08.06.2017

Ausbildung oder Studium PLUS jobben?

  • Lernen, lernen, lernen: Wie klappt da noch ein Nebenjob?

Na, gehört ihr etwa zu den Studis oder Auszubildenden, die im Geld schwimmen, sich einen Fahrservice leisten und ein Penthouse mieten? Nicht? Das wäre jedenfalls deutlich gemütlicher, als unter den fast 1,2 Millionen zu sein, die neben Vollzeit-Studium oder -Ausbildung auch noch jobben müssen, um zu überleben.

BAföG und andere Ausbildungsförderungen schaffen ganz offensichtlich noch keine Lebensbedingungen, unter denen sich junge Auszubildende und Studierende aufs Lernen konzentrieren können. Als Gewerkschaft finden wir das schlicht gesagt skandalös. Niemand sollte so eine Doppelbelastung aushalten müssen!

Doch auch wenn eure Finanzlage alles andere als rosig ist und ihr deshalb jobben müsst, bewegt ihr euch nicht im rechtsfreien Raum. Ob Mini- oder Midijob, ob kurzfristige oder reguläre (studentische) Beschäftigung oder vielleicht sogar eine Kombi daraus: Achtet dabei auf eure Rechte! Dazu gehören Einkommens- und Arbeitszeitgrenzen, genauso wie Melde- und Informationspflichten, um Probleme oder finanzielle Einbußen zu vermeiden.

ver.di Jugend – eure starke Schulter!
Probleme in der Ausbildung, im Studium oder im Nebenjob? Wir setzen uns für euch und eure Rechte ein! Wir bündeln Initiativen, um eure finanzielle und rechtliche Lage zu verbessern. Wir sammeln die passenden Infos, damit ihr schnell die optimalen Förderungen findet. Und damit ihr die zahlreichen Fallstricke bei Steuern und Pflichtversicherungen elegant umschiffen könnt.

In den letzten Jahren haben sich außerdem immer mehr Beratungsstellen direkt an den Hochschulen etabliert. Informiert euch am besten am Campus über das Angebot vor Ort.

Gut informiert? Geht auch per Mouseklick!
Keine Sorge, falls eure Uni noch kein Beratungszentrum eingerichtet hat: Hier kommen die wichtigsten Infos, Internetseiten und Linksammlungen zum Thema.

  • Jobben neben Studium oder Ausbildung

Auf unserem Serviceportal rund um Ausbildung und Studium findest du Infos zum Arbeitsrecht, zur Lohnsteuer, der Meldepflicht, zu nicht angemeldeter Arbeit, Sparzulagen und vermögenswirksamen Leistungen, Studentenstatus und Versicherungen, zu Tarifpolitik und vielem mehr. In unserer Infobox haben wir euch noch weiterführende Tipps und Links zu speziellen Fragen draufgepackt.

Außerdem stellen wir kurz die verschiedenen Beschäftigungsformen für Studierende und Auszubildende vor. Neben 450-Euro-Jobs oder freiberuflichen Tätigkeiten gibt es auch noch Werkstudierende oder Saisonbeschäftigte mit jeweils unterschiedlichen Steuersätzen und Sozialabgaben.

Infos zum Jobben neben Studium oder Ausbildung
Linksammlung zum Jobben neben Studium oder Ausbildung

  • Sozialversicherungsstatus im Studium

Anfang 2017 haben die gesetzlichen Krankenkassen, Rentenverbände und die Agentur für Arbeit „ordentlich Studierende“ neu definiert. Geändert hat sich dadurch vor allem der Sozialversicherungsstatus für euch im Studium oder Praktikum. Die DGB Jugend stellt diese Änderungen und ihre Auswirkungen vor.

Neu ist zum Beispiel, dass der Werkstudentenstatus endet, sobald die Studierenden postalisch vom Prüfungsamt über das Ergebnis ihrer letzten Prüfung informiert wurden. Und: Bei einer Pause zwischen Bachelor- und Masterstudium zählt ihr während dieser Pause nicht mehr als „ordentlich Studierende“.

Was ihr außerdem bei Freibeträgen und Einkommensgrenzen, Steuern und Sozialversicherung, bei Informations- und Meldepflichten und hinsichtlich arbeitsrechtlicher Regelungen beachten solltet – hier geht’s zur Komplettübersicht:

Neubestimmungen zum Jobben im Studium

  • Students at work

Das Beratungsportal der DGB Jugend informiert euch zu allen (arbeits-)rechtlichen Fragen bei der Kombination von Studium und Job. Ob es um Gehalt oder Urlaub, um Kündigung und Arbeitsvertrag, um die Gültigkeit eines Tarifvertrags oder um Sozialrechtliches zur Kranken- und Rentenversicherung geht – hier findet ihr die richtigen Antworten.

Auch zu finanziellen Themen wie Stipendien, Praktika, Studiengebühren und den Unterhalt von den Eltern gibt die Seite hervorragend Auskunft. On top liefert sie Jobbörsen-Empfehlungen und Tipps für Absolvent_innen.

Falls ihr eine spezielle Frage habt, schreibt einfach eine E-Mail ans Team – die Kolleginnen und Kollegen antworten meistens sehr zügig.

Zum Angebot von Students at work

Gemeinsam für bessere Ausbildungs- und Studienbedingungen!

Übrigens: Frage Nummer eins in den Beratungsstellen für Studierende ist derzeit, wie man am besten zwei Jobs miteinander kombiniert... Nicht nur für Studierende, sondern auch für viele Auszubildende leider eine elementare Sache. Wir arbeiten daran, dass das nicht mehr nötig ist! Wenn ihr uns dabei unterstützen wollt, kommt gerne vorbei, ruft an oder mailt. Wir freuen uns auf euch!

Infos zur Kombination mehrerer Jobs

Mehr zum Jobben im Studium bietet auch unsere Stichwortliste:

26.05.2017

Welcome Solidarity

  • Ein Schild heißt Refugees welcome.

Das neue DGB-Portal ist online!

Die Jugend des Deutschen Gewerkschaftsbundes und mit ihr die ver.di Jugend stellen sich seit ihrer Gründung gegen Rassismus und Diskriminierung. Dieses gemeinsame Engagement tragen wir jetzt auch ins Netz: Auf unserer neuen Webseite WELCOME SOLIDARITY findet ihr Infos rund um Flucht, Asyl, Migration und eure Rechte in der Ausbildung – speziell für junge Geflüchtete, aber auch für solidarische Azubis.

Bildet euer Betrieb schon Geflüchtete aus? Wollt ihr euch dafür einsetzen und euch für die neuen Kolleginnen und Kollegen starkmachen? Wir von der ver.di Jugend und DGB Jugend sind dabei! Unser neues Internetportal bietet Informationen und Handlungshilfen, die den Refugees, aber auch ihren Unterstützerinnen und Unterstützern helfen, damit Ankunft, Integration und das Miteinander in Deutschland besser gelingen.

Aller Anfang ist schwer
Denn Menschen, die geflohen sind, haben mit vielen Barrieren zu kämpfen. Die Flucht mag hinter ihnen liegen, aber ihre mitunter traumatischen Erlebnisse und bösen Erinnerungen können einem erfolgreichen Berufsleben im Weg stehen.

Und nicht nur das: Mangelnde Deutschkenntnisse, aber auch Vorurteile, Ängste und die wachsende Fremdenfeindlichkeit mancher Einheimischer können den Start in einen neuen Beruf zur scheinbar unüberwindlichen Hürde machen.

Im Gegensatz zu den meisten ihrer deutschen Kolleginnen und Kollegen kennen außerdem viele Geflüchteten ihre Rechte und Pflichten als Beschäftigte oder Auszubildende nicht. Das kann großen Schaden anrichten und macht sie zur ersten Zielscheibe für Ausbeutung und Lohndumping.

Für ein faires Miteinander, gegen rechts!
Fremdenfeindliche und rechtsradikale Bewegungen sind mit den zunehmenden Flüchtlingszahlen gewachsen – diese Entwicklung treten wir entschieden und mit aller Kraft entgegen! Wir wollen und werden nicht zulassen, dass gelungene Integration und ein faires Miteinander durch Fehl- oder Falschinformationen ausgebremst werden.

Unter dem Dach der DGB Jugend unterstützen deshalb auch wir von der ver.di Jugend das neue Infoportal für Refugees. Die Website bietet Informationsmaterial, Hintergrundreportagen, aktuelle Aktionen und Forderungen der Gewerkschaften. Zusätzlich gibt es Zusammenstellungen und Infos zu den Rechten und Pflichten aber auch zu speziellen Bildungs- und Ausbildungsmöglichkeiten für Refugees.

Berufsausbildung in Deutschland
So setzt die DGB-Jugend mit der 2016 erschienenen Broschüre "Berufsausbildung in Deutschland" genau da an, wo junge Geflüchtete sich orientieren müssen und Hilfe benötigen. Passend zum jeweiligen Lebensalter gibt sie umfassend Auskunft über Schulabschlüsse, Berufsorientierung und Bewerbung. Dazu vermittelt die Broschüre wichtige Informationen rund um den Ausbildungsstart – übrigens auf Englisch, Französisch, Farsi und Arabisch.

