02.01.2018

Rechtssicher ins neue Jahr

  • Junge Frau ruft: Das ändert sich 2018!

Gesetzliche Änderungen für 2018 im Überblick

Was das neue Jahr wohl bringt? Wir werden auf jeden Fall weiter unsere volle Kraft darauf verwenden, damit 2018 gerade für Auszubildende und junge Beschäftigte ein gutes Jahr wird! Sicher sind schon jetzt viele neue Regelungen und Gesetze, von denen wir hier die für euch relevantesten zusammengestellt haben.

Höhere Branchen-Mindestlöhne
Der branchenunabhängige, gesetzliche Mindestlohn wird nur alle zwei Jahre neu verhandelt und liegt deshalb auch 2018 weiterhin bei 8,84 Euro pro Stunde.

Dafür steigen aber zum 1. Januar 2018 schon mal einige tarifliche Branchen-Mindestlöhne, u.a. für die berufliche Aus- und Weiterbildung auf 15,26 Euro (vorher 14,60 Euro) und in der Pflegebranche auf 10,55 Euro (West inkl. Berlin / vorher 10,20 Euro) bzw. 10,05 Euro (Ost / vorher 9,50 Euro).

Auch für Geld- und Wertdienste gibt es mehr Geld, hier gelten unterschiedliche Regelungen nach Bundesland. Eine Tabelle mit den Mindestlöhnen aller Bundesländer gibt es als PDF zum Download.

Mehr dazu vom DGB

Höhere Freibeträge
Der steuerliche Grundfreibetrag erhöht sich ab 2018 auf 9.000 Euro (180 Euro mehr), erst ab dieser Summe musst du als lediger Erwachsener dein Einkommen versteuern. Bei Ehepaaren und eingetragenen Lebenspartnerschaften verdoppelt sich der Betrag auf 18.000 Euro.

Obendrauf kommt ggf. der Kinderfreibetrag, der zum Jahreswechsel um 72 Euro auf insgesamt 4.788 Euro steigt. Bei Eltern bleibt dieser Betrag pro Kind und Jahr ebenfalls steuerfrei.

Mehr dazu vom Bundesfinanzministerium

Mehr Entgelttransparenz
Ab sofort kannst du in deinem Betrieb nachfragen und musst eine ehrliche Antwort erhalten, wie deine Kolleginnen und Kollegen bei gleichartiger Tätigkeit bezahlt werden. Das soll Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern transparenter machen.

Leider führt das nicht automatisch zu „equal pay“, denn die Regelung gilt erst für Betriebe ab 200 Beschäftigten. „Lohndiskriminierung gibt es besonders häufig in kleinen Betrieben, die aber vom neuen Gesetz gar nicht erst erfasst werden", so die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack.

Mehr dazu vom Bundesfamilienministerium

Mehr Schutz für werdende Mütter
Ab 1. Januar 2018 verhilft das neue Mutterschutzgesetz (MuSchG) werdenden Müttern zu mehr Flexibilität – auch als Studentin, Schülerin oder Auszubildende.

Die Mutterschutzzeit erhöht sich dabei von acht auf zwölf Wochen. Und dank des verbesserten Kündigungsschutzes muss dein Arbeitgeber ab sofort deinen Arbeitsplatz und deine Arbeitsbedingungen so gestalten, dass niemand mehr wegen einer Schwangerschaft sofort seine Berufstätigkeit an den Nagel hängen muss.

Eine Schwachstelle gibt es allerdings noch: Nachtarbeit ist für Schwangere nicht mehr generell verboten. Als Gewerkschaft ver.di befürchten wir hier eine Gefahr für die Gesundheit werdender Mütter und ihrer Kinder.

Mehr dazu vom Bundesfamilienministerium

Mehr Kindergeld und kürzere Antragsfristen
Das monatliche Kindergeld wird nochmal um zwei Euro angehoben. Für die ersten beiden Kinder gibt es nun jeweils 194 Euro pro Monat, beim dritten Kind sind es 200 Euro und bei jedem weiteren Kind sogar 225 Euro. Keine gigantischen Sprünge, aber Kleinvieh macht bekanntlich auch Mist.

Wer noch keinen Antrag gestellt hat, muss sich jetzt beeilen: Ab 1. Januar gibt es Kindergeld nur noch sechs Monate rückwirkend, also höchstens bis Juli 2017. Die Gesetzesänderung soll Betrug und Missbrauch verhindern.

Mehr dazu vom Bundesfinanzministerium

Mehr Hartz IV
Der Regelsatz für Sozialhilfe oder Arbeitslosengeld II steigt für Alleinstehende auf 416 Euro pro Monat (7 Euro mehr), Paare erhalten pro Partner und Monat 374 Euro (6 Euro mehr). Die Grundsicherung für Kinder und Jugendliche bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres erhöht sich um drei bis fünf Euro.

Mehr dazu von der Bundesregierung

Und dann noch...

  • auf zwei Rädern

Wer mit einem Fahrradanhänger über 60 cm Breite unterwegs ist, braucht ab 2018 zwei weiße Reflektoren vorne und zwei rote „Kategorie Z“-Reflektoren hinten.

Fast alle Anhänger verdecken außerdem das halbe Fahrradrücklicht, in diesem Fall ist ab sofort eine zusätzliche rote Rückleuchte Pflicht. Und mit Fahrradanhängern über 100 cm Breite muss es auch noch vorne leuchten, und zwar über eine Frontleuchte an der vorderen linken Ecke.

Wem dadurch erstmal ein paar Leuchten am Fahrrad fehlen, kann ab sofort mit dem Drahtesel auch auf die Schiene umsteigen: Mit dem neuen ICE-4 gibt es jetzt auch Fahrradstellplätze in ICEs (bisher nur in Intercity-Zügen). Die neu eingeführte ICE-Serie startet mit zunächst acht Fahrradplätzen pro Zug.

Mehr dazu von berlin.de

  • auf vier Rädern

Tief durchatmen („Dieselgate“ sei dank)… Ab 2018 wird bei der Abgasuntersuchung (AU) die sogenannte Endrohrmessung Plicht, das Auslesen der Onboard-Diagnose alleine reicht nicht mehr aus.

Mehr dazu von chip.de

  • auf Kreditkarte

Eine neue Richtlinie für EU-Zahlungsdienste sorgt dafür, dass für Einkäufe bzw. Buchungen im Netz keine Sondergebühren für Kreditkartenzahlungen mehr verlangt werden dürfen.

Dasselbe gilt beim „Offline-Shopping“ im stationären Handel mit Karte, auch hierfür darf kein Aufschlag berechnet werden. Ebenso untersagt sind Zusatzgebühren für Überweisungen und SEPA-Lastschriften.

 

Also: Sieht doch gar nicht mal so übel aus zum Jahresbeginn! So oder so wünschen wir dir ein tolles 2018, tragen auf jeden Fall unseren Teil dazu bei und laden dich herzlich zum Mitmachen ein: Schließlich gibt es viel zu tun, also packen wir’s an!

14.12.2017

Raus aus dem Alltag, ab in den Bildungsurlaub!

  • Foto: ver.di Jugend

Alle Infos rund um die Auszeit zur persönlichen Weiterbildung

Du findest deinen Urlaubsanspruch zu mickrig? Wie wären fünf Tagen extra im Jahr? Nimm doch einfach Bildungsurlaub!

Was genau ist Bildungsurlaub?
Bildungsurlaub bedeutet, dass Beschäftigte und Auszubildende von der Arbeit freigestellt werden, um an Weiterbildungen teilzunehmen. Mit Erholung oder mal Abschalten hat das also nicht unbedingt viel zu tun, denn hier arbeiten deine grauen Zellen auf Hochtouren.

Dafür könnt ihr die Inhalte und Themen eures Bildungsurlaubs selbst bestimmen. Das Angebot reicht von politischer oder beruflicher Weiterbildung bis zu allgemeinbildenden, sportlichen, gesundheitsfördernden und kulturellen Seminaren. Wie beim normalen Urlaub gibt es eine Lohnfortzahlung. Allerdings fallen auch Seminargebühren an, die ihr selbst tragen müsst. Außer für Seminare der ver.di Jugend: Unsere Mitglieder urlauben meist kostenlos!

Wozu Bildungsurlaub?
Bildungsurlaub ist selbstbestimmtes Lernen in einer solidarischen Umgebung. Ganz nach deinem Geschmack stärkst du damit unterschiedliche Kompetenzen und Fähigkeiten. Interessierst du dich z.B. für politische Zusammenhänge? Oder weißt du schon, welche berufliche Entwicklung du einschlagen willst? In vielen Bundesländern ist für Auszubildende sowohl eine politische als auch berufliche Weiterbildung möglich. Bildungsurlaub macht dich also fit in jeglicher Hinsicht!

