News

30.03.2020

Es gibt Verbesserungen beim Aufstiegs-BAföG!

  • Aufstiegs-BAföG

Mit dem Aufstiegs-BAföG (kurz: AFBG) werden über 700 Fortbildungsabschlüsse, wie z.B. der/die Meister*in, gefördert. Nun werden die Leistungen des Aufstiegs-BAföGs nochmals massiv und umfassend ausgebaut. Ab dem 1. August 2020 ändern sich diese Förderbedingungen:

Mehr Fortbildungen sind förderbar.

Bisher war es nur möglich, für eine Fortbildung das Aufstiegs-BAföG zu bekommen. Nun sollen bis zu drei Fortbildungen förderbar sein. Zudem werden alle Fortbildungen der höherqualifizierenden Berufsbildung gefördert, die im Berufsbildungsgesetz (BBiG) vorgesehen sind. Fortbildungen in der ersten Fortbildungsstufe müssen nur noch 200 statt 400 Stunden umfassen, um gefördert zu werden.

Der Zuschuss zu den Fortbildungskosten wird erhöht.

Der Zuschuss zu den Kosten der Fortbildung, also für den Lehrgang, für die Prüfungsgebühren und für das Prüfungs-/Meisterstück, wird nun auf 50% erhöht. Dieser Zuschuss ist unabhängig von deinem Einkommen und deinem Vermögen.

Der Unterhaltsbeitrag wird zum Vollzuschuss.

Wer eine Fortbildung in Vollzeit absolviert, kann sich nun über einen Vollzuschuss zum Lebensunterhalt freuen. Davon profitieren insbesondere junge Fortbildungsteilnehmende, die über wenig oder gar kein Einkommen verfügen – am meisten die Erzieher*innen.

Die Förderung von Familien und Alleinerziehenden wird aufgestockt.

Der Unterhaltsbeitrag je Kind beträgt 235 Euro im Monat und wird nun voll bezuschusst. Auch der Zuschuss für Verheiratete (235 Euro) wird von 50 auf 100 Prozent erhöht. Für Alleinerziehende gibt es auch erfreuliche Nachrichten. Sie erhalten einen Pauschalzuschuss für die Kinderbetreuung von 150 Euro pro Kind bis zum Alter von 14 Jahren.

Der Darlehenserlass wird erleichtert.

Wer die Prüfung erfolgreich abschließt, dem wird zukünftig 50% statt 40% des Darlehens erlassen. Und wer ein Unternehmen gründet, kann sich auf einen kompletten Darlehenserlass freuen. Dazu werden die Regelungen zur Stundung und zum Erlass des Restdarlehens aus sozialen Gründen ebenfalls verbessert. So fällt die zulässige Höchstarbeitszeitgrenze weg und die Voraussetzungen bei der Pflege von Angehörigen werden vereinfacht.

Was fehlt da noch?

Die Förderprobleme bei Erzieher*innen wurden nicht gelöst. Ursache sind die widersprechenden Anforderungen zur Qualifizierung (festgelegt in der KMK-Rahmenvereinbarung zur Erzieher*innen-Ausbildung) und die Anforderungen zur Förderung von angehenden Erzieher*innen durch das Aufstiegs-BAföG. Für die Qualifizierung von angehenden Erzieher*innen bedeutet das, dass sie in der Regel Kredite aufnehmen müssen, um die Ausbildung finanzieren zu können.

Generell braucht es strukturelle Verbesserungen. Wenn mehr Menschen an Fortbildungen teilnehmen sollen, dann müssen auch die Rahmenbedingungen verbessert werden. Da es immer noch keine Freistellungsregelung in Bezug auf Weiterbildungen gibt, fällt es vielen Erwerbstätigen schwer, ihre Arbeit und ihre Verpflichtungen mit einer Fortbildung in Einklang zu bringen. Deshalb muss in Zukunft die Förderung des Unterhalts bei Teilzeitmaßnahmen ermöglicht werden, wenn zwischen Arbeitgebenden und Beschäftigten eine befristete Teilzeit vereinbart wurde.