01.06.2016

Her mit der guten Ausbildung!

  • Durchstarten für ein neues und besseres BBiG!

Zeit für eine Neuauflage: Was das neue BBiG braucht

Unser Forderungskatalog zur Reform des BBiG ist die Grundlage für eine gesetzliche verankerte, bessere Ausbildungsqualität!

Das Berufsbildungsgesetz (BBiG) ist das zentrale, aber noch immer veraltete und mangelhafte Gesetz für die berufliche und duale Ausbildung in Deutschland. CDU/CSU und SPD hatten in ihrem Koalitionsvertrag zugesagt, die Ausbildungsqualität für Auszubildende und dual Studierende zu verbessern.

Die Jugend von ver.di und DGB pochte gemeinsam beim zuständigen Ministerium für Bildung und Forschung auf die Einhaltung dieses Versprechens – das zeigte Wirkung: Derzeit spricht die Gewerkschaftsjugend mit den Bundestagsfraktionen, um die Eckpunkte für die neue Gesetzgebung in 2016 durchzusetzen.

Basierend auf dem DGB-Ausbildungsreport und der Zuarbeit sämtlicher Jugendgremien der Landesbezirke und Fachbereiche haben wir ein Positionspapier und einen Forderungskatalog erarbeitet. Letzterer dient als Grundlage für die derzeitigen Gespräche mit den Bundestagsfraktionen.

Was wir für alle Auszubildenden und dual Studierenden bei den zentralen Themen „Arbeitszeit“ und „Berufsschule“ konkret fordern

  • Verbindlich geregelte Arbeitszeiten

Die Ausbildung ist ein Lernverhältnis. Überstunden sind in einem solchen nicht vorgesehen, schon gar nicht in den Ausbildungsrahmenplänen. Wir fordern daher die Ergänzung von §17 Abs. 3, so dass künftig keine Beschäftigung, die über die vereinbarte wöchentliche Ausbildungszeit hinausgeht, erfolgen darf!

Auch an den Wochenenden sollen Auszubildende und dual Studierende nur dann arbeiten, wenn die Ausbildungsinhalte nicht in der normalen Arbeitszeit, das heißt unter der Woche, vermittelt werden können.

  • Berufsschulzeit ist Ausbildungszeit

Die Berufsschulpflicht soll auf alle Auszubildenden ausgeweitet werden – unabhängig vom Alter!

Wir fordern die vollständige Anrechnung der Berufsschulzeiten auf die betriebliche Ausbildungszeit, auch für volljährige Auszubildende. Dafür muss §9 Abs. 3 JArbSchG ins BBiG übernommen werden.

Die Wege- und Pausenzeit von Berufsschule in den Betrieb kosten Zeit, die zur Ausbildung gehört. Wir fordern daher ihre Anrechnung auf die betriebliche Ausbildungszeit. Die Rückkehrpflicht nach der Berufsschule in den Betrieb soll abgeschafft werden.

Vor den Abschlussprüfungen brauchen Auszubildende und dual Studierende mehr Zeit, um sich gründlich vorbereiten zu können. Wir fordern daher, den Anspruch auf fünf Tage Sonderurlaub vor den Abschlussprüfungen in der Gesetzesnovelle festzuschreiben.

Die Lernortkooperation ist ein Modell der Zukunft. Und die muss gestaltet werden. Wir fordern daher die Entwicklung von lernortübergreifenden Berufsbildungs- und Rahmenlehrplänen.

Was im neuen Gesetz festgeschrieben werden soll

  • Die Arbeitszeit für Auszubildende und dual Studierende bedarf einer einheitlichen Regelung. Wir fordern: Keine Überstunden und Wochenendeinsätze für Auszubildende!
  • Die Berufsschulzeit soll voll als Ausbildungszeit angerechnet werden!
  • Wir fordern die Lehr- und Lernmittelfreiheit. Alle entstehenden Kosten wie Ausbildungsmittel, Schutzausrüstung, Fachliteratur, Fahrtkosten oder ähnliches muss der Ausbildungsbetrieb übernehmen!
  • Ausbildungsgänge, für die Auszubildende bezahlen sollen, lehnen wir ab!
  • Ausbildungskräfte sollen verbindliche und höhere Eignungsstandards erfüllen als bisher. Sie müssen sich durch pädagogische und psychologische Weiterbildungen besser für ihre Rolle als Ausbildende qualifizieren. Dafür sollen sie auf Kosten des Arbeitgebers von diesem freigestellt werden!
  • Die Übernahme nach der Ausbildung soll garantiert werden – in Vollzeit und unbefristet!
  • Die Teilzeitausbildung soll weiterhin möglich sein und dabei voll vergütet werden. In der Praxis kommt es hier oft zu Streitigkeiten. Deshalb soll diese Regelung neu ins Berufsbildungsgesetz aufgenommen werden!

Das Gesetzgebungsverfahren – step by step

  • Bereits vor zwei Jahren, in der Evaluierungsphase, hatten die DGB-Gewerkschaften eine Arbeitsgruppe für die Gestaltung der Gesetzesnovelle gebildet.
  • Im Mai 2015 fand ein Werkstatt-Gespräch im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit allen Akteuren statt. Dabei wurde ein Evaluationsbericht für den Herbst 2015 angekündigt.
  • Seit Ende 2015 führt die DGB Jugend Gespräche mit den Bundestagfraktionen. In den Runden wurden die Schwachstellen im dualen Ausbildungssystem identifiziert und das Positionspapier der DGB Jugend geschärft.
  • Ende März 2016 wurde dem BMBF der Evaluationsbericht vorgelegt.
  • Die anstehenden Änderungen und Verbesserungen des BBiG werden aktuell von den Bundestagsfraktionen und den Arbeitsgruppen diskutiert. Die DGB Jugend rechnet mit einem Referentenentwurf des BMBF zur Gesetzesnovelle noch vor der Sommerpause 2016.

Wir sind im Gespräch – redet mit!
Auszubildende und dual Studierende, die unsere gewerkschaftliche Initiative unterstützen und sich einbringen möchten, sind herzlich eingeladen, direkt an die Mitglieder des Bundestages zu schreiben!

Wir freuen uns auf eure Beiträge – gemeinsam stark für eine gute Ausbildung!

Die DGB Jugend versorgt euch mit aktuellsten News rund um die BBiG-Reform auf ihrer Brennpunktseite zum Thema.

11.01.2016

Was sich 2016 alles ändert

  • Alles, was neu ist in 2016!

Hä, schon wieder alles neu? Stimmt – die Politik schläft nie! Pünktlich zum Jahreswechsel treten zahlreiche Änderungen für Beschäftigte und Studierende in Kraft. Damit ihr den Durchblick behaltet, hat die DGB-Jugend die wichtigsten Neuerungen zusammengestellt. (Quelle: DGB Jugend)

Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung
Ab Januar 2016 gibt es einen neuen Mustervordruck der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU-Bescheinigung), die der Arzt erkrankten Beschäftigten ausstellt.

Die Krankmeldung besteht aus einem gelben Formular aus selbstdurchschreibendem Papier und Ausfertigungen für die Krankenkasse, den Arbeitgeber, den Versicherten und den Arzt.

Die Bescheinigung wird für die gesamte Dauer der Arbeitsunfähigkeit ausgestellt.