Außerdem ist das DIE Gelegenheit für einen Tapetenwechsel: Raus aus dem Alltag, mal was anderes machen! Nimm etwas Abstand zum Arbeitsalltag und bau dadurch Stress und Arbeitsdruck ab – dann steckt auch im Bildungsurlaub ein bisschen Urlaub!

Wo gibt es Bildungsurlaub?

Bereits 1976 hat sich die Bundesrepublik verpflichtet, lebenslanges Lernen zu unterstützen und zu fördern. Dafür sollte es eigentlich in ganz Deutschland eine einheitliche Regelung zum Bildungsurlaub geben. Ein Bundesgesetz wurde aber nie verabschiedet. Stattdessen hat jedes Bundesland sein eigenes Gesetz zum Bildungsurlaub – außer Sachsen und Bayern, die haben immer noch keins. Vielleicht gilt stattdessen eine entsprechende Regelung in deinem Tarifvertrag, nimm dazu am besten Kontakt mit deiner JAV auf!

Die verschiedenen Ländergesetze sind prinzipiell sehr ähnlich, aber im Detail dann doch unterschiedlich. Das heißt: Ist ein Seminar in einem Bundesland als Bildungsurlaub anerkannt, muss das in einem anderen Bundesland nicht zwingend genauso sein. Wenn du also reif für die Insel oder besser: für den Bildungsurlaub bist, musst du sicher sein, dass dein Wunsch-Seminar in dem Bundesland, wo du deine Ausbildung machst, als Bildungsurlaub gilt. Nur dann hast du Anspruch darauf.

Wie viele Urlaubstage sind drin?
Auszubildende und Beschäftigte bekommen je nach Bundesland unterschiedlich viele Tage Bildungsurlaub gewährt, teilweise werden nur Seminare zur politischen Bildung anerkannt.
Hier findest du eine Übersicht zum Urlaubsanspruch je nach Bundesland.

Los geht’s: 8 Schritte bis zum Bildungsurlaub!

  1. Schau nach, ob es in deinem Bundesland Bildungsurlaub gibt – entscheidend ist dein Ausbildungsort (nicht der Wohnort)!

  2. Wenn du Anspruch auf Bildungsurlaub hast, such‘ dir ein Seminar aus, auf das du Lust hast und das in deinem Bundesland als Bildungsurlaub gilt. Jedes Bundesland hat dazu eigene Datenbanken oder zumindest Listen mit anerkannten Seminaren. Besonders empfehlenswert für alle Auszubildenden und JAVen ist das Bildungsprogramm der ver.di Jugend, die meisten unserer Seminare sind für dich als Mitglied sogar kostenlos!

  3. Vor der Anmeldung fragst du den Veranstalter besser nochmal ausdrücklich, ob eine Anerkennung nach dem Bildungsurlaubsgesetz deines Bundeslandes vorliegt. Falls du darauf keine verbindliche Aussage bekommst, solltest du lieber die Finger von diesem Seminar lassen! Und wenn alles passt, geht es weiter mit Schritt 4.

  4. Denk daran, dass dein Betrieb oder deine Dienstelle deine Abwesenheit einplanen muss. Beantrage also deinen Bildungsurlaub so früh wie möglich – genauso wie normalen Urlaub. Meistens gelten je nach Gesetz Antragsfristen von vier bis sechs Wochen, die du einhalten musst.

  5. Nach der Anmeldung zum Seminar deiner Wahl bekommst du deine Anmeldebescheinigung, den Anerkennungsbescheid (als Bildungsurlaub) und den Ablaufplan des Seminars zugeschickt. Diese Unterlagen gibst du in deinem Betrieb oder deiner Dienststelle dort ab, wo du auch deinen normalen Urlaub beantragst. Und zwar zusammen mit einem schriftlichen, formlosen Antrag auf Bildungsurlaub, z. B. so:

    "Hiermit beantrage ich eine Freistellung zum Bildungsurlaub (Achtung: in Baden-Württemberg heißt es statt Bildungsurlaub „Bildungszeit“) vom ... bis ... In der Anlage finden Sie den zugehörigen Ablaufplan, Anerkennungsbescheid und meine Anmeldebestätigung."  Datum und Unterschrift nicht vergessen! Am Schluss kopierst du alle Unterlagen, heftest sie bei dir ab und gibst den Antrag ab.

  6. Jetzt müssen dein Betrieb bzw. deine Dienststelle den Antrag prüfen und dich über die Entscheidung informieren. Auch dafür gibt es Fristen – leider wieder unterschiedlich je nach Bundesland, ein Blick ins Landesgesetz hilft auch hier weiter.

  7. Wenn dein Antrag genehmigt wurde: Herzlichen Glückwunsch und ab in den Bildungsurlaub! Bei einer Absage verlangst du am besten eine schriftliche Begründung und gehst damit direkt zur JAV. Dann prüft ihr gemeinsam, ob die Ablehnung tatsächlich berechtigt ist, z.B. wegen nicht eingehaltener Fristen. Wenn die Ablehnung sich nur auf das gewählte Seminar und/oder auf den konkreten Termin bezieht, kannst du einen neuen Antrag für ein anderes Thema oder einen anderen Zeitraum stellen.

  8. Am Ende deines Bildungsurlaubs bekommst du vom Veranstalter eine Teilnahmebestätigung, die du im Betrieb oder deiner Dienststelle abgeben musst – als Nachweis, dass du das Seminar auch wirklich besucht hast.

Und jetzt: Viel Spaß im Bildungsurlaub!

Mehr Infos

30.11.2016

Auf in die Ausbildung – mit der perfekten Bewerbung!

  • Bewerbungsschreiben

So überzeugt deine Bewerbung

Letztes Schuljahr und schon auf der Suche nach einem spannenden Ausbildungsplatz? Du hast einen gefunden und suchst nun nach Ideen für deine überzeugende Bewerbung? Hier bekommst du die wichtigsten Infos auf einen Blick!

Der erste Blick zählt – gerade bei der Bewerbung, denn Personalverantwortliche nehmen sich für die einzelnen Unterlagen im Schnitt nur wenig Zeit!

Den besten Eindruck machst du, wenn deine Bewerbung formal alle Bedingungen erfüllt. Sie sollte sorgfältig verfasst, klar gegliedert und einheitlich gestaltet sein.

Eine vollständige schriftliche Bewerbung enthält immer und in dieser Reihenfolge:

  1. dein Anschreiben
  2. deinen tabellarischen Lebenslauf, evtl. mit einem Bewerbungsfoto
  3. Zeugnisse bzw. Nachweise über Praktika, Kurse, Zusatzqualifikationen, absolvierte Weiterbildungen o. ä.

Das Anschreiben

Mit deinem Anschreiben möchtest du die Ausbildungkräfte auf dich aufmerksam machen und dich als beste_n Kandidat_in präsentieren. Am wichtigsten ist, dass deine Motivation klar wird!

Dazu gibt es zahlreiche Vorlagen und Tipps, die du als Inspiration und Orientierungshilfe verwenden kannst. Einfach abschreiben solltest du allerdings nicht: Personalverantwortliche merken das sehr schnell und sortieren dich womöglich aus, bevor du die Chance bekommst, sie von deinen individuellen Stärken und Interessen zu überzeugen.

Wichtig: Kurz und knackig, lautet die Devise! In Personalabteilungen herrscht grundsätzlich Zeitnot, vor allem in Bewerbungsphasen. Deswegen muss dein Anschreiben gut und interessant zu lesen sein und sollte sich auf maximal eine einzelne DIN A4 Seite beschränken!

Die Beantwortung der folgenden Fragen hilft dir dabei, ein prägnantes, selbstbewusstes und ansprechendes Anschreiben zu formulieren.

  • Warum will ich genau diesen Beruf erlernen?

Was weißt du schon jetzt über die Anforderungen und Besonderheiten des Berufes, den du erlernen möchtest? Bist du die optimale Besetzung, weil du gerne mit Menschen arbeitest oder, weil du dich womöglich bereits ehrenamtlich engagierst? Bewirbst du dich um die Ausbildungsstelle als Friseur_in, weil du eine echte Leidenschaft für neue Trends, Stylings und Haarfarben hast? Erzähl davon!

Welche Aspekte des Berufes interessieren dich am meisten? Schreib darüber in deiner Bewerbung! Je genauer du weißt, warum dich die Ausbildungsstelle anspricht, umso besser und überzeugender kannst du das in deinem Anschreiben vermitteln.

