich zwischendurch damit Gesicht und Nacken erfrischen.

Klimaanlagen nicht zu kalt einstellen
In vielen Büros bereiten den Beschäftigten auch zu kalte Klimaanlagen Beschwerden. Gerade, wenn man verschwitzt von draußen reinkommt, kann das zu Erkältungen führen. Klimaanlagen sollten generell nicht unter 20 Grad eingestellt sein – eine leicht höhere Temperatur ist besser. Da das Immunsystem durch große Temperaturwechsel stark belastet wird, sollten zwischen der Außen- und Innentemperatur nur einige wenige Grad Unterschied bestehen.

Eine gute Alternative zur Klimaanlage sind Ventilatoren. Ebenfalls klug: Elektrische Geräte, Lampen, Drucker und Kopierer nur bei Bedarf in Betrieb nehmen, um die Raumtemperatur nicht zusätzlich anzuheizen.

Gemeinsam gegen die Hitze
Wenn der Arbeitgeber nicht für Linderung sorgt, dann ist ein Gang zur betrieblichen Interessenvertretung ratsam. Am besten mit JAV und Betriebs- bzw. Personalrat mögliche Maßnahmen überlegen und diese dann zusammen mit dem Arbeitgeber abstimmen.

Zwar liegt es im Ermessen des Arbeitgebers, welche Vorkehrungen er für eine erträgliche Raumtemperatur trifft. Er ist allerdings verpflichtet, so schnell wie möglich zu reagieren. Tut er das nicht, gilt das "Zurückbehaltungsrecht": Dann dürfen Beschäftigte zu Hause bleiben.

17.05.2018

Ohne Abi zur Uni? Klaro geht das!

  • Auszubildende überlegt.

Viele Wege führen zur Uni

Ausbildung geschafft?! Warum nicht noch was draufsetzen – wie wär’s mit einem Studium? Ja, das geht auch ohne Abitur! Dazu gibt es beispielsweise von der Hans-Böckler-Stiftung ein spezielles Förderprogramm nach der Ausbildung. In bestimmten Fällen könnt ihr sogar ohne abgeschlossene Berufsausbildung ein Studium starten. Wir haben euch passende Infos zusammengetragen.

Mit einem Studium eröffnen sich vielfältige Karrierechancen. Insofern nützt es all jenen, die beruflich höher hinaus wollen bzw. später eher selbstbestimmt arbeiten möchten. Zugang zum Studiensystem gibt es allerdings in Deutschland grundsätzlich nur mit Abitur – eigentlich.

Bei genauerer Betrachtung könnt ihr durchaus auch ohne Hochschulreife studieren. Für alle mit abgeschlossener Berufsausbildung gibt es zum Beispiel spezielle gewerkschaftliche Unterstützung.

Förderprogramm der Hans-Böckler-Stiftung
Die Hans-Böckler-Stiftung (HBS) ist das Mitbestimmungs-, Forschungs- und Studienförderungswerk des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB). Beruflich Qualifizierten aus dem Gesundheits- und dem gewerblich-technischen Bereich erleichtert die HBS den Weg vom Beruf ins Studium – auch ohne Abitur.

Dazu bietet die Stiftung vorbereitende Seminarangebote und Vorbereitungskurse an der Universität, die exakt auf eure Bedürfnisse zugeschnitten sind. Obendrauf gibt es ab drei Monate vor Studienbeginn ein Stipendium und Unterstützung beim Lernen bis ins dritte Semester.

Das neue Förderprogramm ist auf neun Vollzeit-Studiengänge der Gesundheits- und Ingenieurwissenschaften ausgerichtet und euer maßgeschneiderter Weg ins Studium! Alle Studiengänge werden mit dem "Bachelor of Science" abgeschlossen.

Mehr Details zu diesem Förderprogramm findet ihr auf der HBS-Website – gleich mal vorbeisurfen!

Support von deiner Gewerkschaft
Die HBS bietet übrigens noch weitere Stipendien und Studienförderungen. Bei der Vergabe von Stipendien gibt es außerdem ein Verfahren für Gewerkschaftsmitglieder, die sich gewerkschaftlich oder gesellschaftspolitisch engagieren.

Und auch für alle Fragen und Hürden, die sich während des Studiums auftun, gibt es gewerkschaftliche Unterstützung. Je nach Thematik stehen euch verschiedene gewerkschaftliche Anlaufstellen mit Rat und Tat zur Seite.

Studentische Interessen kommuniziert und koordiniert in ver.di die AG Studierende. Diese bundesweite Arbeitsgemeinschaft besteht aus Schüler_innen, Studierenden und Promovierenden aus ganz Deutschland.

Und wer sich für Studiengänge zur Gewerkschaftsarbeit interessiert, surft am besten auf unser Service-Portal ausbildung.info.

Weitere Wege zur Hochschule
Alternative Wege ins Studium führen zum Beispiel über:

Für die zuletzt genannte Variante – denn sogenannten dritten Bildungsweg – eignen sich besonders auch duale Studiengänge und entsprechende Angebote von Fachhochschulen.

Weitere wichtige Details zur Hochschulzulassung ohne Abitur und zum dritten Bildungsweg findet ihr natürlich auch auf unserem Info-Portal rund um Ausbildung und Studium.

Last but not least
Bevor ihr euch für ein Studium entscheidet, solltet ihr euch über zwei weitere grundlegende Aspekte Gedanken machen:

  • Die Qual der Wahl

Natürlich sollte euch das Studienfach auf den Beruf vorbereiten, den ihr später ausüben wollt. Doch so genaue Vorstellungen haben nicht alle. Die grundsätzlichen Fragen nach den eigenen Interessen und Fähigkeiten können eine gute Hilfe sein.

Beim weiteren Entscheidungsprozess für ein Studienfach hilft euch ebenfalls unser Info-Portal.

  • Ohne Moos nix los

Stipendien oder Förderprogramme wie das der HBS sind eine gute Option, um finanziell über die Runden zu kommen. Ansonsten muss klassischerweise ein Studentenjob oder vielleicht BaföG bzw. ein staatlicher Bildungskredit her.

Weitere Links und Infos zu den Themen Studienkredite und Stipendien gibt es auch auf unserem Info-Portal.

Wir wünschen euch einen reibungslosen Start und ein erfolgreiches Studium!

28.03.2018

Chancen und Risiken im Social Web

  • Soziale Netze bieten Chancen, bergen aber auch Risiken

Gut zu wissen über soziale Medien

Facebook, Instagram, Twitter & Co.: Heutzutage kennt jeder mindestens drei soziale Netzwerke und fast jeder von uns ist dort auch selbst aktiv. Jugendliche und junge Erwachsene organisieren im Social Web ganz selbstverständlich ihren Alltag und knüpfen dort Kontakte. Eigentlich eine super Sache – wäre da nicht die Frage nach dem Datenschutz...

Um sich mit Freunden in sozialen Netzen auszutauschen und als Teil der Community wahrgenommen zu werden, geben User zahlreiche persönliche Informationen preis. Wer dabei zu sorglos mit eigenen Angaben und den Daten Dritter umgeht, riskiert nicht nur seine eigene Privatsphäre. Auch die Urheber- und Persönlichkeitsrechte anderer können dadurch verletzt werden.

Problematisch werden können außerdem Kommentare über den eigenen Arbeitgeber oder die offensichtliche Aktivität in sozialen Netzen während der Arbeitszeit.

Keinen Plan mehr? Hier ein kleiner Wegweiser durch die sozialen Medien.

Die 5 wichtigsten „Dos & Don'ts“ in sozialen Netzwerken:

  1. Klar trennen zwischen beruflichen und privaten Kontakten!
  2. Sensibel mit persönlichen Daten umgehen!
  3. Privatsphäre so einstellen, dass eigene Posts und Fotos nur für Freunde sichtbar sind!
  4. Meinungsfreiheit ist ein hohes Gut, trotzdem dürfen weder fremde Persönlichkeitsrechte noch Schweigepflichten verletzt werden. Direkte Beleidigungen o.ä. sind also absolut tabu, Schnappschüsse z.B. von der letzten Betriebsfeier dürfen nur nach Absprache mit den Fotografierten ins Netz!
  5. Am Schluss immer vollständig ausloggen!

