08.06.2017

Ausbildung oder Studium PLUS jobben?

  • Lernen, lernen, lernen: Wie klappt da noch ein Nebenjob?

Na, gehört ihr etwa zu den Studis oder Auszubildenden, die im Geld schwimmen, sich einen Fahrservice leisten und ein Penthouse mieten? Nicht? Das wäre jedenfalls deutlich gemütlicher, als unter den fast 1,2 Millionen zu sein, die neben Vollzeit-Studium oder -Ausbildung auch noch jobben müssen, um zu überleben.

BAföG und andere Ausbildungsförderungen schaffen ganz offensichtlich noch keine Lebensbedingungen, unter denen sich junge Auszubildende und Studierende aufs Lernen konzentrieren können. Als Gewerkschaft finden wir das schlicht gesagt skandalös. Niemand sollte so eine Doppelbelastung aushalten müssen!

Doch auch wenn eure Finanzlage alles andere als rosig ist und ihr deshalb jobben müsst, bewegt ihr euch nicht im rechtsfreien Raum. Ob Mini- oder Midijob, ob kurzfristige oder reguläre (studentische) Beschäftigung oder vielleicht sogar eine Kombi daraus: Achtet dabei auf eure Rechte! Dazu gehören Einkommens- und Arbeitszeitgrenzen, genauso wie Melde- und Informationspflichten, um Probleme oder finanzielle Einbußen zu vermeiden.

ver.di Jugend – eure starke Schulter!
Probleme in der Ausbildung, im Studium oder im Nebenjob? Wir setzen uns für euch und eure Rechte ein! Wir bündeln Initiativen, um eure finanzielle und rechtliche Lage zu verbessern. Wir sammeln die passenden Infos, damit ihr schnell die optimalen Förderungen findet. Und damit ihr die zahlreichen Fallstricke bei Steuern und Pflichtversicherungen elegant umschiffen könnt.

In den letzten Jahren haben sich außerdem immer mehr Beratungsstellen direkt an den Hochschulen etabliert. Informiert euch am besten am Campus über das Angebot vor Ort.

Gut informiert? Geht auch per Mouseklick!
Keine Sorge, falls eure Uni noch kein Beratungszentrum eingerichtet hat: Hier kommen die wichtigsten Infos, Internetseiten und Linksammlungen zum Thema.

  • Jobben neben Studium oder Ausbildung

Auf unserem Serviceportal rund um Ausbildung und Studium findest du Infos zum Arbeitsrecht, zur Lohnsteuer, der Meldepflicht, zu nicht angemeldeter Arbeit, Sparzulagen und vermögenswirksamen Leistungen, Studentenstatus und Versicherungen, zu Tarifpolitik und vielem mehr. In unserer Infobox haben wir euch noch weiterführende Tipps und Links zu speziellen Fragen draufgepackt.

Außerdem stellen wir kurz die verschiedenen Beschäftigungsformen für Studierende und Auszubildende vor. Neben 450-Euro-Jobs oder freiberuflichen Tätigkeiten gibt es auch noch Werkstudierende oder Saisonbeschäftigte mit jeweils unterschiedlichen Steuersätzen und Sozialabgaben.

Infos zum Jobben neben Studium oder Ausbildung
Linksammlung zum Jobben neben Studium oder Ausbildung

  • Sozialversicherungsstatus im Studium

Anfang 2017 haben die gesetzlichen Krankenkassen, Rentenverbände und die Agentur für Arbeit „ordentlich Studierende“ neu definiert. Geändert hat sich dadurch vor allem der Sozialversicherungsstatus für euch im Studium oder Praktikum. Die DGB Jugend stellt diese Änderungen und ihre Auswirkungen vor.

Neu ist zum Beispiel, dass der Werkstudentenstatus endet, sobald die Studierenden postalisch vom Prüfungsamt über das Ergebnis ihrer letzten Prüfung informiert wurden. Und: Bei einer Pause zwischen Bachelor- und Masterstudium zählt ihr während dieser Pause nicht mehr als „ordentlich Studierende“.

Was ihr außerdem bei Freibeträgen und Einkommensgrenzen, Steuern und Sozialversicherung, bei Informations- und Meldepflichten und hinsichtlich arbeitsrechtlicher Regelungen beachten solltet – hier geht’s zur Komplettübersicht:

Neubestimmungen zum Jobben im Studium

  • Students at work

Das Beratungsportal der DGB Jugend informiert euch zu allen (arbeits-)rechtlichen Fragen bei der Kombination von Studium und Job. Ob es um Gehalt oder Urlaub, um Kündigung und Arbeitsvertrag, um die Gültigkeit eines Tarifvertrags oder um Sozialrechtliches zur Kranken- und Rentenversicherung geht – hier findet ihr die richtigen Antworten.

Auch zu finanziellen Themen wie Stipendien, Praktika, Studiengebühren und den Unterhalt von den Eltern gibt die Seite hervorragend Auskunft. On top liefert sie Jobbörsen-Empfehlungen und Tipps für Absolvent_innen.

Falls ihr eine spezielle Frage habt, schreibt einfach eine E-Mail ans Team – die Kolleginnen und Kollegen antworten meistens sehr zügig.

Zum Angebot von Students at work

Gemeinsam für bessere Ausbildungs- und Studienbedingungen!

Übrigens: Frage Nummer eins in den Beratungsstellen für Studierende ist derzeit, wie man am besten zwei Jobs miteinander kombiniert... Nicht nur für Studierende, sondern auch für viele Auszubildende leider eine elementare Sache. Wir arbeiten daran, dass das nicht mehr nötig ist! Wenn ihr uns dabei unterstützen wollt, kommt gerne vorbei, ruft an oder mailt. Wir freuen uns auf euch!

Infos zur Kombination mehrerer Jobs

Mehr zum Jobben im Studium bietet auch unsere Stichwortliste:

26.05.2017

Welcome Solidarity

  • Ein Schild heißt Refugees welcome.

Das neue DGB-Portal ist online!

Die Jugend des Deutschen Gewerkschaftsbundes und mit ihr die ver.di Jugend stellen sich seit ihrer Gründung gegen Rassismus und Diskriminierung. Dieses gemeinsame Engagement tragen wir jetzt auch ins Netz: Auf unserer neuen Webseite WELCOME SOLIDARITY findet ihr Infos rund um Flucht, Asyl, Migration und eure Rechte in der Ausbildung – speziell für junge Geflüchtete, aber auch für solidarische Azubis.

Bildet euer Betrieb schon Geflüchtete aus? Wollt ihr euch dafür einsetzen und euch für die neuen Kolleginnen und Kollegen starkmachen? Wir von der ver.di Jugend und DGB Jugend sind dabei! Unser neues Internetportal bietet Informationen und Handlungshilfen, die den Refugees, aber auch ihren Unterstützerinnen und Unterstützern helfen, damit Ankunft, Integration und das Miteinander in Deutschland besser gelingen.

Aller Anfang ist schwer
Denn Menschen, die geflohen sind, haben mit vielen Barrieren zu kämpfen. Die Flucht mag hinter ihnen liegen, aber ihre mitunter traumatischen Erlebnisse und bösen Erinnerungen können einem erfolgreichen Berufsleben im Weg stehen.

Und nicht nur das: Mangelnde Deutschkenntnisse, aber auch Vorurteile, Ängste und die wachsende Fremdenfeindlichkeit mancher Einheimischer können den Start in einen neuen Beruf zur scheinbar unüberwindlichen Hürde machen.

Im Gegensatz zu den meisten ihrer deutschen Kolleginnen und Kollegen kennen außerdem viele Geflüchteten ihre Rechte und Pflichten als Beschäftigte oder Auszubildende nicht. Das kann großen Schaden anrichten und macht sie zur ersten Zielscheibe für Ausbeutung und Lohndumping.

Für ein faires Miteinander, gegen rechts!
Fremdenfeindliche und rechtsradikale Bewegungen sind mit den zunehmenden Flüchtlingszahlen gewachsen – diese Entwicklung treten wir entschieden und mit aller Kraft entgegen! Wir wollen und werden nicht zulassen, dass gelungene Integration und ein faires Miteinander durch Fehl- oder Falschinformationen ausgebremst werden.

Unter dem Dach der DGB Jugend unterstützen deshalb auch wir von der ver.di Jugend das neue Infoportal für Refugees. Die Website bietet Informationsmaterial, Hintergrundreportagen, aktuelle Aktionen und Forderungen der Gewerkschaften. Zusätzlich gibt es Zusammenstellungen und Infos zu den Rechten und Pflichten aber auch zu speziellen Bildungs- und Ausbildungsmöglichkeiten für Refugees.

