14.12.2017

Raus aus dem Alltag, ab in den Bildungsurlaub!

  • Foto: ver.di Jugend

Alle Infos rund um die Auszeit zur persönlichen Weiterbildung

Du findest deinen Urlaubsanspruch zu mickrig? Wie wären fünf Tagen extra im Jahr? Nimm doch einfach Bildungsurlaub!

Was genau ist Bildungsurlaub?
Bildungsurlaub bedeutet, dass Beschäftigte und Auszubildende von der Arbeit freigestellt werden, um an Weiterbildungen teilzunehmen. Mit Erholung oder mal Abschalten hat das also nicht unbedingt viel zu tun, denn hier arbeiten deine grauen Zellen auf Hochtouren.

Dafür könnt ihr die Inhalte und Themen eures Bildungsurlaubs selbst bestimmen. Das Angebot reicht von politischer oder beruflicher Weiterbildung bis zu allgemeinbildenden, sportlichen, gesundheitsfördernden und kulturellen Seminaren. Wie beim normalen Urlaub gibt es eine Lohnfortzahlung. Allerdings fallen auch Seminargebühren an, die ihr selbst tragen müsst. Außer für Seminare der ver.di Jugend: Unsere Mitglieder urlauben meist kostenlos!

Wozu Bildungsurlaub?
Bildungsurlaub ist selbstbestimmtes Lernen in einer solidarischen Umgebung. Ganz nach deinem Geschmack stärkst du damit unterschiedliche Kompetenzen und Fähigkeiten. Interessierst du dich z.B. für politische Zusammenhänge? Oder weißt du schon, welche berufliche Entwicklung du einschlagen willst? In vielen Bundesländern ist für Auszubildende sowohl eine politische als auch berufliche Weiterbildung möglich. Bildungsurlaub macht dich also fit in jeglicher Hinsicht!

Außerdem ist das DIE Gelegenheit für einen Tapetenwechsel: Raus aus dem Alltag, mal was anderes machen! Nimm etwas Abstand zum Arbeitsalltag und bau dadurch Stress und Arbeitsdruck ab – dann steckt auch im Bildungsurlaub ein bisschen Urlaub!

Wo gibt es Bildungsurlaub?

Bereits 1976 hat sich die Bundesrepublik verpflichtet, lebenslanges Lernen zu unterstützen und zu fördern. Dafür sollte es eigentlich in ganz Deutschland eine einheitliche Regelung zum Bildungsurlaub geben. Ein Bundesgesetz wurde aber nie verabschiedet. Stattdessen hat jedes Bundesland sein eigenes Gesetz zum Bildungsurlaub – außer Sachsen und Bayern, die haben immer noch keins. Vielleicht gilt stattdessen eine entsprechende Regelung in deinem Tarifvertrag, nimm dazu am besten Kontakt mit deiner JAV auf!

Die verschiedenen Ländergesetze sind prinzipiell sehr ähnlich, aber im Detail dann doch unterschiedlich. Das heißt: Ist ein Seminar in einem Bundesland als Bildungsurlaub anerkannt, muss das in einem anderen Bundesland nicht zwingend genauso sein. Wenn du also reif für die Insel oder besser: für den Bildungsurlaub bist, musst du sicher sein, dass dein Wunsch-Seminar in dem Bundesland, wo du deine Ausbildung machst, als Bildungsurlaub gilt. Nur dann hast du Anspruch darauf.

Wie viele Urlaubstage sind drin?
Auszubildende und Beschäftigte bekommen je nach Bundesland unterschiedlich viele Tage Bildungsurlaub gewährt, teilweise werden nur Seminare zur politischen Bildung anerkannt.
Hier findest du eine Übersicht zum Urlaubsanspruch je nach Bundesland.

Los geht’s: 8 Schritte bis zum Bildungsurlaub!

  1. Schau nach, ob es in deinem Bundesland Bildungsurlaub gibt – entscheidend ist dein Ausbildungsort (nicht der Wohnort)!

  2. Wenn du Anspruch auf Bildungsurlaub hast, such‘ dir ein Seminar aus, auf das du Lust hast und das in deinem Bundesland als Bildungsurlaub gilt. Jedes Bundesland hat dazu eigene Datenbanken oder zumindest Listen mit anerkannten Seminaren. Besonders empfehlenswert für alle Auszubildenden und JAVen ist das Bildungsprogramm der ver.di Jugend, die meisten unserer Seminare sind für dich als Mitglied sogar kostenlos!

  3. Vor der Anmeldung fragst du den Veranstalter besser nochmal ausdrücklich, ob eine Anerkennung nach dem Bildungsurlaubsgesetz deines Bundeslandes vorliegt. Falls du darauf keine verbindliche Aussage bekommst, solltest du lieber die Finger von diesem Seminar lassen! Und wenn alles passt, geht es weiter mit Schritt 4.

  4. Denk daran, dass dein Betrieb oder deine Dienstelle deine Abwesenheit einplanen muss. Beantrage also deinen Bildungsurlaub so früh wie möglich – genauso wie normalen Urlaub. Meistens gelten je nach Gesetz Antragsfristen von vier bis sechs Wochen, die du einhalten musst.

  5. Nach der Anmeldung zum Seminar deiner Wahl bekommst du deine Anmeldebescheinigung, den Anerkennungsbescheid (als Bildungsurlaub) und den Ablaufplan des Seminars zugeschickt. Diese Unterlagen gibst du in deinem Betrieb oder deiner Dienststelle dort ab, wo du auch deinen normalen Urlaub beantragst. Und zwar zusammen mit einem schriftlichen, formlosen Antrag auf Bildungsurlaub, z. B. so:

    "Hiermit beantrage ich eine Freistellung zum Bildungsurlaub (Achtung: in Baden-Württemberg heißt es statt Bildungsurlaub „Bildungszeit“) vom ... bis ... In der Anlage finden Sie den zugehörigen Ablaufplan, Anerkennungsbescheid und meine Anmeldebestätigung."  Datum und Unterschrift nicht vergessen! Am Schluss kopierst du alle Unterlagen, heftest sie bei dir ab und gibst den Antrag ab.

  6. Jetzt müssen dein Betrieb bzw. deine Dienststelle den Antrag prüfen und dich über die Entscheidung informieren. Auch dafür gibt es Fristen – leider wieder unterschiedlich je nach Bundesland, ein Blick ins Landesgesetz hilft auch hier weiter.

  7. Wenn dein Antrag genehmigt wurde: Herzlichen Glückwunsch und ab in den Bildungsurlaub! Bei einer Absage verlangst du am besten eine schriftliche Begründung und gehst damit direkt zur JAV. Dann prüft ihr gemeinsam, ob die Ablehnung tatsächlich berechtigt ist, z.B. wegen nicht eingehaltener Fristen. Wenn die Ablehnung sich nur auf das gewählte Seminar und/oder auf den konkreten Termin bezieht, kannst du einen neuen Antrag für ein anderes Thema oder einen anderen Zeitraum stellen.

  8. Am Ende deines Bildungsurlaubs bekommst du vom Veranstalter eine Teilnahmebestätigung, die du im Betrieb oder deiner Dienststelle abgeben musst – als Nachweis, dass du das Seminar auch wirklich besucht hast.

Und jetzt: Viel Spaß im Bildungsurlaub!

Mehr Infos

30.11.2016

Auf in die Ausbildung – mit der perfekten Bewerbung!

  • Bewerbungsschreiben

So überzeugt deine Bewerbung

Letztes Schuljahr und schon auf der Suche nach einem spannenden Ausbildungsplatz? Du hast einen gefunden und suchst nun nach Ideen für deine überzeugende Bewerbung? Hier bekommst du die wichtigsten Infos auf einen Blick!

Der erste Blick zählt – gerade bei der Bewerbung, denn Personalverantwortliche nehmen sich für die einzelnen Unterlagen im Schnitt nur wenig Zeit!

Den besten Eindruck machst du, wenn deine Bewerbung formal alle Bedingungen erfüllt. Sie sollte sorgfältig verfasst, klar gegliedert und einheitlich gestaltet sein.

Eine vollständige schriftliche Bewerbung enthält immer und in dieser Reihenfolge:

  1. dein Anschreiben
  2. deinen tabellarischen Lebenslauf, evtl. mit einem Bewerbungsfoto
  3. Zeugnisse bzw. Nachweise über Praktika, Kurse, Zusatzqualifikationen, absolvierte Weiterbildungen o. ä.

Das Anschreiben

Mit deinem Anschreiben möchtest du die Ausbildungkräfte auf dich aufmerksam machen und dich als beste_n Kandidat_in präsentieren. Am wichtigsten ist, dass deine Motivation klar wird!

Dazu gibt es zahlreiche Vorlagen und Tipps, die du als Inspiration und Orientierungshilfe verwenden kannst. Einfach abschreiben solltest du allerdings nicht: Personalverantwortliche merken das sehr schnell und sortieren dich womöglich aus, bevor du die Chance bekommst, sie von deinen individuellen Stärken und Interessen zu überzeugen.

Wichtig: Kurz und knackig, lautet die Devise! In Personalabteilungen herrscht grundsätzlich Zeitnot, vor allem in Bewerbungsphasen. Deswegen muss dein Anschreiben gut und interessant zu lesen sein und sollte sich auf maximal eine einzelne DIN A4 Seite beschränken!