Surfen auf Arbeit?
Darfst du während deiner Arbeitszeit privat surfen, also mit deinem Smartphone, Dienst-Laptop oder Arbeits-PC z.B. auf Facebook, Twitter oder YouTube unterwegs sein? Das solltest du unbedingt vorher abklären, denn sonst kann schnell die Kündigung ins Haus flattern!

Vielleicht gibt es in deinem Unternehmen oder Ausbildungsbetrieb eine betriebliche Regelung zur Nutzung der Social Media während der Arbeitszeit? Falls du keine Infos findest, frag einfach die JAV, den Betriebs- oder Personalrat in deinem Betrieb – oder deine ver.di Jugend vor Ort!

Achtung: Arbeitgeber liest mit!
Wer in sozialen Netzen sehr aktiv ist, sollte sich bewusst sein, dass gepostete News, Fotos, Videos und Statements mit hoher Wahrscheinlichkeit auch von Vorgesetzten entdeckt und gelesen werden. Selbst wenn du einen Beitrag in deiner privaten Zeit veröffentlichst, könntest du trotzdem bei deinem Arbeitgeber in Misskredit geraten.

Das falsche Statement in deinem Facebook-Profil, einen fragwürdigen Beitrag gelikt oder ein umstrittenes Bild hochgeladen… Je nach Inhalt deines Beitrags und Bezug zu deinem Arbeitsplatz kann dich dein Arbeitgeber dafür durchaus zum Personalgespräch bitten, sogar abmahnen oder kündigen!

So wurde beispielsweise ein Arbeitnehmer nach dem folgenden Post auf seiner privaten Facebook-Pinnwand fristlos gekündigt: „Das einzige, was für die Betreiber, die Familie, zählt, ist Kohle, egal zu welchem Preis. Würde mich auch nicht wundern, wenn die Kellertanks illegal wären“.

Das Arbeitsgericht Iserlohn erklärte glücklicherweise am 9. März 2010 die fristlose Kündigung für unwirksam. Begründung: Der Arbeitnehmer hatte weder die Ehre seines Arbeitgebers verletzt, noch strafrechtlich zu ahndende Äußerungen getroffen.

Rechtliche Rückendeckung Wer hilft im Falle eines Falles?
Wenn ein Gespräch mit deinem Arbeitgeber noch ansteht, sprich sofort mit deiner JAV, deinem Betriebs- oder Personalrat! Sie können dir nicht nur mit gutem Rat vor Ort helfen, sondern dich auch zum Personalgespräch begleiten und notfalls eingreifen.

Falls das nicht reicht, bekommst du außerdem rechtliche Hilfe von deiner ver.di Jugend vor Ort! Als unser Mitglied genießt du Arbeitsrechtschutz und wir lassen deinen Fall von der ver.di Rechtsabteilung prüfen. Besteht Aussicht auf Erfolg, werden mit deiner Zustimmung rechtliche Schritte eingeleitet.

Das Netz ist kein rechtsfreier Raum!
Auch in sozialen Netzen gelten natürlich unsere Gesetze, beispielsweise das Grundgesetz: „Schutz nach Art. 5 Abs. 1 GG – Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten.“

Grundsätzlich darfst du Social Media Plattformen in deiner Freizeit nutzen und dort auch Beiträge über deine Arbeit posten – dabei solltest du jedoch sehr genau auf deine Wortwahl achten! Denn nach Art. 5 Abs. 5 II GG gilt: „Das Recht auf Meinungsfreiheit wird begrenzt durch die allgemeinen Gesetze und das Recht der persönlichen Ehre eines jeden Menschen.“ Du musst dich also fragen, ob deine „Meinung“ legitim ist oder eine Beleidigung mit „erheblichem ehrverletzendem Inhalt“ darstellt.

Wenn du deinen Arbeitgeber in einem sozialen Netzwerk so grob beleidigst, dass seine Ehre verletzt ist, gilt dasselbe wie in der realen Offline-Welt und du kannst dafür eine gerechtfertigte, außerordentliche Kündigung kassieren – sogar ohne vorherige Abmahnung!

So wurde vor dem LAG Hamm am 10. Oktober 2012 eine außerordentliche fristlose Kündigung bestätigt, da eine „ehrverletzende Darstellung des Arbeitgebers“ vorlag: Der betroffene 26-jährige Auszubildende hatte auf seinem privaten Facebook-Profil in der gleichnamigen Rubrik seinen Arbeitgeber als „Menschenschinder und Ausbeuter“ eingetragen.

Fazit: Dein Grundrecht auf Meinungsfreiheit schützt weder Formalbeleidigungen noch Schmähungen oder bewusst falsche Tatsachenbehauptungen!

Die populärsten Kanäle
Neben Facebook, dem derzeit beliebtesten und einflussreichsten sozialen Netzwerk, gibt es noch viele weitere, die eine große Rolle im Social Web spielen. Die wichtigsten im Überblick:

  • Facebook: Die weltweit größte Community bietet mehr Möglichkeiten zum Austausch von Informationen, Fotos, Videos, Meinungen, Einladungen und Kontakten als jedes andere Netzwerk. Wegen seiner komplizierten und unsicheren Privatsphäre- und Datenschutz-Einstellungen steht das Unternehmen jedoch regelmäßig in der Kritik von Datenschutzbeauftragten und Usern.
  • Instagram: Ebenfalls ein Teil des Facebook-Imperiums, insofern mit Facebook vernetzt und ebenso kritisch hinsichtlich Datenschutz. Auf Instagram geht es dabei weniger um Dialoge, sondern vor allem um das Teilen von Fotos und Videos, die mit (möglichst vielen) Filtern, den sogenannten Hashtags, versehen werden.  
  • Twitter: Der Kurznachrichtendienst eignet sich am besten zur schnellen Verbreitung von News. Er ist schlichter designt als Facebook, bietet dafür aber auch weniger Möglichkeiten – insbesondere nur 280 Zeichen pro Beitrag. Auch der User-Dialog ist eingeschränkt.
  • YouTube: Über diese Plattform lassen sich Videos durch unkomplizierte Handhabung sehr simpel verbreiten oder z.B. in die eigene Website einbinden. Beispielsweise sind hier Mobilisierungsclips für Aktionen gut aufgehoben und werden optimal viral verbreitet.
  • XING: In Deutschland DIE Plattform für alle Berufstätigen und Arbeitssuchenden, denn bei XING stehen Business-Kontakte und Berufsprofile im Fokus.
  • Blogs: Hier werden längere Texte veröffentlicht, in die auch Video-, Bild- und Audio-Dateien eingebunden werden können. Beiträge können in der Regel kommentiert werden und sind stark verlinkt. Oft macht es Sinn, die behandelten Themen in Kurzfassung bei Facebook oder Twitter zu posten und von dort aus zum ausführlichen Blog-Beitrag zu verlinken.

Vor- und Nachteile des Social Web
Soziale Netze bieten unendlichen Raum zur freien Persönlichkeitsentfaltung, jeder kann sich so präsentieren, wie es ihm oder ihr gefällt. Welche Veranstaltungen jemand besucht, in welchen Gruppen jemand organisiert ist, welche Meinung er oder sie zu bestimmten Themen und Ereignissen hat und die Diskussion dieser Meinungen sind heute ein wichtiger Bestandteil von sozialer Kommunikation und Gemeinschaftsbildung. Die Meinungs- und Informationsfreiheit ist dabei als rechtlicher Rahmen das höchste Gut im Netz.

Deutlich zeigen sich allerdings auch die Schattenseiten des Social Web – in Form von Mobbing und Ausgrenzung (Stichwort "Hatespeech"), Shitstorms und des Verlusts der informationellen Selbstbestimmung. Persönlichkeitsrechte sind durch einen unbedachten Post ganz schnell verletzt, der resultierende Schaden kann dagegen für alle Beteiligten sehr nachhaltig sein.

Deswegen: Augen auf im Social Web! Wenn du ein paar wesentliche Regeln beachtest, hast du sicherlich trotzdem jede Menge Spaß in deinen Netzwerken!