Berufsausbildung in Deutschland
So setzt die DGB-Jugend mit der 2016 erschienenen Broschüre "Berufsausbildung in Deutschland" genau da an, wo junge Geflüchtete sich orientieren müssen und Hilfe benötigen. Passend zum jeweiligen Lebensalter gibt sie umfassend Auskunft über Schulabschlüsse, Berufsorientierung und Bewerbung. Dazu vermittelt die Broschüre wichtige Informationen rund um den Ausbildungsstart – übrigens auf Englisch, Französisch, Farsi und Arabisch.

Ebenfalls in vier Sprachen gibt es unser Infomaterial "Deine Rechte in der Ausbildung", das mittlerweile zu den erfolgreichen Azubi-Klassikern gehört. In dieser Broschüre finden junge Refugees wie Deutsche alles über die Rechte von Auszubildenden, über Jugendarbeitsschutz und Mitbestimmung und auch Antworten auf die Frage "Was tun eigentlich Gewerkschaften?".

Die Seite lässt sich mit allen Endgeräten abrufen, alle Informationen stehen jeweils als PDF-Broschüre zum Download bereit. Auch den „Blickpunkt“ zu Flucht, Asyl und Migration gibt es als Online-Dossier.

Macht euch selbst ein Bild von „WELCOME SOLIDARITY“ und leitet die URL weiter an eure geflüchteten Kolleginnen und Kollegen: www.welcome-solidarity.de

Viel Spaß beim Surfen & Lesen! Eure ver.di Jugend

18.05.2016

Ohne Abi zur Uni? Klaro geht das!

  • Auszubildende überlegt.

Viele Wege führen zur Uni

Ausbildung geschafft?! Warum nicht noch was draufsetzen – wie wär’s mit einem Studium? Ja, das geht auch ohne Abitur! Dazu gibt es beispielsweise von der Hans-Böckler-Stiftung ein spezielles Förderprogramm nach der Ausbildung. In bestimmten Fällen könnt ihr sogar ohne abgeschlossene Berufsausbildung ein Studium starten. Wir haben euch passende Infos zusammengetragen.

Mit einem Studium eröffnen sich vielfältige Karrierechancen. Insofern nützt es all jenen, die beruflich höher hinaus wollen bzw. später eher selbstbestimmt arbeiten möchten. Zugang zum Studiensystem gibt es allerdings in Deutschland grundsätzlich nur mit Abitur – eigentlich.

Bei genauerer Betrachtung könnt ihr durchaus auch ohne Hochschulreife studieren. Für alle mit abgeschlossener Berufsausbildung gibt es zum Beispiel spezielle gewerkschaftliche Unterstützung.

Förderprogramm der Hans-Böckler-Stiftung
Die Hans-Böckler-Stiftung (HBS) ist das Mitbestimmungs-, Forschungs- und Studienförderungswerk des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB). Beruflich Qualifizierten aus dem Gesundheits- und dem gewerblich-technischen Bereich erleichtert die HBS den Weg vom Beruf ins Studium – auch ohne Abitur.

Dazu bietet die Stiftung vorbereitende Seminarangebote und Vorbereitungskurse an der Universität, die exakt auf eure Bedürfnisse zugeschnitten sind. Obendrauf gibt es ab drei Monate vor Studienbeginn ein Stipendium und Unterstützung beim Lernen bis ins dritte Semester.

Das neue Förderprogramm ist auf neun Vollzeit-Studiengänge der Gesundheits- und Ingenieurwissenschaften ausgerichtet und euer maßgeschneiderter Weg ins Studium! Alle Studiengänge werden mit dem "Bachelor of Science" abgeschlossen.

Mehr Details zu diesem Förderprogramm findet ihr auf der HBS-Website – gleich mal vorbeisurfen!

Support von deiner Gewerkschaft
Die HBS bietet übrigens noch weitere Stipendien und Studienförderungen. Bei der Vergabe von Stipendien gibt es außerdem ein Verfahren für Gewerkschaftsmitglieder, die sich gewerkschaftlich oder gesellschaftspolitisch engagieren.

Und auch für alle Fragen und Hürden, die sich während des Studiums auftun, gibt es gewerkschaftliche Unterstützung. Je nach Thematik stehen euch verschiedene gewerkschaftliche Anlaufstellen mit Rat und Tat zur Seite.

Studentische Interessen kommuniziert und koordiniert in ver.di die AG Studierende. Diese bundesweite Arbeitsgemeinschaft besteht aus Schüler_innen, Studierenden und Promovierenden aus ganz Deutschland.

Und wer sich für Studiengänge zur Gewerkschaftsarbeit interessiert, surft am besten auf unser Service-Portal ausbildung.info.

Weitere Wege zur Hochschule
Alternative Wege ins Studium führen zum Beispiel über:

Für die zuletzt genannte Variante – denn sogenannten dritten Bildungsweg – eignen sich besonders auch duale Studiengänge und entsprechende Angebote von Fachhochschulen.

Weitere wichtige Details zur Hochschulzulassung ohne Abitur und zum dritten Bildungsweg findet ihr natürlich auch auf unserem Info-Portal rund um Ausbildung und Studium.

Last but not least
Bevor ihr euch für ein Studium entscheidet, solltet ihr euch über zwei weitere grundlegende Aspekte Gedanken machen:

  • Die Qual der Wahl

Natürlich sollte euch das Studienfach auf den Beruf vorbereiten, den ihr später ausüben wollt. Doch so genaue Vorstellungen haben nicht alle. Die grundsätzlichen Fragen nach den eigenen Interessen und Fähigkeiten können eine gute Hilfe sein.

Beim weiteren Entscheidungsprozess für ein Studienfach hilft euch ebenfalls unser Info-Portal.

  • Ohne Moos nix los

Stipendien oder Förderprogramme wie das der HBS sind eine gute Option, um finanziell über die Runden zu kommen. Ansonsten muss klassischerweise ein Studentenjob oder vielleicht BaföG bzw. ein staatlicher Bildungskredit her.

Weitere Links und Infos zu den Themen Studienkredite und Stipendien gibt es auch auf unserem Info-Portal.

Wir wünschen euch einen reibungslosen Start und ein erfolgreiches Studium!

27.04.2017

Ausbildung geschafft – und was kommt jetzt?

  • BÄÄÄM - Ausbildung geschafft!

Tipps zum Ausbildungsende

Viele von euch haben ihre Ausbildung bald abgeschlossen. Steht eine Übernahme ins Haus, gibt es gleich noch einen Grund zum Feiern. Aber dieses Glück haben leider nur knapp 45 Prozent der Auszubildenden. Für alle anderen hier ein paar Tipps zu Alternativen nach der Ausbildung.

Wenn ihr nach erfolgreich abgeschlossener Ausbildung nicht übernommen werdet, solltet ihr euch sofort bei der Arbeitsagentur als arbeitsuchend melden. Erledigt das sicherheitshalber spätestens drei Monate vor Ausbildungsende, um Sanktionen zu vermeiden.

Falls ihr nach der Ausbildung erst mal auf Stellensuche seid und mit dem Arbeitslosengeld I (ALG I) nicht auskommt, dürft ihr aufstocken über ALG II. Manchmal bezahlt die Arbeitsagentur auch Bewerbungskosten, also Material und Porto, Reise- und Umzugskosten. Einfach mal die zuständige Person in der Agentur darauf ansprechen.

Es gibt viele Betriebe, bei denen ihr euch bewerben könnt. Im Internet findet ihr dazu zahlreiche Jobbörsen, ebenso lohnt sich ein Blick in die Stellenanzeigen der Tageszeitungen. Außerdem solltet ihr auch im Familien- und Freundeskreis von eurer Jobsuche erzählen – je mehr Leute die Augen offen halten, desto besser.

Und auch, wenn es nicht gleich auf einen festen Job hinausläuft: Der neue Lebensabschnitt eröffnet euch viele Möglichkeiten! Hier ein paar Alternativen zur Festanstellung, die vieles für euch bereithalten: Ihr erweitert euren persönlichen Horizont, lernt neue, spannende Felder kennen und könnt euer berufliches Weiterkommen fördern.

Studium
Mit einem Studium eröffnet ihr euch vielfältige Berufschancen. Vorher müsst ihr allerdings klären, ob euer Abschluss dafür ausreicht. Mit dem Abitur besitzt ihr eine unbeschränkte Hochschulzugangsberechtigung und dürft grundsätzlich jedes Studium aufnehmen.

Aber auch mit einer abgeschlossenen Ausbildung könnt ihr unter bestimmten Bedingungen studieren. Die Zugangsvoraussetzungen für ein Studium ohne Abitur sind allerdings je nach Bundesland, Hochschule und Studienfach sehr unterschiedlich. Nähere Informationen liefert das Kultusministerium des jeweiligen Bundeslandes.