Die Beantwortung der folgenden Fragen hilft dir dabei, ein prägnantes, selbstbewusstes und ansprechendes Anschreiben zu formulieren.

  • Warum will ich genau diesen Beruf erlernen?

Was weißt du schon jetzt über die Anforderungen und Besonderheiten des Berufes, den du erlernen möchtest? Bist du die optimale Besetzung, weil du gerne mit Menschen arbeitest oder, weil du dich womöglich bereits ehrenamtlich engagierst? Bewirbst du dich um die Ausbildungsstelle als Friseur_in, weil du eine echte Leidenschaft für neue Trends, Stylings und Haarfarben hast? Erzähl davon!

Welche Aspekte des Berufes interessieren dich am meisten? Schreib darüber in deiner Bewerbung! Je genauer du weißt, warum dich die Ausbildungsstelle anspricht, umso besser und überzeugender kannst du das in deinem Anschreiben vermitteln.

  • Warum bin ich für diese Ausbildung genau der oder die Richtige?

Welche Qualifikationen, Fähigkeiten und Kenntnisse sind für deine Ausbildung wichtig? Zähl die für dich wesentlichen Aspekte des Berufes auf! Mit welchen von Ihnen hast du bereits Erfahrungen gesammelt – vielleicht im Rahmen eines Praktikums, Nebenjobs, Ehrenamts oder eines Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ)?

Konzentriere dich im Anschreiben auf wenige Schlüsselqualifikationen. Im tabellarischen Lebenslauf, der dem Anschreiben folgt, ist Raum für weitere Qualifikationsnachweise.

Und keine Sorge, falls du noch (fast) keine praktischen Erfahrungen vorweisen kannst: Niemand erwartet, dass du bereits jetzt so viel weißt, wie jemand mit abgeschlossener Ausbildung! Glaub an dich und stell deine persönlichen Stärken und deine Motivation in den Vordergrund!

  • Warum möchte ich die Ausbildung genau in diesem Betrieb oder dieser Dienststelle machen?

Zeig in deinem Schreiben, was du bereits über die jeweilige Firma oder Dienststelle weißt! Welche Besonderheiten kommen dir entgegen oder gefallen dir besonders gut?

Hattest du schon telefonischen Kontakt zum Unternehmen? Dann verweise gleich zu Beginn auf dieses Telefonat und gib auch den Namen deine_r Gesprächspartner_in an. Womöglich hast du schon bei ihr oder ihm schon einen Stein im Brett und kannst dadurch punkten!

Der Lebenslauf

Mit dem tabellarischen Lebenslauf (auch „curriculum vitae“ oder kurz: CV) kann der Arbeitgeber deinen bisherigen Werdegang nachvollziehen.

Hier solltest du alle wichtigen Fakten kurz und präzise auflisten. Dazu zählen dein Bildungsweg, mögliches Fachwissen, aber auch deine sozialen Fähigkeiten. Auch Dienstzeiten bei der Bundeswehr bzw. im Zivildienst, Freiwilligendienste oder vorübergehende Arbeitslosigkeit gehören in die vollständige Bewerbungsmappe.

Ein Foto von dir zu Beginn des tabellarischen Lebenslaufs ist heute nicht mehr zwingend erforderlich, denn es sagt nichts über deine Fähigkeiten aus. Wenn du dich dafür entscheidest, sollte sich dein Outfit an der angestrebten Ausbildungsrichtung und gegebenenfalls an den dortigen Kleidungsvorschriften orientieren. Im Zweifel gilt die Faustregel: lieber zu förmlich als zu salopp.

Mittlerweile ist es üblich, die Lebensereignisse nicht mehr chronologisch, sondern in den einzelnen Kategorien „rückwärts“ aufzulisten. Das heißt, an oberster Stelle stehen jeweils die aktuellsten Fakten und Zeiträume deines Lebens. Der oder die Ausbilder_in erkennt so deinen Qualifikationsstand auf den ersten Blick.

Gängig ist ein tabellarischer Lebenslauf mit folgender Gliederung:

  • Persönliche Daten: Name, Anschrift, Geburtsdatum und -ort, Familienstand
  • Schulbildung: Relevant ist der höchste Schulabschluss. Wenn du gerade erst die Schule beendet hast, führst du hier alle Schulzeiten bis zur Grundschule auf (deine letzte Schule gehört an die oberste Stelle)
  • Hast du bereits eine Ausbildung oder ein Studium begonnen? Dann kannst du auch daraus Inhalte angeben, z. B. Unternehmensplanspiele oder Studienprojekte
  • (Auslands-)Praktika
  • Zusatzqualifikationen, soweit sie zur Stellenausschreibung passen
  • EDV-Kenntnisse
  • Fremdsprachen
  • Hobbys, Ehrenämter oder ein FSJ (Nachweise nicht vergessen!)
  • Ort, Datum und Unterschrift

Zeugnisse und Nachweise

In der Regel schickst du die letzten beiden Schulzeugnisse mit (bei Bedarf auch die letzten vier) – und zwar in jedem Fall nur Kopien davon! Alle Originale behältst du immer bei dir, das gilt für deine Zeugnisse ebenso wie für Tätigkeits- und Qualifikationsnachweise!

Kopien musst du in einwandfreier Qualität abgeben. Falls notwendig, kannst du Kopien bei Behörden, beim Notar oder auch im Pfarramt beglaubigen lassen.

Für eine Online-Bewerbung scannst du deine Zeugnisse und Nachweise (das geht auch im nächsten Copy-Shop).

Ordne alle Nachweise nach Ausstellungstag: Wie beim Lebenslauf kommt auch hier das Dokument mit dem aktuellsten Datum nach oben, das älteste zum Schluss.

Der letzte Schliff: Guter Rat… zu teuer?

Du musst nicht gestelzt schreiben – aber unbedingt sorgfältig, vollständig und ohne Rechtschreibfehler. Die sicherste Variante: Lass deine fertige Bewerbung von jemandem gegenlesen. Damit vermeidest du nicht nur Flüchtigkeitsfehler, sondern bekommst vielleicht noch ein paar gute Verbesserungstipps!

Übrigens: Deine Bewerbung sollte nicht am Geld scheitern! Inzwischen akzeptieren die meisten Unternehmen kostengünstige Online-Bewerbungen. Noch bessere Chancen hast du mit einem persönlichen Profil, das du dir auf den Seiten der Arbeitsagentur oder auf anderen Such-Portalen erstellen kannst.

Die Arbeitsagentur unterstützt dich ggf. finanziell bei Bewerbungsmaterialien und Reisekosten zu Vorstellungsgesprächen. Bitte einfach deine_n persönliche_n Berater_in um Unterstützung!

Per Post oder online?

Bei einer postalischen Bewerbung heftest du deine Unterlagen in der richtigen Reihenfolge in eine Bewerbungsmappe, das Anschreiben legst du ungeheftet obenauf. Verwende einen stabilen Umschlag in der richtigen Größe, damit die Unterlagen keinen Schaden nehmen.

Die Firmenadresse samt Ansprechpartner_in gehört in großer Schrift auf den Umschlag, und zwar am besten rechts in die Mitte. Deine Absenderadresse kommt in kleinerer Schrift nach links oben.

Bei einem Umschlag mit Sichtfenster platzierst du diese Angaben passend zum Fenster auf einem Deckblatt (deine Anschrift deutlich kleiner, eine Zeile ober- oder unterhalb der Empfangsadresse). Dieses Deckblatt kommt dann natürlich ganz nach oben, danach das Anschreiben auf einer freien Seite, dahinter deine Bewerbungsmappe mit allen Unterlagen.

Bei einer Online-Bewerbung fasst du alle Unterlagen in einem PDF zusammen – und zwar in derselben Reihenfolge, die auch für eine postalische Bewerbungsmappe gilt. In den Betreff gehört die Angabe „Bewerbung um eine Ausbildung als XYZ“. Im Nachrichtentext sprichst du die Kontaktperson namentlich an und weist darauf hin, dass sich im Anhang deine vollständigen Bewerbungsunterlagen befinden (hier reichen wenige Zeilen – kurz, knackig und freundlich). Achte auf die maximale Datenmenge des PDFs. In der Regel sollte der Anhang deiner Email 2MB nicht überschreiten. In der Ausbildungsplatzausschreibung findest du dazu gegebenenfalls genaue Angaben. 

Falls du nach einigen Tagen noch keine Eingangsbestätigung bekommen hast, solltest du telefonisch nachfragen. Dadurch gehst du sicher, dass alles angekommen ist und erfährst außerdem, wann du ungefähr mit einer ersten Rückmeldung rechnen kannst.

Die Auswahl

Am Ende steht die Einlaung zum Bewerbungsgespräch – oder eine Absage. Diese solltest du nicht persönlich nehmen. Bei vielen Ausbildungsplätzen gibt es unzählige Bewerbungen und es kann eben nur eine Person genommen werden. In diesem Fall heißt es, Kopf hoch und weitermachen. Helfen kann übrigens auch ein Seminar bei uns. Da lernst du souverän aufzutreten und dich selbstbewusst zu präsentieren. Frag am besten bei deiner ver.di Jugend vor Ort nach einem aktuellen Angebot.

Wir wünschen dir maximale Erfolge mit deiner Bewerbung und sind bei allen Fragen rund um die Ausbildung gerne für dich da!

