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11.06.2020

Was bringt das Konjunkturpaket für Auszubildende und Studierende?

  • Was bringt das Konjunkturpaket für Auszubildende und Studierende?

„Mit Wumms aus der Krise“ – dafür soll das neue Konjunkturpaket der Bundesregierung sorgen. Es gibt auch in der Tat Fortschritte bei der Ausbildung, für Kitas und Schulen. Für Studierende lässt sich allerdings keinerlei Wumms entdecken und auch für Auszubildende sollte mehr drin sein.

Was ist gut und wo hakt es noch?

Die guten News sind: Es wird einen Schutzschirm für die Ausbildung geben! Hier konnten die Gewerkschaften wichtige Maßnahmen durchsetzen, die sie zuvor gefordert hatten.

Prämie für Übernahme von Azubis!

Auch wenn die Zahl der insolventen Unternehmen in den nächsten Wochen steigen könnte: Jeder Ausbildungsplatz ist wichtig! Deshalb werden solvente Betriebe eine Prämie erhalten, wenn sie Auszubildende aus insolventen Unternehmen übernehmen.

Förderung für Verbundausbildung!

Verbundausbildung – was steckt dahinter? Viele Betriebe werden sich leider sehr genau überlegen, ob sie im kommenden Ausbildungsjahr wieder ausbilden können. Nach Kurzarbeit und/oder heftigen Umsatzeinbußen ist nicht sicher, ob sie ihre Ausbildungszahlen halten können.

Genau an dieser Stelle hatten sich die Gewerkschaften dafür eingesetzt, dass die Verbundausbildung gefördert wird: Dabei schließen Auszubildende einen normalen Vertrag mit einem Betrieb ab. Der Ausbildungsbetrieb kann – wenn die vernünftige Ausbildung sonst in Frage steht – in den ersten zwölf Monaten die Ausbildung an andere Betriebe (Verbund) oder an einen Bildungsträger auslagern.

Dort werdet ihr dann vernünftig ausgebildet und könnt so schnell wie möglich wieder in den Betrieb einsteigen.

Ausbildung statt Kurzarbeit!

Kurzarbeit ist zwar ein legitimes Instrument, um Arbeitslosigkeit in der Krise zu vermeiden, aber für Auszubildende würde sie das Lernverhältnis stören und Azubis in große finanzielle Not bringen. Denn weniger von wenig ist nichts!

NEU: die Ausbildungsprämie!

Hier bekommen kleine und mittlere Unternehmen eine Prämie, wenn sie genauso viele Ausbildungsplätze anbieten, wie im Schnitt der letzten drei Jahre. Und zwar erhalten sie einmalig 2.000 Euro pro Azubi. Bieten sie sogar mehr Ausbildungsplätze an, bekommen sie einmalig 3.000 Euro pro Azubi!

Aber wird das wirklich helfen?

Für uns gehört auch dazu, dass die Prämie nur Betrieben in schwieriger Lage helfen soll. Gut laufende Betriebe müssen nicht extra unterstützt werden – in der Vergangenheit hat sich gezeigt, dass das Geld zwar gern genommen wird, sich daraus aber nicht zwangsläufig Verbesserungen für die Auszubildenden ergeben.

An dieser Stelle muss auch noch nachgebessert und die Ziele der Prämie müssen klarer beschrieben werden. Auch die Qualität muss stimmen! Sprich, die Ausbilderkräfte dürfen nicht in Kurzarbeit sein und der Ausbildungsplan muss eingehalten werden. Die Ausbildungsprämie darf eben nicht schlechte Ausbildungsbedingungen subventionieren!

Und was ist eigentlich mit den Studis?

Die Hochschulen und insbesondere die Studierenden haben kaum etwas vom Paket. So haben viele Studierende große finanzielle Sorgen, die auch durch die bisherigen Überbrückungshilfen kaum abgefedert werden. Die bisher beschlossenen Notlagenfonds reichen auf jeden Fall nicht aus, um den hunderttausenden Studierenden zu helfen, die ohne Job dastehen.

Dazu kommt auch noch das überbürokratische Verfahren, das die Auszahlung der Gelder unnötig verzögert. Auch das Konjunkturpaket bietet an dieser Stelle keine Lösung an.

Kai Reinartz – Vorsitzender der ver.di Jugend:

„Da fehlt noch was für den Wumms (lieber Olaf): Auszubildende und Studierende sind die Fachkräfte von morgen. Hier fehlt noch was im Konjunkturpaket, damit auch langfristig was hängenbleibt. Darum jetzt junge Menschen besonders schützen!“