Dazu noch ein Tipp: Gasthörer_innen können sich ganz unverbindlich etwas Uni-Luft um die Nase wehen lassen und bekommen dabei einen ersten Eindruck vom Studium.

Weitere Informationen zum Studium

Weiterbildung
Eine Weiterbildung qualifiziert euch nach der Ausbildung für andere Aufgaben und ist eine gute Voraussetzung für euren beruflichen Aufstieg. Weiterbildungen werden teilweise von der Arbeitsagentur gefördert. Einfach mal dort nachfragen!

Weitere Informationen zur Weiterbildung

Auslandsaufenthalt
Auslandserfahrungen und Fremdsprachenkenntnisse erhöhen eure Jobchancen – und bedeuten auch eine persönliche Weiterentwicklung. Ins Ausland könnt ihr z. B. als Au-pair, über „Work and Travel“, über eine Sprachreise oder einen Freiwilligendienst.

Die meisten Auslandsaufenthalte könnt ihr – je nach Ausrichtung – mit Unterstützung von bestimmten Organisationen planen, die sich um die wichtigsten Dinge kümmern.

Weitere Informationen zum Auslandsaufenthalt

Arbeiten ohne festen Job
Ein unbefristetes Arbeitsverhältnis in Vollzeit… früher der Normalfall, heute leider eher eine Ausnahme – gerade bei Berufsanfänger_innen. Abseits einer Festanstellung müsst ihr einiges beachten:

  • Zeitarbeit

Zeitarbeiter_innen können wertvolle Berufserfahrungen sammeln und sich in unterschiedlichen Arbeitsbereichen Fähigkeiten aneignen. Manchmal öffnet Zeitarbeit sogar die Tür zum festen Job.

Die Nachteile: Meist wesentlich weniger Lohn und Urlaub als Festangestellte. Außerdem könnt ihr bei dem geringen Lohn und der unsicheren Anstellung eure eigene Zukunft kaum planen.

  • Befristung

Mittlerweile ist der erste Job bei vielen erst mal befristet. Die gesetzlichen Regelungen für Beschäftigte dazu lauten: Innerhalb von zwei Jahren darf der Arbeitgeber nur drei Mal einen befristeten Vertrag anbieten – danach muss er entfristet werden. Eine Ausnahme bildet die Sachgrundbefristung.

Falls du dazu Fragen hast oder deine Verträge prüfen lassen willst, melde dich gerne bei deiner ver.di Jugend vor Ort

  • Teilzeit

Zugenommen haben auch die Beschäftigungen in Teilzeit. Das kann für junge Eltern interessant sein, weil sich Beruf und Familie dadurch besser vereinbaren lassen. Viele können es sich aber leider nicht aussuchen, wie viel sie arbeiten.

Und es sollte klar sein, dass der Verdienst in Teilzeit deutlich niedriger ausfällt als in Vollzeitbeschäftigung. Allerdings erwerbt ihr auch über Teilzeitarbeit einen Anspruch auf gesetzliche Rente und auf reguläres Arbeitslosengeld (also nicht nur auf ALG II).

  • Selbständigkeit

Eine weitere gute Chance kann die Selbständigkeit sein. Einen solchen Schritt solltet ihr allerdings genau abwägen: Ist die Geschäftsidee tragfähig? Gibt es Risiken? Selbstständigkeit bringt Freiheiten – birgt aber auch Unsicherheiten. Alle Selbstständigen sind verpflichtet, sich bei einer Krankenkasse zu versichern und sich beim Finanzamt registrieren zu lassen.

Auch Selbstständige sind bei ver.di gut aufgehoben. Unter www.mediafon.net findet ihr spezielle Bildungsangebote, Termine regionaler Selbstständigengruppen, einen umfangreichen Ratgeber und die Kontaktdaten zum ver.di Beratungsnetzwerk rund um die Selbstständigkeit.

Weitere Informationen zum Jobben

Mehr Infos für Mitglieder
ver.di Mitglieder sind besser informiert. Zum Beispiel enthält die Broschüre „Was kommt nach der Ausbildung?“ ausführliche Erklärungen zu verschiedenen Optionen nach Ausbildungsende und zu gesetzlichen Rahmenbedingungen.

Ihr bekommt darin auch einen Überblick, was ihr beim ersten Arbeitsvertrag zu beachten habt und dazu viele Tipps, die bares Geld sparen. Mitglieder können die Broschüre kostenlos bestellen: per E-Mail an jugend@verdi.de.

Für eure nächsten Schritte nach Ausbildungsende wünschen wir euch in jedem Fall viel Erfolg und stehen euch bei Fragen gerne mit Rat und Tat zur Seite!

Eure ver.di Jugend

13.04.2017

Schweißperlen ade!

  • Illustration: aleutie, Fotolia.com

Mit unseren Tipps bekommst du deine Angst in den Griff, vor anderen zu reden!

In der Ausbildung, im Studium, im Beruf, im Ehrenamt - Egal wo, das Reden und Präsentieren vor anderen bringt uns oft ins Schwitzen. Dabei sieht es bei vielen immer so einfach aus: Erklärung von Sachverhalten in einfach verständlichen Sätzen, zwischendurch ein witziger Spruch, trockene Achseln und am Ende viel Applaus. Wie wird’s gemacht? Wie rede ich gut vor anderen? Und: Klappt es mit dem Trick, sich die anderen einfach nackt vorzustellen?

Wie bereite ich mich vor?
Wenn du eine Rede, ein Referat oder eine Präsentation hältst, unterstützt dich dabei die Wahl eines Themas, mit dem du dich identifizieren kannst. Das Thema solltest du leidenschaftlich bewegen können und damit auch vertreten können.

Du musst das Thema präsentieren, weil es dir z.B. durch die Ausbildung oder das Studium aufgedrückt wird? Versuche Teilaspekte aus dem Thema herauszuarbeiten, die dich interessieren und begeistern. Frage dich, was dich am Thema interessieren könnte und was dich motiviert, das Thema zu präsentieren. Wenn es nicht der Inhalt und das Thema ist, motiviert dich sicherlich deine Ausbildung, die du machst, zu dem das Thema nun mal gehört. Oder dich motiviert die Aussicht, dass wenn du das Thema innerhalb deiner Ausbildung geschafft hast, deinem Abschluss einen Schritt näher gekommen bist.

Also frag dich: Warum mache ich das? – dieses Referat, diese Präsentation, dieses Thema oder diese Ausbildung? Deine Motivation, das Thema zu bearbeiten, ist der Schlüssel zur guten Vorbereitung und damit auch dafür, einen super Vortrag zu halten. Was auch zur Vorbereitung gehört, ist die Klärung der Rahmenbedingungen:

Frage dich:

  • Vor wem spreche ich?
  • Wie muss mein Auftreten und meine Sprache sein? (In einer Prüfung redest du vielleicht anders als vor deinen Kolleg_innen in der Klasse oder im Hörsaal)
  • Wie viel Zeit habe ich zur Verfügung?
  • Was passt an Inhalten in diese (vorgegebene) Zeit?
  • Wo werde ich reden?
  • Welche Technik und Ausstattung steht mit da zur Verfügung?
  • Ist es ein Ort, den ich kenne und an dem ich mich wohlfühle?
  • Wenn nein, wie kann ich mich wohlfühlen? Was brauche ich dafür?

Bereite dich auf die Inhalte deines Parts gut vor. Stelle dir folgende Fragen: Worüber will ich reden? Was will ich mit meinem Vortrag rüber bringen? Verstehe ich alles, was ich vortrage? Wenn ich diesen Vortrag selber hören würde, würde ich das alles verstehen? Welche Fragen würde ich stellen? Welche Fragen könnten ggf. noch von anderen kommen?

Mache dir bewusst, was das Ziel und die zentrale Botschaft sein soll. Formuliere am besten einen Satz hierfür.
Die zentrale Botschaft und dein Ziel kannst du dann, wenn du weiter vorbereitest und auch beim Reden, dir  immer wieder vor Augen führen und abgleichen, ob du noch deinem Ziel folgst oder gerade eine Abbiegung nimmst.
Das Ziel und die zentrale Botschaft sind natürlich mit deinem Thema verknüpft. Dahinter steckt aber bestimmt auch noch andere Ziele , wie z.B. „Gib mir hierfür eine gute Note!“ „Seid von mir und dem Inhalt begeistert!“. Gibt es vielleicht auch verschiedene Ziele für die unterschiedlichen Zuhörer_innen?

Wie übe ich am besten?
Am besten bereitest du deinen Vortrag mit viel Vorlaufzeit vor. Wenn der soweit steht, kannst du Personen in deinem Umfeld bitten, sich das mal anzuhören und dir Feedback zu geben. Dabei sollten die Rahmenbedingungen denen beim eigentlichen Vortrag soweit wie möglich ähneln. Du kannst diese Personen auch bitten, auf etwas bestimmtest zu achten: Auf deine Aussprache, auf den Inhalt, auf deine Körpersprache.