Ebenfalls in vier Sprachen gibt es unser Infomaterial "Deine Rechte in der Ausbildung", das mittlerweile zu den erfolgreichen Azubi-Klassikern gehört. In dieser Broschüre finden junge Refugees wie Deutsche alles über die Rechte von Auszubildenden, über Jugendarbeitsschutz und Mitbestimmung und auch Antworten auf die Frage "Was tun eigentlich Gewerkschaften?".

Die Seite lässt sich mit allen Endgeräten abrufen, alle Informationen stehen jeweils als PDF-Broschüre zum Download bereit. Auch den „Blickpunkt“ zu Flucht, Asyl und Migration gibt es als Online-Dossier.

Macht euch selbst ein Bild von „WELCOME SOLIDARITY“ und leitet die URL weiter an eure geflüchteten Kolleginnen und Kollegen: www.welcome-solidarity.de

Viel Spaß beim Surfen & Lesen! Eure ver.di Jugend

27.04.2017

Ausbildung geschafft – und was kommt jetzt?

  • BÄÄÄM - Ausbildung geschafft!

Tipps zum Ausbildungsende

Viele von euch haben ihre Ausbildung bald abgeschlossen. Steht eine Übernahme ins Haus, gibt es gleich noch einen Grund zum Feiern. Aber dieses Glück haben leider nur knapp 45 Prozent der Auszubildenden. Für alle anderen hier ein paar Tipps zu Alternativen nach der Ausbildung.

Wenn ihr nach erfolgreich abgeschlossener Ausbildung nicht übernommen werdet, solltet ihr euch sofort bei der Arbeitsagentur als arbeitsuchend melden. Erledigt das sicherheitshalber spätestens drei Monate vor Ausbildungsende, um Sanktionen zu vermeiden.

Falls ihr nach der Ausbildung erst mal auf Stellensuche seid und mit dem Arbeitslosengeld I (ALG I) nicht auskommt, dürft ihr aufstocken über ALG II. Manchmal bezahlt die Arbeitsagentur auch Bewerbungskosten, also Material und Porto, Reise- und Umzugskosten. Einfach mal die zuständige Person in der Agentur darauf ansprechen.

Es gibt viele Betriebe, bei denen ihr euch bewerben könnt. Im Internet findet ihr dazu zahlreiche Jobbörsen, ebenso lohnt sich ein Blick in die Stellenanzeigen der Tageszeitungen. Außerdem solltet ihr auch im Familien- und Freundeskreis von eurer Jobsuche erzählen – je mehr Leute die Augen offen halten, desto besser.

Und auch, wenn es nicht gleich auf einen festen Job hinausläuft: Der neue Lebensabschnitt eröffnet euch viele Möglichkeiten! Hier ein paar Alternativen zur Festanstellung, die vieles für euch bereithalten: Ihr erweitert euren persönlichen Horizont, lernt neue, spannende Felder kennen und könnt euer berufliches Weiterkommen fördern.

Studium
Mit einem Studium eröffnet ihr euch vielfältige Berufschancen. Vorher müsst ihr allerdings klären, ob euer Abschluss dafür ausreicht. Mit dem Abitur besitzt ihr eine unbeschränkte Hochschulzugangsberechtigung und dürft grundsätzlich jedes Studium aufnehmen.

Aber auch mit einer abgeschlossenen Ausbildung könnt ihr unter bestimmten Bedingungen studieren. Die Zugangsvoraussetzungen für ein Studium ohne Abitur sind allerdings je nach Bundesland, Hochschule und Studienfach sehr unterschiedlich. Nähere Informationen liefert das Kultusministerium des jeweiligen Bundeslandes.

Dazu noch ein Tipp: Gasthörer_innen können sich ganz unverbindlich etwas Uni-Luft um die Nase wehen lassen und bekommen dabei einen ersten Eindruck vom Studium.

Weitere Informationen zum Studium

Weiterbildung
Eine Weiterbildung qualifiziert euch nach der Ausbildung für andere Aufgaben und ist eine gute Voraussetzung für euren beruflichen Aufstieg. Weiterbildungen werden teilweise von der Arbeitsagentur gefördert. Einfach mal dort nachfragen!

Weitere Informationen zur Weiterbildung

Auslandsaufenthalt
Auslandserfahrungen und Fremdsprachenkenntnisse erhöhen eure Jobchancen – und bedeuten auch eine persönliche Weiterentwicklung. Ins Ausland könnt ihr z. B. als Au-pair, über „Work and Travel“, über eine Sprachreise oder einen Freiwilligendienst.

Die meisten Auslandsaufenthalte könnt ihr – je nach Ausrichtung – mit Unterstützung von bestimmten Organisationen planen, die sich um die wichtigsten Dinge kümmern.

Weitere Informationen zum Auslandsaufenthalt

Arbeiten ohne festen Job
Ein unbefristetes Arbeitsverhältnis in Vollzeit… früher der Normalfall, heute leider eher eine Ausnahme – gerade bei Berufsanfänger_innen. Abseits einer Festanstellung müsst ihr einiges beachten:

  • Zeitarbeit

Zeitarbeiter_innen können wertvolle Berufserfahrungen sammeln und sich in unterschiedlichen Arbeitsbereichen Fähigkeiten aneignen. Manchmal öffnet Zeitarbeit sogar die Tür zum festen Job.

Die Nachteile: Meist wesentlich weniger Lohn und Urlaub als Festangestellte. Außerdem könnt ihr bei dem geringen Lohn und der unsicheren Anstellung eure eigene Zukunft kaum planen.

  • Befristung

Mittlerweile ist der erste Job bei vielen erst mal befristet. Die gesetzlichen Regelungen für Beschäftigte dazu lauten: Innerhalb von zwei Jahren darf der Arbeitgeber nur drei Mal einen befristeten Vertrag anbieten – danach muss er entfristet werden. Eine Ausnahme bildet die Sachgrundbefristung.

Falls du dazu Fragen hast oder deine Verträge prüfen lassen willst, melde dich gerne bei deiner ver.di Jugend vor Ort

  • Teilzeit

Zugenommen haben auch die Beschäftigungen in Teilzeit. Das kann für junge Eltern interessant sein, weil sich Beruf und Familie dadurch besser vereinbaren lassen. Viele können es sich aber leider nicht aussuchen, wie viel sie arbeiten.

Und es sollte klar sein, dass der Verdienst in Teilzeit deutlich niedriger ausfällt als in Vollzeitbeschäftigung. Allerdings erwerbt ihr auch über Teilzeitarbeit einen Anspruch auf gesetzliche Rente und auf reguläres Arbeitslosengeld (also nicht nur auf ALG II).

  • Selbständigkeit

Eine weitere gute Chance kann die Selbständigkeit sein. Einen solchen Schritt solltet ihr allerdings genau abwägen: Ist die Geschäftsidee tragfähig? Gibt es Risiken? Selbstständigkeit bringt Freiheiten – birgt aber auch Unsicherheiten. Alle Selbstständigen sind verpflichtet, sich bei einer Krankenkasse zu versichern und sich beim Finanzamt registrieren zu lassen.

Auch Selbstständige sind bei ver.di gut aufgehoben. Unter www.mediafon.net findet ihr spezielle Bildungsangebote, Termine regionaler Selbstständigengruppen, einen umfangreichen Ratgeber und die Kontaktdaten zum ver.di Beratungsnetzwerk rund um die Selbstständigkeit.

Weitere Informationen zum Jobben

Mehr Infos für Mitglieder
ver.di Mitglieder sind besser informiert. Zum Beispiel enthält die Broschüre „Was kommt nach der Ausbildung?“ ausführliche Erklärungen zu verschiedenen Optionen nach Ausbildungsende und zu gesetzlichen Rahmenbedingungen.

Ihr bekommt darin auch einen Überblick, was ihr beim ersten Arbeitsvertrag zu beachten habt und dazu viele Tipps, die bares Geld sparen. Mitglieder können die Broschüre kostenlos bestellen: per E-Mail an jugend@verdi.de.

Für eure nächsten Schritte nach Ausbildungsende wünschen wir euch in jedem Fall viel Erfolg und stehen euch bei Fragen gerne mit Rat und Tat zur Seite!

Eure ver.di Jugend

13.04.2017

Schweißperlen ade!

  • Illustration: aleutie, Fotolia.com

Mit unseren Tipps bekommst du deine Angst in den Griff, vor anderen zu reden!

In der Ausbildung, im Studium, im Beruf, im Ehrenamt - Egal wo, das Reden und Präsentieren vor anderen bringt uns oft ins Schwitzen. Dabei sieht es bei vielen immer so einfach aus: Erklärung von Sachverhalten in einfach verständlichen Sätzen, zwischendurch ein witziger Spruch, trockene Achseln und am Ende viel Applaus. Wie wird’s gemacht? Wie rede ich gut vor anderen? Und: Klappt es mit dem Trick, sich die anderen einfach nackt vorzustellen?