BAföG
Hier steigt ab Herbst 2016 beim Grundbedarf der Satz von 373 auf 399 Euro monatlich. Beim Regelbedarf für außerhalb wohnende Studierende gilt dann ein Satz von 649 Euro statt bisher 597 Euro.

Beitragsbemessungsgrenze Rentenversicherung

  • 74.400 Euro (West)
  • 64.800 Euro (Ost)

Der Beitragssatz zur gesetzlichen Rentenversicherung beträgt 18,7 Prozent, der Höchstbeitrag (Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteil monatlich) liegt bei 1.159,40 (West) bzw. bei 1.009,80 Euro (Ost).

Hartz IV
Empfänger_innen von Grundsicherungsleistungen (für Arbeitsuchende, im Alter und bei Erwerbsminderung) erhalten monatlich zwischen drei und fünf Euro mehr.

Die monatlichen Regelsätze ab 2016:

  • Alleinstehender Erwachsener: 404 Euro
  • Paare in einer Bedarfsgemeinschaft: 364 Euro
  • Kinder 0 bis 5 Jahre: 237 Euro
  • Kinder 6 bis 13 Jahre: 270 Euro
  • Kinder 14 bis 17 Jahre: 306 Euro

Außerdem endet die Familienversicherung. Seit Januar 2016 wird jeder Arbeitslosengeld II-Empfänger inkl. Jugendliche ab 15 Jahre eigenständiges Mitglied einer Kranken- und Pflegekasse.

Gesundheit
Seit Beginn dieses Jahres müssen viele gesetzlich Krankenversicherte mit einem Zusatzbeitrag von im Schnitt 1,1 Prozent rechnen. Über die genaue Höhe des Zusatzbeitrages müssen die Krankenkassen ihre Mitglieder bis Ende 2015 informieren.

Die neue Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) steigt auf jährlich 50.850 Euro, bzw. auf monatlich 4.237,50 Euro. Bis zu dieser Einkommensgrenze müssen Arbeitnehmer_innen Beiträge zur GKV abführen.

  • Beitragsbemessungsgrenze GKV: 50.850 Euro
  • Jahresarbeitsentgeltgrenze (Versicherungspflichtgrenze): 56.250 Euro

Für sichere digitale Kommunikation und Anwendungen im Gesundheitswesen soll das sogenannte E-Health-Gesetz sorgen. Es enthält den Fahrplan für die Einführung einer digitalen Infrastruktur mit bestimmten Sicherheitsstandards und die Einführung spezieller Anwendungen auf der elektronischen Gesundheitskarte.

Kindergeld
Die Regierung hat schon vor ein paar Monaten beschlossen, das Kindergeld in zwei Stufen anzuheben. So stieg das Kindergeld rückwirkend zum 1. Januar 2015 um vier Euro. 
Die zweite Stufe bringt ab dem 1. Januar 2016 weitere zwei Euro.

Nun erhöht sich das Kindergeld ab 2016 von 188 Euro auf 190 Euro für das erste und zweite Kind, von 194 Euro auf 196 Euro für das dritte Kind und von 219 Euro auf 221 Euro ab dem vierten Kind.

Hier die wichtigsten FAQs zum Kindergeld:

  • Was ändert sich konkret zum 1. Januar 2016? Wer Kindergeld erhalten möchte, muss seiner Familienkasse seine Steuer-Identifikationsnummer und die Steuer-Identifikationsnummer des Kindes angeben.
  • Wessen Steuer-Identifikationsnummern müssen angegeben werden? Benötigt werden die Steuer-Identifikationsnummern des Kindes, für das Kindergeld beantragt wird, und des Elternteils, der den Kindergeldantrag stellt oder bereits Kindergeld bezieht.
  • Wann und wie muss ich meiner Familienkasse die Steuer-Identifikationsnummern mitteilen, damit Kindergeld weitergezahlt wird? Um den Kindergeldbezug sicherzustellen und Rückfragen zu vermeiden, können Ratsuchende/ihre Eltern der zuständigen Familienkasse die Steuer-Identifikationsnummern einfach schriftlich mitteilen. Wenn ihr ohnehin Belege oder Nachweise einreichen müsst, teilt die ab 2016 erforderlichen Steuer-Identifikationsnummern bei dieser Gelegenheit am besten gleich mit. Die Familienkassen werden es aber grundsätzlich nicht beanstanden, wenn die Angaben im Laufe des Jahres 2016 nachgereicht werden. Und Neuanträge müssen ohnehin die Steuer-Identifikationsnummern enthalten.
  • Wo finde ich die Steuer-Identifikationsnummer von mir und meinem Kind? Ihre Steuer-ID sowie ggf. die ihres Kindes finden Ratsuchende im jeweiligen Mitteilungsschreiben des Bundeszentralamts für Steuern. Außerdem ist ihre Nummer auch auf der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung des Arbeitgebers oder im Einkommensteuerbescheid verzeichnet.
  • Stellt die Familienkasse die Kindergeldzahlung ein, wenn ihr die Steuer-Identifikationsnummern am 1. Januar 2016 nicht vorliegen? Ohne Vorliegen der Steuer-Identifikationsnummern sind die gesetzlichen Voraussetzungen zum Kindergeldbezug zwar nicht erfüllt, bevor es jedoch zu einer Einstellung der Kindergeldzahlungen kommt, werden Ratsuchende/ihre Eltern in der Regel erst von der Familienkasse zur Mitteilung der Steuer-ID aufgefordert. Erhält die Familienkasse diese dann nicht, ist sie gesetzlich verpflichtet, die Kindergeldzahlung rückwirkend zum 1. Januar 2016 aufzuheben und das seit Januar 2016 gezahlte Kindergeld zurückzufordern.

Weitere Infos auf www.arbeitsagentur.de 

Mindestlohn
Einen Überblick über Veränderungen beim Mindestlohn in einzelnen Branchen findet ihr auf den Websites des DGB-Rechtsschutzes.

Rentenversicherung
Die neue monatliche Beitragsbemessungsgrenze in der Rentenversicherung steigt für Westdeutschland ab Januar 2016 von 6.050 auf 6.200 Euro (74.400 Euro/Jahr). Im Osten liegt sie ab Januar 2016 bei 5.400 Euro im Monat (64.800 Euro/Jahr). Bis zu diesen Einkommensgrenzen müssen Arbeitnehmer im nächsten Jahr Beiträge zur Rentenversicherung abführen.

Steuerfreibeträge
Der Grundfreibetrag liegt derzeit bei 8.472 Euro und steigt 2016 um 180 Euro auf 8.652 Euro. Der Kinderfreibetrag beträgt momentan 7.152 Euro und steigt 2016 auf 7.248 Euro. Die Freibeträge stellen sicher, dass der Staat das Einkommen für den notwendigen Lebensunterhalt von Erwachsenen und Kindern nicht besteuert.

Wohngeld
Seit 1. Januar 2016 gelten Leistungsverbesserungen beim Wohngeld. Ein Gesetzentwurf zur Wohngeldreform wurde im Juli beschlossen. Ein Zwei-Personen-Haushalt erhielt 2013 durchschnittlich 115 Euro Wohngeld monatlich. Durch die Reform soll dieser Haushalt künftig durchschnittlich 186 Euro monatlich erhalten.

