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News

02.03.2018

Mutterschutz in der Ausbildung

  • Welche Schutzvorschriften gelten für Schwangere?

Eine Schwangerschaft während der Ausbildung oder im Studium ist ein Grund zur Freude, bringt allerdings auch einige Hürden mit sich. Hier kommen die wichtigsten Infos zum neuen Mutterschutz ab 2018 für Auszubildende und Studierende.

Das Wichtigste zuerst: Dein Arbeitgeber muss wissen, dass du schwanger bist. Allerdings ist eine entsprechende Frage an dich – speziell im Vorstellungsgespräch – nicht zulässig.

Nichtsdestotrotz: Gib deiner Ausbildungskraft rechtzeitig Bescheid, dass du Nachwuchs erwartest. Das sichert dir alle Rechte, die dir nach dem neuen Mutterschutzgesetz (MuSchG // Gesamtausgabe) zustehen, dient also zu deinem eigenen und zum Schutz des Kindes.

Kündigung
Falls dir gerade gekündigt wurde: Ganz grundsätzlich ist während der Ausbildung eigentlich nur eine außerordentliche Kündigung möglich.

Und wenn in deinem Fall der Arbeitgeber noch nichts von deiner Schwangerschaft weiß, hast du noch zwei Wochen nach Erhalt der Kündigung Zeit, um das zu ändern. Holst du innerhalb dieser zwei Wochen die Mitteilung an deinen Ausbildungsbetrieb nach, gilt für dich bis vier Monate nach der Geburt der besondere Kündigungsschutz (§17 Abs. 1 MuSchG).

Nach Ablauf dieser zweiwöchigen Frist greift der Kündigungsschutz nur, wenn du deine Mitteilung unverschuldet versäumt hast (z. B. weil du selbst noch nicht wusstest, dass du schwanger bist) und du sodann deinen Arbeitgeber unverzüglich in Kenntnis setzt.

Neu ab 2018 ist der viermonatige Kündigungsschutz nun auch bei einer Fehlgeburt nach der zwölften Schwangerschaftswoche.

Ausbildungsvergütung
Während du im gesetzlichen Mutterschutz bist, also das allgemeine Beschäftigungsverbot für dich gilt (§3 MuSchG), bekommst du Mutterschaftsgeld (§19 MuSchG) (von deiner Krankenkasse bzw. vom Bund).

Falls sich dabei eine Differenz zu deiner normalen Ausbildungsvergütung ergibt, legt die dein Arbeitgeber als Zuschuss zum Mutterschaftsgeld (§20 MuSchG) obendrauf.

Ausbildungszeit und Prüfungen
Falls du dich während deines allgemeinen Beschäftigungsverbotes dazu in der Lage fühlst, darfst du zwar trotzdem nicht arbeiten, aber immerhin eine Prüfung mitschreiben.

Das kann Zeit sparen, denn deine Ausbildungszeit verlängert sich nicht etwa automatisch um die Dauer deines Beschäftigungsverbotes. Über einen entsprechenden Antrag kannst du aber bei deiner zuständigen Stelle um Verlängerung deiner Ausbildungszeit bitten (§8 Abs. 2 BBiG).

Eine gute Option ist auch die Ausbildung in Teilzeit.

  • Spezialfall Pflegeberufe
    Wenn du eine Ausbildung in der Kranken-, Kinder- oder Altenpflege machst, darfst du jeweils maximal zehn Prozent der theoretischen und auch der praktischen Ausbildungszeit verpassen, um noch zur Prüfung zugelassen zu werden.

    Diese starre Regelung kritisieren wir von ver.di scharf (Auszubildende nach BBiG werden stattdessen individuell zugelassen oder nicht, nämlich bei Erreichen ihres Ausbildungsziels) und in der Schwangerschaftsphase sind diese Fehlzeiten auch ziemlich fix ausgereizt.

    Immerhin sieht hier die Fehlzeitenregelung vor, dass Schwangere ihre Ausbildung bis zu 14 Wochen unterbrechen dürfen. Diese Zeit wird nicht auf die Fehlzeiten angerechnet (KrPflG §7).

    Und selbst, wenn du noch länger fehlen musst, gibt es Härtefallregelungen (und zwar ganz allgemein, nicht nur für Schwangere). Ob eine besondere Härte vorliegt oder nicht, entscheidet die zuständige Landesbehörde. Sie kann dich auch zur Prüfung zulassen, sobald du einen entsprechenden Antrag stellst.

    Schriftlich beantragen kannst du außerdem auch eine Verlängerung deiner Ausbildungszeit (§7 KrPflG, vgl. Komm. Dielmann S. 132).

Übernahme
Etwas haarig wird es, falls deine Ausbildung endet, während du noch im Mutterschutz bist: Dann hast du leider keinen Anspruch auf Weiterbeschäftigung.

Allerdings darf deine Übernahme nicht einfach deswegen platzen, weil du eben schwanger bist, denn das verstößt gegen das allgemeine Diskriminierungsverbot (§24 BBiG, vgl. Rn 4 Basiskommentar Lakies/Nehls 2013).

Noch mehr Input zum neuen Mutterschutz ab 2018 bekommst du hier auf unserem Serviceportal zur Ausbildung.

Auch deine ver.di Jugend vor Ort hilft gerne bei allen Fragen!

Und in jedem Fall drücken wir dir die Daumen und wünschen dir in und nach der Ausbildung eine tolle Zeit als frisch gebackene Mutter!