Wie bereite ich mich vor?
Wenn du eine Rede, ein Referat oder eine Präsentation hältst, unterstützt dich dabei die Wahl eines Themas, mit dem du dich identifizieren kannst. Das Thema solltest du leidenschaftlich bewegen können und damit auch vertreten können.

Du musst das Thema präsentieren, weil es dir z.B. durch die Ausbildung oder das Studium aufgedrückt wird? Versuche Teilaspekte aus dem Thema herauszuarbeiten, die dich interessieren und begeistern. Frage dich, was dich am Thema interessieren könnte und was dich motiviert, das Thema zu präsentieren. Wenn es nicht der Inhalt und das Thema ist, motiviert dich sicherlich deine Ausbildung, die du machst, zu dem das Thema nun mal gehört. Oder dich motiviert die Aussicht, dass wenn du das Thema innerhalb deiner Ausbildung geschafft hast, deinem Abschluss einen Schritt näher gekommen bist.

Also frag dich: Warum mache ich das? – dieses Referat, diese Präsentation, dieses Thema oder diese Ausbildung? Deine Motivation, das Thema zu bearbeiten, ist der Schlüssel zur guten Vorbereitung und damit auch dafür, einen super Vortrag zu halten. Was auch zur Vorbereitung gehört, ist die Klärung der Rahmenbedingungen:

Frage dich:

  • Vor wem spreche ich?
  • Wie muss mein Auftreten und meine Sprache sein? (In einer Prüfung redest du vielleicht anders als vor deinen Kolleg_innen in der Klasse oder im Hörsaal)
  • Wie viel Zeit habe ich zur Verfügung?
  • Was passt an Inhalten in diese (vorgegebene) Zeit?
  • Wo werde ich reden?
  • Welche Technik und Ausstattung steht mit da zur Verfügung?
  • Ist es ein Ort, den ich kenne und an dem ich mich wohlfühle?
  • Wenn nein, wie kann ich mich wohlfühlen? Was brauche ich dafür?

Bereite dich auf die Inhalte deines Parts gut vor. Stelle dir folgende Fragen: Worüber will ich reden? Was will ich mit meinem Vortrag rüber bringen? Verstehe ich alles, was ich vortrage? Wenn ich diesen Vortrag selber hören würde, würde ich das alles verstehen? Welche Fragen würde ich stellen? Welche Fragen könnten ggf. noch von anderen kommen?

Mache dir bewusst, was das Ziel und die zentrale Botschaft sein soll. Formuliere am besten einen Satz hierfür.
Die zentrale Botschaft und dein Ziel kannst du dann, wenn du weiter vorbereitest und auch beim Reden, dir  immer wieder vor Augen führen und abgleichen, ob du noch deinem Ziel folgst oder gerade eine Abbiegung nimmst.
Das Ziel und die zentrale Botschaft sind natürlich mit deinem Thema verknüpft. Dahinter steckt aber bestimmt auch noch andere Ziele , wie z.B. „Gib mir hierfür eine gute Note!“ „Seid von mir und dem Inhalt begeistert!“. Gibt es vielleicht auch verschiedene Ziele für die unterschiedlichen Zuhörer_innen?

Wie übe ich am besten?
Am besten bereitest du deinen Vortrag mit viel Vorlaufzeit vor. Wenn der soweit steht, kannst du Personen in deinem Umfeld bitten, sich das mal anzuhören und dir Feedback zu geben. Dabei sollten die Rahmenbedingungen denen beim eigentlichen Vortrag soweit wie möglich ähneln. Du kannst diese Personen auch bitten, auf etwas bestimmtest zu achten: Auf deine Aussprache, auf den Inhalt, auf deine Körpersprache.

Natürlich kannst du auch mit deinem Haustier den Vortrag üben.  Es geht nämlich um eins: Üben, üben, üben. Denn nur durch Übung verlierst du die Angst davor. Durch das Üben verlierst du die Angst. Vor anderen zu reden ist dann nichts mehr Außergewöhnliches. So bekommst du Routine. Also melde dich doch spontan für mehre Vorträge und nicht nur einen im Halbjahr oder Semester.

Und du kannst das Präsentieren und Vortragen auch gezielt lernen: Wir bieten Seminare unter der Woche als Bildungsurlaub oder auch am Wochenende zum Thema Kommunikation, Reden halten und Präsentieren an: Frag doch einfach mal bei deiner ver.di Jugend vor Ort nach, was wir anbieten: LINK

Was muss ich beim Reden beachten?
Vor allem gilt: Ruhe bewahren. Atme ruhig und tief und sprich verständlich. Die meisten Leute werden das, was du sagst, nicht als Text vorliegen haben. Gebe ihnen Zeit, dir zu folgen. Mache Pausen nach Gedankengängen, die du erläuterst. Am besten visualisierst du Ankerpunkte deines Vortrags. Das kannst du über PowerPoint, an der Tafel, auf einer Flipchart oder Pinnwand machen (Frage nach der Ausstattung und Technik bei den Rahmenbedingungen).

Bei jeder Kommunikation gilt: Dein Körper erzählt mehr über dich als das, was du sagst. Die Körpersprache ist eins der zentralen Elemente bei Vorträgen. Dabei gilt: Nur wenn du dich souverän und wohl fühlt, nehmen dich auch andere so wahr. Wir können dir hier keine pauschalen Tipps geben, wie du dich am besten hinstellen und reden sollst, um souverän zu wirken. Das ist sehr individuell und einfach Typsache: was für den einen gut klappt, ist für die andere gar nicht geeignet. Was auf jeden Fall hilft, ist üben, üben, üben.

Dein Redepart sollte in verschiedene Phasen eingeteilt sein. Wir empfehlen dir grob die Folgenden:

1. Beziehung aufbauen
Hier nimmst du Kontakt zu deinen Zuhörenden auf. Sympathie ist der Schlüssel für eine gute Basis bei deinem Vortrag. Denn wer sympathisch erscheint, dem wir auch mal einen Ausetzer leichter verziehen. Erzähle am besten in dieser Phase, warum du jetzt den Redepart hältst, gib einen kurzen Überblick über die nachfolgenden Inhalte und welches Ziel dein Vortrag hat. Hier sollte auch deutlich werden, warum es sich lohnt, dir zuzuhören. Werde also mit den Leuten warm.

2. Sachinfos
Es folgende die Sachinfos zu deinem vorbereitetem Thema. Stelle dir die Frage: willst du, dass Nachfragen direkt oder erst im Anschluss gestellt werden? Sag den Leuten, wie du es handhaben willst, damit sie sich drauf einstellen können.

3. Abschluss

Am Ende solltest du nochmal die wichtigsten Ergebnisse zusammenfassen und mit einem Apell enden. Dieser sollte einen klaren Bezug zu deinem Ziel haben und deiner von dir vorher festgesetzten zentralen Botschaft zusammen hängen. Dein letzter Satz mit deinem Apell solltest du dir am besten vorher zurecht legen. Dieser bildet den Abschluss deines Redeparts und sollte von dir laut und klar gesagt werden.

Je nachdem, wie viel Zeit du zur Verfügung hast und wie viel Inhalt du darin verpacken musst, hier noch ein Tipp zum Vortrag: Rede nicht länger als 15 Minuten am Stück. Nach 15 Minuten Vortrag sinkt die Aufmerksamkeitsspanne deiner Zuhörenden. Sie werden sich dann wahrscheinlich mit etwas anderem beschäftigen, zum Beispiel auf ihr Handy gucken oder sich unterhalten. Versuch daher nach rund 15 Minuten, die Methode zu wechseln und am besten deine Zuhörenden einzubeziehen und zu aktivieren. Stelle eine Frage in die Runde, die sie diskutieren können, lass kleine Arbeitsgruppen mit einer Fragegestellung bilden oder nutze andere Medien: Zeig einen kurzen Filmausschnitt zum Thema oder, oder, oder. Sei kreativ!

Ich stelle mir meine Zuhörenden nackt vor. Hilft das bei Lampenfieber?
Ja, immer  Nein, Scherz bei Seite. Ob dieser Trick, sich die Zuhörenden nackt vorzustellen, um dein Lampenfieber zu senken, hilft, musst du für dich selber ausprobieren. Bei einigen klappt das, bei anderen nicht. Finde dein eigenes Ding, was dich runterbringt!

Gibt es andere Tipps und Tricks?
Überlege dir, was dich in bestimmten Situationen beruhigt und was dir gut tut. Ist es vielleicht die Kette, die du geschenkt bekommen hast, den Plüschschlüsselanhänger, den du seit Jahren hast oder vielleicht ein bestimmtes Lied? Versuche, das was dich stärkt, bei den Vorbereitungen aber auch beim Reden bei dir zu haben. In der Hosentasche, als Hingucker, der nur in deinem Sichtfeld ist. Probier es aus.