03.11.2017

5 Tipps rund um die Krankmeldung

  • Junge Frau greift sich an den schmerzenden Kopf

Checkliste für Auszubildende, die wegen Krankheit nicht arbeiten können

Der Winter kommt und viele von uns kämpfen schon mit einer Erkältung oder Grippe. Gegen Husten, Schnupfen und Fieber helfen vor allem viel Schlaf und eine Auszeit in den eigenen vier Wänden. Wenn du krank bist, legst du dich also am besten ins Bett! Dazu hier fünf Tipps, damit bei deiner Krankmeldung alles glatt läuft. 

Um dich in Ruhe und ohne negative Folgen auskurieren zu können, solltest du bei der Krankmeldung ein paar Dinge beachten. Sonst drohen womöglich neben schmerzenden Gliedern auch eine gekürzte Vergütung, eine Abmahnung oder in schweren Fällen sogar eine fristlose Kündigung.

Tipp 1: Sofort Bescheid sagen
Gib am ersten Tag deiner Fehlzeit sofort deinem Ausbilder oder deiner Ausbilderin Bescheid – und zwar noch vor Beginn deiner Schicht, am besten per Telefon. Du musst nicht sagen, was dir genau fehlt, aber auf jeden Fall angeben, wie lange du voraussichtlich fehlen wirst. Nur so können sich alle auf deine Abwesenheit einstellen. 

Du musst dich auch dann krankmelden, wenn du von Betrieb oder Dienststelle am Tag deiner Krankheit für die Berufsschule oder eine andere Ausbildungsmaßnahme freigestellt bist – dann braucht auch deine Berufsschule bzw. Ausbildungsmaßnahme eine entsprechende Info von dir. Es reicht hier auch eine schriftliche Entschuldigung.

Tipp 2: Attest vorlegen
Dein Arbeitgeber kann bereits ab dem ersten Krankheitstag ein ärztliches Attest von dir verlangen, falls das mit deinem Ausbilder oder deiner Ausbilderin so vereinbart ist. Ansonsten verlangt das Gesetz (§5 EntgFG), dass spätestens ab drei Kalendertagen Krankheit am darauffolgenden Arbeitstag ein Attest beim Arbeitgeber vorliegen muss.

Ein Attest kann in der Regel nicht rückwirkend ausgestellt werden. Du solltest also lieber frühzeitig eine ärztliche Praxis aufsuchen. Wenn du am dritten Tag wirklich "ausgeknockt" bist und es nicht mal mehr bis zur Arztpraxis schaffst, hast du kein Attest und kriegst ein Problem... Falls du nach Ablauf deines Attests immer noch krank bist, brauchst du außerdem ein Folgeattest.

Tipp 3: Arzttermine
Nicht wirklich eilige ärztliche Termine vereinbarst du am besten immer in deiner Freizeit. Nach § 616 BGB haben Beschäftigte aber auch das Recht, diesen Termin in ihre Arbeitszeit zu legen, wenn er tatsächlich dringend notwendig ist. Das gilt somit auch für dich während deiner Ausbildung.

Und manchmal ist ein Arzttermin dringend notwendig – zum Beispiel bei akuten Schmerzen. In einem solchen Notfall musst du dich in der Personalabteilung und am besten auch bei deinem Ausbilder oder deiner Ausbilderin abmelden. Zum Arztbesuch solltest du im Anschluss auch eine Bescheinigung vorlegen.

Es ist nicht dringend, aber du musst trotzdem in eine ärztliche Praxis? Du bist verpflichtet, nicht unnötig lange am Ausbildungsplatz zu fehlen. Wähle also am besten einen frühen oder späten Termin. Manchmal gibt allerdings die Praxis einen bestimmten Termin vor, dann sind zunächst die tariflichen Regelungen ausschlaggebend.

Tipp 4: Vergütung während Krankheit oder Arzttermin
Krankmeldung erledigt und Attest abgegeben? Jetzt kannst du dich erst mal in Ruhe erholen. Auf deine Vergütung hast du per Gesetz weiterhin Anspruch bis zur sechsten Woche deiner Krankheit. Wenn du länger ausfällst, gibt es bis zu 78 Wochen lang Krankengeld von der Krankenkasse.

Du bist nicht krankgemeldet, musst aber trotzdem in die Arztpraxis?

  • Unter Umständen kann dein Anspruch auf Entgeltfortzahlung für Besuche beim Arzt oder bei der Ärztin während der Arbeitszeit weiterhin bestehen, sofern der Besuch zur festgelegten Zeit "medizinisch unvermeidbar" ist (vgl. Landesarbeitsgericht Halle/Saale vom 23.06.2010 – 5 Sa 340/09). Das gilt zum Beispiel auch für eine Blutabnahme am Morgen, zu der du in nüchternem Zustand erscheinen musst.
  • Allerdings ist es auch möglich, dass du für die Zeit während deines Arztbesuchs nicht bezahlt wirst. Zu den geltenden Regelungen in deinem Betrieb wissen am besten deine Jugend- und Auszubildendenvertretung, dein Betriebs- oder Personalrat Bescheid.
  • Für eine betriebliche Gleitzeitregelung gelten besondere Vereinbarungen: Wenn keine ausdrücklich andere Regelung besteht, können Beschäftigte für einen ärztlichen Termin in der Gleitzeit keine Zeitgutschrift verlangen (vgl. Landesarbeitsgericht Hamm vom 11.12.2001 - 11 Sa 247/11 -, LAG-Report 2002, 134).

Tipp 5: Schnell gesund werden
Das sagt sich so leicht… Gesetzlich bist du sogar dazu verpflichtet, möglichst schnell wieder gesund zu werden! Klingt komisch, ist aber so. Dazu gehört vor allem, dass du dich an alle ärztlichen Anweisungen hältst und dich schonst.

Es kann allerdings auch bedeuten, dass du mit gebrochenem Arm zwar arbeitsunfähig bist, aber trotzdem ins Kino gehen darfst! Entscheidend ist, dass du nichts unternimmst, was deine Genesung in die Länge ziehen oder deine Krankheit noch verschlimmern könnte. 

Falls du noch Fragen zur Krankmeldung hast, hilft dir gerne deine ver.di Jugend.

Und in jedem Fall: Gute Besserung!

19.10.2017

Zum Jugendarbeitsschutz-Gesetz

  • Junge Frau schaut kritisch auf ihre Uhr

Das Wichtigste auf einen Blick

Für erwerbstätige Jugendliche gilt das Jugendarbeitsschutzgesetz, kurz JArbSchG. Doch es gibt immer wieder Angriffe auf diese Regelungen – seitens der Arbeitgeber und der Politik. Interessenvertretungen sind deshalb besonders gefragt, auf die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen zum Jugendarbeitsschutz zu achten.

1960 verabschiedete der Bundestag zum ersten Mal ein umfassendes Gesetz zum Schutz von Kindern und Jugendlichen bei der Arbeit. Doch Anfang der 80er forderten Arbeitgeber die Rücknahme des Gesetzes: Es sei ein „Ausbildungsverhinderungsgesetz“. Die Kohl-Regierung weichte daraufhin die Schutzbestimmungen auf.

Seither gab es immer wieder Änderungen – oft zum Nachteil der Jugendlichen. Ein starker Jugendarbeitsschutz gewinnt jedoch immer stärker an Bedeutung. Schließlich müssen die jungen Beschäftigten von heute bis ins hohe Alter gesund bleiben, da das Renteneintrittsalter bereits auf 67 Jahre gestiegen ist, weitere Anhebungen werden immer wieder diskutiert.

Die Schutzbestimmungen müssen deshalb unbedingt verteidigt werden. Hier sind Interessenvertretungen gemeinsam mit der ver.di Jugend gefragt, für die Rechte junger Menschen zu kämpfen – denn es geht um deren Unversehrtheit!

Das JArbSchG ist sehr umfassend und es ist ratsam, zumindest die wichtigsten Bestimmungen zu kennen. Das Gesetz regelt unter anderem:

  • Arbeitszeit und Freizeit
  • Schutzvorschriften bei besonders gefährlichen Arbeiten
  • Pflichten des Arbeitgebers

Hier ein Überblick zu seinen wichtigsten Inhalten und Paragraphen.

Für wen gilt das Gesetz?
Grundsätzlich hat die Jugend- und Auszubildendenvertretung bei allen Beschäftigten auf die Einhaltung des JArbSchG zu achten, die das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben – egal, ob Auszubildende oder andere Beschäftigte, z. B. Pauschalkräfte oder "FerienjobberInnen" (siehe § 5 JArbSchG).

Das Gesetz gilt zwar nur für Jugendliche unter 18 Jahren, dennoch sollte es Ziel sein, auch Auszubildende ab 18 Jahren in die Schutzbestimmungen einzubeziehen. In einer Betriebsvereinbarung würde dann z. B. ein Satz wie dieser stehen: "Für alle Auszubildenden gelten die Bestimmungen des JArbSchG, der § 9 zum Aspekt 'Freistellung für die Berufsschule' gilt in der alten Fassung weiter." Interessenvertretungen können sich dafür stark machen.

Berufsschule
Damit Auszubildende den theoretischen Unterricht bewältigen können, muss der Arbeitgeber ihnen während der Berufsschulzeit frei geben (siehe § 9 JArbSchG, Absatz 1). Die theoretische Ausbildung sollte natürlich nicht auf Kosten der Jugendlichen gehen.

