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29.06.2020

Ausbildungsplätze sichern!

  • Junge Frau am Notebook

Gerade noch rechtzeitig hat das Bundeskabinett am 28. Juni 2020 das Programm „Ausbildungsplätze sichern“ beschlossen. In den kommenden beiden Jahren sollen Ausbildungsplätze mit Hilfe von 500 Millionen Euro gesichert und gefördert werden.

Fünf Wochen vor Beginn des Ausbildungsjahres steckt die Wirtschaft noch mitten in der Corona-Pandemie. Und die Auswirkungen sind spürbar: Das Handwerk und auch die Industrie- und Handelskammern melden deutschlandweit bis Ende Mai weniger abgeschlossene Ausbildungsverträge als im Vorjahr. Insgesamt sind die Abschlüsse um 18,3 bzw. 17,0 Prozent zurückgegangen.

Die ver.di und unsere DGB Schwesterngewerkschaften drängen schon seit Beginn der Krise auf Hilfen für Jugendliche und Auszubildende. Darauf haben sie in kontinuierlicher Lobbyarbeit hingewirkt. Nun finden sich viele der Vorschläge im Programm „Ausbildungsplätze sichern“ wieder. Bei einigen Punkten konnten wir uns leider nicht durchsetzen.

Prämie für Übernahme von Auszubildenden

Es gibt eine Prämie von 3.000 Euro für Unternehmen, die Auszubildende aus insolventen Firmen übernehmen und sie weiter ausbilden.

Verbund- bzw. Auftragsausbildung

Es gibt auch eine Förderung, wenn Unternehmen ihre Auszubildenden vorübergehend durch andere Betriebe oder einen Dienstleister ausbilden lassen. Hier müssen die Auszubildenden mit ihren Gewerkschaften ein Auge darauf haben, dass dadurch nicht schlechtere Ausbildungsbedingungen entstehen.

Ausbildung statt Kurzarbeit

Ausbildungsbetriebe bekommen 75 Prozent der Brutto-Ausbildungsvergütung erstattet, wenn sie ihre Auszubildenden und das betriebliche Ausbildungspersonal nicht in Kurzarbeit schicken – obwohl sie massiv von Kurzarbeit betroffen sind. Sprich, mehr als 50 Prozent der Beschäftigten müssen bereits in Kurzarbeit sein.

Förderung bei Ausbildung

Es gibt auch eine Prämie für Betriebe, die die Zahl ihrer Auszubildenden stabil halten (2.000 Euro pro Auszubildendem) oder ausbauen (3.000 Euro pro zusätzlichem Auszubildenden). Diese Förderung kann es auch für praxisintegrierte Ausbildungen in Gesundheits- und Sozialberufen geben.

ver.di war es wichtig, dass es diese Förderung nur für kleine und mittlere Unternehmen (bis zu 249 Beschäftigte) gibt. Die außerdem nachweisen müssen, dass sie entweder in diesem Jahr mindestens vier Wochen Kurzarbeit im Betrieb hatten oder einen Umsatzeinbruch von 60 Prozent im Vergleich zum Vorjahr erlitten haben. Warum war das so wichtig?

Die Ausbildung ist in gutlaufenden Betrieben Standard und hat keinen Sondercharakter, der durch eine Förderung extra belohnt werden sollte. Wir Auszubildende sind hier kein Bonus, sondern eine Selbstverständlichkeit!