  • Warum bin ich für diese Ausbildung genau der oder die Richtige?

Welche Qualifikationen, Fähigkeiten und Kenntnisse sind für deine Ausbildung wichtig? Zähl die für dich wesentlichen Aspekte des Berufes auf! Mit welchen von Ihnen hast du bereits Erfahrungen gesammelt – vielleicht im Rahmen eines Praktikums, Nebenjobs, Ehrenamts oder eines Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ)?

Konzentriere dich im Anschreiben auf wenige Schlüsselqualifikationen. Im tabellarischen Lebenslauf, der dem Anschreiben folgt, ist Raum für weitere Qualifikationsnachweise.

Und keine Sorge, falls du noch (fast) keine praktischen Erfahrungen vorweisen kannst: Niemand erwartet, dass du bereits jetzt so viel weißt, wie jemand mit abgeschlossener Ausbildung! Glaub an dich und stell deine persönlichen Stärken und deine Motivation in den Vordergrund!

  • Warum möchte ich die Ausbildung genau in diesem Betrieb oder dieser Dienststelle machen?

Zeig in deinem Schreiben, was du bereits über die jeweilige Firma oder Dienststelle weißt! Welche Besonderheiten kommen dir entgegen oder gefallen dir besonders gut?

Hattest du schon telefonischen Kontakt zum Unternehmen? Dann verweise gleich zu Beginn auf dieses Telefonat und gib auch den Namen deine_r Gesprächspartner_in an. Womöglich hast du schon bei ihr oder ihm schon einen Stein im Brett und kannst dadurch punkten!

Der Lebenslauf

Mit dem tabellarischen Lebenslauf (auch „curriculum vitae“ oder kurz: CV) kann der Arbeitgeber deinen bisherigen Werdegang nachvollziehen.

Hier solltest du alle wichtigen Fakten kurz und präzise auflisten. Dazu zählen dein Bildungsweg, mögliches Fachwissen, aber auch deine sozialen Fähigkeiten. Auch Dienstzeiten bei der Bundeswehr bzw. im Zivildienst, Freiwilligendienste oder vorübergehende Arbeitslosigkeit gehören in die vollständige Bewerbungsmappe.

Ein Foto von dir zu Beginn des tabellarischen Lebenslaufs ist heute nicht mehr zwingend erforderlich, denn es sagt nichts über deine Fähigkeiten aus. Wenn du dich dafür entscheidest, sollte sich dein Outfit an der angestrebten Ausbildungsrichtung und gegebenenfalls an den dortigen Kleidungsvorschriften orientieren. Im Zweifel gilt die Faustregel: lieber zu förmlich als zu salopp.

Mittlerweile ist es üblich, die Lebensereignisse nicht mehr chronologisch, sondern in den einzelnen Kategorien „rückwärts“ aufzulisten. Das heißt, an oberster Stelle stehen jeweils die aktuellsten Fakten und Zeiträume deines Lebens. Der oder die Ausbilder_in erkennt so deinen Qualifikationsstand auf den ersten Blick.

Gängig ist ein tabellarischer Lebenslauf mit folgender Gliederung:

  • Persönliche Daten: Name, Anschrift, Geburtsdatum und -ort, Familienstand
  • Schulbildung: Relevant ist der höchste Schulabschluss. Wenn du gerade erst die Schule beendet hast, führst du hier alle Schulzeiten bis zur Grundschule auf (deine letzte Schule gehört an die oberste Stelle)
  • Hast du bereits eine Ausbildung oder ein Studium begonnen? Dann kannst du auch daraus Inhalte angeben, z. B. Unternehmensplanspiele oder Studienprojekte
  • (Auslands-)Praktika
  • Zusatzqualifikationen, soweit sie zur Stellenausschreibung passen
  • EDV-Kenntnisse
  • Fremdsprachen
  • Hobbys, Ehrenämter oder ein FSJ (Nachweise nicht vergessen!)
  • Ort, Datum und Unterschrift

Zeugnisse und Nachweise

In der Regel schickst du die letzten beiden Schulzeugnisse mit (bei Bedarf auch die letzten vier) – und zwar in jedem Fall nur Kopien davon! Alle Originale behältst du immer bei dir, das gilt für deine Zeugnisse ebenso wie für Tätigkeits- und Qualifikationsnachweise!

Kopien musst du in einwandfreier Qualität abgeben. Falls notwendig, kannst du Kopien bei Behörden, beim Notar oder auch im Pfarramt beglaubigen lassen.

Für eine Online-Bewerbung scannst du deine Zeugnisse und Nachweise (das geht auch im nächsten Copy-Shop).

Ordne alle Nachweise nach Ausstellungstag: Wie beim Lebenslauf kommt auch hier das Dokument mit dem aktuellsten Datum nach oben, das älteste zum Schluss.

Der letzte Schliff: Guter Rat… zu teuer?

Du musst nicht gestelzt schreiben – aber unbedingt sorgfältig, vollständig und ohne Rechtschreibfehler. Die sicherste Variante: Lass deine fertige Bewerbung von jemandem gegenlesen. Damit vermeidest du nicht nur Flüchtigkeitsfehler, sondern bekommst vielleicht noch ein paar gute Verbesserungstipps!

Übrigens: Deine Bewerbung sollte nicht am Geld scheitern! Inzwischen akzeptieren die meisten Unternehmen kostengünstige Online-Bewerbungen. Noch bessere Chancen hast du mit einem persönlichen Profil, das du dir auf den Seiten der Arbeitsagentur oder auf anderen Such-Portalen erstellen kannst.

Die Arbeitsagentur unterstützt dich ggf. finanziell bei Bewerbungsmaterialien und Reisekosten zu Vorstellungsgesprächen. Bitte einfach deine_n persönliche_n Berater_in um Unterstützung!

Per Post oder online?

Bei einer postalischen Bewerbung heftest du deine Unterlagen in der richtigen Reihenfolge in eine Bewerbungsmappe, das Anschreiben legst du ungeheftet obenauf. Verwende einen stabilen Umschlag in der richtigen Größe, damit die Unterlagen keinen Schaden nehmen.

Die Firmenadresse samt Ansprechpartner_in gehört in großer Schrift auf den Umschlag, und zwar am besten rechts in die Mitte. Deine Absenderadresse kommt in kleinerer Schrift nach links oben.

Bei einem Umschlag mit Sichtfenster platzierst du diese Angaben passend zum Fenster auf einem Deckblatt (deine Anschrift deutlich kleiner, eine Zeile ober- oder unterhalb der Empfangsadresse). Dieses Deckblatt kommt dann natürlich ganz nach oben, danach das Anschreiben auf einer freien Seite, dahinter deine Bewerbungsmappe mit allen Unterlagen.

Bei einer Online-Bewerbung fasst du alle Unterlagen in einem PDF zusammen – und zwar in derselben Reihenfolge, die auch für eine postalische Bewerbungsmappe gilt. In den Betreff gehört die Angabe „Bewerbung um eine Ausbildung als XYZ“. Im Nachrichtentext sprichst du die Kontaktperson namentlich an und weist darauf hin, dass sich im Anhang deine vollständigen Bewerbungsunterlagen befinden (hier reichen wenige Zeilen – kurz, knackig und freundlich). Achte auf die maximale Datenmenge des PDFs. In der Regel sollte der Anhang deiner Email 2MB nicht überschreiten. In der Ausbildungsplatzausschreibung findest du dazu gegebenenfalls genaue Angaben. 

Falls du nach einigen Tagen noch keine Eingangsbestätigung bekommen hast, solltest du telefonisch nachfragen. Dadurch gehst du sicher, dass alles angekommen ist und erfährst außerdem, wann du ungefähr mit einer ersten Rückmeldung rechnen kannst.

Die Auswahl

Am Ende steht die Einlaung zum Bewerbungsgespräch – oder eine Absage. Diese solltest du nicht persönlich nehmen. Bei vielen Ausbildungsplätzen gibt es unzählige Bewerbungen und es kann eben nur eine Person genommen werden. In diesem Fall heißt es, Kopf hoch und weitermachen. Helfen kann übrigens auch ein Seminar bei uns. Da lernst du souverän aufzutreten und dich selbstbewusst zu präsentieren. Frag am besten bei deiner ver.di Jugend vor Ort nach einem aktuellen Angebot.

Wir wünschen dir maximale Erfolge mit deiner Bewerbung und sind bei allen Fragen rund um die Ausbildung gerne für dich da!