Deshalb steht in § 9 JarbSchG, Absatz 3: "Ein Entgeltausfall darf durch den Besuch der Berufsschule nicht eintreten." Die Regelung, dass Auszubildende nicht zur praktischen Ausbildung herangezogen werden dürfen, falls ihr Unterricht vor 9 Uhr beginnt, gilt auch für noch berufsschulpflichtige Personen über 18 Jahre.

Arbeitszeit
Auch junge Menschen dürfen nicht unter einem übergroßen Arbeitspensum leiden. Daher regelt § 8 im JArbSchG die Dauer der Arbeitszeit. Demnach dürfen Jugendliche nicht mehr als acht Stunden täglich und nicht mehr als 40 Stunden wöchentlich beschäftigt werden.

Für verlängerte Wochenenden oder so genannte "Brückentage" gilt: Wird in Verbindung mit Feiertagen an Werktagen nicht gearbeitet, damit die Beschäftigten eine längere zusammenhängende Freizeit haben, so darf die ausfallende Arbeitszeit auf andere Werktage verteilt werden.

Gestattet ist eine solche Umverteilung allerdings nur auf die Werktage von fünf zusammenhängenden Wochen, die direkt vor oder nach den Ausfalltagen liegen. Dabei darf die Wochenarbeitszeit im Durchschnitt dieser fünf Wochen 40 Stunden nicht überschreiten, die tägliche Arbeitszeit darf maximal achteinhalb Stunden betragen.

Wird an einzelnen Werktagen die Arbeitszeit auf weniger als acht Stunden verkürzt, dürfen Jugendliche an den übrigen Werktagen derselben Woche achteinhalb Stunden beschäftigt werden.

Pausen müssen ab einer Arbeitszeit von viereinhalb Stunden für mindestens 30 Minuten gewährt werden. Wird über sechs Stunden gearbeitet, sind mindestens 60 Minuten Pausen erforderlich. Als Pause gelten nur Arbeitsunterbrechungen von mindestens 30 Minuten. Dies regelt der § 11 des JArbschG.

Sonn- und Feiertage
Weihnachten gehören Jugendliche ihren Familien. Das hat auch der Gesetzgeber erkannt. Nach § 8 des JArbSchG dürfen somit Jugendliche am 24. und 31. Dezember nach 14 Uhr und an gesetzlichen Feiertagen nicht beschäftigt werden. Für den 25. Dezember, den 1. Januar, den 1. Osterfeiertag und den 1. Mai besteht sogar ein absolutes Beschäftigungsverbot für Jugendliche.

An anderen gesetzlichen Feiertagen sowie Sonntagen ist die Beschäftigung Jugendlicher nur zulässig:

  • in Krankenanstalten sowie in Alten-, Pflege- und Kinderheimen
  • in der Landwirtschaft und Tierhaltung mit Arbeiten, die auch an Sonn- und Feiertagen naturnotwendig vorgenommen werden müssen
  • im Familienhaushalt, wenn der Jugendliche in die häusliche Gemeinschaft aufgenommen wurde
  • im Schaustellergewerbe
  • bei Musikaufführungen, Theatervorstellungen und anderen Aufführungen sowie bei Direktsendungen im Rundfunk (Hörfunk und Fernsehen)
  • beim Sport
  • im ärztlichen Notdienst
  • im Gaststättengewerbe

Sonntagsarbeit darf nicht zur Regel werden. Deshalb steht im JArbSchG ausdrücklich: Jeder zweite Sonntag soll, mindestens zwei Sonntage im Monat müssen beschäftigungsfrei bleiben (siehe § 17, Absatz 2).

Nachtarbeit
Um die gesunde Entwicklung von Jugendlichen zu schützen, gilt laut § 14 ein allgemeines Verbot der Nachtarbeit. Hierbei gibt es einige Ausnahmen, da in einigen Betrieben ein erheblicher Teil der Arbeiten in den frühen Morgenstunden oder den späten Abendstunden anfällt – beispielsweise im Gesundheitswesen.

Aufgaben der JAVen
Jugend- und Auszubildendenvertretungen haben in erster Linie die Einhaltung der geltenden Schutzbestimmungen zu überwachen. Und bei Verstößen gegen das Gesetz entsprechend zu reagieren.

Für diese Arbeit im Betrieb oder in der Dienststelle vor Ort ist das "Jugendarbeitsschutzgesetz für JAVen" ein gutes Werkzeug. Die Arbeitshilfe bietet einen umfassenden Einblick in das JArbSchG.

Weiterführende Links

29.09.2017

Probleme in der Probezeit

  • Junger Mann im Anzug lehnt sich erschöpft an eine Wand

Was hilft bei einem schwierigen Ausbildungsstart?

Die aufregenden ersten Tage der Ausbildung sind vorbei und so langsam stellt sich Routine ein. Doch leider nicht für alle. Der Ausbildungsstart kann sich aus vielen Gründen zum Albtraum entwickeln. Unser Ratgeber hilft weiter.

Die Chefin ist eine Tyrannin, die Noten in der Berufsschule sind eher schlecht als recht oder der lang ersehnte Traumberuf entpuppt sich als falsche Wahl – es gibt viele Gründe, warum sich der Ausbildungsbeginn eher als Fehlstart anfühlen kann.

Nichtsdestotrotz: Selbst für das größte Problem gibt es immer eine Lösung! Wichtig ist nur, nicht zu lange zu warten. Zu allen Herausforderungen deiner Ausbildung bekommst du außerdem Unterstützung von der ver.di Jugend als professionelle Interessenvertretung.

Was bedeutet noch mal die Probezeit?
Die erste Phase deiner Ausbildung ist die so genannte Probezeit. Grundsätzlich dient sie zum gegenseitigen Kennenlernen und dauert in der Regel vier Wochen bis vier Monate. In einer Pflegeausbildung ist auch eine Dauer von maximal sechs Monaten möglich.

Während der Probezeit können sowohl du als auch dein Betrieb von heute auf morgen und ohne Begründung das Ausbildungsverhältnis beenden. Eine Kündigung muss allerdings immer schriftlich erfolgen.

Schwierige Vorgesetzte
Dein Verhältnis zur Ausbilderin oder zum Ausbilder ist kompliziert? Vorgesetze sind auch nur Menschen – das entschuldigt allerdings keinen schlechten Umgang mit den Angestellten! Bei Problemen dieser Art hast du grundsätzlich zwei Möglichkeiten: entweder ein direktes Gespräch oder einen fließenden Ausbildungsplatzwechsel.

Kritik an Vorgesetzten zu üben, kostet Überwindung und ist ein mutiger Schritt. Wenn du dich dazu entscheidest, solltest du im Gespräch sehr konkret Stellung beziehen und dabei sachlich, diplomatisch und selbstkritisch argumentieren. So verschaffst du dir Respekt!

Bei großen Differenzen solltest du ein solches Gespräch besser nicht alleine führen. Nimm eine Vertrauensperson mit und protokolliere genau, was gesagt und beschlossen wurde.

Schlechte Noten
Manchmal läuft im Betrieb alles rund, aber in der Berufsschule drückt der Schuh. Bei schlechten Noten, Prüfungsangst oder Lernschwächen kann der Ausbildungsstart misslingen. All das bekommst du aber in den Griff – denn gegen Motivationsschwierigkeiten oder Lernblockaden gibt es ein paar simple Tricks.

Auch Vertrauenspersonen können dir zuhören und helfen – zum Beispiel Eltern, Lehrkräfte, Leute aus deinem Betrieb oder deine Interessenvertretung. Manchmal reicht schon etwas Nachhilfeunterricht in einem bestimmten Fach.

Ausbildungswechsel oder –abbruch
Jedes Jahr werden 20 Prozent aller Ausbildungsverträge vorzeitig gelöst – wirf in diesem Fall nicht gleich das Handtuch! Manches Anfangsproblem löst sich nach einiger Zeit von alleine oder durch ein klärendes Gespräch mit deiner Ausbilderin oder deinem Ausbilder.

Wenn nicht, kannst du nur deinen aktuellen Betrieb „an den Nagel hängen“, statt gleich die ganze Ausbildung. Vielleicht hast du lediglich den falschen Beruf erwischt – dann ist der Wechsel in eine passendere Ausbildung auf jeden Fall möglich!

Auf unserem Portal rund um die Ausbildung findest du weitere Hilfestellungen, beispielsweise bei Mobbing, schlechter Ausbildungsvergütung oder Überstunden. Zusätzlich haben wir dir FAQs zum Ausbildungsstart zusammengestellt – surf am besten gleich mal vorbei!

22.06.2017

Euer Urlaub ist Gesetz

  • Sommer, Sonne, ver.di Jugend

Es ist vielleicht das schönste Recht der Welt - das Recht auf Erholungsurlaub. Aber wer bestimmt, wann Urlaub ist? Und wie lange? Und was, wenn die Kollegen und Kolleginnen euch immer die besten Ferientermine wegschnappen? Damit dein Urlaub nicht in Stress ausartet, haben wir die wichtigsten Regelungen zusammengestellt. Übrigens, wir arbeiten daran, dass dein Urlaubsrecht noch besser gewahrt wird – damit du nicht nur entscheiden kannst, wohin es geht.    

Wie lange habe ich eigentlich Urlaub?