Natürlich kannst du auch mit deinem Haustier den Vortrag üben.  Es geht nämlich um eins: Üben, üben, üben. Denn nur durch Übung verlierst du die Angst davor. Durch das Üben verlierst du die Angst. Vor anderen zu reden ist dann nichts mehr Außergewöhnliches. So bekommst du Routine. Also melde dich doch spontan für mehre Vorträge und nicht nur einen im Halbjahr oder Semester.

Und du kannst das Präsentieren und Vortragen auch gezielt lernen: Wir bieten Seminare unter der Woche als Bildungsurlaub oder auch am Wochenende zum Thema Kommunikation, Reden halten und Präsentieren an: Frag doch einfach mal bei deiner ver.di Jugend vor Ort nach, was wir anbieten: LINK

Was muss ich beim Reden beachten?
Vor allem gilt: Ruhe bewahren. Atme ruhig und tief und sprich verständlich. Die meisten Leute werden das, was du sagst, nicht als Text vorliegen haben. Gebe ihnen Zeit, dir zu folgen. Mache Pausen nach Gedankengängen, die du erläuterst. Am besten visualisierst du Ankerpunkte deines Vortrags. Das kannst du über PowerPoint, an der Tafel, auf einer Flipchart oder Pinnwand machen (Frage nach der Ausstattung und Technik bei den Rahmenbedingungen).

Bei jeder Kommunikation gilt: Dein Körper erzählt mehr über dich als das, was du sagst. Die Körpersprache ist eins der zentralen Elemente bei Vorträgen. Dabei gilt: Nur wenn du dich souverän und wohl fühlt, nehmen dich auch andere so wahr. Wir können dir hier keine pauschalen Tipps geben, wie du dich am besten hinstellen und reden sollst, um souverän zu wirken. Das ist sehr individuell und einfach Typsache: was für den einen gut klappt, ist für die andere gar nicht geeignet. Was auf jeden Fall hilft, ist üben, üben, üben.

Dein Redepart sollte in verschiedene Phasen eingeteilt sein. Wir empfehlen dir grob die Folgenden:

1. Beziehung aufbauen
Hier nimmst du Kontakt zu deinen Zuhörenden auf. Sympathie ist der Schlüssel für eine gute Basis bei deinem Vortrag. Denn wer sympathisch erscheint, dem wir auch mal einen Ausetzer leichter verziehen. Erzähle am besten in dieser Phase, warum du jetzt den Redepart hältst, gib einen kurzen Überblick über die nachfolgenden Inhalte und welches Ziel dein Vortrag hat. Hier sollte auch deutlich werden, warum es sich lohnt, dir zuzuhören. Werde also mit den Leuten warm.

2. Sachinfos
Es folgende die Sachinfos zu deinem vorbereitetem Thema. Stelle dir die Frage: willst du, dass Nachfragen direkt oder erst im Anschluss gestellt werden? Sag den Leuten, wie du es handhaben willst, damit sie sich drauf einstellen können.

3. Abschluss

Am Ende solltest du nochmal die wichtigsten Ergebnisse zusammenfassen und mit einem Apell enden. Dieser sollte einen klaren Bezug zu deinem Ziel haben und deiner von dir vorher festgesetzten zentralen Botschaft zusammen hängen. Dein letzter Satz mit deinem Apell solltest du dir am besten vorher zurecht legen. Dieser bildet den Abschluss deines Redeparts und sollte von dir laut und klar gesagt werden.

Je nachdem, wie viel Zeit du zur Verfügung hast und wie viel Inhalt du darin verpacken musst, hier noch ein Tipp zum Vortrag: Rede nicht länger als 15 Minuten am Stück. Nach 15 Minuten Vortrag sinkt die Aufmerksamkeitsspanne deiner Zuhörenden. Sie werden sich dann wahrscheinlich mit etwas anderem beschäftigen, zum Beispiel auf ihr Handy gucken oder sich unterhalten. Versuch daher nach rund 15 Minuten, die Methode zu wechseln und am besten deine Zuhörenden einzubeziehen und zu aktivieren. Stelle eine Frage in die Runde, die sie diskutieren können, lass kleine Arbeitsgruppen mit einer Fragegestellung bilden oder nutze andere Medien: Zeig einen kurzen Filmausschnitt zum Thema oder, oder, oder. Sei kreativ!

Ich stelle mir meine Zuhörenden nackt vor. Hilft das bei Lampenfieber?
Ja, immer  Nein, Scherz bei Seite. Ob dieser Trick, sich die Zuhörenden nackt vorzustellen, um dein Lampenfieber zu senken, hilft, musst du für dich selber ausprobieren. Bei einigen klappt das, bei anderen nicht. Finde dein eigenes Ding, was dich runterbringt!

Gibt es andere Tipps und Tricks?
Überlege dir, was dich in bestimmten Situationen beruhigt und was dir gut tut. Ist es vielleicht die Kette, die du geschenkt bekommen hast, den Plüschschlüsselanhänger, den du seit Jahren hast oder vielleicht ein bestimmtes Lied? Versuche, das was dich stärkt, bei den Vorbereitungen aber auch beim Reden bei dir zu haben. In der Hosentasche, als Hingucker, der nur in deinem Sichtfeld ist. Probier es aus.

Tipps, die viele nutzen, ist sich Folgendes klar zu machen:

  1. Die anderen wissen in der Regel nicht, was ich sagen will.
Die anderen haben meist nicht deine vorbereiteten Blätter oder Visualisierungen vorher gesehen. Das heißt, sie sind gespannt, was du zu sagen hast. Und zudem merken sie auch nicht unbedingt, wenn du etwas vergessen hast oder es an einer anderen Stelle einschiebst.
  2. Mache dir bewusst: Die anderen hätten auch Muffensausen, wenn sie da stehen würden, wo du jetzt stehst. Sie können sich gut in die Lage versetzen, dass du aufgeregt bist. Das bringt dir Verständnis und Sympathie für deine Lage. Nutze das.
  3. Deine Zuhörenden sind froh, dass sie selber jetzt nicht gerade vorne stehen und reden müssen.

Mache ruhig offen, dass du nervös bist.
Viele können verstehen, dass du beim Reden nervös bist. Das ist keine Schwäche, sondern ganz normal. Mache es zu deiner Stärke und benenne es ruhig. Verbinde es mit ein bisschen Humor und gleich sind die Sympathien bei dir.

Suche die eine Person im Publikum aus, an der du dich orientieren kannst. Spreche die Person gerne vorher an, dass du sie als „Anker“ nutzen möchtest. Diese Person könnte dich dann zum Beispiel unterstützen, in dem sie dir Zeichen gibt, dass alles gut verständlich ist oder du langsamer reden sollst.

Jetzt wünschen wir die viel Erfolg bei deinem nächsten Vortrag!
Deine ver.di Jugend!




30.03.2017

Vollzeit zufrieden in der Teilzeitausbildung!

  • Foto: Antonio Guillem, Shutterstock.com

So lassen sich Familie und Ausbildung besser vereinbaren

Ihr seid jung und habt ein Kind oder pflegt Angehörige? Kein Grund, auf eine gute Ausbildung zu verzichten! Mit der Teilzeitausbildung könnt ihr im Beruf bleiben und bekommt für eure Ausbildung eine Vergütung.

Das Kind ist krank, die Kita zu und Oma Irmi schon wieder auf der Flucht… Wenn die Herausforderungen von Familie und Berufsausbildung zusammenkommen, wenn ihr junge Eltern seid oder Angehörige pflegt, bleibt oft kaum noch Zeit zu atmen.

Knappe Zeit und knappe Kräfte können dabei auch die Wahl der Ausbildung beeinflussen oder einen Abschluss verhindern. Das muss nicht sein: Es gibt die Teilzeitausbildung und zwar in allen Ausbildungsberufen des dualen Systems!

Seit 2005 ist die zeitlich flexible Teilzeitausbildung im Berufsbildungsgesetz (BBiG) verankert. Von diesem Modell profitieren Auszubildende und auch Unternehmen:

  • Junge Eltern haben dank der reduzierten wöchentlichen Arbeitszeit mehr Zeit für ihre Kinder.
  • Unternehmen erschließen sich das Potential einer hochmotivierten und verantwortungsbewussten Zielgruppe und sichern so ihren Fachkräftenachwuchs.

Für wen ist eine Berufsausbildung in Teilzeit möglich?

Ihr könnt eure Ausbildung in Teilzeit machen, wenn ihr ein „berechtigtes Interesse“ habt. Und wenn man davon ausgehen kann, dass ihr euer Ausbildungsziel trotz kürzerer Zeit schafft.