03.11.2017

5 Tipps rund um die Krankmeldung

  • Junge Frau greift sich an den schmerzenden Kopf

Checkliste für Auszubildende, die wegen Krankheit nicht arbeiten können

Der Winter kommt und viele von uns kämpfen schon mit einer Erkältung oder Grippe. Gegen Husten, Schnupfen und Fieber helfen vor allem viel Schlaf und eine Auszeit in den eigenen vier Wänden. Wenn du krank bist, legst du dich also am besten ins Bett! Dazu hier fünf Tipps, damit bei deiner Krankmeldung alles glatt läuft. 

Um dich in Ruhe und ohne negative Folgen auskurieren zu können, solltest du bei der Krankmeldung ein paar Dinge beachten. Sonst drohen womöglich neben schmerzenden Gliedern auch eine gekürzte Vergütung, eine Abmahnung oder in schweren Fällen sogar eine fristlose Kündigung.

Tipp 1: Sofort Bescheid sagen
Gib am ersten Tag deiner Fehlzeit sofort deinem Ausbilder oder deiner Ausbilderin Bescheid – und zwar noch vor Beginn deiner Schicht, am besten per Telefon. Du musst nicht sagen, was dir genau fehlt, aber auf jeden Fall angeben, wie lange du voraussichtlich fehlen wirst. Nur so können sich alle auf deine Abwesenheit einstellen. 

Du musst dich auch dann krankmelden, wenn du von Betrieb oder Dienststelle am Tag deiner Krankheit für die Berufsschule oder eine andere Ausbildungsmaßnahme freigestellt bist – dann braucht auch deine Berufsschule bzw. Ausbildungsmaßnahme eine entsprechende Info von dir. Es reicht hier auch eine schriftliche Entschuldigung.

Tipp 2: Attest vorlegen
Dein Arbeitgeber kann bereits ab dem ersten Krankheitstag ein ärztliches Attest von dir verlangen, falls das mit deinem Ausbilder oder deiner Ausbilderin so vereinbart ist. Ansonsten verlangt das Gesetz (§5 EntgFG), dass spätestens ab drei Kalendertagen Krankheit am darauffolgenden Arbeitstag ein Attest beim Arbeitgeber vorliegen muss.

Ein Attest kann in der Regel nicht rückwirkend ausgestellt werden. Du solltest also lieber frühzeitig eine ärztliche Praxis aufsuchen. Wenn du am dritten Tag wirklich "ausgeknockt" bist und es nicht mal mehr bis zur Arztpraxis schaffst, hast du kein Attest und kriegst ein Problem... Falls du nach Ablauf deines Attests immer noch krank bist, brauchst du außerdem ein Folgeattest.

Tipp 3: Arzttermine
Nicht wirklich eilige ärztliche Termine vereinbarst du am besten immer in deiner Freizeit. Nach § 616 BGB haben Beschäftigte aber auch das Recht, diesen Termin in ihre Arbeitszeit zu legen, wenn er tatsächlich dringend notwendig ist. Das gilt somit auch für dich während deiner Ausbildung.

Und manchmal ist ein Arzttermin dringend notwendig – zum Beispiel bei akuten Schmerzen. In einem solchen Notfall musst du dich in der Personalabteilung und am besten auch bei deinem Ausbilder oder deiner Ausbilderin abmelden. Zum Arztbesuch solltest du im Anschluss auch eine Bescheinigung vorlegen.

Es ist nicht dringend, aber du musst trotzdem in eine ärztliche Praxis? Du bist verpflichtet, nicht unnötig lange am Ausbildungsplatz zu fehlen. Wähle also am besten einen frühen oder späten Termin. Manchmal gibt allerdings die Praxis einen bestimmten Termin vor, dann sind zunächst die tariflichen Regelungen ausschlaggebend.

Tipp 4: Vergütung während Krankheit oder Arzttermin
Krankmeldung erledigt und Attest abgegeben? Jetzt kannst du dich erst mal in Ruhe erholen. Auf deine Vergütung hast du per Gesetz weiterhin Anspruch bis zur sechsten Woche deiner Krankheit. Wenn du länger ausfällst, gibt es bis zu 78 Wochen lang Krankengeld von der Krankenkasse.

Du bist nicht krankgemeldet, musst aber trotzdem in die Arztpraxis?

  • Unter Umständen kann dein Anspruch auf Entgeltfortzahlung für Besuche beim Arzt oder bei der Ärztin während der Arbeitszeit weiterhin bestehen, sofern der Besuch zur festgelegten Zeit "medizinisch unvermeidbar" ist (vgl. Landesarbeitsgericht Halle/Saale vom 23.06.2010 – 5 Sa 340/09). Das gilt zum Beispiel auch für eine Blutabnahme am Morgen, zu der du in nüchternem Zustand erscheinen musst.
  • Allerdings ist es auch möglich, dass du für die Zeit während deines Arztbesuchs nicht bezahlt wirst. Zu den geltenden Regelungen in deinem Betrieb wissen am besten deine Jugend- und Auszubildendenvertretung, dein Betriebs- oder Personalrat Bescheid.
  • Für eine betriebliche Gleitzeitregelung gelten besondere Vereinbarungen: Wenn keine ausdrücklich andere Regelung besteht, können Beschäftigte für einen ärztlichen Termin in der Gleitzeit keine Zeitgutschrift verlangen (vgl. Landesarbeitsgericht Hamm vom 11.12.2001 - 11 Sa 247/11 -, LAG-Report 2002, 134).

Tipp 5: Schnell gesund werden
Das sagt sich so leicht… Gesetzlich bist du sogar dazu verpflichtet, möglichst schnell wieder gesund zu werden! Klingt komisch, ist aber so. Dazu gehört vor allem, dass du dich an alle ärztlichen Anweisungen hältst und dich schonst.

Es kann allerdings auch bedeuten, dass du mit gebrochenem Arm zwar arbeitsunfähig bist, aber trotzdem ins Kino gehen darfst! Entscheidend ist, dass du nichts unternimmst, was deine Genesung in die Länge ziehen oder deine Krankheit noch verschlimmern könnte. 

Falls du noch Fragen zur Krankmeldung hast, hilft dir gerne deine ver.di Jugend.

Und in jedem Fall: Gute Besserung!

19.10.2017

Zum Jugendarbeitsschutz-Gesetz

  • Junge Frau schaut kritisch auf ihre Uhr

Das Wichtigste auf einen Blick

Für erwerbstätige Jugendliche gilt das Jugendarbeitsschutzgesetz, kurz JArbSchG. Doch es gibt immer wieder Angriffe auf diese Regelungen – seitens der Arbeitgeber und der Politik. Interessenvertretungen sind deshalb besonders gefragt, auf die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen zum Jugendarbeitsschutz zu achten.

1960 verabschiedete der Bundestag zum ersten Mal ein umfassendes Gesetz zum Schutz von Kindern und Jugendlichen bei der Arbeit. Doch Anfang der 80er forderten Arbeitgeber die Rücknahme des Gesetzes: Es sei ein „Ausbildungsverhinderungsgesetz“. Die Kohl-Regierung weichte daraufhin die Schutzbestimmungen auf.

Seither gab es immer wieder Änderungen – oft zum Nachteil der Jugendlichen. Ein starker Jugendarbeitsschutz gewinnt jedoch immer stärker an Bedeutung. Schließlich müssen die jungen Beschäftigten von heute bis ins hohe Alter gesund bleiben, da das Renteneintrittsalter bereits auf 67 Jahre gestiegen ist, weitere Anhebungen werden immer wieder diskutiert.

Die Schutzbestimmungen müssen deshalb unbedingt verteidigt werden. Hier sind Interessenvertretungen gemeinsam mit der ver.di Jugend gefragt, für die Rechte junger Menschen zu kämpfen – denn es geht um deren Unversehrtheit!

Das JArbSchG ist sehr umfassend und es ist ratsam, zumindest die wichtigsten Bestimmungen zu kennen. Das Gesetz regelt unter anderem:

  • Arbeitszeit und Freizeit
  • Schutzvorschriften bei besonders gefährlichen Arbeiten
  • Pflichten des Arbeitgebers

Hier ein Überblick zu seinen wichtigsten Inhalten und Paragraphen.

Für wen gilt das Gesetz?
Grundsätzlich hat die Jugend- und Auszubildendenvertretung bei allen Beschäftigten auf die Einhaltung des JArbSchG zu achten, die das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben – egal, ob Auszubildende oder andere Beschäftigte, z. B. Pauschalkräfte oder "FerienjobberInnen" (siehe § 5 JArbSchG).

Das Gesetz gilt zwar nur für Jugendliche unter 18 Jahren, dennoch sollte es Ziel sein, auch Auszubildende ab 18 Jahren in die Schutzbestimmungen einzubeziehen. In einer Betriebsvereinbarung würde dann z. B. ein Satz wie dieser stehen: "Für alle Auszubildenden gelten die Bestimmungen des JArbSchG, der § 9 zum Aspekt 'Freistellung für die Berufsschule' gilt in der alten Fassung weiter." Interessenvertretungen können sich dafür stark machen.