02.03.2018

Mutterschutz in der Ausbildung

  • Welche Schutzvorschriften gelten für Schwangere?

Eine Schwangerschaft während der Ausbildung oder im Studium ist ein Grund zur Freude, bringt allerdings auch einige Hürden mit sich. Hier kommen die wichtigsten Infos zum neuen Mutterschutz ab 2018 für Auszubildende und Studierende.

Das Wichtigste zuerst: Dein Arbeitgeber muss wissen, dass du schwanger bist. Allerdings ist eine entsprechende Frage an dich – speziell im Vorstellungsgespräch – nicht zulässig.

Nichtsdestotrotz: Gib deiner Ausbildungskraft rechtzeitig Bescheid, dass du Nachwuchs erwartest. Das sichert dir alle Rechte, die dir nach dem neuen Mutterschutzgesetz (MuSchG // Gesamtausgabe) zustehen, dient also zu deinem eigenen und zum Schutz des Kindes.

Kündigung
Falls dir gerade gekündigt wurde: Ganz grundsätzlich ist während der Ausbildung eigentlich nur eine außerordentliche Kündigung möglich.

Und wenn in deinem Fall der Arbeitgeber noch nichts von deiner Schwangerschaft weiß, hast du noch zwei Wochen nach Erhalt der Kündigung Zeit, um das zu ändern. Holst du innerhalb dieser zwei Wochen die Mitteilung an deinen Ausbildungsbetrieb nach, gilt für dich bis vier Monate nach der Geburt der besondere Kündigungsschutz (§17 Abs. 1 MuSchG).

Nach Ablauf dieser zweiwöchigen Frist greift der Kündigungsschutz nur, wenn du deine Mitteilung unverschuldet versäumt hast (z. B. weil du selbst noch nicht wusstest, dass du schwanger bist) und du sodann deinen Arbeitgeber unverzüglich in Kenntnis setzt.

Neu ab 2018 ist der viermonatige Kündigungsschutz nun auch bei einer Fehlgeburt nach der zwölften Schwangerschaftswoche.

Ausbildungsvergütung
Während du im gesetzlichen Mutterschutz bist, also das allgemeine Beschäftigungsverbot für dich gilt (§3 MuSchG), bekommst du Mutterschaftsgeld (§19 MuSchG) (von deiner Krankenkasse bzw. vom Bund).

Falls sich dabei eine Differenz zu deiner normalen Ausbildungsvergütung ergibt, legt die dein Arbeitgeber als Zuschuss zum Mutterschaftsgeld (§20 MuSchG) obendrauf.

Ausbildungszeit und Prüfungen
Falls du dich während deines allgemeinen Beschäftigungsverbotes dazu in der Lage fühlst, darfst du zwar trotzdem nicht arbeiten, aber immerhin eine Prüfung mitschreiben.

Das kann Zeit sparen, denn deine Ausbildungszeit verlängert sich nicht etwa automatisch um die Dauer deines Beschäftigungsverbotes. Über einen entsprechenden Antrag kannst du aber bei deiner zuständigen Stelle um Verlängerung deiner Ausbildungszeit bitten (§8 Abs. 2 BBiG).

Eine gute Option ist auch die Ausbildung in Teilzeit.

  • Spezialfall Pflegeberufe
    Wenn du eine Ausbildung in der Kranken-, Kinder- oder Altenpflege machst, darfst du jeweils maximal zehn Prozent der theoretischen und auch der praktischen Ausbildungszeit verpassen, um noch zur Prüfung zugelassen zu werden.

    Diese starre Regelung kritisieren wir von ver.di scharf (Auszubildende nach BBiG werden stattdessen individuell zugelassen oder nicht, nämlich bei Erreichen ihres Ausbildungsziels) und in der Schwangerschaftsphase sind diese Fehlzeiten auch ziemlich fix ausgereizt.

    Immerhin sieht hier die Fehlzeitenregelung vor, dass Schwangere ihre Ausbildung bis zu 14 Wochen unterbrechen dürfen. Diese Zeit wird nicht auf die Fehlzeiten angerechnet (KrPflG §7).

    Und selbst, wenn du noch länger fehlen musst, gibt es Härtefallregelungen (und zwar ganz allgemein, nicht nur für Schwangere). Ob eine besondere Härte vorliegt oder nicht, entscheidet die zuständige Landesbehörde. Sie kann dich auch zur Prüfung zulassen, sobald du einen entsprechenden Antrag stellst.

    Schriftlich beantragen kannst du außerdem auch eine Verlängerung deiner Ausbildungszeit (§7 KrPflG, vgl. Komm. Dielmann S. 132).

Übernahme
Etwas haarig wird es, falls deine Ausbildung endet, während du noch im Mutterschutz bist: Dann hast du leider keinen Anspruch auf Weiterbeschäftigung.

Allerdings darf deine Übernahme nicht einfach deswegen platzen, weil du eben schwanger bist, denn das verstößt gegen das allgemeine Diskriminierungsverbot (§24 BBiG, vgl. Rn 4 Basiskommentar Lakies/Nehls 2013).

Noch mehr Input zum neuen Mutterschutz ab 2018 bekommst du hier auf unserem Serviceportal zur Ausbildung.

Auch deine ver.di Jugend vor Ort hilft gerne bei allen Fragen!

Und in jedem Fall drücken wir dir die Daumen und wünschen dir in und nach der Ausbildung eine tolle Zeit als frisch gebackene Mutter!

07.02.2018

7 Fakten zu allem, was (Streik-)Recht ist

  • Die EnBW Jugend im Warnstreik für einen #tarifdeluxe!

Dürfen Auszubildende streiken?

In Tarifrunden geht es auch um wichtige Verbesserungen für Auszubildende. Doch wie sieht es aus, wenn die Arbeitgeberseite keine Kompromisse eingehen will? Dürft ihr als Auszubildende überhaupt streiken? Und deswegen in der Berufsschule fehlen? Ganz klar: JA! Hier für euch die wichtigsten Fakten zum Streikrecht für Auszubildende.

Verhandeln ist gut, handeln ist besser: Wenn Tarifverhandlungen und Schlichtungsrunde gescheitert sind, bleibt nur der gemeinsame Arbeitskampf!

Der Streik ist unsere schärfste Waffe im Kampf für bessere Arbeits-, Ausbildungs- und damit auch Lebensbedingungen. Denn indem wir unsere Arbeitskraft zurückhalten, läuft es im Betrieb und in der Dienststelle nicht mehr rund – und damit treffen wir Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber an ihrer empfindlichsten Stelle.

Dem Management passt das freilich überhaupt nicht, also verdrehen Unternehmen gerne die Realität und verbreiten Falschaussagen zum angeblichen Streikverbot für Auszubildende. Wir räumen auf, hier sind sieben Fakten zum Streikrecht:

  1. Auszubildende dürfen generell nicht streiken!
    Falsch! In Deutschland ist das Streikrecht ein Grundrecht, das sich aus dem Grundgesetz ergibt. Damit steht es natürlich auch Auszubildenden zu. In der Praxis heißt das:

    Wenn es in der Tarifauseinandersetzung auch um eure Ausbildungsbedingungen (wie z. B. um Ausbildungszeiten, Ausbildungsvergütungen) oder um die Übernahme geht, dürft ihr als Auszubildende auf jeden Fall streiken!

  2. Auszubildende sind keine Beschäftigte und dürfen deshalb auch nicht streiken!
    Falsch! Auch Auszubildende sind Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, sie werden im Gesetz als „zu ihrer Berufsausbildung Beschäftigte“ bezeichnet. Somit gilt das grundgesetzlich verankerte Streikrecht auch für Auszubildende.

  3. Auszubildende dürfen an Berufsschultagen nicht streiken!
    Falsch! Streik geht vor Berufsschule, denn das Streikrecht topt das Ausbildungsrecht und damit die Berufsschulpflicht. Diese ist für die Dauer der Streikteilnahme somit ausgesetzt. Das Fehlen von Auszubildenden aufgrund ihrer Streikteilnahme gilt als entschuldigt und auch das Ausbildungsziel ist dadurch keinesfalls gefährdet.