Und zum Schluss…

  • Das Porto für Standardbriefe hat sich von 0,62 auf 0,70 Cent erhöht.
  • Die Angabe der IBAN bei Überweisungen wird zwingend.

 

12.11.2015

Das ABC der Bewerbung

  • Junger Mann lächelt freundlich durch einen Bilderrahmen

Tipps zur erfolgreichen Stellenbewerbung

Fünfzig Bewerbungen und keine Einladung zum Vorstellungsgespräch – das ultimative Horrorszenario zum Berufseinstieg. ausbildung.info liefert das Know-how für eine erfolgreiche Bewerbung.

Nach Ausbildung oder Studium kann in vielen Branchen die Bewerbung um die Traumposition zu einem Hürdenlauf mit vielen Enttäuschungen werden. Kriterium für eine erfolgreiche Bewerbung ist allerdings nicht allein die berufliche Qualifikation. Auch vollständige und einwandfreie Bewerbungsunterlagen sind ein Schlüssel zur Pforte der Personalverantwortlichen.

Erste Bewährungsprobe
Jeder Arbeitgeber möchte sicher sein, dass die oder der zukünftige Mitarbeiter_in sorgfältig und zufriedenstellend arbeiten wird. Und das beginnt mit einer perfekten Bewerbung, denn diese gilt grundsätzlich als „Visitenkarte“. Sie sollte also den bestmöglichen Eindruck hinterlassen und individuelle Fähigkeiten herausstellen. 

Stellenanzeige und Unternehmen gründlich studieren
Die Stellenanzeige entscheidet über die Art der Bewerbung – nämlich schriftlich, persönlich oder telefonisch. Enthält die Stellenausschreibung einen Satz wie beispielsweise „Wir freuen uns auf Ihre vollständigen Bewerbungsunterlagen“, erwartet das Unternehmen eine schriftliche Bewerbung.

Im Zweifelsfall bringt ein Anruf beim Unternehmen Licht ins Dunkel – mit positiven Nebeneffekten: Das eigene Interesse und Engagement für die Stelle wird deutlich und die erste persönliche Vorstellung ist geschafft.

Fünf Basics einer schriftlichen Bewerbung
Ob per Post, per E-Mail oder über eine spezielle Eingabemaske auf der Firmenwebsite – die einzelnen Elemente einer schriftlichen Bewerbung sind grundsätzlich immer gleich:

  • Bewerbungsmappe

Zettelwirtschaft ist tabu. Alle Unterlagen gehören zusammen und ordentlich in eine Bewerbungsmappe, nur das Anschreiben kommt gesondert vorweg. Geeignete Mappen sind in jedem gut sortierten Schreibwarenladen erhältlich.

  • Anschreiben

Das Anschreiben ist das zentrale Element, daher ist hier besondere Sorgfalt geboten. In der Regel fällt anhand dieser ersten „Visitenkarte“ bereits die Entscheidung, ob die restlichen Bewerbungsunterlagen „lesenswert“ sind.

Ein Anschreiben sollte realistisch sein, sich ggf. auf die Stellenausschreibung beziehen und Selbstbewusstsein ausstrahlen – es ist eine Art Plattform für eine überzeugende, möglichst individuelle Vorstellung der eigenen Fähigkeiten und Kenntnisse. Kurze und prägnante Formulierungen sind angesagt. Eine Textvorlage hilft bei der Orientierung.

  • Lebenslauf

Im Lebenslauf (manchmal auch „curriculum vitae“, kurz CV) möchte der Arbeitgeber den bisherigen Werdegang nachvollziehen. Hier stehen die „hard facts“ - also Angaben zu Alter, Herkunftsort, Ausbildung, Berufserfahrung, Spachkenntnissen und besonderen Aktivitäten (z. B. ein Ehrenamt).

Diese Infos entscheiden maßgeblich über die Annahme oder Ablehnung einer Bewerbung. Hier gibt es zusätzliche Tipps zum Lebenslauf als PDF.

  • Bewerbungsfoto

Das Bewerbungsfoto ist eine etwas spezielle Angelegenheit: Mittlerweile sollte es als überholt gelten, weil es kaum zur sachlichen Beurteilung der Qualifikationen dient. Dennoch wird es immer noch von vielen Unternehmen erwartet, da es sehr direkt einen ersten Eindruck vermittelt. Deswegen sollte das Foto ein aussagekräftiger Blickfang sein.

  • Zeugnisse und Nachweise

Grundsätzlich gehören alle Kopien in die Bewerbung, die einen Nachweis der persönlichen Eignung für die angestrebte Stelle liefern. Dazu zählen alle Schul-, Ausbildungs- und Arbeitszeugnisse, aber auch Belege zu ehrenamtlichen Tätigkeiten oder Interessen.

Manchmal müssen Zeugnisse beglaubigt sein. Im Zweifelsfall telefonisch beim Unternehmen nachfragen!

Übrigens: Das Zeugnis mit dem jüngsten Datum gehört nach vorne, das älteste nach hinten.

Noch mehr Hinweise rund um das Thema Bewerbung beim Berufseinstieg gibt es hier auf ausbildung.info.

18.06.2015

Studieren nach der Ausbildung

  • Jemand trägt einen Stapel Ordner

Die Uni als Option

Wenn das Ausbildungsende naht und auch die Übernahme gesichert ist, gibt es doppelten Grund zur Freude. Doch die bleibt leider den meisten verwehrt: Nur 40 Prozent der Auszubildenden werden übernommen. Alle anderen müssen sich entweder einen anderen Job suchen oder sich weiterbilden. Zum Beispiel mit einem Studium. In der Regel eröffnet einem das Studium viele berufliche Perspektiven. Die wichtigsten Infos rund ums Thema hat die ver.di Jugend hier zusammengefasst.

Den erlernten Beruf zu verlassen und ein Studium zu beginnen, ist keine leichte Entscheidung. Davor sind folgende Fragen zu klären:

  • Welche Zugangsvoraussetzungen gibt es?
  • Welches Studium passt zu mir?
  • Kann ich mir ein Studium leisten?
  • Was nützt mir ein Studium?

Mit einem Studium eröffnen sich vielfältige Karrierechancen. Insofern nützt all jenen ein Studium, die beruflich höher hinaus wollen bzw. später eher selbstbestimmt arbeiten möchten.

Studieren ohne Abitur
Normalerweise bedeutet das Abitur eine unbeschränkte Hochschulzugangsberechtigung, mit der grundsätzlich jedes Studium aufgenommen werden kann. Doch auch mit einer abgeschlossenen Ausbildung kann man – unter bestimmten Bedingungen – studieren.

Auch mit abgeschlossener Berufsausbildung und etwas Praxiserfahrung steht der Weg in ein Studium offen – häufig müssen Bewerber_innen dafür allerdings eine gesonderte Prüfung ablegen. So kann man z. B. an der Europäischen Akademie der Arbeit in Frankfurt/Main nach abgeschlossener Berufsausbildung auch ohne Abitur studieren. Auch in Hamburg gibt es so eine Möglichkeit: Ohne Abi Sozialökonomie studieren. Für diesen sogenannten dritten Bildungsweg eignen sich besonders auch duale Studiengänge und entsprechende Angebote von Fachhochschulen.

Die Zugangsvoraussetzungen für ein Studium ohne Abitur sind je nach Bundesland, Hochschule und Studienfach sehr unterschiedlich. Für nähere Informationen am besten an das Kultusministerium des jeweiligen Bundeslandes wenden!

