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News

07.09.2018

Ausbildungsreport 2018

  • Ausbildungsqualität: ungenügend!

So unzufrieden wie noch nie

Jedes Jahr fragt die DGB Jugend über 10.000 Auszubildende, wie es in ihrer Ausbildung läuft. Denn niemand kann die Qualität der dualen Ausbildung besser einschätzen als ihr – die Auszubildenden.

Was ihr jeden Tag im Betrieb und in der Berufsschule erlebt, spiegelt den Stand der dualen Berufsbildung wider. Es ist also kein gutes Zeichen, dass ihr so unzufrieden seid wie noch nie zuvor. Ein genauer Blick auf die Studie zeigt, wo der Schuh drückt…

Die Arbeitszeit
In diesem Jahr hat der Bericht einen besonderen Blick auf die Arbeitszeiten von Auszubildenden geworfen. Die Untersuchung zeigt, dass viele von euch regelmäßig Überstunden machen müssen (36,3 Prozent) und nur 13 Prozent dafür einen Freizeitausgleich bekommen. Das ist nicht fair! Jeder Mensch braucht Zeit um sich von der Arbeit zu erholen.

Regelmäßige Überstunden können außerdem ein Anzeichen dafür sein, dass Auszubildende eher als „billige“ Arbeitskräfte missbraucht werden, als dass sie einen Beruf erlernen. Zudem müssen immerhin zehn Prozent der minderjährigen Auszubildenden über 40 Stunden die Woche arbeiten, obwohl das verboten ist. Hier muss sich schnellstens etwas ändern, denn junge Menschen brauchen noch viel dringender als Erwachsene Zeit für Erholung!

Passenderweise berichtet über ein Viertel (25,8 %) davon, dass es „häufig“ oder „immer“ ein Problem ist, sich in der Freizeit zu erholen. Hierbei spielen neue Technologien eine erhebliche Rolle, denn über die Hälfte (54 Prozent) von euch müssen auch in ihrer Freizeit für den Ausbilder oder die Ausbilderin erreichbar sein – 60 Prozent von euch bekommen dafür nicht mal einen Ausgleich.

Wie soll man denn am Wochenende entspannen, wenn dauernd der Chef durchklingelt?! Hier braucht es dringend bessere gesetzliche Regelungen, um Auszubildende und junge Beschäftigte vor unnötigem Stress zu schützen!

Ausbildungsplan
Eine gute Ausbildung zeichnet sich auch dadurch aus, dass ihr alle wichtigen Fähigkeiten für euren zukünftigen Beruf erlernt und dabei fachliche Anleitung von eurer Ausbilderkraft erhaltet. Eine Hilfe ist dabei der betriebliche Ausbildungsplan. Dieser legt fest, was ihr wann während eurer Ausbildungszeit lernt – er ist gesetzlicher Teil des Ausbildungsvertrags.

Der aktuelle Ausbildungsreport zeigt jedoch, dass ein Drittel der Auszubildenden keinen betrieblichen Ausbildungsplan hat, obwohl er vorgeschrieben ist.

Dazu passt, dass auch in diesem Jahr viele von euch „häufig“ oder „immer“ ausbildungsfremde Tätigkeiten verrichten mussten. Das ist sehr ärgerlich, denn beim Kaffeekochen oder Abspülen lernt ihr nichts. Kein Wunder, dass in solchen Fällen viele Auszubildende das Handtuch werfen.

Ausbildungsvergütung
Wie zufrieden man ist, hängt auch von der Wertschätzung ab, die man in der Ausbildung erfährt. Dabei spielt die Ausbildungsvergütung keine unerhebliche Rolle. Wer für die eigenen Anstrengungen und Lernerfolge angemessen entlohnt wird, kann besser schlafen.

Unsere Befragung hat ergeben, dass Auszubildende bis zum dritten Lehrjahr aktuell 766 Euro durchschnittlich erhalten. Nicht nur, dass dieser Betrag weit unter dem tariflichen Vergütungsdurchschnitt von 876 Euro liegt, es gibt auch noch erhebliche Abweichungen je nach Branche. So verdienen Bankkaufleute im dritten Lehrjahr 1.028 Euro brutto, während es im Friseurhandwerk nur 578 Euro Vergütung gibt.

Wir als Gewerkschaft sagen: Das geht so nicht! Alle Auszubildenden sollte von der Vergütung für die eigene Arbeit leben können. Wir fordern daher eine Mindestausbildungsvergütung für alle!

Höhere Zufriedenheit bei Gewerkschaftsmitgliedern
Ein positives Ergebnis hat der Ausbildungsreport für Auszubildende mit Interessenvertretung: 78,4 Prozent der befragten Auszubildenden gaben an, dass sie mit ihrer Ausbildung "zufrieden" oder "sehr zufrieden" sind – wenn sie auf eine betriebliche Interessenvertretung zurückgreifen konnten. Ähnlich hoch war der Wert bei Gewerkschaftsmitgliedern mit 76,3 Prozent.

„Unzufrieden“ oder „sehr unzufrieden“ sind unter den Gewerkschaftmitgliedern sogar nur sechs Prozent, bei Nicht-Mitliedern liegt der Anteil bei 8,2 Prozent.