    Um unnötigen Ärger zu vermeiden: Sagt eurer Berufsschule vorher Bescheid, dass ihr wegen eurer Teilnahme am Streik im entsprechenden Zeitraum nicht am Unterricht teilnehmen werdet.

  4. Auszubildende in der Pflege dürfen nicht streiken!
    Falsch! Das Grundrecht zu streiken gilt selbstverständlich auch für Auszubildende in Pflegeberufen. Um die Versorgung von Patientinnen und Patienten während eines Streiks zu gewährleisten, vereinbart ver.di mit der Arbeitgeberseite extra eine Notdienstbesetzung.

    Einseitige Notdienstanordnungen sind dagegen unzulässig und unwirksam. Auszubildende dürfen nicht zu Notdienstarbeiten herangezogen werden, denn das dient nicht dem Ausbildungszweck.

    Wenn ihr unsicher seid oder unter Druck gesetzt werdet, fragt einfach die Streikleitung in eurer Klinik!

  5. Auszubildende in Pflegeberufen können bei einer Streikteilnahme nicht zum Examen zugelassen werden!
    Falsch! Im Kranken- und Altenpflegegesetz gibt es Regelungen zu Fehlzeiten. Diese sind von Warnstreiks unberührt. Bedeutet: Wenn ihr streikt, dürfen euch dafür keine Fehlzeiten angerechnet werden. Die Teilnahme am Streik ist die Ausübung eines höherrangigen Grundrechts, das euch niemand verwehren darf!

    Darüber hinaus vereinbart ver.di ein Maßregelungsverbot bei allen Tarifverträgen, die unter möglicher Streikbeteiligung von Auszubildenden in der Pflege verhandelt werden. Das heißt, euch dürfen keine Benachteiligungen wegen einer Streikteilnahme entstehen.

  6. Für die Beteiligung an (Warn-)Streiks können Auszubildende abgemahnt werden!
    Falsch! Dazu ist die Arbeitgeberseite in keinem Fall berechtigt. Solltet ihr dennoch eine Abmahnung, eine Rüge oder eine Eintragung in der Personalakte kassieren, wird jedes Arbeitsgericht eine solche Maßnahme umgehend für nichtig erklären.

  7. Wenn die Beschäftigten streiken, müssen die Auszubildenden dafür sorgen, dass die Arbeit weiter verrichtet wird!
    Falsch! Auszubildende dürfen nicht als Streikbrecher missbraucht werden. Ein derart unsolidarisches Verhalten gegenüber den Beschäftigten kann niemand von euch verlangen.

    Außerdem ist in diesem Fall auch die notwendige sorgfältige Anleitung durch die Ausbildungskräfte nicht mehr gewährleistet.

Zu allen sieben Fakten und noch vielen weiteren Aspekten eines Streiks findet ihr umfassende Details in unserem 1x1 des Streiks für JAVen (PDF/4,55MB).

Und wozu gleich Mitglied werden?
Wie erfolgreich eine Gewerkschaft in Tarifauseinandersetzungen ist, hängt ganz wesentlich von ihrer Mitgliederstärke ab.

Und warum solltet ihr Mitglieder bei ver.di werden? Weil es sich immer für euch lohnt:

  • Als Mitglieder bestimmt ihr von Anfang an mit, was in den Tarifrunden verhandelt und ob gegebenenfalls gestreikt wird.
  • Nur Mitglieder haben einen Rechtsanspruch auf tarifvertragliche Leistungen wie zum Beispiel höhere Ausbildungsvergütungen, mehr Urlaub, Sonderzahlungen oder Übernahmeregelungen. Alle Nicht-Mitglieder sind vom Wohlwollen der Arbeitgeberseite abhängig.
  • Im Streikfall bekommt ihr als Mitglieder eine finanzielle Streikunterstützung.
  • Sollten wegen des Streiks Disziplinarmaßnahmen gegen euch ergriffen werden, genießt ihr als Mitglied den kostenlosen Rechtsschutz von ver.di.
  • Und dann noch? Jede Menge weitere Vorteile: ein umfangreiches kostenloses Fortbildungsprogramm, ein vielfältiges Beratungsangebot, reichlich Vergünstigungen, jede Menge coole Events und vieles mehr.

Fazit: Ihr habt nichts zu verlieren, aber viel zu gewinnen!
Tarifauseinandersetzungen sind immer ein Kräftemessen zwischen Arbeitgeberseite, Beschäftigten und Auszubildenden. Doch warum sollte ein Arbeitgeber nachgeben, wenn wir nicht deutlich sichtbar hinter unseren Forderungen stehen?

Eben – je stärker und geschlossener wir als Beschäftigte auftreten, je mehr Druck wir durch unsere Aktionen bis hin zu Streiks aufbauen, desto besser wird es uns gelingen, unsere Forderungen durchzusetzen.

Dasselbe gilt natürlich auch für euch als Auszubildende: Wenn eure Interessen in der Tarifrunde berücksichtigt werden sollen, müsst ihr euch aktiv am Streik beteiligen! Keine Gewerkschaft der Welt kann Verbesserungen für Leute erreichen, die sich nicht dafür einsetzen.

Also, Leute: Mischt euch ein, macht bei uns mit und nutzt eure Rechte. Für bessere Ausbildungsbedingungen – es geht um eure Zukunft!

Eure ver.di Jugend

01.02.2018

Lernstress? Is‘ nich!

  • Weg mit dem Lernstress!

Weg mit den Vermeidungstaktiken! Es gibt sehr effektive Mittel gegen Lernstress: Mit unseren 10 Tipps geht ihr entspannt in jede Prüfung.

Prüfungen oder Klausuren können uns ganz schön ins Schwitzen bringen. Leider schieben wir die unbequeme Lernerei auch gerne vor uns her: Wäsche waschen und Wohnung putzen erscheint jetzt erstmal viel dringender... Und wir alle kennen wohl das unangenehme Gefühl, das vor allem Prüfungsvorbereitungen „auf den letzten Drücker“ erzeugen. Häufig mischt sich dann noch Prüfungsangst dazu.

Das muss nicht sein: Erstmal tief durchatmen! So banal, wie das klingt – es hilft immer, sich zu beruhigen und die Dinge sachlich zu betrachten. Denn Stress beginnt im Kopf. Und genau da beginnt auch das erfolgreiche Überwinden von Hürden: in diesem Fall, den Lernstoff zu bewältigen und die Prüfungen zu bestehen.

Wie lernt es sich am besten?
Deutlich entspannter läuft das Ganze, wenn ihr diese zehn Punkte auf dem Schirm habt:

  1. Rechtzeitig anmelden
    Für viele Prüfungen müsst ihr euch offiziell anmelden. Informiert euch genau zu den Formalitäten, sonst dürft ihr womöglich nicht an der Prüfung teilnehmen! Und sollte die Anmeldefrist schon abgelaufen sein, wendet euch sofort an eure Ausbildenden, eure Jugend- und Auszubildendenvertretung oder euren Betriebs- bzw. Personalrat. Vielleicht lässt sich noch was drehen und ihr dürft trotzdem mitschreiben.

  2. Überblick verschaffen
    Geht mindestens zwei Monate vor der Prüfung den Lernstoff durch und macht euch eine Liste zu den wichtigen Lerninhalten. Vielleicht findet ihr auch Kolleg_innen, die genau diese Prüfung vor kurzem selbst erfolgreich abgelegt haben? Dann bittet sie um Infos und ihre Einschätzung zum Lehrstoff und ggf. auch zur Person, die euch prüfen wird! Möglicherweise sind bestimmte Inhalte besonders wichtig und bei anderen reicht es, sie lediglich „quer“ zu lesen?

  3. Lernplan schreiben
    Dazu empfiehlt sich außerdem ein Lernplan mit eurem täglichen Lernpensum. Überlegt euch dabei, wie viel Zeit ihr bei vergangenen Prüfungen benötigt habt (oder eigentlich benötigt hättet). Bedeutet: Macht aus dem großen Berg viele handliche Häppchen! Das verschafft euch schon auf dem Weg zur Prüfung kleine Erfolgserlebnisse.