Gewerkschaftliche Unterstützung
Die Hans-Böckler-Stiftung (HBS) ist das Mitbestimmungs-, Forschungs- und Studienförderungswerk des DGB. Mit speziellen Starthilfen, Stipendien und Lernunterstützung erleichtert die HBS beruflich Qualifizierten den Weg vom Beruf ins Studium – auch ohne Abitur. Das neue Förderprogramm ist auf neun Studiengänge der Gesundheits- und Ingenieurwissenschaften ausgerichtet.

Hier gibt es einen Überblick der HBS-Stipendien und -Studienförderungen. Bei der Vergabe von Stipendien gibt es auch ein Verfahren für Gewerkschaftsmitglieder, die sich gewerkschaftlich oder gesellschaftspolitisch engagieren.

Auch wenn sich während des Studiums Fragen oder Hürden auftun, gibt es gewerkschaftliche Unterstützung. Je nach Thematik stehen dann verschiedene gewerkschaftliche Anlaufstellen mit Rat und Tat zur Seite. Studentische Interessen kommuniziert und koordiniert in ver.di die AG Studierende. Diese bundesweite Arbeitsgemeinschaft besteht aus Schüler_innen, Studierenden und Promovierenden aus ganz Deutschland.

Ohne Moos nix los
Stipendien sind eine Möglichkeit, sich fördern zu lassen. AnsonstEn muss klassischerweise ein Studentenjob her. Wenn die Eltern nichts oder nur wenig zum Studium dazugeben können, kann man mit BaföG einen staatlichen Bildungskredit bekommen. Weitere Links und Infos zu den Themen Studienkredite und Stipendien gibt es hier.

Welches Studium?
Die bunte Vielfalt der Möglichkeiten bedeutet für einige die Qual der Wahl. Denn natürlich ist es klug, ein Studienfach zu wählen, dass einen auf den Beruf vorbereitet, den man später ausüben will. Auch kommt man schneller ans Ziel, wenn man weiß, wofür man studiert. Doch so genaue Vorstellungen haben nicht alle. Und während sich die einen nicht recht für ein Studienfach entscheiden können, wissen andere nicht, ob sie sich ein Studium überhaupt zutrauen.

Wer die Wahl eines Studiums eingrenzen möchte, sollte sich diese grundsätzlichen Fragen beantworten:

  • Welche Interessen habe ich?
  • Was sind meine Fähigkeiten?

Beim weiteren Entscheidungsprozess für ein Studienfach sind auch diese Infos sehr hilfreich: Studienangebote.

Und wer sich für Studiengänge zur Gewerkschaftsarbeit interessiert, findet hier viele Informationen. Ist ein Studium überhaupt das Richtige für einen? Als Gasthörer_in kann man sich unverbindlich Uni-Luft um die Nase wehen lassen und schauen, ob einem diese Art zu lernen liegt.

22.05.2015

Oft könnt ihr mehr fordern!

  • Eine Auszubildende fordert 100 Euro mehr

Neues Urteil zur Ausbildungsvergütung

Bekommt ihr während eurer Ausbildung das Geld, das euch zusteht? Ein aktuelles Urteil des Bundesarbeitsgerichts zeigt: Liegt eure Ausbildungsvergütung unter einer bestimmten Grenze, habt ihr das Recht, mehr zu verlangen. Falls notwendig, könnt ihr sogar eine höhere Vergütung einklagen. Das gilt auch bei öffentlich geförderten Ausbildungsplätzen.

Vor Beginn eurer Ausbildung ist im Vertrag vereinbart worden, wie hoch eure Vergütung ist. Manchmal ist diese in einem Tarifvertrag festgelegt. Doch ist die Höhe des Betrags, den ihr tatsächlich bekommt, auch rechtens? Das Bundesarbeitsgericht hat im März 2015 entschieden: Auch wenn der Ausbilder nur beschränkte finanzielle Mittel hat, muss er eine angemessene Ausbildungsvergütung zu zahlen.

„Angemessen“ – was bedeutet das?
Was heißt nun genau „angemessen“? Erst einmal vorweg: Die Ausbildungsvergütung stellt einen Beitrag zu den Lebenshaltungskosten des Auszubildenden dar und beinhaltet ein Taschengeld. Sie ist also kein Lohn oder Gehalt. Im Streitfall zieht das Gericht den BAföG-Satz als Bemessungshilfe hinzu um zu entscheiden, ob Auszubildenden eine höhere Vergütung zusteht. Auch wenn BAföG alleine oft nicht ausreicht, um im Alltag über die Runden zu kommen. Der aktuelle BAföG-Satz ist also eine Orientierungshilfe für euch, um zu prüfen: Erhaltet ihr in der Ausbildung das Geld, das euch gesetzlich zusteht?

Tarifvertrag schreibt Höhe der Ausbildungsvergütung fest
Oder ihr schaut im geltenden Tarifvertrag nach, falls dieser für eure Branche vorliegt: Hier ist festgelegt worden, wie hoch eure Ausbildungsvergütung ausfallen muss. Das Bundesarbeitsgericht hat entschieden, dass eine an den Tarifverträgen ausgerichtete Ausbildungsvergütung „stets angemessen“ ist. Vergleicht am besten, ob ihr auch tatsächlich das bekommt, was im Tarifvertrag steht. Übrigens: Die Gewerkschaften kämpfen dafür, dass die Höhe der Ausbildungsvergütungen regelmäßig an die tatsächlichen Lebenshaltungskosten angepasst wird. Sie sind sind der Meinung: Eure Vergütung muss die steigenden Lebenshaltungskosten auffangen können!

Untergrenze gilt auch bei öffentlich geförderten Ausbildungsplätzen
In einem aktuellen Fall sollte das Bundesarbeitsgericht darüber urteilen, ob auch für überbetriebliche und öffentlich geförderte Ausbildungsplätze Untergrenzen bei den Ausbildungsvergütungen gelten. In diesen Bereichen gibt es Besonderheiten.

„Öffentlich gefördert“ bedeutet zunächst einmal: Euren Ausbildungsplatz gäbe es nicht, wenn der Staat ihn nicht mindestens zum Teil finanzieren würde. Und/oder: Der Ausbilder verwertet die Leistungen, die ihr als Auszubildende erbringt, nicht selbst.

Das Gericht hat aktuell entschieden: Auch wenn dein Ausbildungsplatz mit öffentlichen Geldern gefördert worden ist, hast du Anspruch auf eine angemessene Vergütung! (laut § 17 Abs. 1 Satz 1 BBiG)

Streitfall: Auszubildende fordert tarifliche Ausbildungsvergütung
Im konkreten Fall hat eine Auszubildende geklagt, weil sie ihre monatliche Ausbildungsvergütung nicht angemessen fand: Sie hat im ersten Ausbildungsjahr monatlich 210 Euro und im zweiten Ausbildungsjahr 217 Euro erhalten. Stattdessen hat sie verlangt, dass ihr die tariflich festgelegte Ausbildungsvergütung gezahlt wird.

Hintergrund: Ihr Ausbilder organisiert als überörtlicher Ausbildungsverbund Förderprogramme für zusätzliche Ausbildungsplätze und die Ausbildung erfolgt bei Praxispartnern in der Privatwirtschaft. Die Klägerin hat eine Ausbildung zur Verkäuferin im Einzelhandel absolviert.

