News

23.02.2019

Ein Update für die Ausbildung

  • Megafon mit ver.di Jugend Logo und Schriftzug UPDATE

Das Berufsbildungsgesetz (kurz BBiG) wird in diesem Jahr ein halbes Jahrhundert alt: Es ist Zeit für ein Update!

Dafür haben wir uns als Gewerkschaftsjugend in den letzten Jahren immer wieder starkgemacht. Und weil wir laut und viele waren, haben wir es geschafft, das Thema in den Koalitionsvertrag zu bekommen.

Aktuell streiten die Parteien über die Neugestaltung des BBiG, aber offenbar wollen nicht alle Beteiligten die Situation der Auszubildenden verbessern.

Was sind die Streitpunkte?

  • Die Mindestausbildungsvergütung (kurz MiAV)

Die Gewerkschaftsjugend kämpft seit Langem für eine MiAV. Sie soll verhindern, dass junge Fachkräfte über Hungerlöhne ausgebeutet werden oder sich keine Ausbildung leisten können, weil ihre Vergütung nicht zum Leben reicht.

Während die Gewerkschaften eine MiAV von 80 Prozent der durchschnittlichen tariflichen Ausbildungsvergütungen fordern, will die Bildungsministerin Anja Karliczek Auszubildende mit 504 Euro nach Hause schicken.

Wo ist das Problem?

Karliczek will die Höhe der Vergütung an das BAföG für Schülerinnen und Schüler knüpfen, übersieht aber dabei, dass Auszubildende Sozialabgaben leisten müssen. Damit bleiben von 504 Euro nur knapp 400 übrig. Wir sehen hier keine Verbesserung!

Die Einführung einer MiAV macht nur Sinn, wenn sie die Situation der Auszubildenden verbessert – der Vorschlag von Frau Karliczek kommt den Auszubildenden nicht zugute. Wir wehren uns gegen eine Mindestausbildungsvergütung, die ihren Namen nicht verdient: Hier muss dringend nachgebessert werden!

  • Der Geltungsbereich des BBiG

In den letzten 50 Jahren haben sich nicht wenige Ausbildungsbereiche grundlegend verändert, viele Ausbildungsberufe kamen ganz neu hinzu. Die neuen Ausbildungsmodelle sind aber nicht vollständig durch das BBiG abgedeckt.

Diese rechtlichen Grauzonen betreffen vor allem dual Studierende und das ist ein großer Nachteil für die Betroffenen!

Deswegen kämpfen die Gewerkschaften seit Jahren dafür, dass der Geltungsbereich des BBiG auf das duale Studium erweitert wird. Im aktuellen Referentenentwurf spielt das Thema aber keine Rolle und das darf nicht sein!

  • Freistellungen

Direkt nach der Berufsschule noch weiter in den Betrieb? Das ist zu viel, findet die Gewerkschaftsjugend und kämpft für die Freistellung nach einem Berufsschultag!

Unsere Forderung: Wer fünf Stunden in der Berufsschule war, soll an diesem Tag nicht mehr in den Betrieb müssen. Ein neues BBiG kann hier Klarheit schaffen!