  4. Arbeitsumfeld aufräumen
    An einem aufgeräumten, hellen Schreibtisch lernt es sich viel besser als in einer chaotischen, dunklen Ecke. Genügend Platz und Licht sind ebenso wichtig wie ein bequemer Stuhl – und natürlich Ruhe. Alles was ablenkt, gehört während eurer Vorbereitungsphase weg aus eurem Lernbereich! Verbannt Musik, Facebook und das Smartphone oder ähnliche „Berieselungsgerätschaften“ und bittet auch alle Leute in eurem Umfeld, auf eure Vorbereitungsphase Rücksicht zu nehmen.

  5. Notizen machen
    Notiert euch zu jedem Lernthema die wichtigsten Punkte, ebenso zu jedem Lerninhalt, den ihr euch nur schwer merken könnt. Karteikarten sind dabei eine gute Hilfe: Immer wieder lesen – irgendwann fällt der Groschen!

  6. Abwechslung reinbringen
    Gebt eurem Kopf die Chance, jeden Themenbereich richtig sacken zu lassen. Also ruhig erstmal in ein anderes Fach oder Thema vertiefen, anstatt immer nur ein- und denselben Stoff zu beackern.

  7. Pausen machen
    Spätestens nach 45 Minuten solltet ihr eine Pause von mindestens fünf Minuten einlegen. Wenn eure Lernphase sich über einen längeren Zeitraum zieht, dürfen die Pausen auch etwas größer sein. Und dann braucht ihr am besten ein bisschen Bewegung, entspannt euch bei Musik oder besorgt euch neue Energie durch einen kleinen Snack.

  8. Kreativ lernen
    Regt beim Lernen unterschiedliche Hirnregionen an, indem ihr den Lernstoff mit verschiedenen Sinnen erfasst, denn das prägt sich noch besser ein. Ihr könnt zum Beispiel jedem Thema eine bestimmte Melodie oder einen Rhythmus verpassen. Genauso funktionieren Eselsbrücken oder Bilder. Oder ihr bastelt aus schwierigen Vokabeln ein Plakat und hängt es über den Schreibtisch. Wenn ihr lieber laut lest, nehmt euch dabei auf und hört alles nochmal an, wenn ihr im Bus sitzt oder bevor ihr schlafen geht.

  9. Verstärkung suchen
    Pauken geht manchmal besser in einer Lerngruppe. Dort könnt ihr euch gegenseitig abfragen, auf Fehler aufmerksam machen oder gemeinsam eine Lösung erarbeiten und euch mit Wissen ergänzen.

  10. Belohnung gönnen
    In eurer Lernphase dürft und solltet ihr euch immer wieder belohnen, sobald ihr ein bestimmtes Lernpensum geschafft habt oder der Stoff langsam besser sitzt. Gute Ideen sind dafür beispielsweise Hobbys oder ein leckeres Essen. In jedem Fall sollte es etwas sein, was euch Spaß macht und motiviert – denn darauf könnt ihr euch schon während des Lernens freuen!

Wer lernt wie am besten?
Das mulmige Gefühl zu versagen müsste sich mit diesen Tipps schnell verflüchtigen. Für optimale Lernerfolge solltet ihr außerdem euren Lerntyp kennen – es gibt im Allgemeinen vier verschiedene Typen, die sich auch überschneiden können:

  • Der auditive Lerntyp
    behält Informationen am besten, wenn er sie hört. Auditive Lerntypen mögen Hörbücher, sprechen Vokabeln am liebsten vor sich hin und erinnern sich gut an Referate. Lautes Vorlesen oder eine Aufnahme von sich selbst (siehe oben „kreativ lernen“) sind für diesen Lerntyp optimal.

  • Der visuelle Lerntyp
    merkt sich Lernstoff am besten, wenn er ihn sieht oder liest. Visuelle Lerntypen merken sich Grafiken oder Tabellen besonders leicht, lesen gerne und erinnern sich gut an schriftliche Notizen beim Lernen. Der beste Tipp für den visuellen Typ ist also, sich bestimmte Bilder zu den Lerninhalten ausdenken oder Karteikarten dazu zu schreiben.

  • Der kommunikative Lerntyp
    behält Informationen am besten über Diskussionen oder Gespräche. Für diesen Lerntyp gilt also: Das Gespräch mit anderen suchen, Fragen stellen – und unbedingt eine Lerngruppe gründen!

  • Der motorische Lerntyp
    lernt durch Bewegung. Er probiert außerdem Dinge am liebsten selbst aus, experimentiert damit und er isst auch gerne beim Lernen. Diesem Lerntyp hilft es also, während des Lernens durchs Zimmer zu laufen oder den Stoff durch Gestik und Mimik zu unterstreichen. Und für die nächste Experimentierrunde nicht vergessen, einen Snack bereitzustellen!

Wann lernt es sich am besten?
Was auch noch hilft: Lernt nach eurem persönlichen Biorhythmus! „Frühe Vögel“ lernen also morgens am leichtesten und „Nachteulen“ verlegen ihr Lernpensum ruhig in die späteren Stunden – richtet euch also nach den Zeiten, in denen ihr euch am leistungsfähigsten fühlt!

Der große Tag
Am Prüfungstag steht ihr am besten rechtzeitig auf und plant genügend Zeit für den Weg zu eurer Prüfung ein. Bitte mit ausreichendem Puffer, denn es kann immer was dazwischenkommen. Zeitstress auf dem Weg zur Prüfung macht nervös und das wäre äußerst kontraproduktiv!

Sobald die Prüfungsaufgaben vor euch liegen, keine Panik: Erstmal sichten. Dann als Erstes die Aufgaben vorknöpfen, die euch leicht fallen. Im Anschluss bearbeitet ihr die schwierigeren Teile und wendet dazu einfach das Gelernte so gut an, wie es eben geht. Und falls dann doch wieder der altbekannte Stress in eurem Kopf startet, immer dran denken: Durchatmen hilft!

Ihr braucht noch mehr Ideen zum Umgang mit Lernstress? Informiert euch bei eurer ver.di Jugend vor Ort über Seminare zum Thema.

Wir drücken alle Daumen und wünschen euch viel Erfolg für eure Lernphase und die anstehenden Prüfungen!

25.01.2018

Überstunden gehören nicht zur Ausbildung

  • Megafone mit Schriftzug KNOW YOUR RIGHTS!

Kenne deine Rechte!

Überstunden gehören nicht zur Ausbildung, auch wenn die Realität für viele Azubis anders aussieht. Das muss aber nicht sein – Gesetz und Gewerkschaft sind auf deiner Seite!

Überstunden sind in vielen Branchen üblich. In der Gastronomie und Hotellerie gelten sie sogar als „ungeschriebenes Gesetz“ – häufig auch noch ohne jeden Ausgleich. Das zeigte kürzlich auch wieder der DGB-Ausbildungsreport.

Trotz klarer gesetzlicher Vorgaben bekommen viele Auszubildende weder einen Freizeitausgleich noch eine entsprechende Vergütung für geleistete Überstunden. Das ist nicht legal und du kannst dich dagegen wehren – es ist dein gutes Recht!

Zeit zum Lernen
Grundsätzlich sind für Auszubildende keine Überstunden vorgesehen. Du bist im Betrieb, um einen Beruf zu erlernen, und dazu sollte die vertraglich festgelegte Ausbildungszeit auch ausreichen.

Im Gegensatz zu den meisten anderen Beschäftigten dürfen Auszubildende lediglich freiwillig und auch nur solche Überstunden leisten, die tatsächlich ihrer Ausbildung dienen. Eine ausbildungsbeauftragte Person muss gleichzeitig anwesend sein.

Gesetz hat Vorfahrt!
Überstunden sind gesetzlich geregelt – für unter 18-Jährige im Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG) und für Volljährige im Arbeitszeitgesetz (ArbZG).

Für viele Ausbildungsberufe gelten zusätzliche Tarifverträge mit eigenen Regelungen zur Ausbildungszeit.