Tipps, die viele nutzen, ist sich Folgendes klar zu machen:

  1. Die anderen wissen in der Regel nicht, was ich sagen will.
Die anderen haben meist nicht deine vorbereiteten Blätter oder Visualisierungen vorher gesehen. Das heißt, sie sind gespannt, was du zu sagen hast. Und zudem merken sie auch nicht unbedingt, wenn du etwas vergessen hast oder es an einer anderen Stelle einschiebst.
  2. Mache dir bewusst: Die anderen hätten auch Muffensausen, wenn sie da stehen würden, wo du jetzt stehst. Sie können sich gut in die Lage versetzen, dass du aufgeregt bist. Das bringt dir Verständnis und Sympathie für deine Lage. Nutze das.
  3. Deine Zuhörenden sind froh, dass sie selber jetzt nicht gerade vorne stehen und reden müssen.

Mache ruhig offen, dass du nervös bist.
Viele können verstehen, dass du beim Reden nervös bist. Das ist keine Schwäche, sondern ganz normal. Mache es zu deiner Stärke und benenne es ruhig. Verbinde es mit ein bisschen Humor und gleich sind die Sympathien bei dir.

Suche die eine Person im Publikum aus, an der du dich orientieren kannst. Spreche die Person gerne vorher an, dass du sie als „Anker“ nutzen möchtest. Diese Person könnte dich dann zum Beispiel unterstützen, in dem sie dir Zeichen gibt, dass alles gut verständlich ist oder du langsamer reden sollst.

Jetzt wünschen wir die viel Erfolg bei deinem nächsten Vortrag!
Deine ver.di Jugend!




30.03.2017

Vollzeit zufrieden in der Teilzeitausbildung!

  • Foto: Antonio Guillem, Shutterstock.com

So lassen sich Familie und Ausbildung besser vereinbaren

Ihr seid jung und habt ein Kind oder pflegt Angehörige? Kein Grund, auf eine gute Ausbildung zu verzichten! Mit der Teilzeitausbildung könnt ihr im Beruf bleiben und bekommt für eure Ausbildung eine Vergütung.

Das Kind ist krank, die Kita zu und Oma Irmi schon wieder auf der Flucht… Wenn die Herausforderungen von Familie und Berufsausbildung zusammenkommen, wenn ihr junge Eltern seid oder Angehörige pflegt, bleibt oft kaum noch Zeit zu atmen.

Knappe Zeit und knappe Kräfte können dabei auch die Wahl der Ausbildung beeinflussen oder einen Abschluss verhindern. Das muss nicht sein: Es gibt die Teilzeitausbildung und zwar in allen Ausbildungsberufen des dualen Systems!

Seit 2005 ist die zeitlich flexible Teilzeitausbildung im Berufsbildungsgesetz (BBiG) verankert. Von diesem Modell profitieren Auszubildende und auch Unternehmen:

  • Junge Eltern haben dank der reduzierten wöchentlichen Arbeitszeit mehr Zeit für ihre Kinder.
  • Unternehmen erschließen sich das Potential einer hochmotivierten und verantwortungsbewussten Zielgruppe und sichern so ihren Fachkräftenachwuchs.

Für wen ist eine Berufsausbildung in Teilzeit möglich?

Ihr könnt eure Ausbildung in Teilzeit machen, wenn ihr ein „berechtigtes Interesse“ habt. Und wenn man davon ausgehen kann, dass ihr euer Ausbildungsziel trotz kürzerer Zeit schafft.

Ein „berechtigtes Interesse“ liegt vor, wenn ihr als Auszubildende ein eigenes Kind betreut, einen Angehörigen pflegt oder vergleichbare schwerwiegende Gründe (z. B. eine Behinderung) vorliegen (§ 8 Abs. 1 BBiG).

Die zwei Varianten der Teilzeitausbildung

  • Gleichbleibende Ausbildungszeit: Seid ihr noch keine 18 Jahre alt, verkürzt sich eure wöchentliche Arbeitszeit. Eure gesamte Ausbildungszeit verlängert sich dabei jedoch nicht. Ihr arbeitet in diesem Fall mindestens 25 Stunden, wobei die Berufsschulzeit auf eure Arbeitszeit angerechnet wird. (Für Volljährige ist noch offen, wie die Schulstunden angerechnet werden.)
  • Verlängerte Ausbildungszeit: Wollt ihr weniger als 25 Stunden pro Woche arbeiten, müsst ihr hinnehmen, dass sich eure Ausbildungszeit um maximal ein Jahr verlängert. Die Regelung der Gesamtarbeitszeit ist jedoch vom Einzelfall abhängig. Erkundigt euch für genaue Infos bei eurer Interessenvertretung oder zuständigen Stelle. Oder gerne bei eurer ver.di Jugend vor Ort.

ACHTUNG: Eure Berufsschulzeit könnt ihr bei keiner Variante verkürzen, ihr müsst den Unterricht also komplett und in Vollzeit besuchen!

Rechtliches

Den rechtlichen Rahmen für die Ausbildung findet ihr im BBiG. Darin regelt § 8 die Verkürzung und Verlängerung der Ausbildungszeit:

(1) Auf gemeinsamen Antrag der Auszubildenden und Ausbildenden hat die zuständige Stelle die Ausbildungszeit zu kürzen, wenn zu erwarten ist, dass das Ausbildungsziel in der gekürzten Zeit erreicht wird. Bei berechtigtem Interesse kann sich der Antrag auch auf die Verkürzung der täglichen oder wöchentlichen Ausbildungszeit richten (Teilzeitberufsausbildung).

(2) In Ausnahmefällen kann die zuständige Stelle auf Antrag Auszubildender die Ausbildungszeit verlängern, wenn die Verlängerung erforderlich ist, um das Ausbildungsziel zu erreichen. Vor der Entscheidung nach Satz 1 sind die Ausbildenden zu hören.

(3) Für die Entscheidung über die Verkürzung oder Verlängerung der Ausbildungszeit kann der Hauptausschuss des Bundesinstituts für Berufsbildung Richtlinien erlassen.

Gut zu wissen

Ihr könnt eure Ausbildung auch dann an eure aktuelle Situation anpassen, wenn ihr sie schon begonnen habt. Der Hauptausschuss des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) empfiehlt, die Ausbildungszeit nicht auf weniger als 25 Stunden pro Woche zu kürzen (Ha-Empfehlung 129/2008).

Wenn ihr mindestens 75 Prozent der Regelarbeitszeit arbeitet, was in der Regel sechs Stunden pro Tag bedeutet, verlängert sich eure Ausbildungszeit grundsätzlich nicht. Die Anwesenheitspflicht in der Schule könnt ihr aber wie gesagt nicht kürzen.

Urlaubsanspruch und Vergütung

Natürlich habt ihr Anspruch auf Urlaub und Vergütung, auch als Teilzeit-Azubis! Euer Urlaubsanspruch richtet sich nach der Anzahl der festgelegten Arbeitstage. Wenn ihr z.B. fünf Tage in der Woche im Betrieb bzw. in der Berufsschule seid, bleibt euer voller Urlaubsanspruch bestehen.

Problematisch ist die Vergütung, denn die ist nicht gesetzlich geregelt. In der Praxis wird sie manchmal anteilig gekürzt – zu eurem Nachteil. Wollt ihr eure Ausbildungskräfte überzeugen, haben wir zwei gute Argumente für euch:

  1. Die Vergütung der Ausbildung gilt ohnehin nie als Arbeitsentgelt, sondern immer als Unterstützung, damit ihr eure Ausbildung machen könnt.
  2. Die Sonderform der Teilzeitausbildung soll euch in einer besonderen Lebenssituation helfen.

Wenn das nicht überzeugt und falls ihr mit einem niedrigeren Gehalt nicht über die Runden kommt, unterstützt euch in der Ausbildungszeit der Staat. Informiert euch und stellt rechtzeitig die entsprechenden Anträge!

Übrigens: Mitglieder bekommen kostenlose Rechtsberatung von ver.di – und auch Rückendeckung, wenn sie ihre Rechte geltend machen wollen!

Alle Infos bei eurer JAV!

Wenn eine Teilzeitausbildung genau das Richtige für euch ist, schaut bei eurer JAV vorbei. Sie vertritt die speziellen Interessen von Auszubildenden in Betrieben und Dienststellen. Auch und gerade im Fall einer Teilzeitausbildung ist sie also eure Partnerin. Sie berät euch, wie ihr am besten vorgeht, um optimale Ausbildungsbedingungen zu bekommen.

Aber nicht nur das:

  • Die JAV weiß auch, wie euer Ausbildungsvertrag genau aussehen muss. Die Besonderheiten eurer Teilzeitberufsausbildung müssen nämlich unter „sonstigen Vereinbarungen“ vertraglich festgehalten werden.
  • Die JAV wirkt auf Betriebsvereinbarungen hin und bestimmt damit die Regeln in eurem Betrieb oder eurer Dienststelle mit.
  • Die JAV kontrolliert, ob das BBiG eingehalten wird, dass ihr also z. B. keine Überstunden macht oder dass eure Teilzeitregelung eingehalten wird. Stellt sie fest, dass gegen geltendes Recht oder Vorschriften verstoßen wird, muss sie sich zunächst an den Betriebs- bzw. Personalrat wenden. Der fordert dann die Einhaltung der Rechte beim Arbeitgeber ein. Betriebs- und Personalrat bestimmen übrigens auch mit, wenn euer Arbeitgeber generell nur noch verkürzt ausbilden will.
  • Die JAV entscheidet bei der Einstellung mit und achtet dabei auf Gleichberechtigung. Ihr habt also sehr gute Chancen, mit eurem „berechtigten Interesse“ eure Wunschausbildung machen zu können.