Ein „berechtigtes Interesse“ liegt vor, wenn ihr als Auszubildende ein eigenes Kind betreut, einen Angehörigen pflegt oder vergleichbare schwerwiegende Gründe (z. B. eine Behinderung) vorliegen (§ 8 Abs. 1 BBiG).

Die zwei Varianten der Teilzeitausbildung

  • Gleichbleibende Ausbildungszeit: Seid ihr noch keine 18 Jahre alt, verkürzt sich eure wöchentliche Arbeitszeit. Eure gesamte Ausbildungszeit verlängert sich dabei jedoch nicht. Ihr arbeitet in diesem Fall mindestens 25 Stunden, wobei die Berufsschulzeit auf eure Arbeitszeit angerechnet wird. (Für Volljährige ist noch offen, wie die Schulstunden angerechnet werden.)
  • Verlängerte Ausbildungszeit: Wollt ihr weniger als 25 Stunden pro Woche arbeiten, müsst ihr hinnehmen, dass sich eure Ausbildungszeit um maximal ein Jahr verlängert. Die Regelung der Gesamtarbeitszeit ist jedoch vom Einzelfall abhängig. Erkundigt euch für genaue Infos bei eurer Interessenvertretung oder zuständigen Stelle. Oder gerne bei eurer ver.di Jugend vor Ort.

ACHTUNG: Eure Berufsschulzeit könnt ihr bei keiner Variante verkürzen, ihr müsst den Unterricht also komplett und in Vollzeit besuchen!

Rechtliches

Den rechtlichen Rahmen für die Ausbildung findet ihr im BBiG. Darin regelt § 8 die Verkürzung und Verlängerung der Ausbildungszeit:

(1) Auf gemeinsamen Antrag der Auszubildenden und Ausbildenden hat die zuständige Stelle die Ausbildungszeit zu kürzen, wenn zu erwarten ist, dass das Ausbildungsziel in der gekürzten Zeit erreicht wird. Bei berechtigtem Interesse kann sich der Antrag auch auf die Verkürzung der täglichen oder wöchentlichen Ausbildungszeit richten (Teilzeitberufsausbildung).

(2) In Ausnahmefällen kann die zuständige Stelle auf Antrag Auszubildender die Ausbildungszeit verlängern, wenn die Verlängerung erforderlich ist, um das Ausbildungsziel zu erreichen. Vor der Entscheidung nach Satz 1 sind die Ausbildenden zu hören.

(3) Für die Entscheidung über die Verkürzung oder Verlängerung der Ausbildungszeit kann der Hauptausschuss des Bundesinstituts für Berufsbildung Richtlinien erlassen.

Gut zu wissen

Ihr könnt eure Ausbildung auch dann an eure aktuelle Situation anpassen, wenn ihr sie schon begonnen habt. Der Hauptausschuss des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) empfiehlt, die Ausbildungszeit nicht auf weniger als 25 Stunden pro Woche zu kürzen (Ha-Empfehlung 129/2008).

Wenn ihr mindestens 75 Prozent der Regelarbeitszeit arbeitet, was in der Regel sechs Stunden pro Tag bedeutet, verlängert sich eure Ausbildungszeit grundsätzlich nicht. Die Anwesenheitspflicht in der Schule könnt ihr aber wie gesagt nicht kürzen.

Urlaubsanspruch und Vergütung

Natürlich habt ihr Anspruch auf Urlaub und Vergütung, auch als Teilzeit-Azubis! Euer Urlaubsanspruch richtet sich nach der Anzahl der festgelegten Arbeitstage. Wenn ihr z.B. fünf Tage in der Woche im Betrieb bzw. in der Berufsschule seid, bleibt euer voller Urlaubsanspruch bestehen.

Problematisch ist die Vergütung, denn die ist nicht gesetzlich geregelt. In der Praxis wird sie manchmal anteilig gekürzt – zu eurem Nachteil. Wollt ihr eure Ausbildungskräfte überzeugen, haben wir zwei gute Argumente für euch:

  1. Die Vergütung der Ausbildung gilt ohnehin nie als Arbeitsentgelt, sondern immer als Unterstützung, damit ihr eure Ausbildung machen könnt.
  2. Die Sonderform der Teilzeitausbildung soll euch in einer besonderen Lebenssituation helfen.

Wenn das nicht überzeugt und falls ihr mit einem niedrigeren Gehalt nicht über die Runden kommt, unterstützt euch in der Ausbildungszeit der Staat. Informiert euch und stellt rechtzeitig die entsprechenden Anträge!

Übrigens: Mitglieder bekommen kostenlose Rechtsberatung von ver.di – und auch Rückendeckung, wenn sie ihre Rechte geltend machen wollen!

Alle Infos bei eurer JAV!

Wenn eine Teilzeitausbildung genau das Richtige für euch ist, schaut bei eurer JAV vorbei. Sie vertritt die speziellen Interessen von Auszubildenden in Betrieben und Dienststellen. Auch und gerade im Fall einer Teilzeitausbildung ist sie also eure Partnerin. Sie berät euch, wie ihr am besten vorgeht, um optimale Ausbildungsbedingungen zu bekommen.

Aber nicht nur das:

  • Die JAV weiß auch, wie euer Ausbildungsvertrag genau aussehen muss. Die Besonderheiten eurer Teilzeitberufsausbildung müssen nämlich unter „sonstigen Vereinbarungen“ vertraglich festgehalten werden.
  • Die JAV wirkt auf Betriebsvereinbarungen hin und bestimmt damit die Regeln in eurem Betrieb oder eurer Dienststelle mit.
  • Die JAV kontrolliert, ob das BBiG eingehalten wird, dass ihr also z. B. keine Überstunden macht oder dass eure Teilzeitregelung eingehalten wird. Stellt sie fest, dass gegen geltendes Recht oder Vorschriften verstoßen wird, muss sie sich zunächst an den Betriebs- bzw. Personalrat wenden. Der fordert dann die Einhaltung der Rechte beim Arbeitgeber ein. Betriebs- und Personalrat bestimmen übrigens auch mit, wenn euer Arbeitgeber generell nur noch verkürzt ausbilden will.
  • Die JAV entscheidet bei der Einstellung mit und achtet dabei auf Gleichberechtigung. Ihr habt also sehr gute Chancen, mit eurem „berechtigten Interesse“ eure Wunschausbildung machen zu können.

Also: Ab zu eurer JAV oder zu uns vor Ort – wir wünschen eine erfolgreiche Ausbildungszeit!

Eure ver.di Jugend

16.03.2017

Abgehängt

  • Foto: contrastwerkstatt, Fotolia.com

300.000 von uns hängen zwischen Schule und Ausbildung fest

Rund 300.000 Jugendliche stecken in den zahllosen Maßnahmen am Übergang von der Schule in die Ausbildung fest, Tendenz bisher steigend. Fast die Hälfte haben einen Hauptschulabschluss. (Quelle: Meldung des DGB Bundesvorstands vom 13.03.2017)

Zu diesen Ergebnissen kommt eine aktuelle Auswertung des DGB mit dem Titel "Generation abgehängt? Die Probleme der Jugendlichen im Dschungel der Maßnahmen zwischen Schule und Ausbildung". Wir fordern gemeinsam mit dem DGB: In den kommenden Jahren müssen deutlich mehr Ausbildungsplätze her!

Zahl der Ausbildungsverträge sinkt

Wenn die Zahl der betrieblichen Ausbildungsverträge zurückgeht, liegt das nicht am Akademisierungstrend, sondern an fehlenden Übergängen in die duale Ausbildung. Immer mehr Jugendliche scheitern beim Schritt von der Schule in die Ausbildung und stecken in den vielen Maßnahmen des Übergangssystems fest – oft ohne Aussicht auf eine abgeschlossene Ausbildung.

Vor allem Jugendliche mit einem mittleren oder Hauptschulabschluss scheitern bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz. So hatten im Vorjahr rund 48 Prozent dieser Jugendlichen im Übergangssystem einen Hauptschulabschluss, fast 27 Prozent sogar einen mittleren Schulabschluss.

Spannungen auf dem Ausbildungsmarkt bleiben ein handfestes Problem

Das Übergangssystem ist ein Seismograph für den Ausbildungsmarkt. In den kommenden Jahren werden deutlich mehr Ausbildungsplätze benötigt. Anderenfalls droht zahlreichen jungen Menschen ein Leben in Arbeitslosigkeit oder prekärer Beschäftigung.

Arbeitgeber, aber auch Bund und Länder müssen sich ehrgeizigere Ziele setzen. Endgültig erforderlich ist eine Ausbildungsgarantie. Fakt ist auch: Der Anstieg im Übergangssystem ist auch auf geflüchtete Jugendliche in Sprach- und Integrationsklassen zurückzuführen – und das ist gut so! Doch auch diese Menschen brauchen bald einen Ausbildungsplatz.