Überstunden nur mit Ausgleich!
Diese Grenzen für Minder- und Volljährige dürfen grundsätzlich nicht überschritten werden bzw. nur in absoluten Notfällen. Solche Ausnahmen sind beispielsweise ein Brand oder eine erhebliche Störung einer Betriebsanlage – Personalknappheit gehört allerdings nicht dazu!

Und selbst im Notfall müssen zuerst die ausgelernten Beschäftigten anpacken. Auszubildende – insbesondere minderjährige – dürfen erst ganz zum Schluss herangezogen werden.

Im Gegenzug wird entweder ein entsprechender Zuschlag fällig, besser ist aber, wenn die Überstunden zur Erholung „abgefeiert“ werden. In diesem Fall wird das eigene Überstundenkontingent gegen zusätzliche Freizeit eingetauscht – ein genaues Überstundenprotokoll ist also sehr empfehlenswert!

Berufsschulzeit gleich Arbeitszeit
Dein Ausbildungsbetrieb muss dich für die Berufsschule freistellen und dir außerdem diese Unterrichtszeit auf deine Arbeitszeit anrechnen. Berufsschulzeit zählt also wie reguläre Arbeitszeit.

Minderjährige Auszubildende dürfen nach dem Unterricht nur dann noch im Betrieb beschäftigt werden, falls sie am jeweiligen Tag noch keine fünf Berufsschulstunden von jeweils mindestens 45 Minuten hinter sich haben.

Bei Blockunterricht von mindestens 25 Berufsschulstunden an fünf Tagen dürfen minderjährige Auszubildende zu maximal zwei weiteren betrieblichen Ausbildungsveranstaltungen in den Ausbildungsbetrieb.

Für volljährige Auszubildende geht es im Anschluss an den Unterricht auch nur dann noch im Betrieb weiter, falls noch mindestens 30 Minuten Ausbildungszeit möglich sind.

Oft gibt es betriebliche Regelungen, die die Freistellung an Berufsschultagen grundsätzlich regeln.

Den Rücken stärken
Falls dein Betrieb gegen die gesetzlichen Vorgaben verstößt oder dich unter Druck setzt, darfst du ihn bei der Gewerbeaufsicht anzeigen. Du musst dann zwar mit deinem Ausbildungsbetrieb in die Auseinandersetzung gehen, die Alternative wäre allerdings, dass du alles hinnimmst und auf deine Rechte verzichtest.

Lass dich auf keinen Fall einschüchtern, sondern hol dir unbedingt Unterstützung – deine Interessenvertretung kämpft an deiner Seite für dein gutes Recht in der Ausbildung!

Hier gibt es weitere Informationen zur Arbeitszeitregelung während der Ausbildung.

10.01.2018

Vorsätze sind gut – sie umsetzen ist besser

  • Voll motiviert ins neue Jahr!

So legt ihr den inneren Schweinehund an die Kette

„Im neuen Jahr wird alles anders: Da werde ich endlich mal…“ Wer kennt das nicht: Zu Silvester fassen viele von uns gute Vorsätze. Und im neuen Jahr hapert es dann doch wieder bei der Umsetzung. Wir haben euch Techniken und Tipps zusammengetragen, wie eure Vorhaben Realität werden.

Das Abi nachholen, den Konflikt mit der Kollegin angehen, einen neuen Job suchen: gesagt, getan? In der Praxis sieht das leider oft nicht ganz so einfach aus. Trotzdem: Bleibt dran! Ein paar Tricks sind dabei durchaus erlaubt und machen den Weg zum Ziel schon deutlich leichter.

Hürden beiseite räumen
Überlegt euch vorab ganz genau, welche Dinge ihr vielleicht braucht oder was ihr in eurem Umfeld verändern müsst, damit eure Planung klappt. Sagen wir mal, ihr wollt euer Abi nachholen: Braucht ihr dafür erstmal einen größeren Schreibtisch, an dem ihr vernünftig arbeiten könnt? Besorgt ihn euch! Habt ihr nur abends Zeit für den Unterricht – dann sucht auch nur nach Abendkursangeboten.

Konkret werden
Wenn ihr einen bestimmten Vorsatz fasst, darf er euch nicht überfordern. Eine Zielsetzung wie „In drei Monaten habe ich mein Abi in der Tasche“, obwohl ihr noch nicht mal nach einer passenden Schule gesucht habt, kann nicht funktionieren und sorgt nur für Frust. Genauso wenig klappt es allerdings, wenn ihr euch lediglich vornehmt „Dieses Jahr hole ich endlich mein Abi nach“ – das ist dann wieder zu schwammig und bis zum Jahresende ist vermutlich überhaupt nichts passiert.

Übrigens: Ihr könnt euch natürlich auch mehrere große Ziele setzen. Dabei gilt allerdings auch: Nicht überfordern! Vor allem solltet ihr dann darauf achten, dass sich eure Planungen nicht gegenseitig in die Quere kommen.

Kleine Schritte
Schreibt euch mehrere kleinere Schritte ganz genau auf eine Liste und formuliert sie am besten positiv. Die Teilziele könnten dann ungefähr so lauten:

  • bis zum 31. Januar suche ich mir eine passende Schule und melde mich dort an.
  • bis zum 15. Februar setze ich mich mit dem Stunden- und Prüfungsplan auseinander
  • bis zum 01. März stelle in einen exakten Lernplan für jedes Fach und jede Prüfung auf.
  • bis zum 15. März besorge ich mir alle notwendigen Fachbücher, Hilfsmittel u. ä.

So kommt ihr mit jedem erledigten Schritt eurem großen Vorhaben ein wenig näher. Kleine Teilerfolge motivieren euch außerdem ganz automatisch – und Motivation ist der beste Ansporn, um weiterzumachen! Und wenn ihr hier und da sogar mehr schafft, als geplant – herzlichen Glückwunsch!

Nicht nur überreden lassen
Wenn ihr ein Vorhaben nur deswegen in Angriff nehmt, weil es jemand anderes von euch erwartet oder euch dazu rät, dann wird das nichts. Ihr müsst voll und ganz davon überzeugt sein, dass ihr das Ziel auch selbst erreichen wollt! Also, mal ehrlich: Wollt ihr wirklich einen anderen Job haben? Oder fände das nur euer Freund oder eure Freundin gut, weil ihr dann mehr Zeit für ihn oder sie habt?

Wenn der Schweinehund jault…
So schön ein Plan auch sein mag, die Umsetzung ist gerade am Anfang nicht immer leicht. Manchmal wacht ihr vielleicht morgens auf und habt nur negative Gedanken im Kopf: „Ich bin noch total müde. Ich hab gerade überhaupt keine Lust auf Jobsuche.“

Wenn das so ist, überlistet euch selbst mit einem Satz in der Art: „Ich gehe jetzt mal fünf Minuten die Jobanzeigen durch. Dann kann ich ja immer noch aufhören.“ Schließlich ist aller Anfang schwer – aber wenn ihr erstmal im Flow seid, läuft es ganz von alleine.

Durchhänger einplanen
Wir sind alle nur Menschen und haben mal gute und mal weniger gute Tage. Seid also nicht zu streng mit euch und werft vor allem nicht gleich die Flinte ins Korn, wenn ihr eure Planung mal nicht in die Tat umsetzen konntet.

Noch ein Beispiel: Mit einer guten alten Kollegin kam es in letzter Zeit öfter mal zu einem Kompetenzgerangel und eure Arbeitsatmosphäre leidet. Jetzt wolltet ihr am Montag das Problem endlich aus der Welt schaffen und eine neue Arbeitsaufteilung vorschlagen – und dann kam ein Eilauftrag dazwischen oder euch hat einfach der Mut verlassen… Halb so wild! Dann sprecht ihr eben am Dienstag mit der Kollegin. Oder verabredet euch mit ihr zu einem Feierabendbierchen.

Die Devise lautet in jedem Fall: einfach unbeirrt weitermachen. Lasst euch nicht von demotivierenden Grübeleien runterziehen, morgen habt ihr die nächste Chance! Gönnt euch den „versemmelten“ Tag und versucht, ihn zu genießen. Dann wacht ihr am nächsten Morgen entspannt auf, passt eure Planung an und macht einfach dort weiter, wo ihr aufgehört habt. Jeder Tag zählt, auch wenn ihr zwischendurch mal steckenbleibt.