Also: Ab zu eurer JAV oder zu uns vor Ort – wir wünschen eine erfolgreiche Ausbildungszeit!

Eure ver.di Jugend

16.03.2017

Abgehängt

  • Foto: contrastwerkstatt, Fotolia.com

300.000 von uns hängen zwischen Schule und Ausbildung fest

Rund 300.000 Jugendliche stecken in den zahllosen Maßnahmen am Übergang von der Schule in die Ausbildung fest, Tendenz bisher steigend. Fast die Hälfte haben einen Hauptschulabschluss. (Quelle: Meldung des DGB Bundesvorstands vom 13.03.2017)

Zu diesen Ergebnissen kommt eine aktuelle Auswertung des DGB mit dem Titel "Generation abgehängt? Die Probleme der Jugendlichen im Dschungel der Maßnahmen zwischen Schule und Ausbildung". Wir fordern gemeinsam mit dem DGB: In den kommenden Jahren müssen deutlich mehr Ausbildungsplätze her!

Zahl der Ausbildungsverträge sinkt

Wenn die Zahl der betrieblichen Ausbildungsverträge zurückgeht, liegt das nicht am Akademisierungstrend, sondern an fehlenden Übergängen in die duale Ausbildung. Immer mehr Jugendliche scheitern beim Schritt von der Schule in die Ausbildung und stecken in den vielen Maßnahmen des Übergangssystems fest – oft ohne Aussicht auf eine abgeschlossene Ausbildung.

Vor allem Jugendliche mit einem mittleren oder Hauptschulabschluss scheitern bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz. So hatten im Vorjahr rund 48 Prozent dieser Jugendlichen im Übergangssystem einen Hauptschulabschluss, fast 27 Prozent sogar einen mittleren Schulabschluss.

Spannungen auf dem Ausbildungsmarkt bleiben ein handfestes Problem

Das Übergangssystem ist ein Seismograph für den Ausbildungsmarkt. In den kommenden Jahren werden deutlich mehr Ausbildungsplätze benötigt. Anderenfalls droht zahlreichen jungen Menschen ein Leben in Arbeitslosigkeit oder prekärer Beschäftigung.

Arbeitgeber, aber auch Bund und Länder müssen sich ehrgeizigere Ziele setzen. Endgültig erforderlich ist eine Ausbildungsgarantie. Fakt ist auch: Der Anstieg im Übergangssystem ist auch auf geflüchtete Jugendliche in Sprach- und Integrationsklassen zurückzuführen – und das ist gut so! Doch auch diese Menschen brauchen bald einen Ausbildungsplatz.

Hintergrund der DGB-Auswertung

Am 10. März hat das Statistische Bundesamt veröffentlicht, wie viele Jugendliche sich im Jahr 2016 in den zahllosen Maßnahmen im sogenannten Übergangssystem befunden haben:

  • Im Jahr 2015 waren es rund 270.000 Jugendliche, die nicht den Sprung von der Schule in die Ausbildung geschafft haben.
  • 2016 waren es bereits 300.000, das ist innerhalb von nur zwei Jahren ein Anstieg von 46.000 Jugendlichen.

Übrigens: Im Ansatz sind solche berufsvorbereitenden Maßnahmen (kurz BvB) des Übergangssystems durchaus richtig. Sie sollen die Jugendarbeitslosigkeit senken, indem sie förderbedürftigen Jugendlichen durch eine intensive Phase der Berufsorientierung den Übergang in die Arbeitswelt erleichtern.

Diese BvB dürfen Arbeitgeber allerdings nicht aus ihrer Ausbildungsverantwortung entlassen – oder gar zur Verschönerung von Arbeitslosigkeitsstatistiken dienen!

BvB stellen im Grunde eine Parallelwelt zur Berufsbildung dar, die es so nicht geben muss. Wir von der ver.di Jugend sehen in ihnen also keine Dauerlösung und sagen: Recht auf gute Ausbildung für alle!

Mehr Infos:

02.03.2017

Alles, was recht ist am Arbeitsplatz

  • Foto: Irina Kozorog, Shutterstock.com

Privatkram erledigen, Firmenmaterial mitnehmen... Was ist erlaubt?

Fast alle haben schon mal private Kopien und E-Mails am Arbeitsplatz erledigt. Oder haben vielleicht auch ausrangiertes Firmenmaterial mit nach Hause genommen. Was davon ist eigentlich erlaubt, wann riskiert ihr arbeitsrechtliche Konsequenzen? Und wie weit darf die Überwachung gehen?

Zugegeben: Wenn ihr euer Smartphone an die Firmensteckdose anschließt, hält sich das Risiko auf größeren Ärger mit Vorgesetzten normalerweise in Grenzen. Aber es gibt durchaus Verstöße am Ausbildungs- und Arbeitsplatz, die ihr besser bleiben lassen solltet. Denn im Ernstfall droht eine Abmahnung – oder sogar eine Kündigung. Hier eine kleine Übersicht zu euren Rechten als Auszubildende und Beschäftigte.

Nur ne Runde surfen, ein kurzer Anruf zu Hause und zwei private E-Mails?!
Hier kommt es darauf an, ob ihr während der Arbeitszeit privat surfen dürft. Wenn in eurem Ausbildungs- oder Arbeitsvertrag ein Surf-Verbot während der Arbeitszeit ausgesprochen wird, droht zumindest eine Abmahnung, wenn ihr trotzdem ins Netz geht.

Falls ihr euren Dienstrechner auch privat nutzen dürft, könnt ihr natürlich ab und zu mal im Netz shoppen. Oder eine private E-Mail beantworten. Bei Straftaten hört der Spaß allerdings auf, illegale Downloads oder Raubkopien solltet ihr euch also schenken. Insgesamt kann alles, was dem Arbeitgeber Schaden zufügt, ein Grund für eine fristlose Kündigung sein – also auch Spam oder Viren, die ihr beim privaten Surfen auf den Dienstrechner ladet!

Achtet außerdem darauf, nicht Zeit und Raum zu verlieren: Auch wenn es euer Arbeitsvertrag erlaubt, dürfen ihr nur in geringem Umfang privat chatten, mailen, telefonieren oder surfen. Am besten nur in eurer Pause, damit ihr jede Diskussion von vornherein vermeidet. Denn auch durch Arbeitszeitbetrug riskiert ihr theoretisch eine Abmahnung. Wer privat E-Mails schreibt, surft oder telefoniert, arbeitet eben nicht.

Übrigens: Euer Arbeitgeber darf euch stichprobenartig kontrollieren. Eine Totalüberwachung ist zwar nicht zulässig und es gilt immer das Fernmeldegeheimnis der Beschäftigten – also ein Abhörverbot. Das gilt allerdings nicht, wenn bei euch die private Internetnutzung generell verboten ist. Dann sind also auch Stichproben zulässig, wobei z.B. eure Dienstrechner durchsucht werden dürfen.

Selbst wenn es im Unternehmen eine Betriebsvereinbarung gibt, die Privat-Surfen erlaubt, ist nichtsdestotrotz Vorsicht geboten. Im Zweifelsfall fragt ihr am besten die Datenschutzbeauftragten eures Betriebs oder eurer Dienststelle, den Betriebs- oder Personalrat.

Das bisschen Büromaterial?!
Schnell mal einen Kugelschreiber oder einen leeren Aktenordner aus dem Firmenbestand mitnehmen oder eine private Kopie am Firmendrucker machen – alles halb so wild?! Leider überhaupt nicht.

Viele Beschäftigte und Auszubildende haben dafür zwar wenig Verständnis, aber sowas ist und bleibt Unterschlagung betrieblichen Eigentums. Ihr beklaut damit sozusagen eure Arbeitgeberin oder euren Arbeitgeber und begeht quasi Diebstahl, wenn auch geringfügig.

Sowas solltet ihr also wirklich bleiben lassen oder in höchster Not unbedingt vorher eure Vorgesetzten um Erlaubnis fragen – denn ihr riskiert dabei mitunter eine Abmahnung oder sogar eine fristlose Kündigung, je nach Höhe des entstandenen Schadens.

Merkt doch niemand? Moderne Kopierer speichern jedes Dokument und eure Buchhaltungsabteilung ist auch nicht blind. Und es wäre ein gefundenes Fressen, falls eure Vorgesetzten euch sowieso schon „auf dem Kieker haben“.

Meine Gesundheit geht ja wohl vor?!
Prinzipiell ja – wenn ihr akut krank und damit arbeitsunfähig seid. Dann dürft ihr vom Arbeits- und Ausbildungsplatz in einer Arztpraxis anrufen und euch nach einem Besuch vor Ort krankschreiben lassen.