Hintergrund der DGB-Auswertung

Am 10. März hat das Statistische Bundesamt veröffentlicht, wie viele Jugendliche sich im Jahr 2016 in den zahllosen Maßnahmen im sogenannten Übergangssystem befunden haben:

  • Im Jahr 2015 waren es rund 270.000 Jugendliche, die nicht den Sprung von der Schule in die Ausbildung geschafft haben.
  • 2016 waren es bereits 300.000, das ist innerhalb von nur zwei Jahren ein Anstieg von 46.000 Jugendlichen.

Übrigens: Im Ansatz sind solche berufsvorbereitenden Maßnahmen (kurz BvB) des Übergangssystems durchaus richtig. Sie sollen die Jugendarbeitslosigkeit senken, indem sie förderbedürftigen Jugendlichen durch eine intensive Phase der Berufsorientierung den Übergang in die Arbeitswelt erleichtern.

Diese BvB dürfen Arbeitgeber allerdings nicht aus ihrer Ausbildungsverantwortung entlassen – oder gar zur Verschönerung von Arbeitslosigkeitsstatistiken dienen!

BvB stellen im Grunde eine Parallelwelt zur Berufsbildung dar, die es so nicht geben muss. Wir von der ver.di Jugend sehen in ihnen also keine Dauerlösung und sagen: Recht auf gute Ausbildung für alle!

Mehr Infos:

02.03.2017

Alles, was recht ist am Arbeitsplatz

  • Foto: Irina Kozorog, Shutterstock.com

Privatkram erledigen, Firmenmaterial mitnehmen... Was ist erlaubt?

Fast alle haben schon mal private Kopien und E-Mails am Arbeitsplatz erledigt. Oder haben vielleicht auch ausrangiertes Firmenmaterial mit nach Hause genommen. Was davon ist eigentlich erlaubt, wann riskiert ihr arbeitsrechtliche Konsequenzen? Und wie weit darf die Überwachung gehen?

Zugegeben: Wenn ihr euer Smartphone an die Firmensteckdose anschließt, hält sich das Risiko auf größeren Ärger mit Vorgesetzten normalerweise in Grenzen. Aber es gibt durchaus Verstöße am Ausbildungs- und Arbeitsplatz, die ihr besser bleiben lassen solltet. Denn im Ernstfall droht eine Abmahnung – oder sogar eine Kündigung. Hier eine kleine Übersicht zu euren Rechten als Auszubildende und Beschäftigte.

Nur ne Runde surfen, ein kurzer Anruf zu Hause und zwei private E-Mails?!
Hier kommt es darauf an, ob ihr während der Arbeitszeit privat surfen dürft. Wenn in eurem Ausbildungs- oder Arbeitsvertrag ein Surf-Verbot während der Arbeitszeit ausgesprochen wird, droht zumindest eine Abmahnung, wenn ihr trotzdem ins Netz geht.

Falls ihr euren Dienstrechner auch privat nutzen dürft, könnt ihr natürlich ab und zu mal im Netz shoppen. Oder eine private E-Mail beantworten. Bei Straftaten hört der Spaß allerdings auf, illegale Downloads oder Raubkopien solltet ihr euch also schenken. Insgesamt kann alles, was dem Arbeitgeber Schaden zufügt, ein Grund für eine fristlose Kündigung sein – also auch Spam oder Viren, die ihr beim privaten Surfen auf den Dienstrechner ladet!

Achtet außerdem darauf, nicht Zeit und Raum zu verlieren: Auch wenn es euer Arbeitsvertrag erlaubt, dürfen ihr nur in geringem Umfang privat chatten, mailen, telefonieren oder surfen. Am besten nur in eurer Pause, damit ihr jede Diskussion von vornherein vermeidet. Denn auch durch Arbeitszeitbetrug riskiert ihr theoretisch eine Abmahnung. Wer privat E-Mails schreibt, surft oder telefoniert, arbeitet eben nicht.

Übrigens: Euer Arbeitgeber darf euch stichprobenartig kontrollieren. Eine Totalüberwachung ist zwar nicht zulässig und es gilt immer das Fernmeldegeheimnis der Beschäftigten – also ein Abhörverbot. Das gilt allerdings nicht, wenn bei euch die private Internetnutzung generell verboten ist. Dann sind also auch Stichproben zulässig, wobei z.B. eure Dienstrechner durchsucht werden dürfen.

Selbst wenn es im Unternehmen eine Betriebsvereinbarung gibt, die Privat-Surfen erlaubt, ist nichtsdestotrotz Vorsicht geboten. Im Zweifelsfall fragt ihr am besten die Datenschutzbeauftragten eures Betriebs oder eurer Dienststelle, den Betriebs- oder Personalrat.

Das bisschen Büromaterial?!
Schnell mal einen Kugelschreiber oder einen leeren Aktenordner aus dem Firmenbestand mitnehmen oder eine private Kopie am Firmendrucker machen – alles halb so wild?! Leider überhaupt nicht.

Viele Beschäftigte und Auszubildende haben dafür zwar wenig Verständnis, aber sowas ist und bleibt Unterschlagung betrieblichen Eigentums. Ihr beklaut damit sozusagen eure Arbeitgeberin oder euren Arbeitgeber und begeht quasi Diebstahl, wenn auch geringfügig.

Sowas solltet ihr also wirklich bleiben lassen oder in höchster Not unbedingt vorher eure Vorgesetzten um Erlaubnis fragen – denn ihr riskiert dabei mitunter eine Abmahnung oder sogar eine fristlose Kündigung, je nach Höhe des entstandenen Schadens.

Merkt doch niemand? Moderne Kopierer speichern jedes Dokument und eure Buchhaltungsabteilung ist auch nicht blind. Und es wäre ein gefundenes Fressen, falls eure Vorgesetzten euch sowieso schon „auf dem Kieker haben“.

Meine Gesundheit geht ja wohl vor?!
Prinzipiell ja – wenn ihr akut krank und damit arbeitsunfähig seid. Dann dürft ihr vom Arbeits- und Ausbildungsplatz in einer Arztpraxis anrufen und euch nach einem Besuch vor Ort krankschreiben lassen.

In allen anderen Fällen ist auch ein Arztbesuch Privatsache, genauso wie die telefonische Terminvereinbarung. Dann also besser auf die Pause warten und mit dem eigenen Telefon einen Termin in eurer Freizeit vereinbaren. Nur wenn die Öffnungszeiten das nicht zulassen und ein Besuch zwingend notwendig ist, dürft ihr den Termin ausnahmsweise auch in die Arbeits- und Ausbildungszeit legen. Das solltet ihr euch dann allerdings durch ein ärztliches Attest bestätigen lassen!

Mehr Infos zur Krankschreibung haben wir euch als eigene Meldung zusammengetragen.

Noch was: Das Attest muss zwar unbedingt auch zu eurer Krankenkasse – aber auch das ist Privatsache und gehört daher nicht in die Firmenpost. Auch hier droht eine Abmahnung und bei Wiederholung ist es sogar ein Kündigungsgrund.

Sie haben Post!
Bevor ihr eure privaten Pakete in die Arbeit bestellt, solltet ihr bei euren Vorgesetzen fragen, ob das okay geht. Immerhin stört das aus ihrer Sicht den Arbeitsablauf und kostet Arbeitszeit. Wer sich ohne Erlaubnis hier und da neue Klamotten in die Arbeit liefern lässt, riskiert nicht nur Ärger, sondern auch das Misstrauen vom Chef oder der Chefin: Womöglich habt ihr ja auch die Schuhe während eurer Arbeitszeit bestellt?!

Die kleine Rauchpause?!
Falls in eurem Betrieb ein Zeiterfassungssystem verwendet wird, müsst ihr euch selbst für eine kurze Raucherpause ordentlich ausstempeln. Alles andere kann ebenfalls eine Abmahnung oder sogar eine Kündigung zur Folge haben. Denn auch wer raucht, arbeitet nicht! Fragt auch dazu im Zweifelsfall eure JAV, den Betriebs- oder Personalrat oder lest die bei euch geltenden Betriebs- oder Dienstvereinbarungen.  

Der will doch nur spielen?!
Euren Hund dürft ihr selbstverständlich nur nach Erlaubnis eurer Vorgesetzten mitnehmen. Dabei kommt es nicht darauf an, ob euer Hund einen echten Schaden anrichtet: Wenn er den Arbeitsablauf stört oder jemanden im Team einfach nervös macht, darf euch die Mitnahme des Hundes untersagt werden – selbst wenn sie vorrübergehend erlaubt war.