Was du heut‘ nicht kannst besorgen…
Wie schon gesagt: Lasst euch nicht von eurer Tagesform irritieren. Wenn ihr letzte Nacht schlecht geschlafen habt und gereizt seid, dann macht das unangenehme Gespräch mit der Kollegin heute keinen Sinn. Erlaubt euch eine Planänderung, geht lieber früh ins Bett und nehmt euch die Klärung des Konflikts für morgen vor – mit neuer Kraft ans Werk!

Allerdings solltet ihr euer Vorhaben nicht jeden Tag aufs Neue verschieben. Falls ihr euch dabei ertappt, versucht es doch mal mit mentalem Training: Beim Schlafengehen geht ihr in Gedanken eure To-dos für den nächsten Tag durch. Überlegt euch zum Beispiel den ersten Satz, mit dem ihr am nächsten Tag auf eure Kollegin zugeht. Legt euch ein paar Argumente zurecht, um den Konflikt mit ihr zu lösen. Und stellt euch vor, wie erleichtert und zufrieden ihr danach sein werdet. Das Ganze macht ihr als Dauerschleife, bis ihr darüber einschlaft.

Motivation, Motivation, Motivation!
Wenn ihr das nächste Tagesziel geschafft habt: Freut euch darüber! Lobt euch selbst und gönnt euch eine kleine Belohnung – eine Süßigkeit, einen entspannten Filmabend oder sogar einen freien Tag, falls das zeitlich drin ist.

So einen „Bonustag“ könnt ihr auch von Beginn an in eure Planung aufnehmen. Dann dürft ihr entweder mal fünf Grade sein lassen oder habt einen guten Puffer, falls vorher etwas schief gegangen ist. Und wenn ihr den freien Tag gar nicht braucht, sondern einfach weiter im Plan macht – umso besser, das gibt euch ein besonders gutes Gefühl!

Wir wünschen euch maximale Erfolge bei der Umsetzung eurer guten Vorsätze!

02.01.2018

Rechtssicher ins neue Jahr

  • Junge Frau ruft: Das ändert sich 2018!

Gesetzliche Änderungen für 2018 im Überblick

Was das neue Jahr wohl bringt? Wir werden auf jeden Fall weiter unsere volle Kraft darauf verwenden, damit 2018 gerade für Auszubildende und junge Beschäftigte ein gutes Jahr wird! Sicher sind schon jetzt viele neue Regelungen und Gesetze, von denen wir hier die für euch relevantesten zusammengestellt haben.

Höhere Branchen-Mindestlöhne
Der branchenunabhängige, gesetzliche Mindestlohn wird nur alle zwei Jahre neu verhandelt und liegt deshalb auch 2018 weiterhin bei 8,84 Euro pro Stunde.

Dafür steigen aber zum 1. Januar 2018 schon mal einige tarifliche Branchen-Mindestlöhne, u.a. für die berufliche Aus- und Weiterbildung auf 15,26 Euro (vorher 14,60 Euro) und in der Pflegebranche auf 10,55 Euro (West inkl. Berlin / vorher 10,20 Euro) bzw. 10,05 Euro (Ost / vorher 9,50 Euro).

Auch für Geld- und Wertdienste gibt es mehr Geld, hier gelten unterschiedliche Regelungen nach Bundesland. Eine Tabelle mit den Mindestlöhnen aller Bundesländer gibt es als PDF zum Download.

Mehr dazu vom DGB

Höhere Freibeträge
Der steuerliche Grundfreibetrag erhöht sich ab 2018 auf 9.000 Euro (180 Euro mehr), erst ab dieser Summe musst du als lediger Erwachsener dein Einkommen versteuern. Bei Ehepaaren und eingetragenen Lebenspartnerschaften verdoppelt sich der Betrag auf 18.000 Euro.

Obendrauf kommt ggf. der Kinderfreibetrag, der zum Jahreswechsel um 72 Euro auf insgesamt 4.788 Euro steigt. Bei Eltern bleibt dieser Betrag pro Kind und Jahr ebenfalls steuerfrei.

Mehr dazu vom Bundesfinanzministerium

Mehr Entgelttransparenz
Ab sofort kannst du in deinem Betrieb nachfragen und musst eine ehrliche Antwort erhalten, wie deine Kolleginnen und Kollegen bei gleichartiger Tätigkeit bezahlt werden. Das soll Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern transparenter machen.

Leider führt das nicht automatisch zu „equal pay“, denn die Regelung gilt erst für Betriebe ab 200 Beschäftigten. „Lohndiskriminierung gibt es besonders häufig in kleinen Betrieben, die aber vom neuen Gesetz gar nicht erst erfasst werden", so die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack.

Mehr dazu vom Bundesfamilienministerium

Mehr Schutz für werdende Mütter
Ab 1. Januar 2018 verhilft das neue Mutterschutzgesetz (MuSchG) werdenden Müttern zu mehr Flexibilität – auch als Studentin, Schülerin oder Auszubildende.

Die Mutterschutzzeit erhöht sich dabei von acht auf zwölf Wochen. Und dank des verbesserten Kündigungsschutzes muss dein Arbeitgeber ab sofort deinen Arbeitsplatz und deine Arbeitsbedingungen so gestalten, dass niemand mehr wegen einer Schwangerschaft sofort seine Berufstätigkeit an den Nagel hängen muss.

Eine Schwachstelle gibt es allerdings noch: Nachtarbeit ist für Schwangere nicht mehr generell verboten. Als Gewerkschaft ver.di befürchten wir hier eine Gefahr für die Gesundheit werdender Mütter und ihrer Kinder.

Mehr dazu vom Bundesfamilienministerium

Mehr Kindergeld und kürzere Antragsfristen
Das monatliche Kindergeld wird nochmal um zwei Euro angehoben. Für die ersten beiden Kinder gibt es nun jeweils 194 Euro pro Monat, beim dritten Kind sind es 200 Euro und bei jedem weiteren Kind sogar 225 Euro. Keine gigantischen Sprünge, aber Kleinvieh macht bekanntlich auch Mist.

Wer noch keinen Antrag gestellt hat, muss sich jetzt beeilen: Ab 1. Januar gibt es Kindergeld nur noch sechs Monate rückwirkend, also höchstens bis Juli 2017. Die Gesetzesänderung soll Betrug und Missbrauch verhindern.

Mehr dazu vom Bundesfinanzministerium

Mehr Hartz IV
Der Regelsatz für Sozialhilfe oder Arbeitslosengeld II steigt für Alleinstehende auf 416 Euro pro Monat (7 Euro mehr), Paare erhalten pro Partner und Monat 374 Euro (6 Euro mehr). Die Grundsicherung für Kinder und Jugendliche bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres erhöht sich um drei bis fünf Euro.

Mehr dazu von der Bundesregierung

Und dann noch...

  • auf zwei Rädern

Wer mit einem Fahrradanhänger über 60 cm Breite unterwegs ist, braucht ab 2018 zwei weiße Reflektoren vorne und zwei rote „Kategorie Z“-Reflektoren hinten.

Fast alle Anhänger verdecken außerdem das halbe Fahrradrücklicht, in diesem Fall ist ab sofort eine zusätzliche rote Rückleuchte Pflicht. Und mit Fahrradanhängern über 100 cm Breite muss es auch noch vorne leuchten, und zwar über eine Frontleuchte an der vorderen linken Ecke.

Wem dadurch erstmal ein paar Leuchten am Fahrrad fehlen, kann ab sofort mit dem Drahtesel auch auf die Schiene umsteigen: Mit dem neuen ICE-4 gibt es jetzt auch Fahrradstellplätze in ICEs (bisher nur in Intercity-Zügen). Die neu eingeführte ICE-Serie startet mit zunächst acht Fahrradplätzen pro Zug.

Mehr dazu von berlin.de

  • auf vier Rädern

Tief durchatmen („Dieselgate“ sei dank)… Ab 2018 wird bei der Abgasuntersuchung (AU) die sogenannte Endrohrmessung Plicht, das Auslesen der Onboard-Diagnose alleine reicht nicht mehr aus.