In allen anderen Fällen ist auch ein Arztbesuch Privatsache, genauso wie die telefonische Terminvereinbarung. Dann also besser auf die Pause warten und mit dem eigenen Telefon einen Termin in eurer Freizeit vereinbaren. Nur wenn die Öffnungszeiten das nicht zulassen und ein Besuch zwingend notwendig ist, dürft ihr den Termin ausnahmsweise auch in die Arbeits- und Ausbildungszeit legen. Das solltet ihr euch dann allerdings durch ein ärztliches Attest bestätigen lassen!

Mehr Infos zur Krankschreibung haben wir euch als eigene Meldung zusammengetragen.

Noch was: Das Attest muss zwar unbedingt auch zu eurer Krankenkasse – aber auch das ist Privatsache und gehört daher nicht in die Firmenpost. Auch hier droht eine Abmahnung und bei Wiederholung ist es sogar ein Kündigungsgrund.

Sie haben Post!
Bevor ihr eure privaten Pakete in die Arbeit bestellt, solltet ihr bei euren Vorgesetzen fragen, ob das okay geht. Immerhin stört das aus ihrer Sicht den Arbeitsablauf und kostet Arbeitszeit. Wer sich ohne Erlaubnis hier und da neue Klamotten in die Arbeit liefern lässt, riskiert nicht nur Ärger, sondern auch das Misstrauen vom Chef oder der Chefin: Womöglich habt ihr ja auch die Schuhe während eurer Arbeitszeit bestellt?!

Die kleine Rauchpause?!
Falls in eurem Betrieb ein Zeiterfassungssystem verwendet wird, müsst ihr euch selbst für eine kurze Raucherpause ordentlich ausstempeln. Alles andere kann ebenfalls eine Abmahnung oder sogar eine Kündigung zur Folge haben. Denn auch wer raucht, arbeitet nicht! Fragt auch dazu im Zweifelsfall eure JAV, den Betriebs- oder Personalrat oder lest die bei euch geltenden Betriebs- oder Dienstvereinbarungen.  

Der will doch nur spielen?!
Euren Hund dürft ihr selbstverständlich nur nach Erlaubnis eurer Vorgesetzten mitnehmen. Dabei kommt es nicht darauf an, ob euer Hund einen echten Schaden anrichtet: Wenn er den Arbeitsablauf stört oder jemanden im Team einfach nervös macht, darf euch die Mitnahme des Hundes untersagt werden – selbst wenn sie vorrübergehend erlaubt war.

Bloß ein Foto?!
Ihr dürft euch prinzipiell eine persönliche Atmosphäre am Arbeitsplatz schaffen – allerdings kommt es auf die Lage eures Schreibtischs und auch auf die Art eurer Deko an. Wenn ihr euer Büro mit anderen Beschäftigten oder gar mit Kundinnen und Kunden teilt, können gewisse Grenzen bestehen oder private Gegenstände ganz verboten sein. Deswegen besser erst nachfragen und dann Deko aufstellen.

Ein Zuckerschlecken ist das also nicht unbedingt. Trotzdem: Wir wünschen euch eine gute und erfolgreiche Arbeits- und Ausbildungszeit!

Und falls doch was schiefgeht, findet ihr in unserem A-Z für die Ausbildung mehr Infos zur Abmahnung und Kündigung.

Bei allen Fragen stehen wir euch natürlich auch vor Ort gerne zur Verfügung!

Eure ver.di Jugend

02.01.2017

Neues Jahr, neue Gesetze

  • 2017 bringt einige neue Gesetze für Verbraucher

Die 16 wichtigsten Neuerungen ab Januar 2017

Du schönes neues Jahr: Tritt ein, bring Glück herein! Vielleicht können die neuen Gesetze und Regelungen ab 2017 schon etwas dazu beitragen. Und ein wenig Humor kann sowieso nie schaden…

Vorneweg: Die mit Sternchen versehenen Gesetze sind noch nicht endgültig verabschiedet, aber immerhin so weit gediehen, dass wir euch schon jetzt dazu informieren!

Die ultimative Übersicht – allgemeine News

1) Verdiene ich mit Mindestlohn jetzt so viel, dass ich Probleme beim Ausgeben bekomme?
Da musst du dir leider keine Sorgen machen. Es gibt nur mickrige 34 Cent mehr gesetzlichen Mindestlohn pro Stunde. Das bedeutet eine Anhebung von 8,50 auf 8,84 Euro pro Stunde, schnell verprasst. Wir nehmen an, du strotzt schon vor Ideen...

2) Weniger Kosten für Tapetenwechsel!
Wenn du für deinen Job umziehen musst, kannst du die Umzugskosten für dein Sofa und für Wellensittich Hansi als Werbungskosten geltend machen. Die entsprechenden Pauschalbeträge steigen zum 1. Februar 2017:

  • für Ledige auf 764
  • für Verheiratete auf 1.528 Euro
  • für jede weitere im Haushalt lebende Person auf 337 Euro.

Übrigens: Vögel, Hunde und Katzen gelten nicht als Personen.

3) Zum Reformationsjubiläum wird bundesweit gefeiert!
Vor genau 500 Jahren hat Luther angeblich seine Thesen in Wittenberg angeschlagen und damit den Protestantismus ins Leben gerufen. Der Thesenanschlag ist historisch umstritten. Ganz unstrittig ist jedoch, dass der 31. Oktober in 2017 in ganz Deutschland ein Feiertag ist. Für alle! Und dabei ist es ganz egal, welcher Glaubensrichtung du angehörst. Feiertag ist Feiertag!

Fluch und Segen – die Steuer

4) Muss ich wirklich diese öde Steuerklärung machen?*
Ja, zumindest, wenn bei deinem monatlichen Lohnsteuerabzug ein Freibetrag berücksichtigt wird. In diesem Fall musst du unter allen Umständen eine Einkommensteuererklärung abgeben. Einzige Ausnahme: Du verdienst so wenig, dass sich für den Fiskus die Mühe nicht lohnt. Liegt also dein Jahreseinkommen unter 11.200 Euro, sparst du dir immerhin die Steuererklärung.

5) Höherer Grundfreibetrag*
Erst bei einem Einkommen über dem Grundfreibetrag zieht der Fiskus Steuern ab. Diese Steuergrenze wandert 2017 nach oben, der Grundfreibetrag soll im neuen Jahr um 168 Euro steigen. Bist du ledig, zahlst du erst ab 8.820 Euro Steuern, lebst du in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft, verdoppelt sich der Betrag entsprechend.

6) Sharing ist caring – Unterhalt wird absetzbar*
Unterhaltskosten für Dritte, die du mit deinem Gehalt über Wasser hältst, werden als außergewöhnliche Belastungen gewertet. Für 2017 sind maximal 8.820 Euro abziehbar. Das sind immerhin 168 Euro mehr als noch in 2016.

7) Kann ich meine Spende an „Rettet die Wombats“ irgendwie steuerlich nutzen?
Du kannst nur Spenden an kirchliche, mildtätige oder gemeinnützige Organisationen steuerlich geltend machen, hier gelten strenge Regeln. Die Nachweise dafür musst du allerdings nur vorlegen, wenn das Finanzamt nachfragt. Deswegen: Alle Belege aufheben, und zwar für mindestens ein Jahr nach Bekanntgabe deines Steuerbescheids.

Große Unbekannte – Rente und Sozialversicherung

8) Wie lange muss ich noch?
Manche denken ja schon beim Anfangen ans Aufhören. Du auch? Dann solltest du wissen, dass Arbeitnehmer jetzt flexibler aus dem Job aussteigen können – mit der sogenannten Flexi-Rente, die eine neu eingeführte Teilrente mit Teilzeitarbeit kombiniert. Dahinter steckt der Plan, dass du länger arbeiten WILLST. Gehst du in gefühlten 100 Jahren, also mit 63, in Teilrente, kannst du künftig deutlich mehr dazuverdienen.

9) Mehr Steuerfreiheit für Altersvorsorge
Wenn du für dein Alter vorsorgst, indem du in die gesetzliche Rentenkasse oder in Versorgungswerke einzahlst, kannst du dies ab sofort besser steuerlich absetzen. Der geförderte Höchstbetrag für dich steigt auf 3.048 Euro pro Jahr, steuerfrei sind unter bestimmten Voraussetzungen weitere 1.800 Euro jährlich. Der steuerfreie Arbeitgeberanteil wird allerdings abgezogen. Frag am besten im Personalbüro, bei deiner JAV oder bei deiner ver.di Jugend vor Ort, was für dich drin ist!

10) Relativ stabile Beitragssätze
Der Beitragssatz zur Pflegeversicherung steigt auf 2,8 Prozent bei Kinderlosen. In der Krankenversicherung steht er unverändert bei 15,7 Prozent, ebenso unverändert bleiben die Rentenversicherung (18,7 Prozent) und Arbeitslosenversicherung (3,0 Prozent).

11) Bemessungsgrenzen steigen*
Die Beitragsbemessungsgrenze, bis zu der auf Arbeitsentgelt oder Rente Beiträge zu zahlen sind, steigt bei der Rentenversicherung im Westen auf 6.350 Euro monatlich und im Osten auf 5.700.

Die bundeseinheitliche Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Krankenversicherung beträgt 52.200 Euro. Die Pflicht zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung wird 2017 ausgeweitet auf Beschäftigte mit einem Arbeitsentgelt bis 57.600 Euro.