Bloß ein Foto?!
Ihr dürft euch prinzipiell eine persönliche Atmosphäre am Arbeitsplatz schaffen – allerdings kommt es auf die Lage eures Schreibtischs und auch auf die Art eurer Deko an. Wenn ihr euer Büro mit anderen Beschäftigten oder gar mit Kundinnen und Kunden teilt, können gewisse Grenzen bestehen oder private Gegenstände ganz verboten sein. Deswegen besser erst nachfragen und dann Deko aufstellen.

Ein Zuckerschlecken ist das also nicht unbedingt. Trotzdem: Wir wünschen euch eine gute und erfolgreiche Arbeits- und Ausbildungszeit!

Und falls doch was schiefgeht, findet ihr in unserem A-Z für die Ausbildung mehr Infos zur Abmahnung und Kündigung.

Bei allen Fragen stehen wir euch natürlich auch vor Ort gerne zur Verfügung!

Eure ver.di Jugend

01.02.2017

7 Fakten zu allem, was (Streik-)Recht ist

  • Auszubildende bei einer Streikaktion

Dürfen Auszubildende streiken?

In Tarifrunden geht es auch um wichtige Verbesserungen für Auszubildende. Doch wie sieht es aus, wenn die Arbeitgeberseite keine Kompromisse eingehen will? Dürft ihr als Auszubildende überhaupt streiken? Und deswegen in der Berufsschule fehlen? Ganz klar: JA! Hier für euch die wichtigsten Fakten zum Streikrecht für Auszubildende.

Verhandeln ist gut, handeln ist besser: Wenn Tarifverhandlungen und Schlichtungsrunde gescheitert sind, bleibt nur der gemeinsame Arbeitskampf! Der Streik ist unsere schärfste Waffe im Kampf für bessere Arbeits-, Ausbildungs- und damit auch Lebensbedingungen. Denn indem wir unsere Arbeitskraft zurückhalten, läuft es im Betrieb und in der Dienststelle nicht mehr rund – und damit treffen wir Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber an ihrer empfindlichsten Stelle.

Dem Management passt das freilich überhaupt nicht, also verdrehen Unternehmen gerne die Realität und verbreiten Falschaussagen zum angeblichen Streikverbot für Auszubildende. Wir räumen auf, hier sind sieben Fakten zum Streikrecht:

  1. Auszubildende dürfen generell nicht streiken!
    Falsch! In Deutschland ist das Streikrecht ein Grundrecht, das sich aus dem Grundgesetz ergibt. Damit steht es natürlich auch Auszubildenden zu. In der Praxis heißt das: Wenn es in der Tarifauseinandersetzung auch um eure Ausbildungsbedingungen (wie z. B. um Ausbildungszeiten, Ausbildungsvergütungen) oder um die Übernahme geht, dürft ihr als  Auszubildende auf jeden Fall streiken!

  2. Auszubildende sind keine Arbeitnehmer_innen und dürfen deshalb auch nicht streiken!
    Falsch! Auch Auszubildende sind Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, sie werden im Gesetz als  „zu ihrer Berufsausbildung Beschäftigte“ bezeichnet. Somit gilt das grundgesetzlich verankerte Streikrecht auch für Auszubildende.

  3. Auszubildende dürfen an Berufsschultagen nicht streiken!
    Falsch! Streik geht vor Berufsschule, denn das Streikrecht topt das Ausbildungsrecht und damit die Berufsschulpflicht. Diese ist für die Dauer der Streikteilnahme somit ausgesetzt. Das Fehlen von Auszubildenden aufgrund ihrer Streikteilnahme gilt als entschuldigt und auch das Ausbildungsziel ist dadurch keinesfalls gefährdet.

    Um unnötigen Ärger zu vermeiden: Sagt eurer Berufsschule vorher Bescheid, dass ihr wegen eurer Teilnahme am Streik im entsprechenden Zeitraum nicht am Unterricht teilnehmen werdet.

  4. Auszubildende in der Pflege dürfen nicht streiken!
    Falsch! Das Grundrecht zu streiken gilt selbstverständlich auch für Auszubildende in Pflegeberufen. Um die Versorgung von Patient_innen während eines Streiks zu gewährleisten, vereinbart ver.di mit der Arbeitgeberseite extra eine Notdienstbesetzung. Einseitige Notdienstanordnungen sind dagegen unzulässig und unwirksam. Auszubildende dürfen nicht zu Notdienstarbeiten herangezogen werden, denn das dient nicht dem Ausbildungszweck.

    Wenn ihr unsicher seid oder unter Druck gesetzt werdet, fragt einfach die Streikleitung in eurer Klinik!

  5. Auszubildende in Pflegeberufen können bei einer Streikteilnahme nicht zum Examen zugelassen werden!
    Falsch! Im Krankenpflege- und Altenpflegegesetz gibt es Regelungen zu Fehlzeiten. Diese sind von Warnstreiks unberührt. Bedeutet: Wenn ihr streikt, dürfen euch dafür keine Fehlzeiten angerechnet werden. Die Teilnahme am Streik ist die Ausübung eines höherrangigen Grundrechts, das euch niemand verwehren darf!

    Darüber hinaus vereinbart ver.di ein Maßregelungsverbot bei allen Tarifverträgen, die unter möglicher Streikbeteiligung von Auszubildenden in der Pflege verhandelt werden. Das heißt, euch dürfen keine Benachteiligungen wegen einer Streikteilnahme entstehen.

  6. Für die Beteiligung an (Warn-)Streiks können Auszubildende abgemahnt werden!
    Falsch! Dazu ist die Arbeitgeberseite in keinem Fall berechtigt. Solltet ihr dennoch eine Abmahnung, eine Rüge oder eine Eintragung in der Personalakte kassieren, wird jedes Arbeitsgericht eine solche Maßnahme umgehend für nichtig erklären.

  7. Wenn die Beschäftigten streiken, müssen die Auszubildenden dafür sorgen, dass die Arbeit weiter verrichtet wird!
    Falsch! Auszubildende dürfen nicht als Streikbrecher_innen missbraucht werden. Ein derart unsolidarisches Verhalten gegenüber den Beschäftigten kann niemand von den Auszubildenden verlangen.

    Außerdem ist in diesem Fall auch die notwendige sorgfältige Anleitung durch den Ausbilder oder die Ausbilderin nicht mehr gewährleistet.

Und wozu gleich Mitglied werden?
Wie erfolgreich eine Gewerkschaft in Tarifauseinandersetzungen ist, hängt ganz wesentlich von ihrer Mitgliederstärke ab. Und warum solltet ihr Mitglieder bei ver.di werden? Weil es sich immer für euch lohnt:

  • Als Mitglieder bestimmt ihr von Anfang an mit, was in den Tarifrunden verhandelt und ob gegebenenfalls gestreikt wird.
  • Nur Mitglieder haben einen Rechtsanspruch auf tarifvertragliche Leistungen wie zum Beispiel höhere Ausbildungsvergütungen, mehr Urlaub, Sonderzahlungen oder Übernahmeregelungen. Alle Nicht-Mitglieder sind vom Wohlwollen der Arbeitgeberseite abhängig.
  • Im Streikfall bekommt ihr als Mitglieder eine finanzielle Streikunterstützung.
  • Sollten wegen des Streiks Disziplinarmaßnahmen gegen euch ergriffen werden, genießt ihr als Mitglied den kostenlosen Rechtsschutz von ver.di.
  • Und dann noch? Jede Menge weitere Vorteile: ein umfangreiches kostenloses Fortbildungsprogramm, ein vielfältiges Beratungsangebot, zahlreiche Vergünstigungen, jede Menge coole Events und vieles mehr.

Fazit: Ihr habt nichts zu verlieren, aber viel zu gewinnen!
Tarifauseinandersetzungen sind immer ein Kräftemessen zwischen Arbeitgeberseite, Beschäftigten und Auszubildenden. Doch warum sollten Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber nachgeben, wenn wir nicht deutlich sichtbar hinter unseren Forderungen stehen?

Eben – je stärker und geschlossener wir als Beschäftigte auftreten, je mehr Druck wir durch unsere Aktionen bis hin zu Streiks aufbauen, desto besser wird es uns gelingen, unsere Forderungen durchzusetzen.

Dasselbe gilt natürlich auch für euch als Auszubildende: Wenn eure Interessen in der Tarifrunde berücksichtigt werden sollen, müsst ihr euch aktiv am Streik beteiligen! Keine Gewerkschaft der Welt kann Verbesserungen für Leute erreichen, die sich nicht dafür einsetzen.

Also, Leute: Mischt euch ein, macht bei uns mit und nutzt eure Rechte. Für bessere Ausbildungsbedingungen – es geht um eure Zukunft!

Eure ver.di Jugend

18.01.2017

Lernstress? Is‘ nich!