Berufsschule
Damit Auszubildende den theoretischen Unterricht bewältigen können, muss der Arbeitgeber ihnen während der Berufsschulzeit frei geben (siehe § 9 JArbSchG, Absatz 1). Die theoretische Ausbildung sollte natürlich nicht auf Kosten der Jugendlichen gehen.

Deshalb steht in § 9 JarbSchG, Absatz 3: "Ein Entgeltausfall darf durch den Besuch der Berufsschule nicht eintreten." Die Regelung, dass Auszubildende nicht zur praktischen Ausbildung herangezogen werden dürfen, falls ihr Unterricht vor 9 Uhr beginnt, gilt auch für noch berufsschulpflichtige Personen über 18 Jahre.

Arbeitszeit
Auch junge Menschen dürfen nicht unter einem übergroßen Arbeitspensum leiden. Daher regelt § 8 im JArbSchG die Dauer der Arbeitszeit. Demnach dürfen Jugendliche nicht mehr als acht Stunden täglich und nicht mehr als 40 Stunden wöchentlich beschäftigt werden.

Für verlängerte Wochenenden oder so genannte "Brückentage" gilt: Wird in Verbindung mit Feiertagen an Werktagen nicht gearbeitet, damit die Beschäftigten eine längere zusammenhängende Freizeit haben, so darf die ausfallende Arbeitszeit auf andere Werktage verteilt werden.

Gestattet ist eine solche Umverteilung allerdings nur auf die Werktage von fünf zusammenhängenden Wochen, die direkt vor oder nach den Ausfalltagen liegen. Dabei darf die Wochenarbeitszeit im Durchschnitt dieser fünf Wochen 40 Stunden nicht überschreiten, die tägliche Arbeitszeit darf maximal achteinhalb Stunden betragen.

Wird an einzelnen Werktagen die Arbeitszeit auf weniger als acht Stunden verkürzt, dürfen Jugendliche an den übrigen Werktagen derselben Woche achteinhalb Stunden beschäftigt werden.

Pausen müssen ab einer Arbeitszeit von viereinhalb Stunden für mindestens 30 Minuten gewährt werden. Wird über sechs Stunden gearbeitet, sind mindestens 60 Minuten Pausen erforderlich. Als Pause gelten nur Arbeitsunterbrechungen von mindestens 30 Minuten. Dies regelt der § 11 des JArbschG.

Sonn- und Feiertage
Weihnachten gehören Jugendliche ihren Familien. Das hat auch der Gesetzgeber erkannt. Nach § 8 des JArbSchG dürfen somit Jugendliche am 24. und 31. Dezember nach 14 Uhr und an gesetzlichen Feiertagen nicht beschäftigt werden. Für den 25. Dezember, den 1. Januar, den 1. Osterfeiertag und den 1. Mai besteht sogar ein absolutes Beschäftigungsverbot für Jugendliche.

An anderen gesetzlichen Feiertagen sowie Sonntagen ist die Beschäftigung Jugendlicher nur zulässig:

  • in Krankenanstalten sowie in Alten-, Pflege- und Kinderheimen
  • in der Landwirtschaft und Tierhaltung mit Arbeiten, die auch an Sonn- und Feiertagen naturnotwendig vorgenommen werden müssen
  • im Familienhaushalt, wenn der Jugendliche in die häusliche Gemeinschaft aufgenommen wurde
  • im Schaustellergewerbe
  • bei Musikaufführungen, Theatervorstellungen und anderen Aufführungen sowie bei Direktsendungen im Rundfunk (Hörfunk und Fernsehen)
  • beim Sport
  • im ärztlichen Notdienst
  • im Gaststättengewerbe

Sonntagsarbeit darf nicht zur Regel werden. Deshalb steht im JArbSchG ausdrücklich: Jeder zweite Sonntag soll, mindestens zwei Sonntage im Monat müssen beschäftigungsfrei bleiben (siehe § 17, Absatz 2).

Nachtarbeit
Um die gesunde Entwicklung von Jugendlichen zu schützen, gilt laut § 14 ein allgemeines Verbot der Nachtarbeit. Hierbei gibt es einige Ausnahmen, da in einigen Betrieben ein erheblicher Teil der Arbeiten in den frühen Morgenstunden oder den späten Abendstunden anfällt – beispielsweise im Gesundheitswesen.

Aufgaben der JAVen
Jugend- und Auszubildendenvertretungen haben in erster Linie die Einhaltung der geltenden Schutzbestimmungen zu überwachen. Und bei Verstößen gegen das Gesetz entsprechend zu reagieren.

Für diese Arbeit im Betrieb oder in der Dienststelle vor Ort ist das "Jugendarbeitsschutzgesetz für JAVen" ein gutes Werkzeug. Die Arbeitshilfe bietet einen umfassenden Einblick in das JArbSchG.

Weiterführende Links

05.10.2017

8 Tipps zum Studium

  • Studierende auf dem Campus

Was ihr zum Start ins Wintersemester 2017/18 beachten müsst

Studium. Bäm. Ab jetzt geht es los. Das Wintersemester 2017/18 hat in den meisten Unis und Fachhochschulen am 1. Oktober begonnen. Für viele ist jetzt erst einmal alles ziemlich neu und unübersichtlich. Damit der Einstieg ins Studium so geschmeidig wie möglich abläuft, haben wir euch hier die wichtigsten Dinge aufgelistet.

1.    Einstiegsveranstaltung besuchen
Für alle „Frischlinge“ gibt es zum Studienbeginn meistens „Erstsemester-Info-Abende“ oder ähnliche Begrüßungsveranstaltungen, die zum Beispiel per Aushang in deinem Fachbereich angekündigt werden. Hier bekommst du nicht nur die wichtigsten Infos ganz speziell für deinen Studiengang, es ist auch meist eine perfekte Gelegenheit, erste Kontakte zu knüpfen.

2.    Stundenplan zusammenstellen
In manchen Bachelorstudiengängen ist der Stundenplan bereits relativ klar vorgegeben. In allen anderen Studiengängen ist viel Eigenmotivation und Selbstständigkeit gefragt. Hier musst du dir zu Beginn jedes Semesters deinen Stundenplan selbst zusammenstellen. Dazu wählst du aus dem Vorlesungsverzeichnis die Veranstaltungen aus, die du laut deiner Studienordnung benötigst und die dich interessieren. Hilfe findest du bei älteren Semestern, deiner Fachschaft oder in einem Tutorium.

3.    Prüfungsordnung verstehen
Das ist oft leichter gesagt, als getan. Aber entscheidend in deinem Studium ist und bleibt die Prüfungsordnung für deinen Studiengang an deinem Institut. Da steht drin, welche Seminare, Vorlesungen und sonstigen Leistungen du bis wann abgeschlossen haben musst. Und wie oft und wie lange du Prüfungen wiederholen kannst. Beratung dazu bekommst du von der Studienberatung deiner Uni oder speziell an deinem Institut oder von deiner Fachschaft.

4.    Ausweise und Zugänge besorgen
Für verschiedene Einrichtungen benötigst du Benutzerausweise oder Zugangsdaten. So zum Beispiel für die Uni-Bibliothek, euer Labor oder das Intranet. Welche das in deinem Fall sind und wo du sie beantragen kannst, erfährst du in der Regel bei deiner Fachschaft oder der Studienberatung in deinem Institut.

5.    Uni-Bibliothek auschecken
Du wirst in deinem Studium viel mit Fachliteratur zu tun haben, die nur bedingt im Netz zu finden ist. Du kommst daher um die gut sortierte ganz analoge Bibliothek nicht herum. Wie du dort das findest, was du suchst und wie die Ausleihe funktioniert, erfährst du am besten bei einer Führung. Zum Semesterbeginn gibt es meist mehrere solcher Bibliotheksführungen.

6.    Fachschaft kennenlernen
Die Fachschaft ist die Interessenvertretung der Studierenden an deinem Institut. Hier findest du Beratung durch ältere Studierende, neue Kontakte und Möglichkeiten, dich für Studierende zu engagieren. Mehr zur Interessenvertretung im Studium


7.    Kontakte knüpfen
Wie im späteren Arbeitsleben geht vieles auch an der Uni besser, wenn du gut vernetzt bist. Nutze daher vor allem die Angebote für Erstsemester wie Tutorien oder Lerngruppen oder gründe selber welche. Auch in der Fachschaft findest du meist gute Kontakte für deinen Studiengang.