Mehr dazu von chip.de

  • auf Kreditkarte

Eine neue Richtlinie für EU-Zahlungsdienste sorgt dafür, dass für Einkäufe bzw. Buchungen im Netz keine Sondergebühren für Kreditkartenzahlungen mehr verlangt werden dürfen.

Dasselbe gilt beim „Offline-Shopping“ im stationären Handel mit Karte, auch hierfür darf kein Aufschlag berechnet werden. Ebenso untersagt sind Zusatzgebühren für Überweisungen und SEPA-Lastschriften.

 

Also: Sieht doch gar nicht mal so übel aus zum Jahresbeginn! So oder so wünschen wir dir ein tolles 2018, tragen auf jeden Fall unseren Teil dazu bei und laden dich herzlich zum Mitmachen ein: Schließlich gibt es viel zu tun, also packen wir’s an!

14.12.2017

Raus aus dem Alltag, ab in den Bildungsurlaub!

  • Foto: ver.di Jugend

Alle Infos rund um die Auszeit zur persönlichen Weiterbildung

Du findest deinen Urlaubsanspruch zu mickrig? Wie wären fünf Tagen extra im Jahr? Nimm doch einfach Bildungsurlaub!

Was genau ist Bildungsurlaub?
Bildungsurlaub bedeutet, dass Beschäftigte und Auszubildende von der Arbeit freigestellt werden, um an Weiterbildungen teilzunehmen. Mit Erholung oder mal Abschalten hat das also nicht unbedingt viel zu tun, denn hier arbeiten deine grauen Zellen auf Hochtouren.

Dafür könnt ihr die Inhalte und Themen eures Bildungsurlaubs selbst bestimmen. Das Angebot reicht von politischer oder beruflicher Weiterbildung bis zu allgemeinbildenden, sportlichen, gesundheitsfördernden und kulturellen Seminaren. Wie beim normalen Urlaub gibt es eine Lohnfortzahlung. Allerdings fallen auch Seminargebühren an, die ihr selbst tragen müsst. Außer für Seminare der ver.di Jugend: Unsere Mitglieder urlauben meist kostenlos!

Wozu Bildungsurlaub?
Bildungsurlaub ist selbstbestimmtes Lernen in einer solidarischen Umgebung. Ganz nach deinem Geschmack stärkst du damit unterschiedliche Kompetenzen und Fähigkeiten. Interessierst du dich z.B. für politische Zusammenhänge? Oder weißt du schon, welche berufliche Entwicklung du einschlagen willst? In vielen Bundesländern ist für Auszubildende sowohl eine politische als auch berufliche Weiterbildung möglich. Bildungsurlaub macht dich also fit in jeglicher Hinsicht!

Außerdem ist das DIE Gelegenheit für einen Tapetenwechsel: Raus aus dem Alltag, mal was anderes machen! Nimm etwas Abstand zum Arbeitsalltag und bau dadurch Stress und Arbeitsdruck ab – dann steckt auch im Bildungsurlaub ein bisschen Urlaub!

Wo gibt es Bildungsurlaub?

Bereits 1976 hat sich die Bundesrepublik verpflichtet, lebenslanges Lernen zu unterstützen und zu fördern. Dafür sollte es eigentlich in ganz Deutschland eine einheitliche Regelung zum Bildungsurlaub geben. Ein Bundesgesetz wurde aber nie verabschiedet. Stattdessen hat jedes Bundesland sein eigenes Gesetz zum Bildungsurlaub – außer Sachsen und Bayern, die haben immer noch keins. Vielleicht gilt stattdessen eine entsprechende Regelung in deinem Tarifvertrag, nimm dazu am besten Kontakt mit deiner JAV auf!

Die verschiedenen Ländergesetze sind prinzipiell sehr ähnlich, aber im Detail dann doch unterschiedlich. Das heißt: Ist ein Seminar in einem Bundesland als Bildungsurlaub anerkannt, muss das in einem anderen Bundesland nicht zwingend genauso sein. Wenn du also reif für die Insel oder besser: für den Bildungsurlaub bist, musst du sicher sein, dass dein Wunsch-Seminar in dem Bundesland, wo du deine Ausbildung machst, als Bildungsurlaub gilt. Nur dann hast du Anspruch darauf.

Wie viele Urlaubstage sind drin?
Auszubildende und Beschäftigte bekommen je nach Bundesland unterschiedlich viele Tage Bildungsurlaub gewährt, teilweise werden nur Seminare zur politischen Bildung anerkannt.
Hier findest du eine Übersicht zum Urlaubsanspruch je nach Bundesland.

Los geht’s: 8 Schritte bis zum Bildungsurlaub!

  1. Schau nach, ob es in deinem Bundesland Bildungsurlaub gibt – entscheidend ist dein Ausbildungsort (nicht der Wohnort)!

  2. Wenn du Anspruch auf Bildungsurlaub hast, such‘ dir ein Seminar aus, auf das du Lust hast und das in deinem Bundesland als Bildungsurlaub gilt. Jedes Bundesland hat dazu eigene Datenbanken oder zumindest Listen mit anerkannten Seminaren. Besonders empfehlenswert für alle Auszubildenden und JAVen ist das Bildungsprogramm der ver.di Jugend, die meisten unserer Seminare sind für dich als Mitglied sogar kostenlos!

  3. Vor der Anmeldung fragst du den Veranstalter besser nochmal ausdrücklich, ob eine Anerkennung nach dem Bildungsurlaubsgesetz deines Bundeslandes vorliegt. Falls du darauf keine verbindliche Aussage bekommst, solltest du lieber die Finger von diesem Seminar lassen! Und wenn alles passt, geht es weiter mit Schritt 4.

  4. Denk daran, dass dein Betrieb oder deine Dienstelle deine Abwesenheit einplanen muss. Beantrage also deinen Bildungsurlaub so früh wie möglich – genauso wie normalen Urlaub. Meistens gelten je nach Gesetz Antragsfristen von vier bis sechs Wochen, die du einhalten musst.

  5. Nach der Anmeldung zum Seminar deiner Wahl bekommst du deine Anmeldebescheinigung, den Anerkennungsbescheid (als Bildungsurlaub) und den Ablaufplan des Seminars zugeschickt. Diese Unterlagen gibst du in deinem Betrieb oder deiner Dienststelle dort ab, wo du auch deinen normalen Urlaub beantragst. Und zwar zusammen mit einem schriftlichen, formlosen Antrag auf Bildungsurlaub, z. B. so:

    "Hiermit beantrage ich eine Freistellung zum Bildungsurlaub (Achtung: in Baden-Württemberg heißt es statt Bildungsurlaub „Bildungszeit“) vom ... bis ... In der Anlage finden Sie den zugehörigen Ablaufplan, Anerkennungsbescheid und meine Anmeldebestätigung."  Datum und Unterschrift nicht vergessen! Am Schluss kopierst du alle Unterlagen, heftest sie bei dir ab und gibst den Antrag ab.

  6. Jetzt müssen dein Betrieb bzw. deine Dienststelle den Antrag prüfen und dich über die Entscheidung informieren. Auch dafür gibt es Fristen – leider wieder unterschiedlich je nach Bundesland, ein Blick ins Landesgesetz hilft auch hier weiter.

  7. Wenn dein Antrag genehmigt wurde: Herzlichen Glückwunsch und ab in den Bildungsurlaub! Bei einer Absage verlangst du am besten eine schriftliche Begründung und gehst damit direkt zur JAV. Dann prüft ihr gemeinsam, ob die Ablehnung tatsächlich berechtigt ist, z.B. wegen nicht eingehaltener Fristen. Wenn die Ablehnung sich nur auf das gewählte Seminar und/oder auf den konkreten Termin bezieht, kannst du einen neuen Antrag für ein anderes Thema oder einen anderen Zeitraum stellen.

  8. Am Ende deines Bildungsurlaubs bekommst du vom Veranstalter eine Teilnahmebestätigung, die du im Betrieb oder deiner Dienststelle abgeben musst – als Nachweis, dass du das Seminar auch wirklich besucht hast.

Und jetzt: Viel Spaß im Bildungsurlaub!

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