  • Tafel mit Schriftzug Tschüss Lernstress

Gut vorbereitet durch jede Prüfung

Prüfungen oder Klausuren können uns ganz schön ins Schwitzen bringen. Und leider schieben wir die unbequeme Lernerei auch gerne vor uns her: Wäsche waschen und Wohnung putzen erscheint jetzt erstmal viel dringender... Weg mit den Vermeidungstaktiken – es gibt sehr effektive Mittel gegen Lernstress! Wir zeigen euch hier, wie ihr entspannt in jede Prüfung geht.

Kennst du auch das unangenehme Gefühl, das vor allem Prüfungsvorbereitungen „auf den letzten Drücker“ erzeugen? Häufig mischt sich dann noch Prüfungsangst dazu. Das muss nicht sein: erstmal tief durchatmen! So banal, wie das klingt – es hilft immer, sich zu beruhigen und die Dinge sachlich zu betrachten. Denn Stress beginnt im Kopf. Und genau da beginnt auch das erfolgreiche Überwinden von Hürden: in diesem Fall, den Lernstoff zu bewältigen und die Prüfungen zu bestehen.

Wie lernt es sich am besten?
Deutlich entspannter läuft das Ganze, wenn ihr diese Punkte auf dem Schirm behaltet:

  • Rechtzeitig anmelden
    Für viele Prüfungen müsst ihr euch offiziell anmelden. Informiert euch genau zu den Formalitäten, sonst dürft ihr womöglich nicht an der Prüfung teilnehmen! Und sollte die Anmeldefrist schon abgelaufen sein, wendet euch sofort an eure Ausbildenden, eure Jugend- und Auszubildendenvertretung oder euren Betriebs- bzw. Personalrat. Vielleicht lässt sich noch was drehen und ihr dürft trotzdem mitschreiben.
  • Überblick verschaffen
    Geht mindestens zwei Monate vor der Prüfung den Lernstoff durch und macht euch eine Liste zu den wichtigen Lerninhalten. Vielleicht findet ihr auch Kolleg_innen, die genau diese Prüfung vor kurzem selbst erfolgreich abgelegt haben? Dann bittet sie um Infos und ihre Einschätzung zum Lehrstoff und ggf. auch zur Person, die euch prüfen wird! Möglicherweise sind bestimmte Inhalte besonders wichtig und bei anderen reicht es, sie lediglich „quer“ zu lesen?
  • Lernplan schreiben
    Dazu empfiehlt sich außerdem ein Lernplan mit eurem täglichen Lernpensum. Überlegt euch dabei, wie viel Zeit ihr bei vergangenen Prüfungen benötigt habt (oder eigentlich benötigt hättet). Bedeutet: Macht aus dem großen Berg viele leichte Häppchen! Das verschafft euch schon auf dem Weg zur Prüfung kleine Erfolgserlebnisse.
  • Arbeitsumfeld aufräumen
    An einem aufgeräumten, hellen Schreibtisch lernt es sich viel besser als in einer chaotischen, dunklen Ecke. Genügend Platz und Licht sind ebenso wichtig wie ein bequemer Stuhl – und natürlich Ruhe. Alles was ablenkt, gehört während eurer Vorbereitungsphase weg aus eurem Lernbereich! Verbannt Musik, Facebook und das Smartphone oder ähnliche „Berieselungsgerätschaften“ und bittet auch alle Leute in eurem Umfeld, auf eure Vorbereitungsphase Rücksicht zu nehmen.
  • Notizen machen
    Notiert euch zu jedem Lernthema die wichtigsten Punkte, ebenso zu jedem Lerninhalt, den ihr euch nur schwer merken könnt. Karteikarten sind dabei eine gute Hilfe: Immer wieder lesen – irgendwann fällt der Groschen!
  • Abwechslung reinbringen
    Gebt eurem Kopf die Chance, jeden Themenbereich richtig sacken zu lassen. Also ruhig erstmal in ein anderes Fach oder Thema vertiefen, anstatt immer nur ein- und denselben Stoff zu beackern.
  • Pausen machen
    Spätestens nach 45 Minuten solltet ihr eine Pause von mindestens fünf Minuten einlegen. Wenn eure Lernphase sich über einen längeren Zeitraum zieht, dürfen die Pausen auch etwas größer sein. Und dann braucht ihr am besten ein bisschen Bewegung, entspannt euch bei Musik oder besorgt euch neue Energie durch einen kleinen Snack.
  • Kreativ lernen
    Regt beim Lernen unterschiedliche Hirnregionen an, indem ihr den Lernstoff mit verschiedenen Sinnen erfasst, denn das prägt sich noch besser ein. Ihr könnt zum Beispiel jedem Thema eine bestimmte Melodie oder einen Rhythmus verpassen. Genauso funktionieren Eselsbrücken oder Bilder. Oder ihr bastelt aus schwierigen Vokabeln ein Plakat und hängt es über den Schreibtisch. Wenn ihr lieber laut lest, nehmt euch dabei auf und hört alles nochmal an, wenn ihr im Bus sitzt oder, bevor ihr schlafen geht.
  • Verstärkung suchen
    Pauken geht manchmal besser in einer Lerngruppe. Dort könnt ihr euch gegenseitig abfragen, auf Fehler aufmerksam machen oder gemeinsam eine Lösung erarbeiten und euch mit Wissen ergänzen.
  • Belohnung gönnen
    In eurer Lernphase dürft und solltet ihr euch immer wieder belohnen, sobald ihr ein bestimmtes Lernpensum geschafft habt oder der Stoff langsam besser sitzt. Gute Ideen sind dafür beispielsweise Hobbys oder ein leckeres Essen. In jedem Fall sollte es etwas sein, was euch Spaß macht und motiviert – denn darauf könnt ihr euch schon während des Lernens freuen!

Wer lernt wie am besten?
Das mulmige Gefühl, zu versagen, sollte sich mit diesen Tipps schnell verflüchtigen. Für optimale Lernerfolge solltet ihr außerdem euren Lerntyp kennen – es gibt im Allgemeinen vier verschiedene Typen, die sich auch überschneiden können:

  1. Der auditive Lerntyp behält Informationen am besten, wenn er sie hört. Auditive Lerntypen mögen Hörbücher, sprechen Vokabeln am liebsten vor sich hin und erinnern sich gut an Referate. Lautes Vorlesen oder eine Aufnahme von sich selbst (siehe oben „kreativ lernen“) sind für diesen Lerntyp optimal.
  2. Der visuelle Lerntyp merkt sich Lernstoff am besten, wenn er ihn sieht oder liest. Visuelle Lerntypen merken sich Grafiken oder Tabellen besonders leicht, lesen gerne und erinnern sich gut an schriftliche Notizen beim Lernen. Der beste Tipp für den visuellen Typ ist also, sich bestimmte Bilder zu den Lerninhalten ausdenken oder Karteikarten dazu zu schreiben.
  3. Der kommunikative Lerntyp behält Informationen am besten über Diskussionen oder Gespräche. Für diesen Lerntyp gilt also: das Gespräch mit anderen suchen, Fragen stellen – und unbedingt eine Lerngruppe gründen!
  4. Der motorische Lerntyp lernt durch Bewegung. Er probiert außerdem Dinge am liebsten selbst aus, experimentiert damit und er isst auch gerne beim Lernen. Diesem Lerntyp hilft es also, während des Lernens durchs Zimmer zu laufen oder den Stoff durch Gestik und Mimik zu unterstreichen. Und für die nächste Experimentierrunde nicht vergessen, einen Snack bereitzustellen!

Wann lernt es sich am besten?
Was auch noch hilft: Lernt nach eurem persönlichen Biorhythmus! „Frühe Vögel“ lernen also morgens am leichtesten und „Nachteulen“ verlegen ihr Lernpensum ruhig in die späteren Stunden – richtet euch also nach den Zeiten, in denen ihr euch am leistungsfähigsten fühlt!

Der große Tag
Am Prüfungstag steht ihr am besten rechtzeitig auf und plant genügend Zeit für den Weg zu eurer Prüfung ein. Bitte mit ausreichendem Puffer, denn es kann immer was dazwischenkommen. Zeitstress auf dem Weg zur Prüfung macht nervös und das wäre schließlich äußerst kontraproduktiv!

Sobald die Prüfungsaufgaben vor euch liegen, keine Panik: erstmal sichten. Dann als Erstes die Aufgaben vorknöpfen, die euch leicht fallen. Im Anschluss bearbeitet ihr die schwierigeren Teile und wendet dazu einfach das Gelernte so gut an, wie es eben geht. Und falls dann doch wieder der altbekannte Stress in eurem Kopf startet, immer dran denken: Durchatmen hilft!

Ihr braucht noch mehr Ideen zum Umgang mit Lernstress? Informiert euch bei eurer ver.di Jugend vor Ort über Seminare zum Thema.

Wir wünschen euch viel Erfolg für eure Lernphase und die anstehenden Prüfungen!

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