8.    Finanzen aufbessern
Deine grundlegende Finanzierung solltest du jetzt bereits geklärt haben. Aber eventuell ist doch ein Nebenjob nötig. Beim Studentenwerk gibt es oft eine Jobbörse speziell für Studierende. Das Studentenwerk berät dich auch in Sachen BAföG, Studentenwohnheime und Mensa. Mehr Infos zum Studium 

Viel Spaß und vor allem viel Erfolg bei deinem neuen Lebensabschnitt wünscht dir deine ver.di Jugend!

29.09.2017

Probleme in der Probezeit

  • Junger Mann im Anzug lehnt sich erschöpft an eine Wand

Was hilft bei einem schwierigen Ausbildungsstart?

Die aufregenden ersten Tage der Ausbildung sind vorbei und so langsam stellt sich Routine ein. Doch leider nicht für alle. Der Ausbildungsstart kann sich aus vielen Gründen zum Albtraum entwickeln. Unser Ratgeber hilft weiter.

Die Chefin ist eine Tyrannin, die Noten in der Berufsschule sind eher schlecht als recht oder der lang ersehnte Traumberuf entpuppt sich als falsche Wahl – es gibt viele Gründe, warum sich der Ausbildungsbeginn eher als Fehlstart anfühlen kann.

Nichtsdestotrotz: Selbst für das größte Problem gibt es immer eine Lösung! Wichtig ist nur, nicht zu lange zu warten. Zu allen Herausforderungen deiner Ausbildung bekommst du außerdem Unterstützung von der ver.di Jugend als professionelle Interessenvertretung.

Was bedeutet noch mal die Probezeit?
Die erste Phase deiner Ausbildung ist die so genannte Probezeit. Grundsätzlich dient sie zum gegenseitigen Kennenlernen und dauert in der Regel vier Wochen bis vier Monate. In einer Pflegeausbildung ist auch eine Dauer von maximal sechs Monaten möglich.

Während der Probezeit können sowohl du als auch dein Betrieb von heute auf morgen und ohne Begründung das Ausbildungsverhältnis beenden. Eine Kündigung muss allerdings immer schriftlich erfolgen.

Schwierige Vorgesetzte
Dein Verhältnis zur Ausbilderin oder zum Ausbilder ist kompliziert? Vorgesetze sind auch nur Menschen – das entschuldigt allerdings keinen schlechten Umgang mit den Angestellten! Bei Problemen dieser Art hast du grundsätzlich zwei Möglichkeiten: entweder ein direktes Gespräch oder einen fließenden Ausbildungsplatzwechsel.

Kritik an Vorgesetzten zu üben, kostet Überwindung und ist ein mutiger Schritt. Wenn du dich dazu entscheidest, solltest du im Gespräch sehr konkret Stellung beziehen und dabei sachlich, diplomatisch und selbstkritisch argumentieren. So verschaffst du dir Respekt!

Bei großen Differenzen solltest du ein solches Gespräch besser nicht alleine führen. Nimm eine Vertrauensperson mit und protokolliere genau, was gesagt und beschlossen wurde.

Schlechte Noten
Manchmal läuft im Betrieb alles rund, aber in der Berufsschule drückt der Schuh. Bei schlechten Noten, Prüfungsangst oder Lernschwächen kann der Ausbildungsstart misslingen. All das bekommst du aber in den Griff – denn gegen Motivationsschwierigkeiten oder Lernblockaden gibt es ein paar simple Tricks.

Auch Vertrauenspersonen können dir zuhören und helfen – zum Beispiel Eltern, Lehrkräfte, Leute aus deinem Betrieb oder deine Interessenvertretung. Manchmal reicht schon etwas Nachhilfeunterricht in einem bestimmten Fach.

Ausbildungswechsel oder –abbruch
Jedes Jahr werden 20 Prozent aller Ausbildungsverträge vorzeitig gelöst – wirf in diesem Fall nicht gleich das Handtuch! Manches Anfangsproblem löst sich nach einiger Zeit von alleine oder durch ein klärendes Gespräch mit deiner Ausbilderin oder deinem Ausbilder.

Wenn nicht, kannst du nur deinen aktuellen Betrieb „an den Nagel hängen“, statt gleich die ganze Ausbildung. Vielleicht hast du lediglich den falschen Beruf erwischt – dann ist der Wechsel in eine passendere Ausbildung auf jeden Fall möglich!

Auf unserem Portal rund um die Ausbildung findest du weitere Hilfestellungen, beispielsweise bei Mobbing, schlechter Ausbildungsvergütung oder Überstunden. Zusätzlich haben wir dir FAQs zum Ausbildungsstart zusammengestellt – surf am besten gleich mal vorbei!

19.09.2017

Auf die Plätze – fertig – los!

  • Shirt mit der Aufschrift JETZT GEHTS LOS

Wichtige Infos zum Ausbildungsstart

Es ist wieder soweit: Mit der Ausbildung beginnt für viele auch ein neuer Lebensabschnitt! Klar, dass da ein paar Fragen auftauchen. Deshalb hat die ver.di Jugend als Interessenvertretung für junge Menschen hier die besten Tipps rund ums Thema Ausbildungsstart zusammengestellt. Jetzt kann’s losgehen!

Wir von der ver.di Jugend gratulieren erst mal zum Ausbildungsbeginn und wünschen euch allen einen guten Start in diese Lebensphase – eine neue, spannende und manchmal auch anstrengende Zeit! Gut zu wissen, dass es Unterstützung gibt: Als Gewerkschaftsjugend von ver.di haben wir das richtige Fachwissen rund um Ausbildung und Berufseinstieg.

In den ersten Tagen lernen die neuen Auszubildenden im besten Fall auch gleich ihre Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV) kennen. Die JAV sorgt dafür, dass die Auszubildenden im Betrieb mitreden können – z. B. bei Fragen zum Ausbildungsablauf oder zur Festlegung des Urlaubs. Als Ansprechpartnerin nimmt sich die JAV der Probleme der Auszubildenden an, beispielsweise auch über spezielle Veranstaltungen (z. B. den sogenannten Jugend- und Auszubildendenversammlungen).

Fragen? Herausforderungen? Die ver.di Jugend ist am Start!
Manchmal kann es stressig werden: Prüfungen im Nacken, Ärger mit den Vorgesetzten oder vielleicht der Wunsch, die Ausbildung zu wechseln. Egal, wo in der Ausbildung der Schuh drückt: Von der ver.di Jugend gibt es Hilfe und nützliche Tipps. Zum Beispiel auf unserem Ausbildungsportal ausbildung.info. Die Website bietet viele passende Antworten und Lösungen für den Ausbildungsalltag.

In den meisten Betrieben und Unternehmen gibt es auch einen Betriebsrat bzw. in Dienststellen den sogenannten Personalrat. Vielleicht auch eine außerbetriebliche Interessenvertretung. Auch diese Gremien kümmern sich um die Probleme aller Beschäftigten und Auszubildenden. Hilfe ist also nie weit entfernt.

Tipps für eine entspannte Ausbildung
In den ersten Tagen eurer Ausbildung überrollt euch eine wahre Informationsflut. Außerdem lernt ihr die neuen Kolleginnen und Kollegen kennen und natürlich auch euren Arbeitsplatz der nächsten Jahre. Das kann alles ganz schön aufregend sein. Doch keine Sorge! Niemand erwartet, dass ihr alles sofort auf dem Schirm habt. Ein einfacher Tipp hilft da schon weiter: Wichtige Infos sofort mitschreiben, dadurch lassen sie sich nicht nur besser merken, sondern ihr könnt euch die einzelnen Fakten und Themen auch noch mal in Ruhe anschauen.

Außerdem solltet ihr ein paar wichtige Aspekte unbedingt beachten. Anhand der folgenden Liste könnt ihr ganz einfach gegenchecken, ob alles erledigt ist.

Ausbildungsqualität – von Anfang an ist wesentlich, dass Auszubildende in ihrer Ausbildung die richtigen Qualifikationen erlernen und zwar zu fairen Bedingungen.

Finanzen – damit die wohlverdiente Ausbildungsvergütung auch ankommt.

  • Ist eine elektronische Lohnsteuerkarte vorhanden?
  • Ist ein Sozialversicherungsausweis vorhanden?
  • Ist ein Girokonto eingerichtet und wurde dem Arbeitgeber die Bankverbindung mitgeteilt?
  • Besteht vielleicht Anspruch auf finanzielle Unterstützungen, konkret auf Berufsausbildungsbeihilfe oder Wohngeld?

Versicherungen – alte wechseln oder neue abschließen?

