Aufstiegs-BAföG

Auf deinem Weg zum Meisterbrief oder zu anderen Fortbildungsabschlüssen kommen erhebliche Kosten auf dich zu.

Doch keine Sorge, denn dank eines von Bund und Ländern finanzierten Fördertopfs ist deine Meisterprüfung/ dein Abschluss bezahlbar!

BAföG ist die Abkürzung für das "Bundesausbildungsförderungsgesetz". Es regelt zunächst die die staatliche Unterstützung der schulischen und studentischen Ausbildung in Deutschland.

Ziel des BAföG ist es, insbesondere jungen Menschen die Möglichkeit zu geben, unabhängig von ihrer sozialen und wirtschaftlichen Situation eine Ausbildung zu absolvieren, die ihren Fähigkeiten und Interessen entspricht.

Als BAföG wird umgangssprachlich auch die Förderung bezeichnet, die sich aus dem Gesetz ergibt.

Für eine berufliche Weiterbildung zum/zur Meister_in oder für andere Fortbildungen gibt es eine Erweiterung - das so genannte „Aufstiegs-BAföG“. Einen grundlegenden Überblick zum Thema verschaffen dir die folgenden Abschnitte.

Falls du zusätzliche Infos brauchst, findest du auf den Webseiten des Bundesministeriums für Bildung und Forschung umfassendes Material rund um das Auftsiegs-BAföG.

  • Was wird gefördert?

    Für eine Bewilligung des Aufstiegs-BAföGs sind einige Kriterien zu erfüllen. Deine berufliche Weiterbildung:

    • muss ein Niveau über dem Abschluss von Facharbeiter_innen, Gesellen_innen, Gehilfen_innen oder Berufsschulen haben 
      oder
    • an einer staatlich anerkannten Ergänzungsschule stattfinden 
      oder
    • sich auf die Gesundheits- und Pflegeberufe beziehen und sich an die Richtlinien der Deutschen Krankenhausgesellschaft halten.

    Entscheidend ist außerdem der Umfang deines Unterrichts:

    • Förderanspruch besteht erst ab 200 Unterrichtsstunden, bei beruflicher Weiterbildung in Teilzeit werden alle Stunden zusammengerechnet.
    • Innerhalb von acht Monaten müssen mindestens 150 Unterrichtsstunden stattfinden.
    • Fortbildungsmaßnahmen in Vollzeit müssen an mindestens vier Tagen bei insgesamt 25 Unterrichtsstunden pro Woche stattfinden.
    • Berufliche Weiterbildungen müssen in Vollzeit innerhalb von drei Jahren abgeschlossen sein, in Teilzeit dürfen sie maximal vier Jahre dauern.

    Unter bestimmten Voraussetzungen gibt es das Aufstiegs-BAföG auch für:

    • Fernlehrgänge
    • mediengestützte Lehrgänge
    • Fortbildungsmaßnahmen, die sich innerhalb des EU-Auslands befinden
    • das Aufstiegs-BAföG kann für bis zu drei Fortbildungen beantragt werden
  • Wer hat Anspruch?

    Handwerker_innen und andere Fachkräfte, die sich auf einen Abschluss zu Handwerks- oder Industriemeistern_innen, zu Fachkaufleuten, Fachkrankenpflegern_innen, Technikern_innen, Betriebsinformatikern_innen, Programmierern_innen, Betriebswirten_innen oder auf eine vergleichbare Qualifikation vorbereiten.

    Voraussetzung ist eine nach dem Berufsbildungsgesetz (kurz BBiG, PDF-Download) oder der Handwerksordnung (kurz HwO, PDF-Download) anerkannte, abgeschlossene Erstausbildung oder ein vergleichbarer Berufsabschluss. Eine Altersgrenze besteht nicht.

    Lies am besten auch im vorherigen Abschnitt zu den weiteren Bedingungen, unter denen Fortbildungen gefördert werden.

  • Förderungsumfang

    Für Maßnahmen in Vollzeit beträgt der staatliche Förderbeitrag als Vollzuschuss bis zu 885 Euro zu deinem Lebensunterhalt pro Monat. Dazu gibt es noch folgende Aufschläge:

    • Aufschlag für Verheiratete/ Verpartnerte: 235 Euro (Vollzuschuss)
    • Aufschlag je Kind: 235 Euro (Vollzuschuss)
    • Aufschlag für Betreuungskosten für Alleinerziehend von Kindern bis 14 Jahre: 150 Euro (Vollzuschuss) 

    Auch für die Fortbildungskosten (für den Lehrgang, für die Prüfungsgebühren und für das Prüfungs-/Meisterstück) gibt es Zuschüsse, die unabhängig von Einkommen und Vermögen sind. Folgende Zuschüsse könnt ihr für Lehrgangs- und Prüfungsgebühren erhalten:

    • Insgesamt bis zu 15.000 Euro
    • Zuschussanteil: 50%
    • Darlehenserlass bei Püfungserfolg: 50%
    • Darlehenserlass bei Existenzgründung: 100%

    Zu den Materialkosten könnt ihr für euer Meisterprüfungsprojekt eine Förderung bis zur Hälfte der Kosten und in Höhe von bis zu 2.000 Euro erhalten. 50 Prozent der Förderung erhaltet ihr hier als Zuschuss.

  • Rückzahlung

    Wie du im vorherigen Abschnitt zum Förderungsumfang nachlesen kannst, ist der eine Teil des Aufstiegs-BAföG ein Zuschuss – den bekommst du geschenkt – und der andere Teil ist ein Darlehen – das musst du zurückzahlen.

    Sobald dein letzter Förderungsmonat zwei Jahre zurückliegt, musst du mit der Tilgung starten. Du hast dafür maximal vier Jahre Zeit, bei einer monatlichen Mindestrate von 128 Euro.

    Zusätzlich musst du Zinsen zahlen, diese liegen beim Aufstiegs-BAföG aber glücklicherweise deutlich unter dem marktüblichen Niveau.

  • Stundung / Erlass

    Unter bestimmten Voraussetzungen werden ggf. zugunsten der Kindererziehung Rückzahlungsraten vorläufig gestundet oder sogar komplett erlassen.

    Wer nach Abschluss seiner geförderten Weiterbildungsmaßnahme eine selbständige oder gewerbliche Tätigkeit aufnimmt, bekommt ebenfalls unter bestimmten Umständen 66 Prozent des Restdarlehens erlassen.

  • Antragstellung

    Zuständig sind die kommunalen Ämter für Ausbildungsförderung. Dort bekommst du zudem eine fachkundige Beratung rund ums Aufstiegs-BAföG.

    Die Adressen der Ämter für Ausbildungsförderung findest du auf den Webseiten des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.