Die Mindeststandards von Urlaubslänge,  -zeitpunkt und -entgelt regelt für Jugendliche das  Jugendarbeitsschutzgesetzes (JArbSchG). Wenn du einen Ausbildungsvertrag mit Tarifbindung hast, gilt die dort festgehaltene, meist bessere Regelung.

24 Werktage sind die gesetzliche Mindestdauer an Urlaubstagen. Der Anspruch staffelt sich dabei – gegenläufig zum körperlichen Verfall - nach dem Alter: Unter 16-Jährige haben einen Jahresurlaubsanspruch von 30 Werktagen. Wer unter 17 Jahre alt ist, bekommt 27 Werktage Urlaub. Alle unter 18-Jährigen haben nur noch Anspruch auf 25 Werktage Urlaub. Werktage gelten dabei von Montag bis Samstag (§ 19 JArbSchG).

Hier ein Bsp. aus einem Tarifvertrag einfügen, zB TVöD.

Weil man einige Zeit Urlaub braucht, um überhaupt „runter“ zu kommen, solltest du deinen Urlaub grundsätzlich möglichst zusammenhängend nehmen. Das empfiehlt auch das Bundesurlaubsgesetz (§ 7 Abs. 2 BurlG). Dein Chef kann dir jedoch dabei in die Quere kommen, wenn betriebliche oder in deiner Person liegende Gründe dagegen sprechen.
Und ja, Regenerationszeit ist Arbeitszeit: Dein Urlaub wird also auf deine Ausbildungszeit angerechnet.

Ich habe meine Ausbildung gerade erst angefangen – was nun?

Du hast trotzdem ein Recht auf Urlaub. Für jeden vollen Monat deiner Ausbildung bekommst du nach Gesetz insgesamt 1/12 deines Jahresurlaubs angerechnet (§ 5 BurlG). Dabei wird ab halben Tagen auf volle Urlaubstage aufgerundet. Auch in der Probezeit. Zum Beispiel: 28 Urlaubstage pro Jahr geteilt durch 12 = 2,33 Urlaubstage pro Monat.

Das Zwischenergebnis (bitte noch nicht aufrunden!) multiplizierst du mit deiner Beschäftigungszeit im laufenden Jahr: Beispiel: 01.02.2017 bis 31.6.2017 = fünf Monate
Daraus ergibt sich dein Urlaubsanspruch im laufenden Jahr (ab mindestens einem halben Tag rundet man auf volle Urlaubstage auf): Beispiel: 2,333 Urlaubstage pro Monat mal fünf Monate = 11,66 = 12 Urlaubstage in 2017.

Das Gesetz besagt jedoch auch, dass du erst nach sechs Monaten deines Arbeitsverhältnisses Anspruch auf vollen Urlaub hast. Du kannst ihn also erst ab dem siebten Monat beantragen. „Urlaub im Voraus“ gibt es leider nicht (§ 4 BurlG)

Gehen mir durch gesetzliche Feiertage Urlaubstage verloren?
Liegen innerhalb deines Urlaubs gesetzliche Feiertage, werden diese nicht auf den Urlaubsanspruch angerechnet. Du solltest dabei aber beachten, dass Feiertage regional geregelt sind. Je nachdem, wo du arbeitest, hast du also ohnehin frei oder nicht.

Wie kann ich die Urlaubsplanung mitbestimmen?
Viele Betriebe und Dienststellen stimmen jetzt schon die Urlaubsplanung für das nächste Jahr ab. Das ist notwendig, damit es eine echte Chance gibt, die Wünsche von allen zu vereinbaren. In der Regel gilt: Wer zuerst kommt, hat die größte Wahlfreiheit.

Um Streit und Unzufriedenheit zu verhindern, gibt es in manchen Betrieben vom Betriebs-, bzw. Personalrat festgelegte Grundsätze für die Urlaubsplanung. Beschäftigte mit Kindern dürfen ihren Urlaub gesetzlich verankert ohnehin bevorzugt in der Zeit der Schulferien nehmen. Auch wenn sie ihn erst nach dir eingereicht haben.

Achtung: Du kannst deinen Urlaub nur mit wichtigem Grund ins nächste Jahr übertragen. Diesen musst du dann bis zum 31. März des Folgejahres „aufbrauchen“. Steht in deinem Ausbildungsvertrag eine günstigere tarifliche Regelung, so gilt diese. Beantragen musst du deinen Urlaub aber dennoch. Sonst verfällt er ersatzlos. Sicher dich also auf jeden Fall vorher durch Rücksprache ab.

Wie reiche ich meinen Urlaub ein?

Am besten schriftlich. Dein Antrag auf Erholungsurlaub muss grundsätzlich genehmigt werden. Er kann nur wegen betrieblicher,  in deiner Person liegende  oder aus sozialen Gründen abgelehnt werden, wie etwa dem Vorrang von Eltern in der Wahl der Urlaubszeit.

Bekommst du nicht innerhalb eines Monats eine Antwort, darfst du - zumindest rein rechtlich - deinen Urlaub antreten. Frag aber besser nach. Kommt es doch zum Streit, hilft dir deine JAV weiter. Du kannst deinen Anspruch sogar gerichtlich einfordern.

Wurde dein Urlaub bewilligt, kann dein Arbeitgeber ihn nicht mehr kurzfristig zurückziehen. Für dich gilt das aber auch. Deshalb ein Tipp: Heb den Antrag und die Genehmigung auf.  
Da habe ich endlich Urlaub und dann werde ich krank.
Das passiert, mach dir keine Sorgen. Wenn du ein ärztliches Attest vorlegst, bleibt dein Urlaubsanspruch bestehen. Du kannst allerdings die entsprechenden Tage nicht einfach hinten anhängen. Sprich die neuen Urlaubsdaten mit deinem Arbeitgeber ab.

Ich bin so gut drauf, ich brauch gar keinen Urlaub! 
Auch wenn du damit bei einigen vielleicht punkten könntest. Es ist verboten, auf den Urlaub zu verzichten. Du brauchst Regenerationszeit. Kein Arbeits- oder Tarifvertrag kann diesen Anspruch ausschließen, zum Glück!  

Dein Urlaub kann daher übrigens auch nicht mit Geld ausgeglichen werden. All das würde deiner Erholung im Wege stehen!

Widerruf des Urlaubs - Holen aus dem Frei

Stehen Auftragsspitzen ins Haus oder gibt es Personalengpässe, sind Arbeitgeber schnell versucht, einen bereits genehmigten Urlaub zu widerrufen. Auch das ist nicht erlaubt. Lass dich also nicht darauf ein! 

Du darfst auch nicht aus dem Urlaub zurück in den Betrieb geholt werden. Dein Urlaub – Dein  Gesetz! Lass dich im Fall der Fälle von deiner JAV oder deiner ver.di Jugend beraten, was zu tun ist.

Ich will Meer und mehr wissen – geht das?

Ja. Du kannst auch Urlaub für deine persönliche Entwicklung in Anspruch nehmen,  zum Beispiel für eine Weiterbildung oder für politische Bildung. Dafür bekommst du sogra extra Tage Urlaub obendrauf! In immerhin vierzehn Bundesländern haben Beschäftigte und Auszubildenden sowie Anwärter_innen Anspruch auf diese Art von Bildungsurlaub. In der Regel sind dafür fünf Arbeitstage pro Jahr vorgesehen. Was für dich gilt, kannst du hier einsehen.

Urlaub in der Krankenpflege – Mein Urlaub. Mein Plan.

Die Urlaubsbedingungen für Azubis in der Pflege sind häufig besonders angespannt. Versucht dein Ausbildungsträger dir deinen Urlaub einfach vorzugeben, um einen möglichst reibungslosen Arbeitsablauf zu garantieren? Wenn dein Chef oder deine Chefin dabei mit Personalengpässen argumentiert, ist er im Unrecht. Als Auszubildende_r bist du kein_e Lückenbüßer_in. Eine Vorgabe der Urlaubszeit ist verboten. Wir von ver.di arbeiten daran, dass sich Arbeitgeber daran halten. Wende dich im Zweifel an deine JAV oder an deine ver.di Jugend vor Ort. 

Nimmst du deinen Urlaub während kürzerer Praxiseinsätze, solltest du darauf achten, dass kein Einsatzgebiet, das von der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung vorgeschrieben ist, ganz ausfällt. Sollte dies doch passieren, musst du dich darum kümmern, dass du es nachholen kannst.

Gleicher Urlaubsanspruch für alle in der Pflege!
Für Auszubildende im Geltungsbereich des TVAöD BT-Pflege gibt es keinen nach Alter gestaffelten Urlaubsanspruch. Alle haben Anspruch auf 27 freie Ausbildungstage, bezogen auf die Fünf-Tage-Woche.

Wir machen uns stark für euren frei planbaren Urlaub! 
Deine JAV und ver.di wollen verbindliche Regelungen, damit du deinen Urlaub nehmen kannst, wann du willst. Unterstütz uns dabei. Sprich uns an!



08.06.2017

Ausbildung oder Studium PLUS jobben?

  • Lernen, lernen, lernen: Wie klappt da noch ein Nebenjob?

Na, gehört ihr etwa zu den Studis oder Auszubildenden, die im Geld schwimmen, sich einen Fahrservice leisten und ein Penthouse mieten? Nicht? Das wäre jedenfalls deutlich gemütlicher, als unter den fast 1,2 Millionen zu sein, die neben Vollzeit-Studium oder -Ausbildung auch noch jobben müssen, um zu überleben.