Urteil: Untergrenze für Ausbildungsvergütungen auch im überbetrieblichen Bereich
Das Ergebnis: Das Arbeitsgericht hat der Klägerin teilweise zugestimmt und entschieden: Ihr steht ihr eine höhere Ausbildungsvergütung als bisher zu. Ihr Ausbilder muss der Klägerin zwei Drittel des einschlägigen BAfög-Satzes zahlen. Eine deutliche Steigerung: Denn bisher hatte ihre Ausbildungsvergütung nur einem Drittel der tariflich vereinbarten Höhe entsprochen.

Das bedeutet: Auch im überbetrieblichen Bereich und bei öffentlich geförderten Ausbildungsplätzen gibt es eine Untergrenze bei der Höhe der Ausbildungsvergütung. So hat das Arbeitsgericht im März 2015 entschieden.

Sich informieren und in Sachen Ausbildungsvergütung genauer hinschauen lohnt sich also!

Mehr Infos für Mitglieder

ver.di Mitglieder sind besser informiert. Weitere Informationen zum Thema Ausbildungsvergütung findest du hier und in unserem A bis Z. Oder du fragst direkt bei deiner ver.di Jugend vor Ort nach. Als ver.di Mitglied kannst du dir bei der ver.di-Rechtsberatung auch kostenlos Tipps holen. Im Ernstfall kann geklärt werden, ob dein Vertragsbestandteil zur Ausbildungsvergütung gesetzeswidrig ist und ob sich eine Klage lohnt, für die ggf. die ver.di-Rechtschutzversicherung aufkommen würde. Weitere Infos erhältst du auch bei jugend@verdi.de.

12.12.2014

Urlaub übrig?

  • Wecker am Sandstrand mit Schild ACHTUNG: RESTURLAUB?

So rettet ihr eure restlichen Urlaubstage ins neue Jahr!

Der Jahreswechsel steht kurz bevor und ihr habt noch Urlaubstage übrig? Dann gelten ein paar Regeln, damit ihr keine wertvolle Urlaubszeit verschenkt. Die wichtigsten haben wir hier für euch zusammengetragen.

Grundsätzlich ist der Arbeitgeber nach § 7 Abs. 1 Bundesurlaubsgesetz (BUrlG) verpflichtet, eure Urlaubswünsche zu berücksichtigen – das gilt auch für den gewünschten Urlaubzeitraum. Wenn ihr allerdings am Jahresende noch Urlaubstage übrig habt, wird die Sache etwas komplizierter.

Resturlaub ins neue Jahr übertragen – wie läuft das?
Euren Urlaub bekommt ihr prinzipiell im laufenden Kalenderjahr gewährt und müsst ihn auch bis Jahresende in Anspruch nehmen (§ 7 Abs. 3 BurlG). Auf das nächste Kalenderjahr dürft ihr ihn nur übertragen, wenn der Arbeitgeber damit einverstanden ist und im Arbeitsvertrag nichts anderes vereinbart wurde.

In der Praxis gewähren Arbeitgeber ihren Mitarbeitern häufig eine Übertragung bis zum 31. März des Folgejahres. Der übertragene Urlaub muss dann in den ersten drei Monaten vollständig genommen werden, es reicht nicht, den Urlaub erst Ende März anzutreten.

Wenn ihr das schriftlich mit eurem Arbeitgeber vereinbart, habt ihr im Fall eines Konflikts gute Karten – eine simple E-Mail genügt. Sollte es nämlich später doch zum Streit kommen, habt ihr einen klaren Beweis und damit einen Rechtsanspruch auf euren Resturlaub.

Meistens dürft ihr auch Urlaubstage übertragen, wenn:

  • dringende betriebliche Gründe vorliegen, wenn ihr also beispielsweise einen Auftrag fristgerecht (noch im alten Jahr) erfüllen müsst. Das gilt ebenso bei personellen Engpässen in Saisonbetrieben, bei plötzlich erhöhter Produktionsnachfrage, bei Jahresabschlussarbeiten oder, weil euch Betriebsferien oder krankheitsbedingte personelle Ausfälle eure Planung durchkreuzen.

Achtung: Unter Umständen können auch die Urlaubswünsche eurer Kolleg_innen relevant sein, falls andere Beschäftigte nach sozialen Gesichtspunkten Vorrang bei der Wahl ihres Urlaubstermins haben. Soziale Kriterien sind zum Beispiel die Anzahl schulpflichtiger Kinder, die Dauer der Betriebszugehörigkeit oder familienbedingte Zwänge wie etwa eine Krankheit oder eine Berufstätigkeit des Partners.

  • persönliche Gründe vorliegen. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn ihr oder ein Familienmitglied eine langanhaltende Krankheit bekommt, die es euch unmöglich macht, euren Urlaub fristgerecht zu nehmen.

Achtung: Falls der zwingende Grund im Laufe des Jahres irgendwann nicht mehr vorliegt, müsst ihr euren Resturlaub antreten – auch dann, wenn das dann nur noch teilweise möglich ist.

Außerdem gibt es natürlich Tarifverträge mit Regelungen, die den Urlaubsanspruch anders befristen oder eben festschreiben, dass der Anspruch mit dem Ende des Jahres erlischt. Fragt am besten eure_n zuständige_n Jugendsekretär_in, ob ein entsprechender Tarifvertrag für euren Betrieb vereinbart wurde.

Darf der Arbeitgeber Urlaub verweigern oder selbst bestimmen?
Unter bestimmten Umständen kann der Arbeitgeber den Zeitraum eures Urlaubs eigenverantwortlich festlegen. Wenn ihr dann nicht widersprecht, ist der Urlaub gewährt und auch erfüllt.

Hierbei spielen ebenfalls soziale Kriterien eine Rolle, falls zu viele Beschäftigte auf einmal Urlaub haben möchten. Ebenso können dringende betriebliche Gründe vorliegen, etwa abzusehende Produktionsschwankungen.

In Ausnahmefällen nach § 7 Abs. 1 Halbsatz 2 BurlG gilt für den Arbeitgeber

  • das sogenannte Leistungsverweigerungsrecht: Kann er nachweisen, dass der Betrieb unter erheblichen personellen Engpässen leidet – das gilt etwa in Saisonbetrieben während der Saison – dann darf er euren gewünschten Urlaubszeitpunkt verweigern. Ein solches Recht steht dem Arbeitgeber jedoch nur bei erheblichen Gründen zu, also nicht etwas schon dann, wenn nur der regelmäßige Betriebsablauf gestört würde.

Allerdings müsst ihr diese einseitige Festlegung durch euren Arbeitgeber nicht akzeptieren, denn für Beschäftigte gilt

  • das sogenannte Annahmeverweigerungsrecht: Euer Arbeitgeber muss dann ggf. nochmal einen alternativen Urlaubszeitraum festlegen – wenn möglich, sollte er dabei die dann vorliegenden Erkenntnisse berücksichtigen.

Übrigens: Habt ihr euch schließlich auf einen ordnungsgemäß erteilten Urlaubszeitraum geeinigt, gilt der unumstößlich für beide Seiten! Es ist dann also wegen der Planungssicherheit grundsätzlich nicht mehr möglich, den gewährten Urlaub einseitig zu widerrufen.