Family goodies – Kinder und Eltern

12) Unterhaltsvorschuss wird ausgeweitet*
Bist du alleinerziehend, sollst du künftig besser abgesichert, falls das Aas von Ex den Unterhalt für euer gemeinsames Kind verweigert... Der sogenannte Unterhaltsvorschusses wird endlich ausgeweitet! Die Begrenzung der Bezugsdauer auf sechs Jahre soll abgeschafft und die Altersgrenze der Kinder von 12 auf 18 Jahre erhöht werden.

13) Mehr Kinderfreibetrag, Kinderzuschlag und Kindergeld*
Der jährliche Kinderfreibetrag, ab dem Steuern zu zahlen sind, erhöht sich um 108 Euro auf 7.356 Euro. Verdienst du weniger, bekommst du einen Kinderzuschlag. Er wird Anfang 2017 um 10 Euro auf je 170 je Monat erhöht. Außerdem soll es monatlich pro Kind zwei Euro mehr Kindergeld geben. Für die ersten beiden Kinder beträgt das Kindergeld dann je 192 Euro pro Monat, für Kind Nummero drei 198 Euro. Ab dem vierten Kind gibt es jeweils 223 Euro.

14) Bessere Unterstützung für Pflegebedürftige und Pflegende
Du pflegst ein Familienmitglied? Ab 2017 gilt ein neuer Pflegebedürftigkeitsbegriff, der sich nach dem Grad der Selbstständigkeit von Betroffenen richtet und nicht nach dem Zeitaufwand für die Hilfe. Dabei soll niemand der rund 2,8 Millionen Leistungsbeziehenden schlechtergestellt werden, bei Sozialbeiträgen soll sich beispielsweise sogar eine Verbesserung einstellen.

15) Hartz-IV-Sätze steigen*
Zum Jahresstart 2017 sollen die Leistungen angehoben werden:

  • Der Regelsatz für Alleinstehende steigt um 5 Euro pro Monat.
  • Der Regelsatz für Kinder bis sechs Jahre bleibt unverändert. Jugendliche bis 18 Jahren bekommen ab Januar 311 Euro.
  • Die Grundsicherung für Kinder zwischen 6 und 13 erhöht sich um 21 auf 291 Euro.

Luft holen – Sonne, Wind und EEG-Umlage

16) Ökostrom-Umlage
Für die Förderung von Strom aus Windkraft und Sonne musst leider immer noch du als Verbraucher zahlen. Die Ökostrom-Umlage wird von 6,35 Cent auf 6,88 Cent pro Kilowattstunde angehoben. Du zahlst sie über deine Stromrechnung.

Und was ist diese Ökostrom-Umlage?
Die sogenannte EEG-Umlage wird als Differenz zwischen dem Preis, den Stromerzeuger für ihren Strom bekommen, und den garantierten Abnahmepreisen für Ökostrom berechnet. Je niedriger der Börsenpreis, den die Energiekonzerne zahlen, desto höher die Umlage. Was der Anstieg der Umlage für dich am Ende konkret bedeutet, lässt sich schwer prognostizieren. Es kommt darauf an, ob und wie die Energiekonzerne fallende Börsenstrompreise an die Verbraucher weitergeben. So richtig sonnig finden wir das natürlich nicht…

Nichtsdestotrotz wird 2017 für dich hoffentlich zu einem ganz tollen Jahr! Wir drücken die Daumen, tragen auf jeden Fall unseren Teil dazu bei und laden dich herzlich zum Mitmachen ein: Schließlich gibt es viel zu tun, also packen wir’s an!

08.12.2016

14 Punkte für die letzten Wochen im Jahr

  • Genervte Frau vor dem Weihnachtsbaum

Sicher durch die Weihnachtszeit mit unserer rechtlichen Checkliste

Adventszeit – für manche die schönsten Wochen des Jahres, für andere der blanke Horror… Wir wünschen dir möglichst segenbringende Weihnachtstage in deinem Betrieb oder deiner Dienststelle und natürlich an den freien Tagen mit deiner Familie und im Freundeskreis. Dafür schenken wir dir Antworten auf die wichtigsten arbeitsrechtlichen Fragen rund um Weihnachten und das neue Jahr: 14 Tipps zum Arbeitsrecht in der Weihnachtszeit! Warum wir das tun? Aus Liebe.

1. Darf ich im Büro Duftkerzen abbrennen?
Ja, solange der hauseigene Brandschutz nichts dagegen hat. Segnet niemand die Deko ab, sind Beschäftigte selbst verantwortlich. Fällt also eine brennende Kerze aus deinem Adventskranz und setzt euer Büro in Brand, dann haftest du dafür. Im Zweifel entscheiden übrigens deine Vorgesetzten, was du an stimmungsvoller Weihnachtsdeko aufbauen darfst. Hältst du dich nicht an deren Vorgaben – selbst wenn dein Geschmack unstrittig der bessere ist – droht dir eine Abmahnung.

2. Darf ich die Pralinen mit nach Hause nehmen?
Werden in deinem Betrieb oder deiner Dienststelle grundsätzlich keine Kundengeschenke angenommen, hältst du dich besser daran. In vielen Unternehmen regeln Betriebs- oder Dienstvereinbarungen, wie du mit Kundengeschenken umgehen kannst. Lies dort nach oder frag deine Vorgesetzten, bevor du dir wegen einer süßen Kleinigkeit eine Abmahnung einhandelst.

3. Muss ich zur Weihnachtsfeier gehen?
Vielleicht ist die Stimmung in deinem Betrieb oder deiner Dienststelle schlecht und du hast deshalb echt keine Lust auf stundenlanges „Last Christmas“-Gedudel. Niemand kann dich zwingen, daran teilzunehmen. Wenn allerdings die Weihnachtsfeier während der Arbeitszeit stattfindet, musst du ggf. in dieser Zeit arbeiten oder freinehmen.
Hier also vielleicht zweimal nachdenken. Zumal absagen unhöflich ist und bei Vorgesetzten, Kolleginnen und Kollegen oft nicht gut ankommt. Schlimmstenfalls wird dir deine Absage als mangelnde Teamfähigkeit ausgelegt. Und vielleicht sorgt ja auch das gemeinsame Feiern für bessere Stimmung bei euch.

4. Bin ich während der Weihnachtsfeier versichert?
Wenn dein Betrieb oder deine Dienststellen die Belegschaft offiziell zur Weihnachtsfeier einlädt oder ihr selbst eine solche Feier im Einvernehmen mit euren Vorgesetzten veranstaltet, bist du während der gesamten offiziellen Veranstaltungszeit versichert. Auch, wenn du dir bei einer Weihnachtsschneewanderung mit deinem Team die Haxen brichst.
Aber Achtung: Organisierst du mit Kolleginnen und Kollegen außerhalb der Arbeitszeit eine Feier, ist das zwar eine schöne Idee, versichert seid ihr dabei allerdings nicht. In keinem Fall versichert sind außerdem betriebsfremde Gäste.

5. An Weihnachten und Silvester hab ich doch frei oder?
Jesus wurde erst in der Heiligen Nacht geboren. Deshalb ist der 24.12. trotz aller Vorfreude leider noch kein Feiertag. Ebenso wenig wie der 31.12., an dem wir erst in der Nacht das neue Jahr feiern. Gesetzliche Feiertage sind am 25. und 26.12. und an Neujahr, also am 01.01. An diesen Tagen kannst du in Ruhe mit deinen Lieben feiern und ausschlafen.
Obwohl es eine grundsätzliche Arbeitsverpflichtung an Heiligabend und Silvester gibt, hast du vielleicht trotzdem Glück. Denn viele Tarifverträge (z.B. § 6 Abs. 3 TVöD, soweit es die betrieblichen bzw. dienstlichen Verhältnisse zulassen), Betriebsvereinbarungen oder arbeitsvertragliche Regelungen sehen an diesen besonderen Tagen keine oder nur eine eingeschränkte Verpflichtung zur Arbeitsleistung vor, zum Beispiel bis mittags.

6. Kann ich zu Weihnachten und Silvester Urlaub beantragen?
Ja. Und nach § 7 Abs. 1 S. 1 BUrlG müssen deine Urlaubswünsche berücksichtigt werden. Ausnahmen: dringende betriebliche bzw. dienstliche Belange und die Wünsche von Kolleginnen oder Kollegen mit dringenderen sozialen Anliegen, z. B. kleinen Kindern. Am besten planst du frühzeitig und sprichst dich ab, da viele Beschäftigte an und zwischen den Feiertagen Urlaub wollen.

7. Dürfen Vorgesetzte bestimmen, dass Weihnachten und Silvester Betriebsferien sind?
Das kommt darauf an. Gibt es keinen Betriebs- oder Personalrat, dürfen Betriebs- bzw. Dienstferien angeordnet werden, auch an Weihnachten oder Silvester. Mit Interessenvertretung kann ein solcher „Zwangsurlaub“ für alle Beschäftigten nur mittels einer wirksamen Betriebs- oder Dienstvereinbarung durchgesetzt werden – und auch nur innerhalb der Schulferien, um Eltern nicht zu benachteiligen.