BAföG und andere Ausbildungsförderungen schaffen ganz offensichtlich noch keine Lebensbedingungen, unter denen sich junge Auszubildende und Studierende aufs Lernen konzentrieren können. Als Gewerkschaft finden wir das schlicht gesagt skandalös. Niemand sollte so eine Doppelbelastung aushalten müssen!

Doch auch wenn eure Finanzlage alles andere als rosig ist und ihr deshalb jobben müsst, bewegt ihr euch nicht im rechtsfreien Raum. Ob Mini- oder Midijob, ob kurzfristige oder reguläre (studentische) Beschäftigung oder vielleicht sogar eine Kombi daraus: Achtet dabei auf eure Rechte! Dazu gehören Einkommens- und Arbeitszeitgrenzen, genauso wie Melde- und Informationspflichten, um Probleme oder finanzielle Einbußen zu vermeiden.

ver.di Jugend – eure starke Schulter!
Probleme in der Ausbildung, im Studium oder im Nebenjob? Wir setzen uns für euch und eure Rechte ein! Wir bündeln Initiativen, um eure finanzielle und rechtliche Lage zu verbessern. Wir sammeln die passenden Infos, damit ihr schnell die optimalen Förderungen findet. Und damit ihr die zahlreichen Fallstricke bei Steuern und Pflichtversicherungen elegant umschiffen könnt.

In den letzten Jahren haben sich außerdem immer mehr Beratungsstellen direkt an den Hochschulen etabliert. Informiert euch am besten am Campus über das Angebot vor Ort.

Gut informiert? Geht auch per Mouseklick!
Keine Sorge, falls eure Uni noch kein Beratungszentrum eingerichtet hat: Hier kommen die wichtigsten Infos, Internetseiten und Linksammlungen zum Thema.

  • Jobben neben Studium oder Ausbildung

Auf unserem Serviceportal rund um Ausbildung und Studium findest du Infos zum Arbeitsrecht, zur Lohnsteuer, der Meldepflicht, zu nicht angemeldeter Arbeit, Sparzulagen und vermögenswirksamen Leistungen, Studentenstatus und Versicherungen, zu Tarifpolitik und vielem mehr. In unserer Infobox haben wir euch noch weiterführende Tipps und Links zu speziellen Fragen draufgepackt.

Außerdem stellen wir kurz die verschiedenen Beschäftigungsformen für Studierende und Auszubildende vor. Neben 450-Euro-Jobs oder freiberuflichen Tätigkeiten gibt es auch noch Werkstudierende oder Saisonbeschäftigte mit jeweils unterschiedlichen Steuersätzen und Sozialabgaben.

Infos zum Jobben neben Studium oder Ausbildung
Linksammlung zum Jobben neben Studium oder Ausbildung

  • Sozialversicherungsstatus im Studium

Anfang 2017 haben die gesetzlichen Krankenkassen, Rentenverbände und die Agentur für Arbeit „ordentlich Studierende“ neu definiert. Geändert hat sich dadurch vor allem der Sozialversicherungsstatus für euch im Studium oder Praktikum. Die DGB Jugend stellt diese Änderungen und ihre Auswirkungen vor.

Neu ist zum Beispiel, dass der Werkstudentenstatus endet, sobald die Studierenden postalisch vom Prüfungsamt über das Ergebnis ihrer letzten Prüfung informiert wurden. Und: Bei einer Pause zwischen Bachelor- und Masterstudium zählt ihr während dieser Pause nicht mehr als „ordentlich Studierende“.

Was ihr außerdem bei Freibeträgen und Einkommensgrenzen, Steuern und Sozialversicherung, bei Informations- und Meldepflichten und hinsichtlich arbeitsrechtlicher Regelungen beachten solltet – hier geht’s zur Komplettübersicht:

Neubestimmungen zum Jobben im Studium

  • Students at work

Das Beratungsportal der DGB Jugend informiert euch zu allen (arbeits-)rechtlichen Fragen bei der Kombination von Studium und Job. Ob es um Gehalt oder Urlaub, um Kündigung und Arbeitsvertrag, um die Gültigkeit eines Tarifvertrags oder um Sozialrechtliches zur Kranken- und Rentenversicherung geht – hier findet ihr die richtigen Antworten.

Auch zu finanziellen Themen wie Stipendien, Praktika, Studiengebühren und den Unterhalt von den Eltern gibt die Seite hervorragend Auskunft. On top liefert sie Jobbörsen-Empfehlungen und Tipps für Absolvent_innen.

Falls ihr eine spezielle Frage habt, schreibt einfach eine E-Mail ans Team – die Kolleginnen und Kollegen antworten meistens sehr zügig.

Zum Angebot von Students at work

Gemeinsam für bessere Ausbildungs- und Studienbedingungen!

Übrigens: Frage Nummer eins in den Beratungsstellen für Studierende ist derzeit, wie man am besten zwei Jobs miteinander kombiniert... Nicht nur für Studierende, sondern auch für viele Auszubildende leider eine elementare Sache. Wir arbeiten daran, dass das nicht mehr nötig ist! Wenn ihr uns dabei unterstützen wollt, kommt gerne vorbei, ruft an oder mailt. Wir freuen uns auf euch!

Infos zur Kombination mehrerer Jobs

Mehr zum Jobben im Studium bietet auch unsere Stichwortliste:

26.05.2017

Welcome Solidarity

  • Ein Schild heißt Refugees welcome.

Das neue DGB-Portal ist online!

Die Jugend des Deutschen Gewerkschaftsbundes und mit ihr die ver.di Jugend stellen sich seit ihrer Gründung gegen Rassismus und Diskriminierung. Dieses gemeinsame Engagement tragen wir jetzt auch ins Netz: Auf unserer neuen Webseite WELCOME SOLIDARITY findet ihr Infos rund um Flucht, Asyl, Migration und eure Rechte in der Ausbildung – speziell für junge Geflüchtete, aber auch für solidarische Azubis.

Bildet euer Betrieb schon Geflüchtete aus? Wollt ihr euch dafür einsetzen und euch für die neuen Kolleginnen und Kollegen starkmachen? Wir von der ver.di Jugend und DGB Jugend sind dabei! Unser neues Internetportal bietet Informationen und Handlungshilfen, die den Refugees, aber auch ihren Unterstützerinnen und Unterstützern helfen, damit Ankunft, Integration und das Miteinander in Deutschland besser gelingen.

Aller Anfang ist schwer
Denn Menschen, die geflohen sind, haben mit vielen Barrieren zu kämpfen. Die Flucht mag hinter ihnen liegen, aber ihre mitunter traumatischen Erlebnisse und bösen Erinnerungen können einem erfolgreichen Berufsleben im Weg stehen.

Und nicht nur das: Mangelnde Deutschkenntnisse, aber auch Vorurteile, Ängste und die wachsende Fremdenfeindlichkeit mancher Einheimischer können den Start in einen neuen Beruf zur scheinbar unüberwindlichen Hürde machen.

Im Gegensatz zu den meisten ihrer deutschen Kolleginnen und Kollegen kennen außerdem viele Geflüchteten ihre Rechte und Pflichten als Beschäftigte oder Auszubildende nicht. Das kann großen Schaden anrichten und macht sie zur ersten Zielscheibe für Ausbeutung und Lohndumping.

Für ein faires Miteinander, gegen rechts!
Fremdenfeindliche und rechtsradikale Bewegungen sind mit den zunehmenden Flüchtlingszahlen gewachsen – diese Entwicklung treten wir entschieden und mit aller Kraft entgegen! Wir wollen und werden nicht zulassen, dass gelungene Integration und ein faires Miteinander durch Fehl- oder Falschinformationen ausgebremst werden.

Unter dem Dach der DGB Jugend unterstützen deshalb auch wir von der ver.di Jugend das neue Infoportal für Refugees. Die Website bietet Informationsmaterial, Hintergrundreportagen, aktuelle Aktionen und Forderungen der Gewerkschaften. Zusätzlich gibt es Zusammenstellungen und Infos zu den Rechten und Pflichten aber auch zu speziellen Bildungs- und Ausbildungsmöglichkeiten für Refugees.

Berufsausbildung in Deutschland
So setzt die DGB-Jugend mit der 2016 erschienenen Broschüre "Berufsausbildung in Deutschland" genau da an, wo junge Geflüchtete sich orientieren müssen und Hilfe benötigen. Passend zum jeweiligen Lebensalter gibt sie umfassend Auskunft über Schulabschlüsse, Berufsorientierung und Bewerbung. Dazu vermittelt die Broschüre wichtige Informationen rund um den Ausbildungsstart – übrigens auf Englisch, Französisch, Farsi und Arabisch.

Ebenfalls in vier Sprachen gibt es unser Infomaterial "Deine Rechte in der Ausbildung", das mittlerweile zu den erfolgreichen Azubi-Klassikern gehört. In dieser Broschüre finden junge Refugees wie Deutsche alles über die Rechte von Auszubildenden, über Jugendarbeitsschutz und Mitbestimmung und auch Antworten auf die Frage "Was tun eigentlich Gewerkschaften?".

Die Seite lässt sich mit allen Endgeräten abrufen, alle Informationen stehen jeweils als PDF-Broschüre zum Download bereit. Auch den „Blickpunkt“ zu Flucht, Asyl und Migration gibt es als Online-Dossier.