Passende Infos findet ihr auch in unserem Artikel zur Urlaubsplanung.

14.11.2014

Selbstständigkeit als Berufsperspektive

  • Junge Frau blickt optimistisch in die Zukunft

Wissenswertes für Selbstständige – und für alle, die es werden wollen

Ihr wollt den Sprung in die Selbstständigkeit wagen? Dann solltet ihr unbedingt über den genauen Status Bescheid wissen, der für euren Beruf und/oder euer Gewerbe zutrifft. Dazu hier die wichtigsten Infos – mit freundlicher Unterstützung von mediafon, unserem Beratungsnetzwerk für Selbstständige.

Gleich vorneweg: Es existiert leider keine klare gesetzliche Definition zur Selbstständigkeit. Arbeits-, Steuer- und Sozialrecht ticken teilweise sehr unterschiedlich. Die grundlegendsten Aspekte zu freien Berufen bzw. Gewerbetreibenden haben wir für euch zusammengetragen – und da taucht schon die erste Frage auf: Wer ist eigentlich freiberuflich tätig und wer betreibt ein Gewerbe?

Freier Beruf oder Gewerbe?
Wer auf Rechnung arbeitet, nicht weisungsgebunden oder in die Arbeitsorganisation eines Unternehmens eingebunden ist, ist selbstständige_r Unternehmer_in – und nicht etwa Arbeitnehmer_in oder scheinselbstständig. Selbstständige teilen sich rechtlich in zwei Gruppen: Freiberufler_innen und Gewerbetreibende.

Bei den freien Berufen stehen persönlich geleistete Arbeit und Dienstleistungen im Vordergrund. Das ist zum Beispiel der Fall bei Erziehungs- und Lehrkräften, Kunstschaffenden, im Bereich Design und im Krankenpflegedienst sowie bei Physiotherapeut_innen und Hebammen.

Typisch für Gewerbetreibende sind dagegen Handelsgeschäfte und Kapitaleinsatz wie beispielsweise im Handwerk oder bei Ladenbesitzer_innen.

Welche Pflichten sind zu beachten?
Alle Selbstständigen sind verpflichtet, sich bei einer Krankenkasse zu versichern und sich beim Finanzamt registrieren zu lassen.

In bestimmten freien Berufen kann es sein, dass ihr zusätzlich einer Kammer beitreten müsst. Gewerbe- oder Kleingewerbetreibende müssen sowohl ein Gewerbe anmelden als auch Mitglied einer Kammer werden. Gewerbetreibende müssen, Kleingewerbetreibende können sich außerdem ins Handelsregister eintragen lassen.

Bestimmte Berufe wie Hebammen oder Lehrkräfte sowie Selbstständige mit nur einem Auftraggeber müssen, andere können sich über die Deutsche Rentenversicherung versichern. Publizist_innen und Künstler_innen werden über die Künstlersozialkasse renten-, pflege- und krankenversichert.

Berufe wie im Bereich Fotografie und Grafikdesign, ebenso Tagesmütter oder -väter sowie einige Gesundheitsberufe fallen zusätzlich in die Pflichtversicherung bei der Berufsgenossenschaft. Fragt nach, ob euer Beruf dazugehört! Auch eine freiwillige Versicherung kann dort sinnvoll sein.

Macht eine Arbeitslosenversicherung Sinn?
Apropos freiwillige Versicherung: Auch Selbstständige können die „freiwillige Weiterversicherung“ in der Arbeitslosenversicherung in Erwägung ziehen. Voraussetzung dafür: Ihr habt in den zwei Jahren zuvor mindestens zwölf Monate lang Pflichtbeiträge zur gesetzlichen Arbeitslosenversicherung gezahlt oder unmittelbar vorher Arbeitslosengeld oder eine andere „Entgeltersatzleistung“ bezogen.

Ob diese Versicherung noch Sinn macht, ist durch die Verschlechterungen und Verteuerungen seit dem Jahr 2011 zumindest fraglich. Eure Entscheidung dazu müsst ihr in jedem Fall in den ersten drei Monaten nach Gründung treffen.

ver.di für Selbstständige!
Soviel ist jedenfalls klar: Auch als Selbstständige seid ihr bei ver.di aufgehoben – surft am besten gleich mal vorbei!

Die Kontaktdaten zu unserem Beratungsnetzwerk und einen umfangreichen Ratgeber rund um die Selbstständigkeit, dazu spezielle Bildungsangebote und Termine regionaler Selbstständigen-Gruppen gibt es außerdem auf www.mediafon.net.

Wir wünschen euch schon jetzt einen erfolgreichen Start in eure neue berufliche Zukunft!

31.10.2014

Theorie oder Praxis? Einmal alles, bitte!

  • Zwei junge Frauen blicken lachend in die Zukunft

„Ausbildung spezial“ im Dualen Studium

Ein Duales Studium ist eine hervorragende Kombination aus wissenschaftlich-theoretischer und betrieblich-praktischer Ausbildung. Allerdings birgt diese Sonderform einer Ausbildung leider auch kritische Aspekte. Wir werfen einen Rundumblick auf Duale Studiengänge in Deutschland.

Duale Studiengänge (gelegentlich auch als „Studium im Praxisverbund“ bezeichnet) verknüpfen ein Studium an einer Hochschule oder (Berufs-)Akademie mit regelmäßigen ausgiebigen Praxisphasen in einem Betrieb – oder sogar mit einer anerkannten betrieblichen Berufsausbildung. Theoriephasen an der Hochschule oder Akademie und praktische Phasen im Ausbildungsbetrieb stehen im steten Wechsel.

Allerdings sind Duale Studiengänge auch zeitintensiver – weswegen die meisten Arbeitgeber ihren Dual-Studierenden eine Vergütung zahlen, damit die sich besser auf ihren Studiengang konzentrieren können. Bedeutet: Ein Dualer Studiengang sichert auch den eigenen Lebensunterhalt deutlich besser ab als ein „herkömmliches“ Studium.

Sicherheit schlägt Freiheit?
Ebenso sicher fühlen dürfen sich Absolvent_innen: Laut einer aktuellen Studie des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) werden rund 89 Prozent aller Dual-Studierenden nach ihrem Abschluss übernommen.

Also alles super? Jein. Dual-Studierende haben wie Auszubildende nur etwa 30 Urlaubstage pro Jahr, monatelange Semesterferien genießen sie also nicht. Ebenso wenig können sie ihre Zeit frei einteilen oder sich rein interessehalber mal in eine ganz andere Vorlesung setzen.

Ein Duales Studium ist eben durchgetaktet und hat sehr geregelte Strukturen. Sicherheit schlägt Freiheit? Aktuell sind rund 64.000 junge Leute in Deutschland dieser Ansicht und befinden sich in einem Dualen Studiengang. Und ihre Plätze sind begehrt: Nach BBIB-Studie bewerben sich auf einen dualen Studienplatz im Schnitt 33 Menschen. In den meisten Fällen sollte die Bewerbungsphase also mindestens ein Jahr vor Studienbeginn starten.

Und auch weitere Aspekte des dualen Studiums sind eher kritisch zu betrachten:

  • Keine Tarifregelung

Beim Thema Vergütung sind Dual-Studierende fast immer auf den guten Willen der Partnerbetriebe angewiesen, weil gesetzliche Regelungen dazu fehlen. Immer mehr Gewerkschaften versuchen daher, Dual-Studierende tariflich zu verankern. Noch besser wäre natürlich eine allgemeine staatliche Studienfinanzierung.