8. Bei uns war Heiligabend immer frei, jetzt plötzlich nicht mehr. Geht das denn?
Nein, das geht nicht! Durch betriebliche oder dienstliche Übung kann sich ein Anspruch auf (teilweise) Arbeitsbefreiung am 24. bzw. 31.12. ergeben. Wurde bei euch drei Jahre hintereinander an Heiligabend und/oder Silvester nicht oder nur halbtags gearbeitet, habt ihr dadurch auch einen Anspruch für die folgenden Jahre – es sei denn, die entsprechende Regelung galt ausdrücklich nur für ein Jahr.

9. Darf mein Weihnachtsgeld gestrichen werden?
Nein, selbst in „finanziell schwierigen Zeiten“ ist das nicht rechtens! Ob und wie viel du bekommst, hängt von deinem Arbeitsvertrag ab. Das Bundesarbeitsgericht erkennt mittlerweile nur noch sehr wenige Freiwilligkeits-, Vorbehalts-, oder Rückzahlungsklauseln als wirksam an.

10. Ich arbeite in Teilzeit, was habe ich von Weihnachten?
Bist du teilzeitbeschäftigt und arbeitest höchstens bis 12 Uhr, hast du leider Pech. Denn laut Bundesarbeitsgericht entfällt dann dein Anspruch auf bezahlte Freistellung an den Tagen, an denen dein Betrieb oder die Dienststelle ab 12 Uhr Arbeitsbefreiung bei Fortzahlung der Bezüge gewährt.

11. Bekomme ich mehr Geld, wenn ich an Weihnachten und Silvester arbeite?
In der Gastronomie, in Krankenhäusern, im Verkehrswesen oder in der öffentlichen Sicherheit wird an Weihnachten und Silvester nicht weniger, sondern sogar deutlich mehr als sonst gearbeitet. Feiertagszuschläge sind dafür gesetzlich nicht vorgesehen.
Aber laut § 11 ArbZG hast du Anspruch auf einen Ersatzruhetag, der dir innerhalb von zwei bzw. acht Wochen gewährt werden muss. Zusätzliche Zuschläge können sich aus deinem Arbeitsvertrag, aus betrieblicher bzw. dienstlicher Übung oder aus sonstigen arbeitsrechtlichen Regelungen (z. B. Tarifverträge, Betriebs- oder Dienstvereinbarungen) ergeben – hier also mal nachlesen!

12. Ich bekomme Zuschläge, wie werden die versteuert?
Für Arbeit am 25. und 26.12. und am 24.12. ab 14 Uhr sind Zuschläge in Höhe von 150 Prozent des Grundlohns steuerfrei. Für den 31.12. ab 14 Uhr und den 01.01. sind Zuschläge in Höhe von 125 Prozent steuerfrei.
Aber Vorsicht: Die Steuerfreiheit greift nur, wenn du keinen Freizeitausgleich bekommst! Arbeitest du am 25.12. und kassierst dafür 150 Prozent Zuschlag, hast aber dafür am 04.01. des Folgejahrs einen Ersatzruhetag beansprucht, sind im Ergebnis nur noch 50 Prozent des Zuschlags steuerfrei, da durch den Ersatzruhetag – steuerrechtlich – schon 100 Prozent „aufgebraucht“ sind.

13. Wie funktioniert die Sozialversicherungsfreiheit der Feiertagszuschläge?
Kompliziert: Feiertagszuschläge sind nur sozialversicherungsfrei, wenn du weniger als 25 Euro brutto pro Stunde verdienst. Bei einem höheren Stundenlohn hast du auf den Differenzbetrag über 25 Euro Bruttogrundgehalt Sozialversicherungsbeiträge zu zahlen.

14. Muss ich ans Telefon gehen, wenn Vorgesetzte an Weihnachten anrufen?
Wenn statt Weihnachtsglocken dein Diensttelefon bimmelt, musst du nicht antworten. Es sei denn, in deinem Arbeits- oder Tarifvertrag ist eine Rufbereitschaft vereinbart. Eine solche ist aber normalerweise genau festgelegt und wird auch bezahlt. Und auch im Bereitschaftsdienst gelten gesetzliche Höchstarbeitszeiten und die Regelungen zu Ruhezeit und Nachtarbeit!

In diesem Sinne: Eine geruhsame Weihnachtszeit – und einen guten Rutsch nach 2017!

28.10.2016

Was ist das für 1 Kontostand?

  • Junges Pärchen sitzt ratlos vor der Gehaltsabrechnung

Abzüge für Steuer und Sozialversicherungen

Auf deinem Konto kommt von der Ausbildungsvergütung das an, was nach Abzug der Sozialabgaben und der Lohnsteuer von deinem Bruttoeinkommen übrig bleibt. Was genau wird da eigentlich abgezogen? Wofür wird dieses Geld verwendet? Und wie kann man einen Teil davon zurückbekommen?

Sozialabgaben
Wenn du mehr als 325 Euro brutto verdienst, zahlst du Sozialabgaben. Diese Abgaben dienen der Sozialversicherung. (Stand September 2016)

Sozialversicherung – was ist das?
Die Sozialversicherung sind in mehrere Einzelversicherungen unterteilt: Krankenversicherung, Rentenversicherung, Arbeitslosenversicherung, Pflegeversicherung und Unfallversicherung.

Für die Unfallversicherung zahlen nur die Arbeitgeber_innen. Sie ist für Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten da. Hier geht es um Vorbeugung und darum, die Arbeitsfähigkeit nach einem Unfall schnellstmöglich wiederherzustellen.

Wieviel geht von meiner Vergütung ab?
Das Geld, das du für die gesetzliche Kranken-, Arbeitslosen-, Renten- und Pflegeversicherung einzahlst, macht ungefähr 21 Prozent deines Bruttoeinkommens aus.

Früher haben Arbeitgeber_innen und Beschäftigte jeweils die Hälfte der Sozialabgaben übernommen.

  • Das System des Halbe-Halbe bei den Sozialabgaben wurde durch die Einführung der Pflegeversicherung durchbrochen, als zur Finanzierung der Buß- und Bettag als Feiertag abgeschafft wurde.
  • Bei der Rentenversicherung ist es das Gleiche: Seit der so genannten Riester-Reform musst du als Auszubildende_r oder Beschäftigte_r – mit staatlicher Unterstützung – einen wesentlich höheren Eigenbeitrag zahlen, um später eine Rente zu erhalten, die für ein gutes Leben reicht.
  • Ein ganz ähnliches Bild zeigt sich auch bei der Krankenversicherung: Als Auszubildende_r oder Beschäftigte_r zahlst du einen höheren Beitrag als dein_e Arbeitgeber_in. Zusätzlich zahlt jede_r Beschäftigte einen Zusatzbeitrag allein, ohne Beteiligung der_des Arbeitgebers_in. Der Arbeitgeber_innen-Anteil wurde eingefroren. Das heißt, weitere Erhöhungen gehen allein zu Lasten der Versicherten. Und Zuzahlungen zu Medikamenten musst du als Arbeitnehmer_in und Auszubildende_r auch alleine bezahlen.

Lohnsteuer

Ab einer bestimmten Einkommensgrenze musst du auch als Auszubildende_r Lohnsteuer zahlen. Das bedeutet konkret: Vom Einkommen, das über dem Grundfreibetrag liegt – zurzeit 8.652 Euro –, muss ein Teil ans Finanzamt abgeführt werden. Die Lohnsteuer behält der Arbeitgeber automatisch ein: Sie wird bei der monatlichen Gehaltsabrechnung vom Bruttolohn abgezogen. Der Arbeitgeber überweist das Geld dann direkt ans Finanzamt.

Geld zurück?
Es besteht die Möglichkeit, einen Teil der gezahlten Steuern vom Staat wiederzubekommen. Hierzu kannst du beim zuständigen Finanzamt eine Steuererklärung einreichen. Darin können auch Auszubildende Kosten von ihrem Bruttoeinkommen abziehen, die ihnen im Zusammenhang mit ihrer Berufsausbildung entstanden sind – auf diese Kosten muss dann keine Lohsteuer gezahlt werden.

Steuerlich absetzbar sind unter anderem:

  • Arbeitsmittel: z. B. Computer, Fachliteratur, Werkzeuge, typische Berufskleidung etc.
  • Aufwendungen für einen beruflich veranlassten Umzug
  • Fortbildungskosten
  • Fahrten zwischen Wohnung und Arbeits- bzw. Ausbildungsstätte
  • Reisekosten
  • Mitgliedsbeiträge für Gewerkschaften

Ist das nicht kompliziert?
ver.di-Mitglieder bekommen bei ihrer Steuererklärung kostenlose Unterstützung. Dafür hat ver.di ausgebildete Fachleute, die kompetent informieren und auch ganz konkret beim Ausfüllen der Steuererklärung zur Seite stehen. Meist brauchst du auch einfach nur die notwendigen Unterlagen mitbringen und du bekommst dann deine Steuererklärung zur Unterschrift fertig überreicht.

Mehr Infos zum Lohnsteuerservice findest du hier.

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