Macht euch selbst ein Bild von „WELCOME SOLIDARITY“ und leitet die URL weiter an eure geflüchteten Kolleginnen und Kollegen: www.welcome-solidarity.de

Viel Spaß beim Surfen & Lesen! Eure ver.di Jugend

27.04.2017

Ausbildung geschafft – und was kommt jetzt?

  • BÄÄÄM - Ausbildung geschafft!

Tipps zum Ausbildungsende

Viele von euch haben ihre Ausbildung bald abgeschlossen. Steht eine Übernahme ins Haus, gibt es gleich noch einen Grund zum Feiern. Aber dieses Glück haben leider nur knapp 45 Prozent der Auszubildenden. Für alle anderen hier ein paar Tipps zu Alternativen nach der Ausbildung.

Wenn ihr nach erfolgreich abgeschlossener Ausbildung nicht übernommen werdet, solltet ihr euch sofort bei der Arbeitsagentur als arbeitsuchend melden. Erledigt das sicherheitshalber spätestens drei Monate vor Ausbildungsende, um Sanktionen zu vermeiden.

Falls ihr nach der Ausbildung erst mal auf Stellensuche seid und mit dem Arbeitslosengeld I (ALG I) nicht auskommt, dürft ihr aufstocken über ALG II. Manchmal bezahlt die Arbeitsagentur auch Bewerbungskosten, also Material und Porto, Reise- und Umzugskosten. Einfach mal die zuständige Person in der Agentur darauf ansprechen.

Es gibt viele Betriebe, bei denen ihr euch bewerben könnt. Im Internet findet ihr dazu zahlreiche Jobbörsen, ebenso lohnt sich ein Blick in die Stellenanzeigen der Tageszeitungen. Außerdem solltet ihr auch im Familien- und Freundeskreis von eurer Jobsuche erzählen – je mehr Leute die Augen offen halten, desto besser.

Und auch, wenn es nicht gleich auf einen festen Job hinausläuft: Der neue Lebensabschnitt eröffnet euch viele Möglichkeiten! Hier ein paar Alternativen zur Festanstellung, die vieles für euch bereithalten: Ihr erweitert euren persönlichen Horizont, lernt neue, spannende Felder kennen und könnt euer berufliches Weiterkommen fördern.

Studium
Mit einem Studium eröffnet ihr euch vielfältige Berufschancen. Vorher müsst ihr allerdings klären, ob euer Abschluss dafür ausreicht. Mit dem Abitur besitzt ihr eine unbeschränkte Hochschulzugangsberechtigung und dürft grundsätzlich jedes Studium aufnehmen.

Aber auch mit einer abgeschlossenen Ausbildung könnt ihr unter bestimmten Bedingungen studieren. Die Zugangsvoraussetzungen für ein Studium ohne Abitur sind allerdings je nach Bundesland, Hochschule und Studienfach sehr unterschiedlich. Nähere Informationen liefert das Kultusministerium des jeweiligen Bundeslandes.

Dazu noch ein Tipp: Gasthörer_innen können sich ganz unverbindlich etwas Uni-Luft um die Nase wehen lassen und bekommen dabei einen ersten Eindruck vom Studium.

Weitere Informationen zum Studium

Weiterbildung
Eine Weiterbildung qualifiziert euch nach der Ausbildung für andere Aufgaben und ist eine gute Voraussetzung für euren beruflichen Aufstieg. Weiterbildungen werden teilweise von der Arbeitsagentur gefördert. Einfach mal dort nachfragen!

Weitere Informationen zur Weiterbildung

Auslandsaufenthalt
Auslandserfahrungen und Fremdsprachenkenntnisse erhöhen eure Jobchancen – und bedeuten auch eine persönliche Weiterentwicklung. Ins Ausland könnt ihr z. B. als Au-pair, über „Work and Travel“, über eine Sprachreise oder einen Freiwilligendienst.

Die meisten Auslandsaufenthalte könnt ihr – je nach Ausrichtung – mit Unterstützung von bestimmten Organisationen planen, die sich um die wichtigsten Dinge kümmern.

Weitere Informationen zum Auslandsaufenthalt

Arbeiten ohne festen Job
Ein unbefristetes Arbeitsverhältnis in Vollzeit… früher der Normalfall, heute leider eher eine Ausnahme – gerade bei Berufsanfänger_innen. Abseits einer Festanstellung müsst ihr einiges beachten:

  • Zeitarbeit

Zeitarbeiter_innen können wertvolle Berufserfahrungen sammeln und sich in unterschiedlichen Arbeitsbereichen Fähigkeiten aneignen. Manchmal öffnet Zeitarbeit sogar die Tür zum festen Job.

Die Nachteile: Meist wesentlich weniger Lohn und Urlaub als Festangestellte. Außerdem könnt ihr bei dem geringen Lohn und der unsicheren Anstellung eure eigene Zukunft kaum planen.

  • Befristung

Mittlerweile ist der erste Job bei vielen erst mal befristet. Die gesetzlichen Regelungen für Beschäftigte dazu lauten: Innerhalb von zwei Jahren darf der Arbeitgeber nur drei Mal einen befristeten Vertrag anbieten – danach muss er entfristet werden. Eine Ausnahme bildet die Sachgrundbefristung.

Falls du dazu Fragen hast oder deine Verträge prüfen lassen willst, melde dich gerne bei deiner ver.di Jugend vor Ort

  • Teilzeit

Zugenommen haben auch die Beschäftigungen in Teilzeit. Das kann für junge Eltern interessant sein, weil sich Beruf und Familie dadurch besser vereinbaren lassen. Viele können es sich aber leider nicht aussuchen, wie viel sie arbeiten.

Und es sollte klar sein, dass der Verdienst in Teilzeit deutlich niedriger ausfällt als in Vollzeitbeschäftigung. Allerdings erwerbt ihr auch über Teilzeitarbeit einen Anspruch auf gesetzliche Rente und auf reguläres Arbeitslosengeld (also nicht nur auf ALG II).

  • Selbständigkeit

Eine weitere gute Chance kann die Selbständigkeit sein. Einen solchen Schritt solltet ihr allerdings genau abwägen: Ist die Geschäftsidee tragfähig? Gibt es Risiken? Selbstständigkeit bringt Freiheiten – birgt aber auch Unsicherheiten. Alle Selbstständigen sind verpflichtet, sich bei einer Krankenkasse zu versichern und sich beim Finanzamt registrieren zu lassen.

Auch Selbstständige sind bei ver.di gut aufgehoben. Unter www.mediafon.net findet ihr spezielle Bildungsangebote, Termine regionaler Selbstständigengruppen, einen umfangreichen Ratgeber und die Kontaktdaten zum ver.di Beratungsnetzwerk rund um die Selbstständigkeit.

Weitere Informationen zum Jobben

Mehr Infos für Mitglieder
ver.di Mitglieder sind besser informiert. Zum Beispiel enthält die Broschüre „Was kommt nach der Ausbildung?“ ausführliche Erklärungen zu verschiedenen Optionen nach Ausbildungsende und zu gesetzlichen Rahmenbedingungen.

Ihr bekommt darin auch einen Überblick, was ihr beim ersten Arbeitsvertrag zu beachten habt und dazu viele Tipps, die bares Geld sparen. Mitglieder können die Broschüre kostenlos bestellen: per E-Mail an jugend@verdi.de.

Für eure nächsten Schritte nach Ausbildungsende wünschen wir euch in jedem Fall viel Erfolg und stehen euch bei Fragen gerne mit Rat und Tat zur Seite!

Eure ver.di Jugend

13.04.2017

Schweißperlen ade!

  • Illustration: aleutie, Fotolia.com

Mit unseren Tipps bekommst du deine Angst in den Griff, vor anderen zu reden!

In der Ausbildung, im Studium, im Beruf, im Ehrenamt - Egal wo, das Reden und Präsentieren vor anderen bringt uns oft ins Schwitzen. Dabei sieht es bei vielen immer so einfach aus: Erklärung von Sachverhalten in einfach verständlichen Sätzen, zwischendurch ein witziger Spruch, trockene Achseln und am Ende viel Applaus. Wie wird’s gemacht? Wie rede ich gut vor anderen? Und: Klappt es mit dem Trick, sich die anderen einfach nackt vorzustellen?

Wie bereite ich mich vor?
Wenn du eine Rede, ein Referat oder eine Präsentation hältst, unterstützt dich dabei die Wahl eines Themas, mit dem du dich identifizieren kannst. Das Thema solltest du leidenschaftlich bewegen können und damit auch vertreten können.

Du musst das Thema präsentieren, weil es dir z.B. durch die Ausbildung oder das Studium aufgedrückt wird? Versuche Teilaspekte aus dem Thema herauszuarbeiten, die dich interessieren und begeistern. Frage dich, was dich am Thema interessieren könnte und was dich motiviert, das Thema zu präsentieren. Wenn es nicht der Inhalt und das Thema ist, motiviert dich sicherlich deine Ausbildung, die du machst, zu dem das Thema nun mal gehört. Oder dich motiviert die Aussicht, dass wenn du das Thema innerhalb deiner Ausbildung geschafft hast, deinem Abschluss einen Schritt näher gekommen bist.