  • Keine Vergleichbarkeit

Duale Studiengänge fallen nicht in den Kompetenzbereich des Bundes. Konkrete Ausbildung und Abschlüsse sind länderspezifisch unterschiedlich geregelt. Darunter leiden Vergleichbarkeit und Anerkennnungsmöglichkeiten der dualen Abschlüsse – insbesondere bei einem anschließend geplanten Hochschulstudium.

Ebenso unterschiedlich sind anfallende Studiengebühren und ggf. ihre Höhe, auch hierüber entscheidet jedes Bundesland für sich. Entsprechend differenziert solltet ihr Informationen zum Dualen Studium betrachten.

Unterm Strich gilt: Welche Ausbildungsform für wen die richtige ist, lässt sich pauschal nicht sagen. Doch ein Duales Studium kann eine gute Alternative sein für alle, die sich nicht zwischen Theorie und Praxis entscheiden wollen und lieber geregelte Strukturen haben, als ihre Zeit eigenverantwortlich einzuteilen.

Wir wünschen euch in jedem Fall eine erfolgreiche Ausbildung!

Mehr Infos zu den verschiedenen Erscheinungsformen und Fachrichtungen, zu Vergütungen, Zahlen und Fakten des Dualen Studiums gibt es auf ausbildung.info – unserem Serviceportal zur Ausbildung.

17.07.2015

Durchgefallen – und jetzt?

  • Schultafel mit Kreide-Handschrift SCHOOL SUCKS

Wie es weiter geht

Wer durch eine Abschlussprüfung fällt, steckt erst mal in einer sehr ärgerlichen und unschönen Lage. Nach dem ersten Schock gibt es aber keinen Grund mehr, den Kopf hängen zu lassen oder in fortwährende Panik zu verfallen! Eine Prüfung kann Jede_r mal versemmeln, doch das heißt nicht, dass alles umsonst war. Es gibt immer konkrete Handlungsansätze, die Situation zum Guten zu wenden. Die ver.di Jugend hat unterstützende Tipps zum Thema zusammengestellt.

Warum Auszubildende eine Prüfung nicht bestehen, kann unterschiedliche Gründe haben: Prüfungsangst, Blackout während der Prüfung, ungeeignete Lernformen, aber auch schlechte Prüfungsvorbereitung durch die Berufsschule oder den Betrieb gehören dazu.

Wer an Prüfungsangst leidet, sollte sich nach Anlaufstellen erkundigen, mit deren Hilfe man mit solchen Situationen besser umgehen und Prüfungsangst abbauen kann. Um möglichst entspannt in die Prüfung zu gehen, ist gute Vorbereitung die erste wichtige Voraussetzung.

Nützliche Links zum Thema Prüfungsvorbereitung
Pauken, aber richtig: Hier geht’s zu hilfreichen Tipps zur Prüfungsvorbereitung. Für die Unterstützung von Auszubildenden bietet auch die Agentur für Arbeit kostenlose Prüfungsvorbereitungen, die beim Lernen für die Prüfung helfen können.

Fehlende Vorbereitung durch den Betrieb? Negatives Prüfungsergebnis ungültig!
Prüfung nicht bestanden, weil Dinge gefragt wurden, die zwar im Ausbildungsplan stehen, aber nicht im Betrieb erklärt wurden? Gegen so ein Prüfungsergebnis kann man vorgehen - es gehört schließlich zu den Pflichten des Ausbildungsbetriebs, die zur Prüfung nötigen Ausbildungsinhalte zu vermitteln.

Wenn aus dem Berichtsheft hervorgeht, dass bestimmte Dinge während der Ausbildung nicht vermittelt wurden, so ist das negative Prüfungsergebnis ungültig. Die Prüfung kann nachgeholt werden und unter Umständen gibt es sogar Schadensersatz wegen Verdienstausfall. Auszubildende können die Differenz zwischen Ausbildungsvergütung und eigentlichem Verdienst verlangen – wenn die Prüfung regulär bestanden worden wäre. Zur Unterstützung bitte auf jeden Fall an das Jugendsekretariat vor Ort wenden!

Wiederholung der Prüfung? Ist möglich!
Die Abschlussprüfung kann insgesamt zwei Mal wiederholt werden (§37 Berufsbildungsgesetz). Auszubildende können dafür entweder im Betrieb bleiben oder die Prüfung selbstständig organisieren.

Wenn sie sich entscheiden, zur Prüfungswiederholung im Betrieb zu bleiben, verlängert sich ihr Ausbildungsvertrag. Dafür muss lediglich dem Ausbildungsbetrieb – und zur Sicherheit auch der zuständigen Kammer – schriftlich die Absicht mitgeteilt werden, die Ausbildung wegen nicht bestandener Prüfung verlängern zu wollen.

Kündigung wegen nicht bestandener Prüfung? Nicht erlaubt!
Der Arbeitgeber darf wegen nicht bestandener Abschlussprüfung nicht kündigen.

Auszubildende, die ihre Abschlussprüfung nicht bestanden haben,

  • bekommen weiterhin ihre Ausbildungsvergütung,
  • können weiterhin die Berufsschule besuchen,
  • werden von der IHK bzw. Handwerkskammer informiert, wann ein zweiter oder dritter Prüfungstermin stattfindet.

Oftmals müssen Auszubildende nur die nicht bestandenen Fächer wiederholen. Das müssen sie aber im Einzelfall abklären. Allerdings kann die Ausbildung nur um maximal ein Jahr verlängert werden (§21 Berufsbildungsgesetz).

Prüfung nachholen außerhalb des Betriebs
Das schlechte Prüfungsergebnis hat auch etwas mit dem Ausbildungsbetrieb zu tun? Oder Auszubildende wollen aus anderen Gründen den Betrieb verlassen? In diesen Fällen kann die Abschlussprüfung selbstständig organisiert bei der zuständigen Kammer zwei Mal nachgeholt werden. Jedoch haben Auszubildende dann offiziell keinen Auszubildendenstatus mehr.

Holen Auszubildende die Abschlussprüfung außerhalb des Betriebs nach,

  • dürfen sie nicht mehr die Berufsschule besuchen,
  • bekommen sie keine Ausbildungsvergütung mehr,
  • müssen sie sich selbstständig um die Prüfungsanmeldung bei der zuständigen Kammer kümmern,
  • müssen sie die Kosten der Prüfung selbst tragen,
  • werden die Berufsausbildungsbeihilfe oder das Kindergeld nicht mehr gezahlt.

Wenn nur Teile der Prüfung wiederholt werden, muss das innerhalb von zwei Jahren geschehen. Die gesamte Abschlussprüfung kann innerhalb von fünf Jahren wiederholt werden.

Regelungen in der Pflege
Für Auszubildende, die eine Ausbildung nach dem Krankenpflegegesetz begonnen haben, gelten besondere Regeln für die Prüfungswiederholung. Bei nicht bestandener Prüfung können Auszubildende diese zwar wiederholen, sie müssen aber weiterhin an der Ausbildung teilnehmen wenn sie die praktische Prüfung oder alle Teile wiederholen müssen. Auf einen schriftlichen Antrag der Auszubildenden verlängert sich die Ausbildung bis zum nächstmöglichen Prüfungstermin, maximal allerdings bis zu einem Jahr.