  • Krankenversicherung: Lohnt sich ein Versicherungswechsel?
  • Berufsunfähigkeitsversicherung: Macht es Sinn, eine abzuschließen?
  • Haftpflichtversicherung: Ist sie vielleicht schon über die Eltern vorhanden?

Fahrtweg – wo geht es überhaupt hin?

  • Welches Verkehrsmittel fährt am schnellsten zum Ausbildungsbetrieb?
  • Wie genau verläuft die Strecke, wo muss ich umsteigen o. ä.?
  • Lieber ein paar Minuten mehr einplanen und im Zweifel vorher den Weg abfahren!

Umgangston – Frechheit siegt… nicht immer!

  • Am Anfang erst mal die Kolleg_innen beobachten und auf versteckte Hierarchien achten!
  • Die sicherste Variante ist ein freundliches, offenes, aber auch zurückhaltendes Verhalten.

Kleidung – best dressed for the moment!

  • Gab es evtl. schon während der Bewerbungsphase oder im Vorstellungsgespräch Hinweise auf eine Kleiderordnung?
  • Im Zweifelsfall lieber erst mal „overdressed“ auftauchen und am zweiten Tag ggf. nachkorrigieren.

Und bei allem Trubel immer dran denken: Bei der JAV oder der ver.di Jugend gibt es immer kompetente Ansprechpartner_innen für alle Fragen rund um das Thema Ausbildung.

Auf ausbildung.info gibt es weitere nützliche Tipps zum Ausbildungsstart!

Schnelle Antworten rund um das Thema Ausbildung liefert außerdem unser umfassendes Glossar für Auszubildende – jetzt auch als App „Ausbildung von A bis Z“ für dein Smartphone:

Wir wünschen euch einen gelungen Start, viel Spaß und eine erfolgreiche Ausbildung!

22.06.2017

Euer Urlaub ist Gesetz

  • Sommer, Sonne, ver.di Jugend

Es ist vielleicht das schönste Recht der Welt - das Recht auf Erholungsurlaub. Aber wer bestimmt, wann Urlaub ist? Und wie lange? Und was, wenn die Kollegen und Kolleginnen euch immer die besten Ferientermine wegschnappen? Damit dein Urlaub nicht in Stress ausartet, haben wir die wichtigsten Regelungen zusammengestellt. Übrigens, wir arbeiten daran, dass dein Urlaubsrecht noch besser gewahrt wird – damit du nicht nur entscheiden kannst, wohin es geht.    

Wie lange habe ich eigentlich Urlaub?

Die Mindeststandards von Urlaubslänge,  -zeitpunkt und -entgelt regelt für Jugendliche das  Jugendarbeitsschutzgesetzes (JArbSchG). Wenn du einen Ausbildungsvertrag mit Tarifbindung hast, gilt die dort festgehaltene, meist bessere Regelung.

24 Werktage sind die gesetzliche Mindestdauer an Urlaubstagen. Der Anspruch staffelt sich dabei – gegenläufig zum körperlichen Verfall - nach dem Alter: Unter 16-Jährige haben einen Jahresurlaubsanspruch von 30 Werktagen. Wer unter 17 Jahre alt ist, bekommt 27 Werktage Urlaub. Alle unter 18-Jährigen haben nur noch Anspruch auf 25 Werktage Urlaub. Werktage gelten dabei von Montag bis Samstag (§ 19 JArbSchG).

Hier ein Bsp. aus einem Tarifvertrag einfügen, zB TVöD.

Weil man einige Zeit Urlaub braucht, um überhaupt „runter“ zu kommen, solltest du deinen Urlaub grundsätzlich möglichst zusammenhängend nehmen. Das empfiehlt auch das Bundesurlaubsgesetz (§ 7 Abs. 2 BurlG). Dein Chef kann dir jedoch dabei in die Quere kommen, wenn betriebliche oder in deiner Person liegende Gründe dagegen sprechen.
Und ja, Regenerationszeit ist Arbeitszeit: Dein Urlaub wird also auf deine Ausbildungszeit angerechnet.

Ich habe meine Ausbildung gerade erst angefangen – was nun?

Du hast trotzdem ein Recht auf Urlaub. Für jeden vollen Monat deiner Ausbildung bekommst du nach Gesetz insgesamt 1/12 deines Jahresurlaubs angerechnet (§ 5 BurlG). Dabei wird ab halben Tagen auf volle Urlaubstage aufgerundet. Auch in der Probezeit. Zum Beispiel: 28 Urlaubstage pro Jahr geteilt durch 12 = 2,33 Urlaubstage pro Monat.

Das Zwischenergebnis (bitte noch nicht aufrunden!) multiplizierst du mit deiner Beschäftigungszeit im laufenden Jahr: Beispiel: 01.02.2017 bis 31.6.2017 = fünf Monate
Daraus ergibt sich dein Urlaubsanspruch im laufenden Jahr (ab mindestens einem halben Tag rundet man auf volle Urlaubstage auf): Beispiel: 2,333 Urlaubstage pro Monat mal fünf Monate = 11,66 = 12 Urlaubstage in 2017.

Das Gesetz besagt jedoch auch, dass du erst nach sechs Monaten deines Arbeitsverhältnisses Anspruch auf vollen Urlaub hast. Du kannst ihn also erst ab dem siebten Monat beantragen. „Urlaub im Voraus“ gibt es leider nicht (§ 4 BurlG)

Gehen mir durch gesetzliche Feiertage Urlaubstage verloren?
Liegen innerhalb deines Urlaubs gesetzliche Feiertage, werden diese nicht auf den Urlaubsanspruch angerechnet. Du solltest dabei aber beachten, dass Feiertage regional geregelt sind. Je nachdem, wo du arbeitest, hast du also ohnehin frei oder nicht.

Wie kann ich die Urlaubsplanung mitbestimmen?
Viele Betriebe und Dienststellen stimmen jetzt schon die Urlaubsplanung für das nächste Jahr ab. Das ist notwendig, damit es eine echte Chance gibt, die Wünsche von allen zu vereinbaren. In der Regel gilt: Wer zuerst kommt, hat die größte Wahlfreiheit.

Um Streit und Unzufriedenheit zu verhindern, gibt es in manchen Betrieben vom Betriebs-, bzw. Personalrat festgelegte Grundsätze für die Urlaubsplanung. Beschäftigte mit Kindern dürfen ihren Urlaub gesetzlich verankert ohnehin bevorzugt in der Zeit der Schulferien nehmen. Auch wenn sie ihn erst nach dir eingereicht haben.

Achtung: Du kannst deinen Urlaub nur mit wichtigem Grund ins nächste Jahr übertragen. Diesen musst du dann bis zum 31. März des Folgejahres „aufbrauchen“. Steht in deinem Ausbildungsvertrag eine günstigere tarifliche Regelung, so gilt diese. Beantragen musst du deinen Urlaub aber dennoch. Sonst verfällt er ersatzlos. Sicher dich also auf jeden Fall vorher durch Rücksprache ab.

Wie reiche ich meinen Urlaub ein?

Am besten schriftlich. Dein Antrag auf Erholungsurlaub muss grundsätzlich genehmigt werden. Er kann nur wegen betrieblicher,  in deiner Person liegende  oder aus sozialen Gründen abgelehnt werden, wie etwa dem Vorrang von Eltern in der Wahl der Urlaubszeit.

Bekommst du nicht innerhalb eines Monats eine Antwort, darfst du - zumindest rein rechtlich - deinen Urlaub antreten. Frag aber besser nach. Kommt es doch zum Streit, hilft dir deine JAV weiter. Du kannst deinen Anspruch sogar gerichtlich einfordern.

Wurde dein Urlaub bewilligt, kann dein Arbeitgeber ihn nicht mehr kurzfristig zurückziehen. Für dich gilt das aber auch. Deshalb ein Tipp: Heb den Antrag und die Genehmigung auf.  
Da habe ich endlich Urlaub und dann werde ich krank.
Das passiert, mach dir keine Sorgen. Wenn du ein ärztliches Attest vorlegst, bleibt dein Urlaubsanspruch bestehen. Du kannst allerdings die entsprechenden Tage nicht einfach hinten anhängen. Sprich die neuen Urlaubsdaten mit deinem Arbeitgeber ab.

Ich bin so gut drauf, ich brauch gar keinen Urlaub! 
Auch wenn du damit bei einigen vielleicht punkten könntest. Es ist verboten, auf den Urlaub zu verzichten. Du brauchst Regenerationszeit. Kein Arbeits- oder Tarifvertrag kann diesen Anspruch ausschließen, zum Glück!  

Dein Urlaub kann daher übrigens auch nicht mit Geld ausgeglichen werden. All das würde deiner Erholung im Wege stehen!