Also frag dich: Warum mache ich das? – dieses Referat, diese Präsentation, dieses Thema oder diese Ausbildung? Deine Motivation, das Thema zu bearbeiten, ist der Schlüssel zur guten Vorbereitung und damit auch dafür, einen super Vortrag zu halten. Was auch zur Vorbereitung gehört, ist die Klärung der Rahmenbedingungen:

Frage dich:

  • Vor wem spreche ich?
  • Wie muss mein Auftreten und meine Sprache sein? (In einer Prüfung redest du vielleicht anders als vor deinen Kolleg_innen in der Klasse oder im Hörsaal)
  • Wie viel Zeit habe ich zur Verfügung?
  • Was passt an Inhalten in diese (vorgegebene) Zeit?
  • Wo werde ich reden?
  • Welche Technik und Ausstattung steht mit da zur Verfügung?
  • Ist es ein Ort, den ich kenne und an dem ich mich wohlfühle?
  • Wenn nein, wie kann ich mich wohlfühlen? Was brauche ich dafür?

Bereite dich auf die Inhalte deines Parts gut vor. Stelle dir folgende Fragen: Worüber will ich reden? Was will ich mit meinem Vortrag rüber bringen? Verstehe ich alles, was ich vortrage? Wenn ich diesen Vortrag selber hören würde, würde ich das alles verstehen? Welche Fragen würde ich stellen? Welche Fragen könnten ggf. noch von anderen kommen?

Mache dir bewusst, was das Ziel und die zentrale Botschaft sein soll. Formuliere am besten einen Satz hierfür.
Die zentrale Botschaft und dein Ziel kannst du dann, wenn du weiter vorbereitest und auch beim Reden, dir  immer wieder vor Augen führen und abgleichen, ob du noch deinem Ziel folgst oder gerade eine Abbiegung nimmst.
Das Ziel und die zentrale Botschaft sind natürlich mit deinem Thema verknüpft. Dahinter steckt aber bestimmt auch noch andere Ziele , wie z.B. „Gib mir hierfür eine gute Note!“ „Seid von mir und dem Inhalt begeistert!“. Gibt es vielleicht auch verschiedene Ziele für die unterschiedlichen Zuhörer_innen?

Wie übe ich am besten?
Am besten bereitest du deinen Vortrag mit viel Vorlaufzeit vor. Wenn der soweit steht, kannst du Personen in deinem Umfeld bitten, sich das mal anzuhören und dir Feedback zu geben. Dabei sollten die Rahmenbedingungen denen beim eigentlichen Vortrag soweit wie möglich ähneln. Du kannst diese Personen auch bitten, auf etwas bestimmtest zu achten: Auf deine Aussprache, auf den Inhalt, auf deine Körpersprache.

Natürlich kannst du auch mit deinem Haustier den Vortrag üben.  Es geht nämlich um eins: Üben, üben, üben. Denn nur durch Übung verlierst du die Angst davor. Durch das Üben verlierst du die Angst. Vor anderen zu reden ist dann nichts mehr Außergewöhnliches. So bekommst du Routine. Also melde dich doch spontan für mehre Vorträge und nicht nur einen im Halbjahr oder Semester.

Und du kannst das Präsentieren und Vortragen auch gezielt lernen: Wir bieten Seminare unter der Woche als Bildungsurlaub oder auch am Wochenende zum Thema Kommunikation, Reden halten und Präsentieren an: Frag doch einfach mal bei deiner ver.di Jugend vor Ort nach, was wir anbieten: LINK

Was muss ich beim Reden beachten?
Vor allem gilt: Ruhe bewahren. Atme ruhig und tief und sprich verständlich. Die meisten Leute werden das, was du sagst, nicht als Text vorliegen haben. Gebe ihnen Zeit, dir zu folgen. Mache Pausen nach Gedankengängen, die du erläuterst. Am besten visualisierst du Ankerpunkte deines Vortrags. Das kannst du über PowerPoint, an der Tafel, auf einer Flipchart oder Pinnwand machen (Frage nach der Ausstattung und Technik bei den Rahmenbedingungen).

Bei jeder Kommunikation gilt: Dein Körper erzählt mehr über dich als das, was du sagst. Die Körpersprache ist eins der zentralen Elemente bei Vorträgen. Dabei gilt: Nur wenn du dich souverän und wohl fühlt, nehmen dich auch andere so wahr. Wir können dir hier keine pauschalen Tipps geben, wie du dich am besten hinstellen und reden sollst, um souverän zu wirken. Das ist sehr individuell und einfach Typsache: was für den einen gut klappt, ist für die andere gar nicht geeignet. Was auf jeden Fall hilft, ist üben, üben, üben.

Dein Redepart sollte in verschiedene Phasen eingeteilt sein. Wir empfehlen dir grob die Folgenden:

1. Beziehung aufbauen
Hier nimmst du Kontakt zu deinen Zuhörenden auf. Sympathie ist der Schlüssel für eine gute Basis bei deinem Vortrag. Denn wer sympathisch erscheint, dem wir auch mal einen Ausetzer leichter verziehen. Erzähle am besten in dieser Phase, warum du jetzt den Redepart hältst, gib einen kurzen Überblick über die nachfolgenden Inhalte und welches Ziel dein Vortrag hat. Hier sollte auch deutlich werden, warum es sich lohnt, dir zuzuhören. Werde also mit den Leuten warm.

2. Sachinfos
Es folgende die Sachinfos zu deinem vorbereitetem Thema. Stelle dir die Frage: willst du, dass Nachfragen direkt oder erst im Anschluss gestellt werden? Sag den Leuten, wie du es handhaben willst, damit sie sich drauf einstellen können.

3. Abschluss

Am Ende solltest du nochmal die wichtigsten Ergebnisse zusammenfassen und mit einem Apell enden. Dieser sollte einen klaren Bezug zu deinem Ziel haben und deiner von dir vorher festgesetzten zentralen Botschaft zusammen hängen. Dein letzter Satz mit deinem Apell solltest du dir am besten vorher zurecht legen. Dieser bildet den Abschluss deines Redeparts und sollte von dir laut und klar gesagt werden.

Je nachdem, wie viel Zeit du zur Verfügung hast und wie viel Inhalt du darin verpacken musst, hier noch ein Tipp zum Vortrag: Rede nicht länger als 15 Minuten am Stück. Nach 15 Minuten Vortrag sinkt die Aufmerksamkeitsspanne deiner Zuhörenden. Sie werden sich dann wahrscheinlich mit etwas anderem beschäftigen, zum Beispiel auf ihr Handy gucken oder sich unterhalten. Versuch daher nach rund 15 Minuten, die Methode zu wechseln und am besten deine Zuhörenden einzubeziehen und zu aktivieren. Stelle eine Frage in die Runde, die sie diskutieren können, lass kleine Arbeitsgruppen mit einer Fragegestellung bilden oder nutze andere Medien: Zeig einen kurzen Filmausschnitt zum Thema oder, oder, oder. Sei kreativ!

Ich stelle mir meine Zuhörenden nackt vor. Hilft das bei Lampenfieber?
Ja, immer  Nein, Scherz bei Seite. Ob dieser Trick, sich die Zuhörenden nackt vorzustellen, um dein Lampenfieber zu senken, hilft, musst du für dich selber ausprobieren. Bei einigen klappt das, bei anderen nicht. Finde dein eigenes Ding, was dich runterbringt!

Gibt es andere Tipps und Tricks?
Überlege dir, was dich in bestimmten Situationen beruhigt und was dir gut tut. Ist es vielleicht die Kette, die du geschenkt bekommen hast, den Plüschschlüsselanhänger, den du seit Jahren hast oder vielleicht ein bestimmtes Lied? Versuche, das was dich stärkt, bei den Vorbereitungen aber auch beim Reden bei dir zu haben. In der Hosentasche, als Hingucker, der nur in deinem Sichtfeld ist. Probier es aus.

Tipps, die viele nutzen, ist sich Folgendes klar zu machen:

  1. Die anderen wissen in der Regel nicht, was ich sagen will.
Die anderen haben meist nicht deine vorbereiteten Blätter oder Visualisierungen vorher gesehen. Das heißt, sie sind gespannt, was du zu sagen hast. Und zudem merken sie auch nicht unbedingt, wenn du etwas vergessen hast oder es an einer anderen Stelle einschiebst.
  2. Mache dir bewusst: Die anderen hätten auch Muffensausen, wenn sie da stehen würden, wo du jetzt stehst. Sie können sich gut in die Lage versetzen, dass du aufgeregt bist. Das bringt dir Verständnis und Sympathie für deine Lage. Nutze das.
  3. Deine Zuhörenden sind froh, dass sie selber jetzt nicht gerade vorne stehen und reden müssen.

Mache ruhig offen, dass du nervös bist.
Viele können verstehen, dass du beim Reden nervös bist. Das ist keine Schwäche, sondern ganz normal. Mache es zu deiner Stärke und benenne es ruhig. Verbinde es mit ein bisschen Humor und gleich sind die Sympathien bei dir.

Suche die eine Person im Publikum aus, an der du dich orientieren kannst. Spreche die Person gerne vorher an, dass du sie als „Anker“ nutzen möchtest. Diese Person könnte dich dann zum Beispiel unterstützen, in dem sie dir Zeichen gibt, dass alles gut verständlich ist oder du langsamer reden sollst.

Jetzt wünschen wir die viel Erfolg bei deinem nächsten Vortrag!
Deine ver.di Jugend!




Seiten

Subscribe to www.ausbildung.info RSS