Jede Aufsichtsarbeit der schriftlichen Prüfung, jeder Themenbereich der mündlichen Prüfung und die praktische Prüfung können jeweils einmal wiederholt werden. Zur Anmeldung für einen Wiederholungstermin muss der Verbleib in der Ausbildung nachgewiesen werden.

Weitere Möglichkeiten
Auszubildende, die auch zum dritten Mal die Prüfung nicht bestehen, haben erst mal keine Chance, in diesem Beruf einen Abschluss zu machen. Sie können aber trotzdem darin weiterarbeiten – allerdings mit einer niedrigeren Entgeltgruppe und meist schlechteren Chancen am Arbeitsmarkt.

Zum anderen gibt es natürlich die Möglichkeit, in einem ähnlichen Ausbildungsberuf erneut eine Ausbildung zu beginnen. Aufgrund der Ähnlichkeit können häufig einige Ausbildungsinhalte anerkannt werden, was die neue Ausbildung verkürzt.

In jeden Fall hilft es, sich an die örtliche ver.di Jugendsekretär_in zu wenden, um die konkrete Situation durchzusprechen und Unterstützung zu holen.

Die ver.di Jugend drückt euch die Daumen und steht für alle Rückfragen gerne zur Verfügung!

13.06.2014

Reif für die Insel

  • Jugendlicher ist im Sand eingebuddelt

Ausbildung, Berufsschule, arbeiten, lernen ... wie schön, wenn dann endlich der wohlverdiente Urlaub ansteht. Denn wer viel arbeitet, dem steht Erholung nicht nur zu, sondern der hat sie auch dringend nötig. Damit die schönste Zeit des Jahres ungetrübt genossen werden kann, hat ver.di Jugend die wichtigsten Infos für Auszubildende rund um das Thema zusammengestellt.

Wie lang darf der Urlaub sein? Und wie sieht es aus mit Entgeltbezügen in der freien Zeit? Die gesetzlichen Grundlagen für Urlaubslänge und -zeitpunkt sowie Urlaubsentgelt sind für Jugendliche in § 19 des Jugendarbeitsschutzgesetzes (JArbSchG) geregelt. Allerdings finden sich dort lediglich die Mindeststandards. Gibt es einen längeren tarifvertraglichen Urlaubsanspruch oder eine günstigere Regelung durch eine Dienst- bzw. Betriebsvereinbarung, dann gelten diese besseren Regelungen.

24 Werktage – das ist die gesetzliche Mindesturlaubsdauer. Dieser Urlaubsanspruch ist nach Alter gestaffelt: Laut § 19 des JArbSchG muss der Arbeitgeber allen unter 16-Jährigen einen Jahresurlaub von 30 Werktage gewähren. Wer unter 17 Jahre alt ist, bekommt 27 Werktage Urlaub und alle unter 18-Jährigen 25 Werktage. Als Werktage gelten Montag bis Samstag. Achtung: Der volle Urlaubsanspruch besteht zum ersten Mal nach sechsmonatigem Bestehen des Arbeitsverhältnisses.

Urlaubsabstimmung im Betrieb
Damit der Betrieb funktionieren kann, müssen die Urlaubswünsche der einzelnen Beschäftigten koordiniert werden. Deshalb bestimmt die betriebliche Interessenvertretung mit bei der zeitlichen Lage des Urlaubs sowie bei der Aufstellung allgemeiner Urlaubsgrundsätze und des Urlaubsplans.

Der Arbeitgeber kann den Urlaub von Beschäftigten im gewünschten Zeitraum verweigern. Allerdings nur unter folgenden Voraussetzungen:

  • dringende betriebliche Gründe
  • Urlaubswünsche anderer Auszubildender, die aufgrund sozialer Aspekte den Vorzug bekommen können (beispielsweise Auszubildende mit Kindern)

In der Praxis schränkt das Gebot der Urlaubsgewährung während der Berufsschulferien die Wahlfreiheit der Auszubildenden in punkto Urlaub ein. Übrigens: Niemand muss an freien Tagen oder in seinem Erholungsurlaub erreichbar sein für den Arbeitgeber – wäre ja sonst auch wenig entspannend.

Gesetzliche Feiertage
Fallen gesetzliche Feiertage in den Urlaubszeitraum, dann werden sie nicht auf den Urlaubsanspruch angerechnet. Doch ob ein bestimmter Feiertag gesetzlich ist, hängt von der Region ab. Der Ort der Tätigkeit – der Sitz des Betriebs, in dem man arbeitet – ist in dieser Frage also ausschlaggebend.

Krank im Urlaub – was tun?
Blöd, wenn man im Urlaub krank wird. Bei Vorlage eines ärztlichen Attests bleibt der Urlaubsanspruch jedoch erhalten. Achtung: Die entsprechenden Tage dürfen Auszubildende nicht einfach an den Urlaub anhängen. Die zeitliche Lage muss neu mit dem Arbeitgeber vereinbart werden!

Verfall des Urlaubs
Der Urlaub muss in dem Kalenderjahr, in dem der Urlaubsanspruch entsteht, beantragt, gewährt und genommen werden. Diese Regelung findet sich in § 7 Abs. 3 des Bundesurlaubsgesetzes. Ausnahmsweise kann der Urlaub auch auf das folgende Jahr übertragen werden. Der Resturlaub des Vorjahres muss dann bis Ende März des Folgejahres genommen werden – es sei denn, es greift eine für den Auszubildenden günstigere tarifvertragliche Regelung. Bei nicht rechtzeitiger Beantragung verfällt der Urlaub ersatzlos.

Verzicht auf den Erholungsurlaub
Geht das? Auszubildende haben Anspruch auf ihren Erholungsurlaub. Zur Regeneration – und zwar in Freizeit. Kein Arbeits- oder Tarifvertrag kann diesen Anspruch ausschließen. Auch ein Ausgleich mit Geld ist während eines bestehenden Ausbildungsverhältnisses nicht möglich – das würde dem Erholungsgedanken ebenfalls entgegenstehen. Auch ist Urlaubsanspruch nicht übertragbar: Er kann weder vererbt noch auf andere Weise an andere abgetreten werden. Zum Glück. Welcher gesunde Mensch will schon freiwillig auf Erholung verzichten?

Widerruf des Urlaubs
Stehen Auftragsspitzen ins Haus oder gibt es Personalengpässe, versuchen Arbeitgeber gerne einen bereits genehmigten Urlaub zu widerrufen. Auf keinen Fall auf so etwas einlassen! Denn Arbeitgeber können nicht bereits gewährten Urlaub – egal ob durch Urlaubsplan oder genehmigten Urlaubsantrag – widerrufen. Auch im Urlaub selbst darf niemand zurückgepfiffen werden.

Auszubildende sollten auch hier natürlich nicht einfach in Urlaub gehen, sondern vorher mit der JAV oder dem Betriebsrat bzw. Personalrat sprechen, um den Urlaubswunsch abzuklären. Im Zweifel steht Auszubildenden im zweiten Schritt selbstverständlich auch der Weg zum ver.di Rechtsschutz offen. 

Mehr Infos und weitere Erläuterungen zum Thema gibt es bei ver.di b+b.

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