Widerruf des Urlaubs - Holen aus dem Frei

Stehen Auftragsspitzen ins Haus oder gibt es Personalengpässe, sind Arbeitgeber schnell versucht, einen bereits genehmigten Urlaub zu widerrufen. Auch das ist nicht erlaubt. Lass dich also nicht darauf ein! 

Du darfst auch nicht aus dem Urlaub zurück in den Betrieb geholt werden. Dein Urlaub – Dein  Gesetz! Lass dich im Fall der Fälle von deiner JAV oder deiner ver.di Jugend beraten, was zu tun ist.

Ich will Meer und mehr wissen – geht das?

Ja. Du kannst auch Urlaub für deine persönliche Entwicklung in Anspruch nehmen,  zum Beispiel für eine Weiterbildung oder für politische Bildung. Dafür bekommst du sogra extra Tage Urlaub obendrauf! In immerhin vierzehn Bundesländern haben Beschäftigte und Auszubildenden sowie Anwärter_innen Anspruch auf diese Art von Bildungsurlaub. In der Regel sind dafür fünf Arbeitstage pro Jahr vorgesehen. Was für dich gilt, kannst du hier einsehen.

Urlaub in der Krankenpflege – Mein Urlaub. Mein Plan.

Die Urlaubsbedingungen für Azubis in der Pflege sind häufig besonders angespannt. Versucht dein Ausbildungsträger dir deinen Urlaub einfach vorzugeben, um einen möglichst reibungslosen Arbeitsablauf zu garantieren? Wenn dein Chef oder deine Chefin dabei mit Personalengpässen argumentiert, ist er im Unrecht. Als Auszubildende_r bist du kein_e Lückenbüßer_in. Eine Vorgabe der Urlaubszeit ist verboten. Wir von ver.di arbeiten daran, dass sich Arbeitgeber daran halten. Wende dich im Zweifel an deine JAV oder an deine ver.di Jugend vor Ort. 

Nimmst du deinen Urlaub während kürzerer Praxiseinsätze, solltest du darauf achten, dass kein Einsatzgebiet, das von der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung vorgeschrieben ist, ganz ausfällt. Sollte dies doch passieren, musst du dich darum kümmern, dass du es nachholen kannst.

Gleicher Urlaubsanspruch für alle in der Pflege!
Für Auszubildende im Geltungsbereich des TVAöD BT-Pflege gibt es keinen nach Alter gestaffelten Urlaubsanspruch. Alle haben Anspruch auf 27 freie Ausbildungstage, bezogen auf die Fünf-Tage-Woche.

Wir machen uns stark für euren frei planbaren Urlaub! 
Deine JAV und ver.di wollen verbindliche Regelungen, damit du deinen Urlaub nehmen kannst, wann du willst. Unterstütz uns dabei. Sprich uns an!



08.06.2017

Ausbildung oder Studium PLUS jobben?

  • Lernen, lernen, lernen: Wie klappt da noch ein Nebenjob?

Na, gehört ihr etwa zu den Studis oder Auszubildenden, die im Geld schwimmen, sich einen Fahrservice leisten und ein Penthouse mieten? Nicht? Das wäre jedenfalls deutlich gemütlicher, als unter den fast 1,2 Millionen zu sein, die neben Vollzeit-Studium oder -Ausbildung auch noch jobben müssen, um zu überleben.

BAföG und andere Ausbildungsförderungen schaffen ganz offensichtlich noch keine Lebensbedingungen, unter denen sich junge Auszubildende und Studierende aufs Lernen konzentrieren können. Als Gewerkschaft finden wir das schlicht gesagt skandalös. Niemand sollte so eine Doppelbelastung aushalten müssen!

Doch auch wenn eure Finanzlage alles andere als rosig ist und ihr deshalb jobben müsst, bewegt ihr euch nicht im rechtsfreien Raum. Ob Mini- oder Midijob, ob kurzfristige oder reguläre (studentische) Beschäftigung oder vielleicht sogar eine Kombi daraus: Achtet dabei auf eure Rechte! Dazu gehören Einkommens- und Arbeitszeitgrenzen, genauso wie Melde- und Informationspflichten, um Probleme oder finanzielle Einbußen zu vermeiden.

ver.di Jugend – eure starke Schulter!
Probleme in der Ausbildung, im Studium oder im Nebenjob? Wir setzen uns für euch und eure Rechte ein! Wir bündeln Initiativen, um eure finanzielle und rechtliche Lage zu verbessern. Wir sammeln die passenden Infos, damit ihr schnell die optimalen Förderungen findet. Und damit ihr die zahlreichen Fallstricke bei Steuern und Pflichtversicherungen elegant umschiffen könnt.

In den letzten Jahren haben sich außerdem immer mehr Beratungsstellen direkt an den Hochschulen etabliert. Informiert euch am besten am Campus über das Angebot vor Ort.

Gut informiert? Geht auch per Mouseklick!
Keine Sorge, falls eure Uni noch kein Beratungszentrum eingerichtet hat: Hier kommen die wichtigsten Infos, Internetseiten und Linksammlungen zum Thema.

  • Jobben neben Studium oder Ausbildung

Auf unserem Serviceportal rund um Ausbildung und Studium findest du Infos zum Arbeitsrecht, zur Lohnsteuer, der Meldepflicht, zu nicht angemeldeter Arbeit, Sparzulagen und vermögenswirksamen Leistungen, Studentenstatus und Versicherungen, zu Tarifpolitik und vielem mehr. In unserer Infobox haben wir euch noch weiterführende Tipps und Links zu speziellen Fragen draufgepackt.

Außerdem stellen wir kurz die verschiedenen Beschäftigungsformen für Studierende und Auszubildende vor. Neben 450-Euro-Jobs oder freiberuflichen Tätigkeiten gibt es auch noch Werkstudierende oder Saisonbeschäftigte mit jeweils unterschiedlichen Steuersätzen und Sozialabgaben.

Infos zum Jobben neben Studium oder Ausbildung
Linksammlung zum Jobben neben Studium oder Ausbildung

  • Sozialversicherungsstatus im Studium

Anfang 2017 haben die gesetzlichen Krankenkassen, Rentenverbände und die Agentur für Arbeit „ordentlich Studierende“ neu definiert. Geändert hat sich dadurch vor allem der Sozialversicherungsstatus für euch im Studium oder Praktikum. Die DGB Jugend stellt diese Änderungen und ihre Auswirkungen vor.

Neu ist zum Beispiel, dass der Werkstudentenstatus endet, sobald die Studierenden postalisch vom Prüfungsamt über das Ergebnis ihrer letzten Prüfung informiert wurden. Und: Bei einer Pause zwischen Bachelor- und Masterstudium zählt ihr während dieser Pause nicht mehr als „ordentlich Studierende“.

Was ihr außerdem bei Freibeträgen und Einkommensgrenzen, Steuern und Sozialversicherung, bei Informations- und Meldepflichten und hinsichtlich arbeitsrechtlicher Regelungen beachten solltet – hier geht’s zur Komplettübersicht:

Neubestimmungen zum Jobben im Studium

  • Students at work

Das Beratungsportal der DGB Jugend informiert euch zu allen (arbeits-)rechtlichen Fragen bei der Kombination von Studium und Job. Ob es um Gehalt oder Urlaub, um Kündigung und Arbeitsvertrag, um die Gültigkeit eines Tarifvertrags oder um Sozialrechtliches zur Kranken- und Rentenversicherung geht – hier findet ihr die richtigen Antworten.

Auch zu finanziellen Themen wie Stipendien, Praktika, Studiengebühren und den Unterhalt von den Eltern gibt die Seite hervorragend Auskunft. On top liefert sie Jobbörsen-Empfehlungen und Tipps für Absolvent_innen.

Falls ihr eine spezielle Frage habt, schreibt einfach eine E-Mail ans Team – die Kolleginnen und Kollegen antworten meistens sehr zügig.

Zum Angebot von Students at work

Gemeinsam für bessere Ausbildungs- und Studienbedingungen!

Übrigens: Frage Nummer eins in den Beratungsstellen für Studierende ist derzeit, wie man am besten zwei Jobs miteinander kombiniert... Nicht nur für Studierende, sondern auch für viele Auszubildende leider eine elementare Sache. Wir arbeiten daran, dass das nicht mehr nötig ist! Wenn ihr uns dabei unterstützen wollt, kommt gerne vorbei, ruft an oder mailt. Wir freuen uns auf euch!

Infos zur Kombination mehrerer Jobs

Mehr zum Jobben im Studium bietet auch unsere Stichwortliste:

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